Perry Rhodan: Cross Cult startet neue Comicserie am 14. Oktober 2015!


Es war ein gut gehütetes Geheimnis der Verlage Pabel-Moewig und Cross Cult, doch nun ist die Katze offiziell aus dem Sack: Am 14. Oktober 2015 fällt der Startschuss für eine neue Comicserie mit dem Weltraumhelden Perry Rhodan! Ein sehr interessantes Projekt, das aus gleich mehreren Gründen Beachtung verdient.

Da wäre zunächst der Umstand, dass es sich bei Perry Rhodan um eine Figur handelt, die in ihrem Ursprungsmedium, dem Heftroman, eine einzigartige Erfolgsgeschichte geschrieben hat. Seit Rhodan 1961 in Unternehmen Stardust zu seinem ersten Abenteuer aufbrach, ist keine Woche vergangen, in der kein neues Heft erschienen wäre. Einen Erzählstrang, der seit über 50 Jahren ohne Unterbrechung fortgeführt wird, kann kein anderes SF-Franchise vorweisen. Rechnet man alle Heftromane, Taschenbücher usw. zusammen, dann umfasst die PR-Bibliothek heute über 4000 Titel, was selbst Dauerbrenner aus den USA oder Großbritannien alt aussehen lässt. Und eine inzwischen Generationen übergreifende Fanbase hält Perry Rhodan bis zum heutigen Tag allwöchentlich die Treue.

Seiner anhaltenden Popularität zum Trotz tat sich Perry Rhodan immer schwer, auch in anderen Medien Fuß zu fassen. Über den Film Perry Rhodan - SOS aus dem Weltall (1967) breitet man besser den Mantel des Schweigens aus und der 42 Folgen umfassenden Hörspielserie Perry Rhodan Sternenozean wäre kurz vor dem Abschluss beinahe die Luft ausgegangen. Wohl auch aus diesem Grunde backt Zaubermond bei seiner aktuellen Hörspielserie Perry Rhodan: Plejaden von Beginn an kleinere Brötchen und beschränkt sich von Beginn an auf einen 10 Episoden umfassenden Zyklus. Auch die Zeiten, in der Perry Rhodan als Comic ein Erfolg war, liegen lange zurück. Als Nachfolger von Perry Rhodan im Bild (1967/68, 27 Ausgaben) erschien zwischen 1968 und 1975 die Serie Perry - Unser Mann im All, die es auf beachtliche 129 Hefte brachte. Seither hat es zwar nicht an Anläufen für neue Comics gefehlt, doch entweder wurden die Vorhaben schon nach der ersten Ausgabe abgebrochen, kamen über frühe Entwicklungsstadien nicht hinaus oder waren Fanproduktionen wie jene 12 Comics, die 2006 bis 2013 bei Alligator Farm erschienen. Ein neuer PR-Comic ist also absolut kein Selbstläufer; und Cross Cult ist sich dessen nur zu bewusst. Dies wird deutlich, wenn man sich anschaut, wie der Verlag die kommende Serie inhaltlich angeht. Die Geschichten, die man präsentieren möchte, sind nämlich zyklisch aufgebaut und sollen jeweils innerhalb von drei Heften erzählt werden. Damit will man u.a. sicherstellen, dass jede Story auch dann abgeschlossen werden kann, sollte der Serie der wirtschaftliche Erfolg versagt bleiben. 

Für den ersten Zyklus mit dem Titel Die Kartographen der Unendlichkeit wurde ein Zeitpunkt innerhalb der PR-Chronologie gewählt, der sowohl für die bestehenden Fans attraktiv ist, gleichsam aber auch Neueinsteigern entgegenkommt. Im Jahr 3540 befindet sich die Erde in eine fremden Galaxie, nachdem sie vor einem Krieg in der Milchstraße geflüchtet ist. Perry Rhodan befehligt nun das Fernraumschiff SOL mit rund 10.000 Personen Besatzung. Unter ihnen sind viele der legendären Mutanten: Menschen und Außerirdische mit scheinbar übernatürlichen Fähigkeiten. Gemeinsam ist man unterwegs, um einen Weg zurück in die Milchstraße zu finden. Ohne eine Spur kann die Suche Jahrzehnte dauern. Doch die entscheidenden Hinweise liefern möglicherweise Die Kartographen der Unendlichkeit. Mit diesem Plot füllt man eine Lücke in der PR-Erzählung, denn über diese Reise wurde in der Romanheftserie bisher nur sehr wenig erzählt. Und Newcomern wird quasi kein Vorwissen abverlangt. Autor der ersten Geschichte ist Kai Hirdt, der mit dem PR-Universum gut vertraut ist. Von ihm stammen unter anderem die Storys für die Perry Rhodan Neo-Ausgaben 92, 102 und 106. Die Outline für die Handlung entwarf Perry Rhodan-Chefredakteur Klaus N. Frick höchstselbst. Die Zeichnungen stammen von dem Italiener Marco Castiello, Kolorist ist der Amerikaner Michael Atiyeh. Beide empfahlen sich mit Arbeiten für die Star Wars-Comicserie des US-Verlags Dark Horse für den Job. Einen Eindruck des Artworks vermitteln die Cover für die Ausgaben 1 und 2, die bereits online sind (rechts und unten). Eine Leseprobe von Heft 1 findet sich zudem auf der Website von Cross Cult

Cross Cult hat seit Jahren Erfahrung mit dem Publizieren von Comics. Doch Perry Rhodan ist das erste Eigengewächs. Daher ist es spannend, dass der Verlag sich gegen das Alben- und für das Heftformat entschieden hat. Alle zwei Monate möchte man ab dem 14. Oktober 2015 eine Ausgabe mit 48 Seiten zum Preis von 4,99 Euro in den Handel bringen (das Cover von Heft 2 spricht allerdings von 5,99 Euro; man wird sehen, was nun stimmt). Mit dem Heftformat zielt man auf eine Kundschaft über die Klientel der Comicfachgeschäfte hinaus und nimmt auch die Bahnhofsbuchhandlungen usw. ins Visier. Ein nachvollziehbarer Gedanke, allerdings trifft man dort auf eine schwergewichtige Konkurrenz in Form der DC- und Marvel-Serien aus dem Hause Panini. Preislich und vom Umfang her orientiert sich Cross Cult mit Perry Rhodan am Wettbewerber, nimmt also selbstbewusst den Kampf auf. Indem man die jeweiligen Zyklen nach ihrem Abschluss auch noch in Form von Sammelbänden veröffentlicht, kommt man auch jenem Teil des Publikums entgegen, der lieber abgeschlossene Storys an einem Stück liest und sie sich ins Regal stellt. Zuletzt erleichtert das Heftfomat das Lizenzgeschäft auf Märkten, in denen Comicalben nicht verbreitet sind. Sicherlich ein wichtiger Faktor im Hinblick auf die Zukunft der Serie, denn der deutsche Markt alleine dürfte sie (leider) nicht tragen können.  

Cross Cult hat viele Weichen gestellt, die verhindern sollen, dass Perry Rhodan auch dieses Mal wieder schnell wieder von der Comicbildfläche verschwindet. Und ab dem 14. Oktober 2015 kann sich die Leserschaft ein eigenes Bild davon machen, ob dem Verlag tatsächlich ein gelungener Auftakt der neuen Perry-Rhodan-Comicserie gelungen ist. Hier im Blog wird es dann auch eine Review von Heft 1 geben. 


   

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