Die Gegenoffensive: Warner Bros./DC Comics planen sieben Comicverfilmungen bis 2018


Mehrere Jahre lang berichtete Nikki Finke für den Branchendienst Deadline und nun hat sie eine eigene Website. Dort veröffentlichte vor dem Wochenende einen Artikel, der es in sich hat, weil Finke meldet, Warner Bros. und DC Comics würden im kommenden Monat im Rahmen der Messe Comic-Con International in San Diego den Fahrplan für insgesamt sieben Comicverfilmungen bekannt geben, der von 2015 bis ins Jahr 2018 reicht. Nicht nur der Umstand, dass das reichlich Material für solch einen kurzen Zeitraum ist, gibt Anlass zu Diskussion, sondern auch die Projekte selbst.

Von Insidern will Finke erfahren haben, dass folgende Filme kommen sollen:

Im Mai 2016 – Batman vs Superman - Dawn of Justice
Im Juli 2016 – Shazam
Weihnachten 2016 – Sandman
Im Mai 2017 – Justice League
Im Juli 2017 – Wonder Woman
Weihnachten 2017 – Flash and Green Lantern (als Team-up)
Im Mai 2018 – Man Of Steel 2




Finke liefert zudem eine Erklärung dafür, warum Batman vs. Superman verschoben wurde: Es sei Warner darum gegangen, Schauspieler für Cameos in dem Film zu verpflichten. Da der Film als Sprungbrett für Justice League gedacht sei, werde man dort kurze Auftritte von Superhelden erleben, die dann 2017 in dem großen Team-Up mit vonder Partie seien. Neben Cyborg und Flash könnte dies möglicherweise auch für Green Lantern gelten. Der Part werde zudem neu vergeben - ein Wiedersehen mit Ryan Reynold sei nicht geplant. Außerdem solle Aquaman zum Team der Justice League gehören. Hitflix berichtet übrigens in diesem Zusammenhang, dass Jason Momoa für diese Rolle verpflichtet wurde. Angeblich soll auch er in Batman vs. Superman zu sehen sein. Eine offizielle Bestätigung steht dafür steht allerdings noch aus.

Nun ist nicht nur Papier geduldig, sondern auch das Internet. Und bis zu einer Bestätigung seitens Warner Bros. ist alles, was Nikki Finke und/oder Hitflix schreiben, unterm Strich Spekulation und Hörensagen, weil die Infos auf inoffiziellen Quellen basieren. Jedoch hat Finke eine Reputation als gut informierte Journalistin zu verlieren, weshalb man durchaus davon ausgehen kann, dass sie sich ihren Artikel aus den Fingern gesaugt hat, um Klickzahlen für ihre neue Website zu generieren. Nehmen wir für die nachfolgende Betrachtung also einfach mal an, dass es stimmt, was Nikki Finke schreibt.

Dass Warner Bros. mit Batman vs. Superman den Film Justice League vorbereitet, steht seit längerer Zeit fest. Dennoch wurde der Streifen bislang auch immer als Sequel zu Man of Steel gehandelt - eine Behauptung, die sich mit dem nun veröffentlichten Fahrplan erledigt hätte, denn 2018 soll Man of Steel 2 kommen. Dass Wonder Woman einen eigenen Film bekommen soll, ist genauso wenig eine Überraschung, wie die Tatsache, dass man Green Lantern neu casten will. Immerhin war der Reynolds-Film nicht sonderlich erfolgreich. Doch im Bezug auf das Flash/Green Lantern Team-Up tauchen Fragezeichen auf. Immerhin startet im Herbst bei CW die TV-Serie The Flash und noch ist nicht klar, ob Grant Gustin, der den roten Renner im Fernsehen verkörpert, den Part auch auf der großen Leinwand geben wird. Sollte dem so sein, dann wäre die eine Premiere. Jedenfalls was Comicverfilmungen angeht. Und da sich die Serien The Flash und Arrow das gleiche Universum teilen, könnte dies auch bedeuten, dass Stephen Amell den grünen Bogenschützen irgendwann auch im Kino spielt - beispielsweise im Sequel zu Justice League. 

Bemerkenswert ist, dass Warner auf Captain Marvel (so heißt der Held in Shazam) setzt, denn er ist Superman doch recht ähnlich. Nicht ohne Grund klagte DC Comics vor Urzeiten gegen den Konkurrenten Fawcett, weil man in Captain Marvel ein Plagiat des Kryptoniers erkannte. Angesichts der Fülle an Figuren im DC-Kosmos drängte sich dieser Held nicht gerade zur Verfilmung auf. Dass man Sandman adaptieren will, zeigt deutlich, dass Warner über die Stammklientel für Comicverfilmungen hinausblickt, denn der Charakter stammt aus dem Vertigo-Imprint, dessen Comics eher ein erwachsenes Publikum ansprechen. Er ist kein klassischer Superheld (obwohl er als solcher mal angefangen hat), sondern eher eine Figur für mystisch-phantastische Stoffe. Eine interessante wie auch schlüssige Entscheidung seitens Warner Bros. Auffällig ist, dass Warner zwar Man of Steel 2 ankündigen wird, aber keinen neuen Batman-Film. Dies überrascht angesichts der Popularität der Figur. Vielleicht kommt der Dunkle Ritter ja 2019 wieder zurück.

Erst im Juli werden wir wohl endgültig wissen, was Warner Bros. und DC Comics in den nächsten Jahren gegen die Konkurrenz von Marvel ins Rennen schicken. Doch eines scheint auf jeden Fall sicher: Die kostümierten Helden bleiben auf absehbare Zeit weiter ein heißes Thema im Kino. Doch angesichts der Masse an Filmprojekten sollte man sich als Betrachter einmal die Frage stellen, ob von den Hollywood-Studios da nicht eine Blase kreiert wird, die über kurz oder lang platzen muss. Wie aufnahmefähig ist das allgemeine Publikum wirklich für das Thema Superhelden? Wir werden sehen...



0 Kommentare: