Rant: Wer lesen kann, erspart sich Peinlichkeiten!


Mann, was waren das doch für schöne Zeiten, als die Menschen nicht nur die Überschriften lasen, sondern auch die Artikel selbst. Unzählige sinnfreie Kommentare wurden durch dieses bisschen Aufwand niemals verfasst, und die Kommentierenden selbst ersparten sich dadurch jede Menge Peinlichkeiten. Aber machen wir uns nichts vor: Diese Ära ist weitgehend vorbei, denn selbst jene, deren Beruf das geschriebene Wort ist, fallen inzwischen offenbar der Seuche des Überschriftkommentierens anheim.

"Judge Dredd kommt zu Netflix!", weiß der deutsche Verlag Cross Cult heute auf Facebook zu verkünden und verlinkt in diesem Zusammenhang auf einen Artikel der WebsiteDigitalspy.com vom 12. September 2017 mit der Überschrift "Judge Dredd: Mega-City One TV series on Netflix starring Karl Urban – release date, cast and everything you need to know." Nach der Lektüre des Beitrags lässt sich dessen Inhalt mit einem einzigen Satz zusammenfassen: Nichts genaues weiß man nicht! Die Produzenten der geplanten Serie hätten zwar gerne Karl Urban wieder in der Hauptrolle als Judge Dredd, Urban wäre auch gewillt, den Part nach 2012 ein weiteres Mal zu übernehmen, aber unterschrieben ist noch nichts. Die Macher haben zwar jede Menge Ideen, was sie in der Serie gerne an Geschichten erzählen würden, aber in diesem frühen Stadium können sie dazu noch nichts Konkretes sagen. Wenn es nach den Produzenten geht, könnte Judge Dredd: Mega-City One in zwei Jahren anlaufen. Oder auch früher. Oder auch später. Das hängt alles vom Verlauf der Produktion ab. Und Netflix? Angeblich hat der Streaming-Anbieter Interesse an der Serie, aber einen Vertrag zwischen Rebellion Productions und Netflix gibt es...noch nicht.


Damit wir uns recht verstehen: Als Fan des Films Dredd fände ich eine Netflix-Serie Judge Dredd: Mega-City One mit Karl Urban in der Hauptrolle einfach nur großartig. Ob sie nun 2018, 2019 oder später kommt, ist mir dabei völlig gleichgültig. Und ich kann verstehen, dass sich die Produzenten lieber bedeckt halten, um keine Erwartungen zu wecken, die sie später vielleicht doch nicht erfüllen können. Und selbst Digitalspy lasse ich sein plumpes Clickbaiting noch durchgehen. Aber sich nicht einmal zwei Minuten Zeit zu nehmen, einen Artikel zu lesen, ehe man irgendeinen Unsinn in die Welt setzt, der bereits ein Dutzend Mal geteilt wurde, während ich diese Zeilen schreibe, ist einfach nur peinlich. Erst recht, wenn diese Peinlichkeit von einem Verlag begangen wird. Man soll ein Buch nicht nach seinem Umschlag bewerten, heißt es immer so schön. Stimmt. Aber einen Artikel nicht aufgrund seiner Überschrift zu kommentieren, definitiv auch.

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