Trendwende: Syfy will endlich wieder mehr Sci-Fi machen und bestellt erste Mini-Serie


In der Vergangenheit war der US-Sender Syfy (früher: SciFi Channel) die Heimat erfolgreicher SF-Serien. Stargate SG-1 und seine Ableger liefen dort oder auch die von Kritikern wie Fans hoch gelobte Serie Battlestar Galactica. In den letzten Jahren hingegen verlegte man sich mehr auf Formate abseits der Space Opera (z.B. Eureka oder Warehouse 13) und auf B-Movies. Auch damit erreichte man ein Publikum, doch offenbar will man nun zur Hard-SF zurückkehren, wie Dave Howe, Präsident von Syfy, in einem Interview mit Hollywood Reporter erklärte.

Nach Howes Worten will Syfy wieder der beste SciFi-Sender werden, der er nur sein könne. Und dies bedeute, dass man wieder zur traditionellen SF/Fantasy zurückkehre, die man aus Sicht der Fans vernachlässigt habe. Man wolle diesen Bereich wieder für sich zurückerobern, nachdem man ihn in den letzten Jahren preisgegeben habe. Auf diese Weise wolle man das deutliche Signal senden, dass man zurück sei und sich um die SF kümmere. Man stehe unter hohem Druck, die SF wieder für sich zu reklamieren, denn man habe dieses Thema in der Vergangenheit besetzt. Und man werde es wieder besetzen.

Howe wörtlich:
“We want to be the best science-fiction channel that we possibly can, and in some respects, that means going back to the more traditional sci-fi/fantasy that fans often say they feel we've exited. We’re going to occupy that space in a way we haven't for the past few years.
That's the way to send a message in a big way that we're back and we care about sci-fi. There is enormous pressure to get that back, because we used to own it. And we're going to own it again.”

Derzeit sucht der Sender nach einer oder zwei Space Operas, mit denen man an den Erfolg von Battlestar Galactica anknüpfen kann. (Vielleicht käme dafür ja die geplante Serie Gateway in Frage, über die ich erst kürzlich berichtet hatte). Zudem will man einen Mehrteiler ins Rennen schicken, der im Erfolgsfall zu einer vollwertigen Serie ausgebaut werden könnte.Was diese Mini-Serie angeht, wurden sogar schon Nägel mit Kopfen gemacht: So bestellte Syfy bei Universal Cable Productions und Lionsgate Television die sechsteilige Geschichte Ascension, die in Montreal gedreht und schon im November 2014 anlaufen soll. 

Ascension hat folgende Prämisse: Im Jahre 1963 wird von der US-Regierung eine Geheimmission gestartet, bei der mehrere Hundert Männer, Frauen und Kinder an Bord des Raumschiffs Ascension eine Reise durchs Weltall antreten, um nach einer Flugzeit von 100 Jahren eine neue Welt zu bevölkern. Nachdem sie 50 Jahre unterwegs sind und jenen Punkt erreichen, an dem eine Rückkehr zur Erde nicht mehr möglich ist, führt der mysteriöse Tod einer jungen Frau dazu, dass sich die Menschen an Bord die Frage nach der wahren Natur ihrer Mission stellen.

Ascension wurde geschrieben von Philip Levens, der auch als Showrunner fungiert. Ausführende Produzenten sind  Jason Blum, Mark Stern, Ivan Fecan, Tim Gamble und Brett Burlock. Was das Casting angeht, so wurden noch keine Entscheidungen getroffen. Meldungen dazu werden wohl nicht lange auf sich warten lassen.


Syfy hat in den letzten Jahren bekanntlich ordentlich Prügel von den Zuschauern einstecken müssen, doch nun scheint endlich der Moment gekommen zu sein, an dem man die Klagen der SF-Fans ernst nimmt und reagiert. Wenn es nicht nur bei Ankündigungen bleibt, sondern auch Taten folgen, dann hätte sich die Beharrlichkeit der Anhänger des Genres wieder einmal ausgezahlt.




Kommentare: