Rezension: Jack Slaughter 19 - Die Dämonenfabrik (Folgenreich)


Es ist schon etwas her, seit ich ein Hörspiel aus der Serie Jack Slaughter- Tochter des Lichts rezensierte, doch nun ist es mal wieder soweit. Anlass dafür ist der heutige Release der mittlerweile neunzehnten Folge, die den Titel Die Dämonenfabrik trägt. Die Produktion hat eine Laufzeit von ca. 56 Minunten und erscheint wie gehabt bei Folgenreich/Universal Music Family Entertainment.

Diese Folge kennt gleich zwei Erzählstränge. In einem findet Professor Doom nicht nur ein neues Zuhause in einer geheimen Militäranlage in den Black Hills, sondern auch eine attraktive Vampirin als neue Assistentin. Diese liefert Doom untote Körper für seine satanischen Experimente. Deshalb gelingt es dem Professor, dämonische Supermänner zu erschaffen, die Jack Slaughter endgültig ausradieren sollen. Was nach einem abgefahrenen Plot klingt, entpuppt sich leider als Luftnummer. Wenn der Prof. und seine Gehilfin nach langen Vorbereitungen endlich die Brut auf Jacksonville loslassen, werden Jack und Co. doch allzu schnell mit ihnen fertig, ohne dass sich der Schrecken, der von diesen Untoten ausgeht, wirklich auf den Hörer übertragen hätte. Man kann nicht bestreiten, dass die Idee von Zombie-Footballern wirklich Potenzial in sich trägt, doch davon nutzen Lars Peter Lueg (Story/Regie), Devon Richter und Nikola Frey (beide verantwortlich für die Dialogbücher) leider rein gar nichts.

Deutlich mehr Freude hatte das Trio offenbar an dem zweiten Erzählstrang, in dem Jack Slaughter mit Schrecken feststellen muss,dass seine Zauber-Barbie Ponytail gestohlen wurde. Eine rosa Glitzerspur in seiner Jackentasche führt Jack und Tony zu Alan Poppins, seines Zeichens leidenschaftlicher Barbiepuppen-Sammler und Besitzer des Girlie-Paradieses Dolls R Us. Da die Zeit drängt, spannt Jack Parapsychologin und Model Dr. Kim Novak ein, die Poppins bezirzen soll, um ihn zu entlarven. Novak, die lässig jeden Barbie-Look-Alike-Contest gewinnen würde, stöckelt also im knappen Bikini in den Laden und nimmt den Ladenbesitzer ins Visier. Was die Plotline um Doom an Witz und Skurrilität vermissen lässt, lässt sich in diesem Teil des Hörspiels durchaus wiederfinden. Poppins, sein Laden und sein Barbie-Fetisch sind gut durchdacht und die Story hält darüber hinaus im Finale auch noch eine Reverenz an den Klassiker House of Wax (dt.: Das Kabinett des Professor Bondi) mit Vincent Price aus dem Jahre 1953 parat. Entsprechend erweitert hätte dieser Plot ebenso gut auch ein eigenes Hörspiel abgeben können, das unterm Strich sicherlich mehr überzeugt hätte, als die vorliegende Produktion. Im Übrigen absolvieren Jacks Eltern John und Barbara einen Kurzauftritt, wie auch Grandma Abigail nicht fehlen darf, die natürlich wieder einen ihrer Beauty-Tipp im Gepäck hat. Damit soll ein übergreifender Handlungsbogen am Laufen gehalten werden, der in dieser Folge aber nur angedeutet wird. Wer darüber mehr erfahren will, muss auch noch die nächsten Episoden am Ball bleiben.

Die gewohnte Riege der Sprecher um Simon Jäger, David Nathan, K. Dieter Klebsch und Arianne Borbach macht auch in Jack Slaughter 19 einen ordentlichen Job. Gerrit Schmidt-Foss absolviert souverän einen Gastauftritt als Alan Poppins und Schaukje Könning spricht Dooms Gehilfin Sunset River überzeugend. Wie man an der Besetzung nichts aussetzen kann, so gibt sich in puncto Abmischung und Soundtrack dieses Hörspiel ebenfalls keine Blöße, dessen Gesamtpaket von einem schönen Cover von Alexander Lux abgerundet wird.


Jack Slaughter 19: Die Dämonenfabrik ist ein harmloser Hörspielspaß mit knapp unter einer Stunde Laufzeit, der niemandem wehtut, dessen Potenzial an Witz und Situationskomik allerdings nur unzureichend genutzt wurde, da einem gelungenen Erzählstrang ein lahmender zweiter gegenübersteht. Nachhaltig im Gedächtnis bleibt diese Produktion dem Hörspielfan daher sicherlich nicht, denn dafür setzt sie zu wenig Reizpunkte. Doch als Zeitvertreib für einen verregneten Nachmittag oder Abend eignet sich diese Produktion durchaus.


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