Ausblick: Die neuen Genre-Serien der TV-Saison 2013/2014


In den letzten Tagen haben die amerikanischen Networks und auch andere TV-Stationen ihre Programmplanung für die kommende Season 2013/2014 präsentiert. Für die Fans der Science-Fiction halten die Line-Ups zwei Nachrichten parat, wobei die gute Nachricht ist, dass es zahlreiche neue Genre-Serien geben wird. Die schlechte Nachricht: Wer unter SF im Fernsehen primär Space Operas versteht, kann sich den Griff zur Fernbedienung sparen. Im folgenden stelle ich die Serienprojekte von ABC, CBS, CW, Fox und NBC kurz vor und gehe anschließend auch noch auf TNT und Syfy ein.


ABC:

Bei ABC ermitteln ab Herbst die Agents of S.H.I.E.L.D.. Diese Entscheidung des Senders war keine Überraschung, denn die Marvel-Verfilmungen, auf denen die Serie basiert, sind aktuell mega-erfolgreich und zudem gehört das Network wie auch der Comicverlag zum Disney-Konzern. Clark Gregg wird wieder als Agent Coulson zu sehen sein. Zum Team gehören außerdem Ming-Na als Melinda May; Chloe Bennet als Skye, Elizabeth Henstridge als Gemma Simmons, Iain De Caestecker als Leo Fitz und Brett Dalton als Agent Grant.

Hier ein erstes Foto des Casts:


Außerdem erschien inzwischen ein kurzer Trailer zur Serie:


In der Serie Resurrection dreht sich alles um die Frage, wie die Menschen der Kleinstadt Arcadia reagieren, wenn geliebte verstorbene Angehörige, plötzlich wieder quicklebendig auf der Matte stehen. Der Cast umfasst unter anderem Omar Epps, Kurtwood Smith, Devin Kelley, Frances Fisher, Samaire Armstrong, Sam Hazeldine, Nicholas Gonzalez, Mark Hildreth und Landon Gimenez.

Der erfolgreichen Fantasy-Serie Once Upon a Time (sie wurde verlängert) schickt man in der kommenden Saison Once Upon a Time in Wonderland hinterher, wo man Alice im Wunderland verwurstet. Die Hauptrollen gingen an Sophie Lowe, Peter Gadiot, Michael Socha und Emma Rigby. Zumindest stimmlich ist zudem John Lithgow mit dabei.

CBS:

Bei CBS tut sich in Sachen Hard-SF weiterhin kaum etwas. Im Juni, also noch vor Beginn der neuen Season, zeigt man die Serie Under The Dome, basierend auf einem Roman von Stephen King.

Einziger nennenswerter Beitrag für die Zeit ab Herbst 2013 ist die neue Serie Intelligence. Diese erzählt von einer Einheit des US Cyber Command, das um einen Agenten herum gebildet wurde, der einen Mikrochip im Hirn trägt, welcher es ihm ermöglicht, auf das gesamte elektromagnetische Spektrum zuzugreifen. Der Cast besteht aus Josh Holloway, Marg Helgenberger, Meghan Ory, Michael Rady, James Martinez und John Billingsley.

CW:

CW, das kleinste der US-Networks, hatte eine ganze Reihe von Konzepten für neue SF-Serien in Auftrag gegeben und übernimmt davon mit The Tomorrow People, Star-Crossed und The Hundred sogar gleich drei in den kommenden Sendeplan, während die Piloten zu The Selection, Norfolk oder Blink nicht überzeugen konnten.

The Tomorrow People ist ein Remake der gleichnamigen britischen Serie aus den 1970ern, in dem sich alles um eine Guppe von jungen Leuten mit paranormalen Fähigkeiten dreht. Sie stehen auf einer neuen Stufe der Evolution und können sich teleportieren oder mit einander telepatisch kommunizieren. Robbie Amell und Luke Mitchell gehören zum Cast.

Ebenfalls in Serie geht Star-Crossed, eine romantische Serie um ein Mädchen von der Erde, das sich in einen Außerirdischen verliebt, der zu einer Gruppe von Aliens gehört, die in die menschliche Gesellschaft integriert werden soll. Aimee Teagarden und Matt Lanter verkörpern die Hauptrollen. In der Konzeptphase hieß die Serie noch Oxygen.

Eher düster geht es hingegen in The Hundred zu: Vor 97 Jahren wurde die Erde durch einen Nuklearkrieg verwüstet, doch eine Reihe von Menschen haben die Katastrophe in einem riesigen Raumschiff überlebt. Nun schickt man eine Gruppe von 100 straffällig gewordenen Jugendlichen auf den Planeten hinunter, damit diese die Frage klärt, ob die Erde möglicherweise wieder kolonisiert werden könnte. Eliza Taylor, Paige Turco, Eli Goree, Bob Morley und Henry Ian Cusick gehören zum Cast.

Keine SF ist hingegen The Originals, ein Spin-Off von The Vampire Diaries, das eine eher erwachsene Zielgruppe ansprechen soll. Die Vampir-Saga wurde übrigens um eine weitere Staffel verlängert. Verlängert wurden von CW zudem die Serien Arrow, Beauty and the Beast, Nikita und Supernatural.

FOX:

Von J.J. Abrams stammt die neue Serie Almost Human, eine futuristische Cop-Show, die 35 Jahre in der Zukunft angesiedelt ist. Der Plot spielt in L.A. und menschlichen Polizisten werden Androiden als Partner zugeteilt. In der Hauptrolle ist Karl Urban (Dr. McCoy in Star Trek) zu sehen. Darüber hinaus sind Michael Ealy, Lili Taylor, Minka Kelly, Michael Irby, Mackenzie Crook und Mekia Cox mit dabei.

Hier zwei Fotos:



NBC:

Der zuletzt deutlich strauchelnde Sender NBC setzt zur Gesundung unter anderem auf J.J. Abrams, von dem man bereits Revolution im Programm hat (die Serie wurde verlängert). Die neue Serie heißt Believe und dreht sich um ein kleines Mädchen mit einer Gabe, das von einem entlaufenden Sträfling vor jenen beschützt wird, die die Fähigkeiten der Kleinen für sich ausnutzen wollen. Entwickelt wurde das Konzept unter anderem von Alfonso Cuaron, Mark Friedman und Bryan Burk. Zu sehen sein werden in den Hauptrollen Jake McLaughlin, Kyle MacLachlan, Delroy Lindo, Sienna Guillory, Jamie Chung, Johnny Sequoyah und Arian Moayed. Verlängert wurde zudem die Fantasy-Serie Grimm.

TNT:

Der Sender TNT, Heimat der Invasionsstory Falling Skies, hat zwei interessante neue Serien geplant. Da wäre zunächst einmal The Last Ship, eine Serie, für die kein Geringerer als Michael Bay verantwortlich zeichnet. Der Plot dreht sich um die Crew eines US-Kriegsschiffs, die feststellt, dass die Männer und Frauen an Bord zu den wenigen Überlebenden einer globalen Katastrophe gehören. Der Start ist für 2014 geplant.

Außerdem holt man Legends ins Programm. Die Agenten-Story dreht sich um einen Mann (gespielt von Sean Bean), der in der Lage ist, vollständig die Identität anderer Menschen anzunehmen. Er ist Teil einer verdeckten Operation des FBI. Neben Bean gehört auch noch Ali Larter zum Cast.

Syfy:

Definitiv bestellt hat der Sender die Serie Helix aus der Feder von Ron Moore, in der es um ein Forscherteam in der Arktis geht. Außerdem bestellte man bereits nach vier ausgestrahlten Folgen der ersten Season eine weitere Staffel mit 13 Episoden von Defiance. Die Dreharbeiten starten in August, die Ausstrahlung ist für 2014 anvisiert.

Kommentare:

  1. gibts eigentlich konkrete gründe warum an space operas nix nachkommt oder passt das den studios zur zeit einfach mal nicht in skonzept ? junge menschen mit irgendwlechen fähigkeiten bzw die meisten superhelden kann ich ehrlichgesagt so langsam nicht mehr sehen...

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    1. Der konkreteste Grund ist gleichzeitg der älteste der Welt: Geld. Den Networks gehen durch die Programmvielfalt, das Internet und zeitversetztes Fernsehen immer mehr Zuschauer verloren. Ratings, die heute als Erfolg gewertet werden, wären früher bestenfalls Mittelklasse gewesen. ABC, CBS und Co. können daher nicht mehr jene Werbeeinnahmen erzielen, wie sie in der Vergangenheit üblich waren.

      Gleichzeitig sind Space Operas in der Produktion sehr teuer, denn das Kino setzt in puncto Effekte den Maßstab. Wenn man da als TV-Produktion einigermaßen mithalten will, geht das nicht für kleines Geld. Die Studios müssten also Preise für die Serien verlangen, die die Networks nicht mehr bezahlen wollen, weil sie diese nicht refinanzieren können (für den Grund: siehe oben!)

      Gleichzeitg darf man aber auch nicht vergessen, dass die Networks auch im Boom der 1990er Jahre nicht die treibende Kraft hinter den Space Operas waren. ST: TNG, ST: DS9, Babylon 5, die Stargate-Serien, Andromeda oder BSG liefen alle nicht bei den großen Networks, sondern im Syndication-, Pay-, oder Kabel-TV. ST: Voy und ST: ENT waren Ausnahmen, weil Paramount damit sein eigenes Network UPN (heute CW) pushen wollte. Wenn sich die Networks ansonsten an Space Operas versuchten, gingen nach kurzer Zeit die Lichter aus (siehe Space: 2063 oder Firefly).

      Nach meiner Einschätzung könnten Impulse für neue Space Operas noch am ehesten von Pay-TV Sendern ausgehen, die sich ambitionierten Projekten verschreiben. Wir sehen so etwas ja aktuell an "The Walking Dead" oder "Game of Thrones". Vielleicht steigt Syfy ja auch wieder in das Themenfeld Space Opera ein. Auf die Networks würde ich aus den genannten Gründen eher nicht setzen.

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