Hörspielrezension: «Heliosphere 2265 - Folge 8: Getrennte Wege» (Greenlight Press/Interplanar)


Nach einer Pause von fünf Monaten gehen nun mit Heliosphere 2265 – Folge 8: Getrennte Wege die Hörspielabenteuer von Captain Jayden Cross und der Mannschaft des Interlink-Kreuzers Hyperion endlich weiter. 65 Minuten Spielzeit hat das Hörspiel von Greenlight Press und Interplanar, das ab heute im Handel erhältlich ist.

Die Hyperion halb zerstört, die Mannschaft zu Verrätern erklärt und gejagt den perfiden Plänen von Björn Sjöberg hat Captain Cross eine Waffe entgegenzusetzen: das Vertrauen der Mannschaft untereinander. Als unerwartet Rettung eintrifft, senden die neuen Verbündeten zwei Teams auf unterschiedliche Missionen: das eine soll ein Gegenmittel für den Killchip der Executive Controller stehlen, das andere auf der Station Nova einen Verräter für die gute Sache gewinnen. Dass es so klappt wie geplant, steht schon fast in der Missionsbeschreibung. Und so ist Improvisation gefragt... (Klappentext)

Am Ende von Folge 7: Die Opfer der Entscheidung befand sich die Crew der Hyperion in einer äußerst dramatischen Lage: Den feindlichen Parliden gerade noch einmal mit knapper Not entkommen, fanden sich Captain Jayden Cross und Co samt ihrem stark beschädigten Raumschiff im Niemandsland des Weltalls wieder. Und ohne funktionierenden Hyperlink-Antrieb würde eine Rückkehr in vertraute stellare Gefilde nahezu unmöglich sein. Doch in Folge 8: Getrennte Wege hat die leidgeprüfte Mannschaft endlich einmal Glück, als unerwartete Hilfe in Form von Admiral Pendergast und ihres Raumschiffs Torch eintrifft. Doch für Freudenfeste bleibt keine Zeit, denn Pendergast erteilt sogleich dem Trio Jayden Cross, Kirby Belflair und Alpha 365 einen gefährlichen Auftrag, während sie gleichzeitig das Duo Lukas Akoskin-Tess Kensington ebenfalls eine heikle Operation ausführen lässt. Getrennte Wege beschreibt den Charakter des Hörspiels daher nur allzu gut. Die beiden Missionen sind gleichermaßen spannend, ihrem Wesen nach jedoch recht unterschiedlich: Geht es bei bei Cross' Auftrag recht handfest zu (inklusive eines Feuergefechts mit gegnerischen Einheiten), werden Kensington und Akoskin auf der Station Raumstation Nova schnell zu Figuren eines Verwirrspiels aus Täuschung und Gegentäuschung, bei dem das Thema Vertrauen, das in den ersten Minuten der Produktion bereits einmal eine große Rolle spielte, nun auch wieder zum entscheidenden Faktor wird. Das Skript von Balthasar von Weymarn auf Grundlage des Romans von Andreas Suchanek nutzt dabei die Gelegenheit, die handelnden Figuren erneut ein Stück mehr auszuleuchten und ihre Beziehungen untereinander weiterzuentwickeln. Insbesondere das Verhältnis zwischen Captain Cross und Lt.-Cmdr. Belflair nimmt eine neue und für Cross ungewohnte Dimension an. Der stetige Wechsel zwischen den Handlungssträngen sorgt für Dynamik; ihre ca. 65 Minuten Spielzeit meistert die Produktion ohne irgendwelche Schwächen im Spannungsbogen. Verlass ist wie gewohnt auf die Besetzung des Hörspiels mit Wanja Gerick als Captain Jaden Cross an der Spitze. Neben Gerick stellen Manja Doering (Tess Kensington), Tobias Kluckert (Lukas Akoskin), Sven Hasper (Alpha 365) sowie Maria Koschny (Kristen „Kirby“ Belflair) erneut ihr Können unter Beweis. Und auch in Nebenrollen sind bekannte Sprecherinnen und Sprecher wie Anke Reitzenstein (als Admiral Pendergast), Sebastian Kluckert (Lt. Persson), Uve Teschner (Lt. Nurakow) oder Dorothea Lott (Admiral Jansen) zu hören. Ein hochqualitativer Cast also, der seine Rollen problemlos im Griff hat. Nichts anbrennen lässt auch Jochin-C. Redeker, der bei Interplanar fürs Sounddesign und die Musik zuständig ist. Redekers Klangräume bestechen ein weiteres Mal durch atmosphärische Dichte, ziehen den Hörer von der ersten Minute an unweigerlich direkt ins Geschehen hinein und werden in ihrer Wirkung von einem zupackenden Score noch unterstützt. Dürfte man es sich aussuche, wie das Weltall zu klingen hat, dann sollte es so klingen wie bei Jochim-C. Redeker.

Nun da der erste Zyklus von Heliosphere 2265 in seiner zweiten Hälfte angekommen ist, gewinnt der Widerstand gegen Björn Sjöberg immer mehr an Konturen. Und im Zeichen dieser Formierung stehen auch die beiden Missionen der Hyperion-Offiziere. Auf diese Weise bringt Folge 8: Getrennte Wege den ersten Heliosphere-Zyklus ein Stück weit voran, während zudem auf menschlicher Ebene einige Weichen gestellt werden. All dies verpackt das Hörspiel in einen abwechslungsreichen Plot, der von Interplanar akustisch überaus ansprechend inszeniert wurde. Auf die Fortsetzung Folge 9: Entscheidung bei Nova darf man deshalb jetzt schon gespannt sein.



Heliosphere 2265 – Folge 8: Getrennt Wege ist ein Hörspiel von Interplanar Produktion für Greenlight Press. Ab dem 24. März 2017 ist es im Handel erhältlich.



1 Kommentar:

  1. Heliosphere bleibt sich treu! Und das ist um so bemerkenswerter, als hier doch auf einem relativ schmalen Grat balanciert wird. Denn die Serie ist wirklich komplex, die Anzahl der Charaktere (von denen eigentlich jeder auch noch mindestens ein großes Geheimnis hütet), die parallelen Plots, der Technobabble, die sehr weit übergreifende Story (mit Querverweisen auf kleine Details, die 2, 3 Folgen zurück erwähnt wurden), es ist schon einiges, was der Hörer hier zu verarbeiten hat. Aber keine Sorge, es lohnt sich!
    Ich bin nach wie vor begeistert, insbesondere aufgrund des wohltuenden Kontrastes zu den storytechnischen Totalentgleisungen von anderen SciFi-Serien, deren Held ein gewisser Mark Brandis ist/war... Während dort vieles einfach nur künstlich in ein Hörspiel gepresst wirkt, ist Heliosphere aus einem Guss. Ich hoffe, es geht noch lange weiter.

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