Hörspielrezension: «Heliosphere 2265 – Folge 6: Die Bürde des Captains» (Greenlight Press/Interplanar)


Heliosphere 2265 ist eine zyklisch aufgebaute Serien, deren Handlungsbögen jeweils 12 Episoden umfassen. Folglich läutet die unlängst veröffentlichte Folge 6: Die Bürde des Captains das Ende der ersten Halbzeit der Auftaktrunde dieser Hörspiel-Space Opera ein. Ein Umstand, den die Macher zum Anlass nehmen, es wieder einmal ordentlich krachen zu lassen. Seit dem 13. Mai 2016 ist Heliosphere 2265 – Folge 6: Die Bürde des Captains im Handel und hat eine Laufzeit von ca. 52 Minuten.

Ein letztes Mal soll Captain Cross zu einer Mission mit der "Hyperion" aufbrechen. Sein Tod ist bereits beschlossen - und nicht nur der Seine. Doch Jayden ist durch Sarah McCall vorgewarnt und überdenkt seine nächsten Schritte. Wofür wird sich der Kommandant des ersten Interlink Kreuzers der Menschheit entscheiden? Eines scheint klar: Egal welche Richtung er am Ende einschlägt, den Preis werden Menschen zahlen müssen, die ihm nahestehen... (Klappentext)

Wenn Heliosphere-Autor Andreas Suchanek bei Facebook davon spricht, Folge 6 habe es in sich, dann ist das wahrlich keine Übertreibung. Sowohl von der Geschichte als auch von deren Umsetzung her macht dieses Hörspiel alles richtig, indem es Vorgänger in puncto Spannung und vor allem Dramatik noch einmal deutlich übertrifft, um dadurch seiner Rolle als vorläufiger Höhepunkt des ersten Zyklus mehr als nur gerecht zu werden. Zwar konzentriert sich Die Bürde des Captains primär auf die Ereignisse an Bord der Hyperion, doch findet man die Zeit, einen weiteren, neuen Erzählstrang um Dr. Petrova und Zev Buckshaw zu etablieren, der seine Fortsetzung in der zweiten Zyklushälfte finde wird. Beide Fäden laufen zwar (noch) parallel, werden aber alternierend erzählt. Dem ohnehin temporeich inszenierten Hörspiel verleiht der Wechsel zwischen den Handlungsorten zusätzliche Dynamik. Absoluter Höhepunkt der Folge ist zweifelsohne der Showdown auf der Brücke der Hyperion, der jene, die unter Cliffhanger-Phobie leiden, schier in den Wahnsinn treiben wird. Denn was in den letzten Minuten dieser Produktion geschieht, schreit förmlich nach einer Auflösung, die man besser heute als morgen erleben möchte. Gäbe es einen Hörspielpreis für den besten Cliffhanger des Jahres, dann wäre dieser hier einer der heißesten Anwärter.

Wer es vor Spannung gar nicht mehr aushält, findet auf der drittletzten Seite des Booklets eine Vorschau auf Folge 7, die einen kleinen Ausblick auf den Fortgang der Handlung gibt. Recht umfangreich und sehr informativ ist das Interview mit Manja Doering ausgefallen, das ebenfalls den Weg ins Begleitheft der CD gefunden hat. Auf gleich vier Seiten erzählt die Sprecherin, die in Heliosphere 2265 als Lieutenant-Commander Tess Kensington zu hören ist, in sympathischer Weise über ihre Arbeit im Hörspiel- und Synchronbereich. Abgerundet wird das Booklet durch die Credits sowie die Besetzungsliste. Sie umfasst dieses Mal neben Stammsprechern wie Wanja Gerick, Christin Maquitan, Manja Doering oder Tobias Kluckert auch erstmals Marius Clarén (als Branch) und Maria Koschny (als Syra Pembleton). Clärén kennt man unter anderem als deutsche Stimme von Jake Gyllenhaal oder Tobey Maguire, Koschny als die von Jennifer Lawrence. Mit dabei ist auch wieder Michael (Mark Brandis) Lott als Unsympath Christopher Johnston. Unter der Regie von Balthasar v. Weymarn - er zeichnet neben Andreas Suchanek auch für das Skript der Folge verantwortlich – laufen alle Sprecherinnen und Sprecher zu großer Form auf. Ebenso wie der Cast lassen zudem das Sounddesign und die Musik von Jochim-C. Redeker ordentlich die akustischen Muskeln spielen. Wenn es darum geht, eine packende Atmosphäre zu schaffen, ist Redeker seit Jahren eine sichere Bank - und bei diesem Hörspiel stellt er sein Können abermals nachdrücklich unter Beweis.

Verlass ist dieses Mal auch wieder auf das Bonusmaterial, das auf der CD mitgeliefert wird. Wer sich für den Roman interessiert, auf dem das Hörspiel basiert, findet ihn in drei Ebook-Formaten auf der Scheibe; und wer Heliosphere 2265 – Folge 6: Die Bürde des Captains lieber unterwegs hören möchte, dem bleibt das Rippen erspart, da eine MP3-Version der Folge mit zu den Extras gehört. Ein schöner Service, den man der Gruppe der CD-Käufer da jedes Mal zuteil werden lässt.


Mit Heliosphere 2265 – Folge 6: Die Bürde des Captains ist Greenlight Press und Interplanar ein prächtiger Schlusspunkt unter die erste Hälfte des Premierenzyklus dieser Space Opera gelungen. Und gleichzeitig hat sich die Serie eine perfekte Ausgangsbasis für eine ereignisreiche zweite Halbzeit verschafft. Bis die angepfiffen wird, dauert es zwar noch etwas, aber ich freue mich jetzt schon sehr auf den Tag, an dem es soweit ist.


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