Genre-TV: Der Stand der Dinge bei den US-Networks - Was bleibt & was geht?


Der Januar liegt nun fast wieder hinter uns, was auch bedeutet, dass in den USA die TV-Sasion 2014/2015 so langsam auf die Schlussphase zusteuert. Natürlich haben die Fans noch einige Wochen vor der Brust, doch von den Genre-Serien, die im September/Oktober 2014 zurückkehrten oder neu ins Rennen gingen, liegen inzwischen genug Folgen und deren Ratings vor, dass sich bereits jetzt einigermaßen belastbare Aussagen darüber treffen lassen, welche Serien uns wohl auch in der Saison 2015/2016 wiederbegegnen werden und welche eher nicht. Gehen wir die Network-Serien doch einmal durch.


ABC:

Von den Serien des Alphabet-Networks sind die Marvel-Serien Agents of S.H.I.E.L.D. und Agent Carter von Interesse. Auch in ihrer zweiten Staffel ist S.H.I.E.L.D. von den Quoten her nicht da, wo die Programmverantwortlichen die Serie gerne hätten. Doch die Quoten sind weiterhin so gut, dass es doch sehr wahrscheinlich ist, dass ABC eine dritte Staffel bestellen wird. Agent Carter hingegen ist bislang noch ein Wackelkandidat. Im Vorfeld wurde die Serie massiv beworben, was sich auch in guten Zuschauerzahlen für die Auftaktfolgen niederschlug. Danach ging es jedoch steil bergab. Da es sich um eine Limited Series mit nur wenigen Episoden handelt, wiegen schlechte Quoten natürlich besonders schwer. Würde die Serie nicht verlängert, dann wäre dies der erste Marvel-Flop. Vielleicht kommt das Studio dem Network preislich ja entgegen, um den Imageschaden abzuwenden, der mit einer Absetzung von Agent Carter verbunden wäre.

Die Serie Once Upon A Time wird übrigens so gut wie sicher eine weitere Staffel erleben.


CBS:

Genre-Serien (z.B. Under the Dome, Extant) haben bei diesem Network erst im kommenden Sommer wieder einen Platz im Programm. Nächste Saison könnte dies anders sein, wenn CBS sich entscheiden sollte, die DC-Serie Supergirl ab September oder Oktober 2015 zu zeigen. Vieles deutet darauf hin, eine definitive Entscheidung ist offiziell aber noch nicht gefallen.


CW:

Das kleinste der US-Networks hatte bisher eine wirklich gute Saison und verlängerte bereits vorzeitig quasi das gesamte Line-Up. Dies bedeutet, dass sowohl Arrow eine weitere Staffel bekommt, wie auch der Newcomer The Flash. Beides sind Adaptionen von DC-Comics. Weitere Folgen wird es ebenfalls von The 100 geben, was nicht zuletzt deshalb bemerkenswert ist, weil die Serie nach der letzten Saison ein Kandidat für die Absetzung war. Es hat sich also für das Network gelohnt, Durchhaltevermögen bewiesen zu haben.

Ebenfalls verlängert wurden übrigens auch das Historien-Drama Reign (stand ebenfalls letztes Jahr auf der Kippe), die Dauerbrenner Supernatural und Vampire Diaries und das VD-Spin-Off The Originals. Einzig Hart of Dixie wird in die ewigen Serienjagdgründe eingehen.


FOX:

Bei Fox erwies sich der Neuzugang Gotham sofort als Hit. Dass in einer Serie, die im Batman-Universum spielt, Batman (noch) gar nicht vorkommt, war offenbar kein Problem. Schon nach wenigen Folgen war klar, dass es eine zweite Staffel geben wird.

Was die Serie Sleepy Hollow angeht, so sah es einige Zeit sehr gut aus, doch je länger die Saison dauert, um so mehr verdunkelt sich der Quotenhimmel über der Serie. Zwar läuft es im Moment noch sehr in Richtung Verlängerung um eine weitere Staffel, doch ganz so absolut sicher wie bisher kann man sich mittlerweile nicht mehr sein. Grund zur Panik besteht allerdings nicht.


NBC:

Das Network hat schon seit längerer Zeit mit Quoten- und Reichweitenproblemen zu kämpfen. Keine Frage, dass man deshalb auf das Trend-Thema Comicverfilmung setzte, um endlich wieder in die Spur zu kommen. Geholfen hat es jedoch nicht, denn die DC-Adaption Constantine floppte beim Publikum und ist de facto abgesetzt, wenngleich das Aus noch nicht offiziell verkündet wurde.

Der Veteran Grimm hingegen dürfte nächste Saison wieder an den Start gehen.


Fazit: 

Gäbe es die Comicverfilmungen nicht, dann könnte man sich das Programm der US-Networks fast komplett schenken, denn SF in "Reinkultur" ist absolute Mangelware. Von Space Operas fehlt sogar jede Spur. Die gute Nachricht ist jedoch: Was von den Sendern verlängert oder neu ins Programm genommen wurde, kommt beim Publikum überwiegend ordentlich und sogar teilweise sehr gut an und bleibt uns daher mit großer Wahrscheinlichkeit (im Mai wissen wir es dann ganz genau) vorerst erhalten. Und fest steht bereits, dass neue Serien bestellt wurden (Supergirl) oder sich in der Entwicklung befinden (z.B. Minority Report), die für Genre-Fans durchaus von Interesse sind. Und da sich auch bei den Kabelsendern, im Pay-TV und den Streaming-Portalen einiges in Pipeline befindet, sieht es trotz mancher Unkenrufe gar nicht mal so schlecht aus. Dass immer noch mehr geht, ist ja keine Frage.



Kommentare:

  1. Ach ja, wie waren die Zeiten so schön, als es noch echte Space-Operas gab. Meine Meinung: Die Zeit ist wieder reif, aber wieso nur kommt keins von den Networks darauf. Stattdessen gibt es immer mehr unsägliche Comedyformate mit Lacher vom Band. Furchtbar! Wo bleibt das nächste Raumschiff???????!!!!!

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    1. SF ist eben leider ein teures Genre und den Networks gehen die Kunden aus. Darum setzen sie auf billige Formate. Aber keine Frage: Die Zeit ist absolut wieder reif für eine gute Space Opera. Uns ich habe das Gefühl, dass es bald auch wieder eine geben wird. Aber eben nicht bei den Networks, sondern im Pay-TV-Sektor (HBO etc.) oder bei Streaming-Portalen wie Netflix. Die sollte man im Auge behalten.

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