Stargate: Roland Emmerich & Dean Devlin sprechen über die Rückkehr ins Kino


Am 24. Juni startet in den USA Independence Day: Rückkehr (org.: Independence Day:
Resurgence), bei uns ist es am 14. Juli 2016 soweit. Dementsprechend gefragt sind Regisseur/Drehbuchautor/Produzent Roland Emmerich und sein langjähriger Partner Dean Devlin als Interviewpartner. Doch obwohl bei den Gesprächen der Fokus dabei selbstredend stets auf dem anstehenden Streifen liegt, kommt auch immer wieder ein anderes Projekt zur Sprache, das schon lange in der Pipeline ist: die Fortsetzung von Stargate. So wie es aussieht, scheinen Emmerich und Devlin hinsichtlich eines neuen Stargate-Abenteuers inzwischen tatsächlich voranzukommen. Doch für die Fans des Originalfilms von 1994 hat die Sache allerdings einen Haken.

Independence Day: Rückkehr ist Emmerichs erstes Sequel. Doch wäre nach ihm gegangen, hätte er schon viel früher eines gedreht – nämlich Stargate 2, da die Stargate-Saga stets als Trilogie angelegt war. Bekanntlich kam es aber nie dazu, da MGM ab 1997 den Stoff lieber im Fernsehen auswertete. Und das ja auch mit großem Erfolg und über mehr als 10 Jahre lang. Dann jedoch schlief das TV-Franchise ein, und 2011 entschied das Studio es ins Kinos zurückzubringen. Und dies geht nach Ansicht der Verantwortlichen nur mir Emmerich und Devlin am Ruder. Die beiden sehen das genauso und möchten endlich jene Geschichte erzählen, die sie schon vor 20 Jahren erzählen wollten. Um dies zu tun, bedarf es jedoch erst einmal eines Schritts zurück, denn nach Ansicht von Devlin ergibt es keinen Sinn, dass Sequel nach über zwei Jahrzehnten jetzt noch nachzuschieben:

"It’s not a story that can take place 20 years later. So the only way to really tell that trilogy is to go back from the beginning and start the story all over again.", wird Deviln von Variety zitiert. Mit anderen Worten: Reboot! Die Saga startet mit dem Remake von Teil 1, ehe sie dann mit weiteren Filmen fortgeführt wird. Der Abschluss der Trilogie ist dabei aber lediglich ein Etappenziel. Auf die Frage, wie sich ihre Stargate-Pläne im Verlauf der letzten 22 Jahre verändert hätten, antwortete Devlin, einzig der Umfang sei heute anders als noch in den 1990ern. Seinerzeit hätten die Studios in einzelnen Filmen und/oder Trilogien gedacht, heute täten sie es in Filmuniversen (Cinematic Universes). Während der Arbeiten an der neuen Trilogie hätten sich viele Möglichkeiten gezeigt, wie sich der Stargate-Kosmos erweitern ließe. Und nun könne man diese Möglichkeiten auch nutzen.

Was das erzählerische Potenzial angeht, erzählt Devlin den Fans der Stargate-Fernsehserien natürlich nichts neues. Immerhin waren sie selber Zeuge, wie aus einem einzelnen Film ein umfangreiches langlebiges TV-Franchise wurde. Und Aspekte der Serien werden auch in das Reboot einfließen, wie Roland Emmerich während einer Fragestunde des Empire Magazine durchscheinen ließ. Im Gegensatz zum 1994er-Film werde sich die Neuauflage nicht primär auf die beiden Figuren Jack O'Neill und Daniel Jackson (seinerzeit verkörpert von Kurt Russell und James Spader) konzentrieren, sondern eine größere Gruppe ins Zentrum stellen. Also in der Art, wie es beispielsweise bei Stargate SG-1 praktiziert wurde, als zu O'Neill und Jackson auch noch Samantha Carter und Teal'c hinzukamen. Figuren in der Art von O'Neill und Jackson werde es zwar auch weiterhin geben, doch andere Charaktere würden in gleichem Maße wichtig sein. Insgesamt werde es sich um ein junges Team handeln. Russell und Spader würden vielleicht Cameos absolvieren. Geklärt sei das aber noch nicht.

Wie zu erwarten war, fanden diese neuen Infos bei den Stargate-Fans ein recht gemischtes Echo. Während die einen sich über die Rückkehr von Stargate auf die große Leinwand freuen, bedauern es andere, dass es in Form eines Reboots geschieht. Und wiederum andere sehen durch das Kino-Comeback die Chancen auf eine neue TV-Serie auf Null sinken. Letztes kann so sein, muss es aber nicht, wie die Entwicklung in Sachen Star Trek (Kinofilme und neue Serie ab 2017) zeigt. Unterm Strich dürfte der nun eingeschlagene Weg eines kompletten Neubeginns der richtige sein, gibt er den Machern doch die Chance, ihre Saga ohne den Ballast der Vergangenheit aufzuziehen.


Nicolas Wright und James A. Woods, die Drehbuchautoren von Independence Day: Rückkehr, arbeiten derzeit am Skript für das Stargate-Reboot. Wann mit dem Film zu rechnen ist, steht derzeit noch nicht fest.

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