Mad Max 4: Regisseur von "Fury Road" redet sich um Kopf und Kragen


Es ist manchmal bemerkenswert, was manche Filmemacher einen so alles glauben machen wollen. Und teilweise tun sie so, als sei das Internet nur zum Shopping erfunden worden und nicht zum Zwecke der Information.

George Miller, Regisseur der Filme Mad Max 1 bis 3 und auch des vierten Streichs Mad Max: Fury Road, gab dem Sydney Morning Herald ein Interview, in dem er über die ersten Reaktionen auf den Streifen sprach. Nach seinen Worten liefen die Testvorführungen extrem gut. Alle Beteiligten seien sehr glücklich darüber, denn eine unglaubliche Menge an Arbeit läge hinter ihnen. Manche Leute hätten zwar zuvor Zweifel an dem Film geäußert, gerade auch weil die Fertigstellung so lange gedauert habe, doch Warner habe sich entschieden, die Veröffentlichung auf 2015 zu verschieben, um sich das Top-Wochenende jenen Jahres zu sichern.

Das klingt doch wirklich überzeugend. Jedenfalls in den Ohren derjenigen, die nicht wissen, dass die "unglaubliche Menge Arbeit" dazu führte, dass der Drehplan nicht eingehalten, der Finanzrahmen deutlich überzogen und sogar ein Produzent extra dafür abgestellt wurde, um zu verhindern, dass das Budget komplett außer Kontrolle geriet. Millers Worte klingen auch für jene gut, die sich nicht die Frage stellen, warum Warner Bros. einem Film, dessen Dreharbeiten bereits 2012 stattfanden und der angeblich bei Testvorführungen extrem gut ankommt, Nachdrehs verordnet hat, welche derzeit über die Bühne gehen. Und nur wer den Kinokalender nicht kennt, wird Miller glauben, wenn dieser behauptet, das Studio habe sich das Top-Wochenende des Jahres 2015 als Release-Termin für Mad Max: Fury Road ausgesucht. Das wahrscheinlich genau das Gegenteil der Fall ist, diskutierte ich hier.

Alle diese Umstände sind den Filmfans durch die Berichterstattung im Internet bestens bekannt, doch Miller muss (vielleicht auf Geheiß des Studios) so tun, als wäre dem nicht so. Irgendwie peinlich. Ganz nebenbei: Es geht das Gerücht, dass Warner den Film deshalb verschiebt, weil man der Fußball Weltmeisterschaft aus dem Wege gehen will. Wenn nämlich König Fußball regiert (so wohl die Logik), sieht sich niemand einen Kinofilm an. Da könnte schon was dran sein, doch die ganze Wahrheit ist wohl dann doch komplexer.

Was man Miller hingegen absolut glauben kann, ist seine Antwort auf die Frage, ob das Gerücht stimme, dass Mel Gibson einen Cameo-Auftritt in Mad Max: Fury Road absolvieren werde. Darauf der Regisseur: "Das wäre irgendwie nett gewesen, doch das Gerücht stimmt nicht."

Mad Max: Fury Road ist ein Film von George Miller mit Tom Hardy, Charlize Theron, Nicholas Hoult, Hugh Keays-Byrne, Nathan Jones, Zoe Kravitz, Riley Keough und Rosie Huntington-Whiteley. Das Drehbuch schrieb der Regisseur gemeinsam mit Brendan McCarthy und Nico Lathouris.  

Mad Max: Fury Road startet in den USA am 15. Mai 2015. Einen Termin für Deutschland gibt es noch nicht.



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