Hörspielrezension: «Jules Verne – Die neuen Abenteuer des Phileas Fogg Folge 4: Der Elefant aus Stahl» (Maritim)


Wer rastet, der rostet. Das gilt insbesondere für Weltenbummler. Damit er gar nicht erst Gefahr läuft, irgendwelchen Rost anzusetzen, schickt das Label Maritim Jules Vernes berühmten Helden Phileas Fogg bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr in ein neues Hörspielabenteuer. Fand die Konfrontation zwischen Fogg und dem verschlagenen Robur in Folge 3: Krieg in den Wolken an Bord des imposanten Luftschiffs Albatros statt, so steht auch dieses Mal ein technischen Wunderwerk im Mittelpunkt: ein Elefant aus Stahl. Jules Verne – Die neuen Abenteuer des Phileas Fogg Folge 4: Der Elefant aus Stahl hat eine Laufzeit von ca. 65 Minuten und ist seit dem 22. April 2016 im Handel.

Phileas Fogg und seine Begleiter reisen nach Indien. Dort hat der britische Ingenieur Banks im Auftrag des Maharadschas ein mechanisches Meisterwerk geschaffen: eine mächtige Dampfmaschine in Form eines lebensgroßen Elefanten. Von diesem beeindruckenden Automaten befördert, machen sich unsere Helden zu einer Reise durch die Tiefen des indischen Dschungels auf. Doch im Dickicht lauern nicht nur wilde Tiere, sondern auch die Gespenster der Vergangenheit. Für den englischen Offizier Munro ist es seine Nemesis aus den Tagen der Expeditionstruppen. Und für unsere Helden ein alter Bekannter, der erneut die Hand nach der Macht ausstreckt. So wird die Reise in den Urwald bald zu einem Kampf auf Leben und Tod. Werden Phileas Fogg, Aouda und Passepartout auch diese Prüfung bestehen? (Klappentext)

Jules Verne – Die neuen Abenteuer des Phileas Fogg ist eine zyklisch aufgebaute Serie, deren Staffeln jeweils vier Folgen umfassen. Folglich wird nun jener Erzählstrang zum Abschluss gebracht, der in Folge 1: Entführung auf hoher See begonnen wurde. Um dieses Ereignis gebührend zu feiern, haben sich die Macher nicht lumpen lassen und fahren mächtig auf, indem sie Foggs Trip nach Indien als viktorianisches James Bond-Abenteuer klassischer Machart anlegen: An einem größenwahnsinnigen Schurken, der in einem Versteck der Superlative seine Eroberungspläne schmiedet, fehlt es ebenso wenig wie an einem finsteren Henchman oder einem egozentrischem Wissenschaftler, der sein Talent und sein Gewissen an den Bösewicht verkauft hat. Und wenn im Showdown die Truppen des Schurken zum großen Schlag gegen das Empire ausholen, ist es an Phileas Fogg, für Königin und Vaterland die Kastanien aus dem Feuer zu holen. Doch wirklich Sorgen zu machen braucht sich Queen Victoria nicht, denn auf Fogg ist selbstverständlich Verlass.

Der Plot von Markus Topf gönnt sich erst etwas Anlauf, gewinnt dann aber zunehmend an Fahrt und kulminiert in einem Showdown, der diesen Namen auch verdient. Dabei wird Christian Brückner als Jules Verne/Erzähler erheblicher Raum zugestanden, doch sorgen seine Ausführungen für sehr viel Atmosphäre und tragen damit maßgeblich zum Gelingen dieser Geschichte bei, die es sehr schön schafft, ein eigenständiges Abenteuer zu erzählen, während die gleichzeitig die erste Staffel von Jules Verne/Phileas Fogg gekonnt abrundet. Für das richtige Flair sorgen zudem die Soundkulisse von Studio WinterZeit sowie die orchestrale Musik von Alexander Schiborr und Michael Donner. Unverändert eine sichere Bank sind die Sprecherinnen und Sprecher, die die Serie zu bieten hat. Sascha Draeger (Phileas Fogg), Annina Braunmiller (Aouda) und Marius Clarén (Passepartout) bilden neben Christian Brückner (Jules Verne) das Rückgrat; Hartmut Neugebauer, Dietmar Wunder und Klaus Dieter Klebsch, die neben anderen gestandenen Stimmen dieses Mal ebenfalls mit von der Partie sind, liefern eine wunderbare Performance und gehen voll in ihren Rollen auf. Man hätte absolut nicht dagegen einzuwenden, ihnen auch gleich noch eine weitere Stunde oder länger zuzuhören.

Mit der nun komplett vorliegenden ersten Staffel hat Jules Verne – Die neuen Abenteuer des Phileas Fogg sein erzählerisches Potenzial unter Beweis gestellt. Das Konzept, Vernes Geschichten zur Grundlage einer Abenteuerserie um den Globetrotter Phileas Fogg zu machen und dabei auch von anderen Autoren geschaffene klassische Figuren einzubauen, ist absolut tragfähig und eröffnet der Serie ausgezeichnete Perspektiven. Daher darf man gespannt sein auf die zweite Staffel, die nicht nur dieses Jahr gestartet, sondern auch noch zum Abschluss gebracht werden soll. Zum Rasten wird Phileas Fogg also auch auf absehbare Zukunft nicht kommen. Und das ist eine gute Nachricht für alle Hörspielfans.



Jules Verne – Die neuen Abenteuer des Phileas Fogg Folge 4: Der Elefant aus Stahl ist eine Produktion von Maritim. Seit dem 22. April 2016 ist das Hörspiel im Handel erhältlich.


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