Hörspielrezension: «Heliosphere 2265 – Folge 5: Im Zentrum der Gewalten» (Greenlight Press/Interplanar)


Angesichts der sich überstürzenden Ereignisse in der vierten Folge der SF-Hörspielserie Heliosphere 2265 (ich rezensierte sie hier) durfte man überaus gespannt darauf sein, was wohl als Nächstes auf Captain Jayden Cross und die Crew des Raumschiffs Hyperion zukommen würde. Die Antwort darauf gibt die Fortsetzung Heliosphere 2265 - Folge 5: Im Zentrum der Gewalten, die seit dem 27. Februar 2016 im Handel ist. Im Auge eines Wirbelsturms mag es ruhig sein, doch im Zentrum der Gewalten geht es definitiv anders zu.

Die Menschheit im Jahre 2265 - Der Kampf um die Zukunft beginnt zwischen den Sternen! Der Verräter wurde enttarnt, doch was war seine eigentliche Aufgabe, was steckte hinter der Infiltration der „Hyperion“? Als die Raumstation am Rand des Stillen Sektors einen Anstieg von Fraktal-Energie entdeckt, wird die Space Navy aktiv. Doch was erwartet die ausgesandte Crew im Zentrum der Gewalten?

Ging es in Folge 4: Das Gesicht des Verrats hochdramatisch zu, so schaltet Heliosphere 2265 nun erst einmal einen Gang zurück, denn der Zeitpunkt ist gekommen, an dem jene Schleier etwas gelüftet werden, die bislang die Parliden und ihre Pläne verhüllten. Was Captain Jayden Cross da an neuen Kenntnissen erhält, muss er erst einmal verdauen, während gleichzeitig Zweifel bleiben, ob er seiner Informationsquelle wirklich trauen kann. Derweil darf Cross' Stellvertreterin Ishida keine Zeit verlieren, den Antrieb der Prometheus wieder in Gang bekommen, denn das Raumschiff droht in kurzer Zeit in einem Meteoritenfeld zerstört zu werden. Und auf der Erde baut Admiral Sjöberg seine Herrschaft rücksichtslos aus.

Wenngleich der Plot von Heliosphere 2265 - Folge 5: Im Zentrum der Gewalten dieses Mal nicht so actionorientiert ist wie der des Vorgängers, so kommt er doch extrem dicht daher und verlangt dadurch vom Hörer ein hohes Maß an Aufmerksamkeit. Auf allen Ebenen gibt es spannende neue Entwicklungen, die Gesamthandlung der Serie wird ein deutliches Stück vorangebracht. Über einen Mangel an Komplexität kann sich der SF-Fan mit Blick auf die geschickt miteinander verwobenen Stränge des Handlungsgerüsts wahrlich nicht beschweren. Da ist es ein echter Vorteil, dass die Romanvorlage und das Hörspiel den gleichen Autor haben. Denn niemand kennt sich im Heliosphere-Universum besser aus als Andreas Suchanek.

Umgesetzt wurde Suchaneks Geschichte abermals von Interplanar Produktion, den Machern von Mark Brandis und Mark Brandis: Raumkadett. Und erwartungsgemäß lassen der Cast, die Regie und das Sounddesign de facto keine Wünsche offen. Unter der Regie von Balthasar von Weymarn liefert die Stammbesetzung mit Wanja Gerick an der Spitze als Captain Jayden Cross ihre gewohnt überzeugende Leistung ab und erhält dieses Mal sogar noch Unterstützung durch die bekannten Stimmen von Michael Lott, Daniel Claus, Leon Boden und Konrad Bösherz. Als Garant für eine detailreiche Geräuschkulisse und einen zupackenden Soundtrack erweist sich erneut Jochim-C. Redeker, der in einem der beiden Interviews, die das Booklet bietet, etwas über sich und seine Arbeit für die Serie erzählt. Im zweiten Interview steht Sarah Alles Rede und Antwort, die Einblick in ihre vielseitige Tätigkeit als Sprecherin für Hörspiele und im Synchron gibt. In Heliosphere 2265 spricht Alles Lt. Sarah McCall, und passenderweise wird eben diese Figur im Booklet näher vorgestellt, das zudem noch einen Ausblick auf Folge 6: Die Bürde des Captains bietet. So haben Booklets auszusehen, die ihren Namen auch verdienen. Auch sonst bleibt Greenlight Press sich in Sachen Bonusmaterial treu, denn man liefert auf der CD wieder den Roman zur Folge in drei Ebook-Formaten mit und das Hörspiel selbst zusätzlich auch im MP3-Format.


Heliosphere 2265 - Folge 5: Im Zentrum der Gewalten bietet alles, was man als Science-Fiction-Fan von einer zeitgemäßen Hörspiel-Space Opera erwartet: Rasante Action, eine komplexe Story, facettenreiche Charaktere und eine akustische Umsetzung, die den Hörer direkt ins Geschehen zieht, um ihn erst nach dem Verklingen der Schlussmusik wieder aus ihrem Bann zu entlassen. Ganz großes Ohrenkino.


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