Hörspielrezension: «TimeShift 7 - Doomsday Blues, Inc.» (Blackdays)


Hatte es in den bisherigen Folgen von TimeShift den Zeitreisenden Shaun McKenzie zusammen mit seinem Kameraden Dulgar stets in unterschiedliche Epochen der Vergangenheit verschlagen, so ist nun endlich auch einmal die Zukunft an der Reihe. Und es wird auch höchste Zeit, dass dies passiert, denn immerhin handelt es sich bei dem aktuellen Hörspiel um das vorletzte Kapitel dieser auf acht Teile angelegten Hörspielserie. TimeShift 7: Doomsday Blues, Inc. hat eine Spielzeit von ca. 69 Minuten, ist seit dem 12. Januar 2016 online und kann von der offiziellen TimeShift-Website kostenfrei heruntergeladen werden.

Wir schreiben das Jahr 4530. Von unendlichen Weiten fehlt jedoch jede Spur, denn die Menschheit erholt sich gerade vom törichten Versuch, dem Planeten den Todesstoß zu versetzen. Shaun und Dulgar landen in einer der letzten Schutzzonen und müssen zu ihrer Überraschung feststellen, dass sie bereits erwartet werden. Im Genf des Jahres 2015 gibt JDs Verschwinden nach wie vor Rätsel auf. Doch als Jade der Angelegenheit nachgeht, muss sie erkennen, dass ein alter Bekannter in die mysteriösen Vorgänge am CERN verwickelt ist. Dadurch fällt ein Puzzlestück an seinen Platz und gibt einen Blick auf das große Gesamtbild frei.

Mit dieser Folge ist es für die TimeShift-Macher endgültig an der Zeit, die Weichen für das große Finale ihrer Zeitreise-Saga zu stellen. In Hektik verfallen sie deshalb aber nicht, sondern nehmen sich ausreichend Zeit, die beiden Erzählstränge voranzutreiben, Handlungsebenen miteinander zu verschränken und lose Enden zu verknüpfen. Ein weiteres Mal wird der Hörerschaft dabei Einblick in die Kultur der Revisoren gewährt und Dulgars Vorleben weiter ausgeleuchtet. Das Bild einer rosigen Zukunft für den Planeten Erde malen die Autoren zwar nicht gerade, doch das dystopische Setting hat absolut seinen Reiz. Und ein kleiner Teil der Menschheit hat immerhin alle Kriege, Umweltzerstörung sowie den Klimawandel überlebt, aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt und befindet sich im 46. Jahrhundert am Beginn einer neuen Ära. Es gibt ihn also doch irgendwie, den Silberstreif am Horizont. Doch wenn es nach dem Willen finsterer Mächte geht, die ihre ganz eigene Agenda verfolgen, wird aus dieser Brave New World nicht werden. Da müssen Shaun und Dulgar natürlich eingreifen. Der Plot um die Ereignisse am CERN hat es da schwer, in Sachen Spannung und Dramatik mitzuhalten. Langweilig ist er zwar nicht, doch besitzt er merklich weniger Tempo, da er viel stärker von Dialogen als von Action geprägt ist. Die Infos über die Pläne der Quantum-Organisation, die in dieser Folge zutage gefördert werden, sind für den Gesamtzusammenhang aber sehr wichtig, weshalb man schon genau hinhören sollte, um keine Details zu verpassen. Unterm Strich bekommt das Hörspiel die Kurve und das aus den zwei Handlungsgarnen gewebte Storygeflecht hält, doch die Maschen waren früher schon mal enger.

Was die Besetzung angeht, so herrscht Kontinuität. Lars Conrad verkörpert wie gehabt Shaun McKenzie, Jens Ewald den Revisor Dulgar. Alexander Linß, Katja Linß, Sebastian Breit und Bernhard Schlax sind erneut als Professor John Doe (JD), Jade Allard, Direktor Friedrich Quecksilber bzw. als Professor Philipp Winter zu hören. Unterstützung haben sich die BlackDays dieses Mal in Person von Aiga Kornemann, Matthias Ubert und Dagmar Bittner ins Boot geholt, deren Erfahrung und Talent ein echter Gewinn für diese Produktion ist. Den finalen Schnitt und das Sounddesign besorgte ein weiteres Mal Erwin Spielvogel vom Eston Studio. Der akustische Raum, den Spielvogel schafft, ist ansprechend und entspricht dem, was man von einer unkommerziellen Produktion heutzutage durchaus erwarten darf.


An Ideen mangelt es den Blackdays nicht. Dies stellen sie mit TimeShift 7: Doomsday Blues, Inc. erneut unter Beweis. Und da die Serie weiterhin ihrer Machart treu bleibt, werden die Fans dieser Zeitreise-Saga mit dem speziellen Charme auch an der neuen Folge mit Sicherheit ihren Spaß haben.



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