Hörspielrezension: «Mark Brandis - Raumkadett 5: Der Aladin-Schachzug»


Ende Mai 2014 starteten Folgenreich und Interplanar die Hörspielserie Mark Brandis - Raumkadett. Teilweise basierend auf den Charakteren, die Nikolai v. Michalewski für seine Mark-Brandis-Romane schuf, rückt Raumkadett die frühen Abenteuer des späteren Testpiloten der VEGA dabei in den Fokus. Heute nun kommt mit Mark Brandis – Raumkadett 5: Der Aladin-Schachzug das nächste Kapitel der Saga offiziell in den Handel; und es ist eines, das für den Protagonisten wieder einiges in petto hat.

Der junge Raumkadett Mark Brandis begibt sich in seinen ersten Semesterferien mit seinen Freunden auf eine abenteuerliche Reise nach Afrika, verschweigt ihnen jedoch den wahren Grund der Exkursion. Mark Brandis ist nämlich auf der Suche nach seinem in den Kriegswirren Ostafrikas verschollenen Vater. Da er nicht weiß, wo er mit der Suche beginnen soll, bittet Mark Brandis seinen väterlichen Freund Captain Nelson um Rat, Dieser gibt ihm die Adresse eines Informationshändlers in Kairo. Dort angekommen, will der Informant jedoch kein Geld, sondern verlangt eine Gegenleistung von Mark Brandis...

Mark Brandis – Raumkadett: Der Aladin-Schachzug ist die fünfte Folge des MB-Prequels, die vorletzte Produktion der ersten Staffel und gleichzeitig der Auftakt eines Zweiteilers, der in der nächsten Folge seinen Abschluss findet. Und mit 45 Minuten ist es das bislang kürzeste Hörspiel dieser Serie. Der Protagonist hat sein erstes Jahr an der Raumfahrtakademie hinter sich; und die Handlung der neuen Folge baut nicht nur auf dem Vorgänger Hinter den Linien auf, sondern reflektiert auch die Ereignisse der übrigen bisherigen Abenteuer. Die Quintessenz: Der junge Brandis ist in den zurückliegenden Monaten spürbar gereift, hat seine Unsicherheit ein ganzes Stück weit hinter sich gelassen und sich innerhalb der Gruppe ein Standing, ja sogar eine Vertrauensstellung erarbeitet. Er hat Freunde gefunden, auf die er sich verlassen kann. Doch ein echter Teamplayer ist er noch nicht. Dass er, der andere instrumentalisiert, selber zum Instrument der Interessen anderer wird, entbehrt nicht einer gewissen Ironie.

Balthasar v. Weymarn hat einen kurzweiligen Plot geschmiedet, der sich zügig entfaltet, mit einer Reihe von Wendungen aufwartet und dessen Spannungsbogen über die gesamte Spielzeit problemlos hält. Hinzu kommt, dass der Autor zahlreiche Informationen über die Einigungskriege und dessen Nachwehen in die Abenteuerhandlung eingeflochten hat, was definitiv zur Atmosphäre dieses Hörspiels beiträgt und es so nicht zuletzt für die langjährigen MB-Fans zusätzlich reizvoll macht. Was die ursprüngliche Brandis-Hörspielserie auszeichnete, findet sich auch im Prequel wieder: Die Welt, in der Mark Brandis operiert, ist in mancherlei Hinsicht technisch zwar moderner als die der Jahres 2015, doch was die politischen Probleme, deren "Lösungen" und die Mentalität der Menschen angeht, trägt sie unverkennbar die Züge unserer Gegenwart. Dies macht es einem als Hörer leicht, sich in die Charaktere und in die Lage vor Ort zu versetzen. Und wenn es am Ende zugeht, wie bei Mission: Impossible, dann macht dies den Aladin-Schachzug nicht nur schmackhafter, sondern bildet gleichzeitig den perfekten Ausgangspunkt für die Fortsetzung der Geschichte in Folge 6, die voraussichtlich im Mai erscheinen wird.

Das Hörspiel wartet mit den Stimmen von Daniel Claus, Sebastian Kluckert, Sebastian Fitzner, Friedel Morgenstern und Leyla Rohrbeck in den Hauptrollen auf. Michael Lott führt als Erzähler durch die Handlung. Ulrike Kapfer kehrt als Anne Renard zurück, Horst Stark als Captain Gregory Nelson und Melanie Pukaß absolviert ihren ersten Auftritt als Dr. Kendra Garner. Zudem konnte man für die Rollen den Informationshändlers Trent Arris und der wohlhabenden Lady Kellerman mit Erich Räuker (u.a. deutsche Stimme von Richard Dean Anderson als Col. Jack O'Neill in Stargate SG-1) und Anke Reitzenstein (u.a. Stimme von Jeri Ryan als Seven of Nine in Star Trek: Voyager) zwei bekannte Stimmen aus der Hörspiel- und Synchronwelt verpflichten. Wie man es von einer Interplanar-Produktion gewohnt ist, bietet die Leistung aller Sprecherinnen und Sprecher keinen Anlass zur Klage. Gleiches gilt auch für das Sounddesign und die Musik von Jochim C. Redeker. Das atmosphärische Cover von Alexander Preuss macht das überaus ansprechende Gesamtpaket komplett.

Mark Brandis- Raumkadett 5: Der Aladin-Schachzug kann als gelungener Einstieg in einen Zweiteiler punkten, der neugierig auf den Fort- und Ausgang der Geschichte macht. Die Handlung ist dicht, das Erzähltempo angenehm hoch und die gesamte Umsetzung des Hörspiels hochwertig. Matt in fünf Zügen? Auf gar keinen Fall!

Mark Brandis – Raumkadett 5: Der Aladin-Schachzug ist eine Produktion von Interplanar im Vertrieb durch Folgenreich/Universal Music Family Entertainment. Das Hörspiel kommt am 27. Februar 2015 offiziell in den Handel. 



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