Hörspielrezension: «Zukunfts-Chroniken: Die Axolotl-Formel» (Frank Hammerschmidt & Hoerspielprojekt)


Am morgigen Freitag erblickt mit Die Zukunfts-Chroniken: Die Axolotl-Formel eine neue Folge der unkommerziellen Hörspielreihe Die Zukunfts-Chroniken das Licht der Öffentlichkeit. Was hinter den Türen ihres Labors wirklich vor sich geht, das möchte eine berühmte Wissenschaftlerin jedoch mit allen Mitteln für sich behalten. Doch eine Gruppe junger Männer ist ihrem Geheimnis auf der Spur.

"Die Zukunfts-Chroniken. Bisher wurden sie noch nicht niedergeschrieben, aber wir alle nähren diese Zeilen. Heute, hier und an anderen Orten. Die Zukunft kann beginnen…

Der Axolotl, ein Schwanzlurch mit der Fähigkeit seine Gliedmaßen, Organe, selbst Teile des Gehirns nachwachsen zu lassen. Was wäre, wenn das auch bei einem Menschen möglich werden würde?" (Ankündigungstext)

Es ist das Spannungsfeld zwischen wissenschaftlichem Fortschritt und Ethik, das für für Frank Hammerschmidts neuestes Hörspiel Die Zukunfts-Chroniken: Die Axolotl-Formel den Background bildet. Doch schon allein aufgrund der kompakten Spielzeit von ca. 32 Minuten sollte man sich nicht darauf einstellen, eine Produktion zu erleben, die sich intensiv der Frage widmet, was Forscher zum angeblichen Wohl der Menschheit alles tun dürfen und wo die Grenzen des Vertretbaren liegen. Stattdessen liefert das Hörspiel eine gradlinige, bisweilen gruselige und böse Mär mit Anklängen an Klassiker wie Die Insel des Dr. Moreau von H.G. Wells oder jede Menge A-, B- oder C-Movies, in denen skrupellose Wissenschaftler, nicht zuletzt vom eigenen Ego angetrieben, ihren geheimen Experimenten nachgehen. Im Falle von Zukunfts-Chroniken: Die Axolotl-Formel lautet der Name der Forscherin Dr. Inga Nyström (Birgit Arnold); ihre Gegenspieler sind Marc Schmiedel (Ronald Martin Beyer), Tommi Mühlhoff (Sebastian Schrage) und Philipos Christodoulakis (Horst Kurth). Helden sind die drei jungen Männer allerdings nicht gerade: Marc will durch einen Enthüllungsartikel über das, was in Nyströms Labor wirklich geschieht, berühmt werden, Philipos ist ein vom Ehrgeiz gekennzeichneter Hacker und Tommi wurde einst von der Wissenschaftlerin gefeuert. Tatsächlich gelingt es ihnen, in Nyströms Forschungseinrichtung einzubrechen. Doch dann geraten die Dinge außer Kontrolle.

Frank Hammerschmidt hat mit Die Zukunfts-Chroniken: Die Axolotl-Formel ein Hörspiel geschrieben, das in zwei Richtungen funktioniert: Als SF-Hörspiel mit Gruselfaktor oder als Gruselhörspiel mit phantastischer Prämisse. Unterhaltsam ist die Produktion so oder so, denn ist die Ausgangssituation erst einmal etabliert, wird der weitere Plot konsequent vorangetriben, um schließlich einen stilechten Abschluss zu finden (Achtung: Es gibt eine Post-Credit-Sequenz!). Die Besetzung – neben den bereits genannten Sprechern sind außerdem Stephanie Preis, Lisa Müller, Dagmar Bittner, Sebastian Schmidt, Benedict Benken, Jens Niemeyer und Johanna Ehrlich zu hören – hat keine Schwierigkeiten damit, ihre Rollen zum Leben zu erwecken; und Sebastian Schrage, erstmals bei den Zukunfts-Chroniken für Schnitt, Sounddesign und Mischung zuständig, leistet bei seinem Einstand ganze Arbeit, so dass die Reihe in diesen Bereichen ihr bisheriges Niveau absolut halten kann. Das minimalistische Cover von Thorsten Adams ziert jener Schwanzlurch, dem die Axolotl-Formel ihren Namen verdankt.

Mit Die Zukunfts-Chroniken: Die Axolotl-Formel ist Frankhammerschmidt in Zusammenarbeit mit dem Hoerspielprojekt abermals ein unterhaltsames Hörspiel gelungen. Und mit einem Plot, der in naher Zukunft spielt sowie Elemente des Grusel-Genres aufnimmt, stellt die Reihe abermals ihre Flexibilität unter Beweis. Auf diese Weise bleiben die Zukunfts-Chroniken eine willkommene Bereicherung der Hörspiellandschaft.


Die Zukunfts-Chroniken: Die Axolotl-Formel hat am Freitag, dem 24. Februar 2017 im Webradiovon hierspielprojekt.de Premiere. Los geht es um 20:00 Uhr. Begleitend dazu gibt es auch einen Chat, der schon ab 19:30 Uhr startet. Im Anschluss steht die Produktion dann zum kostenlosen Download zur Verfügung.


Zum Weiterlesen: Verzeichnis meiner übrigen SF-Hörspielrezensionen

0 Kommentare: