Rezension: «Garlyn: Das Schattenspiel» (Dane Rahlmeyer)


Einen Roman zu schreiben, der als Spin Off einer beliebten freien Space Opera-Hörspielserie daherkommt, bestehende Fans ebenso anspricht wie Neulinge und der gleichzeitig als Auftakt einer Trilogie überzeugen kann, klingt nach einer anspruchsvollen Herausforderung. Autor Dane Rahlmeyer hat sich ihr gestellt und legt nun mit Garlyn: Das Schattenspiel den ersten Teil der so genannten Schattenraum-Trilogie vor. Erhältlich ist der Roman als Ebook oder Printversion im Umfang von 285 Seiten seit heute exklusiv bei Amazon.

Angesiedelt im Universum der Hörspielserie Rick Future, spielt die Handlung im Jahre 2386. Der ehemalige Raumpirat Garlyn, über längere Zeit Weggefährte von Rick Future, ist der letzte der Crondar, einer uralten außerirdischen Spezies. Von seinem Volk hat er die Schattenhelix geerbt, den Schlüssel zum Schattenraum, einem düsteren Paralleluniversum. Doch die Sache hat einen gewaltigen Haken: Garlyn weiß nicht, wie er das mächtige Artefakt benutzen kann. In seinem Bemühen, die Schattenhelix zu meistern, führt Garlyn sein Weg quer durch die Galaxis bis zum geheimnisvollen Planet Viridis, auf dem er Antworten auf wichtige Fragen zu erhalten hofft. Es ist eine gefahrvolle Reise, denn alte und neue Feinde haben sich an Fersen des letzten Crondar geheftet, um die Schattenhelix in ihre Hände zu bekommen. 

Dane Rahlmeyer hat bei diesem Roman quasi ein Heimspiel, denn als Autor von Rick Future hat er den Background der Figur Garlyn maßgeblich gestaltet. Der Roman profitiert enorm von dieser Tatsache, denn hier präsentiert sich der Crondar so, wie ihn die Fans aus den Hörspielen kennen: zupackend, witzig, zuweilen ironisch und stets mit dem festen Willen, auch für aussichtslose Situationen eine Lösung zu finden. Eher unfreiwillig macht Garlyn die Bekanntschaft der energischen Kirai, die sich ihm auf einer Reise anschließt, welche Rahlmeyer mit jeder Menge Hindernissen und Unwägbarkeiten gespickt hat. Mehr als einmal steht das Leben der Protagonisten auf der Kippe in dieser rasanten Geschichte, die mit einer satten Actionszene eingeleitet wird. Auch im Anschluss lässt der Roman kaum an Tempo nach und mündet in einen waschechten Showdown, in dem es ordentlich zur Sache geht. Bis dahin nimmt das Geschehen manch unerwartete Wendung.

Die Handlung konzentriert sich auf eine überschaubare Zahl an Figuren, weshalb der Autor sich die Zeit nehmen kann, die Personen näher auszuforschen und ihnen dadurch eine Tiefe zu verleihen, wie man es von solch einer Space Opera vielleicht nicht erwarten würde. Neben den phantasievollen Beschreibungen der exotischen Welten, dem hohen Erzähltempo und der gut choreographierten Action punktet Garyln: Das Schattenspiel vor allem durch die Zeichnung der Charaktere. Ganz gleich, ob nun Protagonisten oder die Antagonisten, allen schenkt Dane Rahlmeyer große Aufmerksamkeit und erweckt sie damit im Kopf des Lesers plastisch zum Leben. Dabei fallen die Figuren erfreulich abwechslungsreich aus, wenngleich sich manche Klischees natürlich nicht ganz vermeiden lassen.

Der Autor hat für seinen Roman sprachlich einen klaren und unaufdringlichen Stil gewählt, der auf verbale Akrobatik zugunsten von leichter Zugänglichkeit und des Unterhaltungsfaktors verzichtet. Wenngleich dies der erste Teil einer Trilogie mit übergeordnetem Handlungsbogen ist, so wurde erfreulicherweise Wert darauf gelegt, dass die Story nicht einfach abbricht, sondern eine Etappe von Garlyns Reise zu einem befriedigenden Abschluss bringt. Der Roman funktioniert dadurch nicht nur als Auftakt des Dreiteilers. Dem Anspruch, auch jenen ein stattliches Weltraumabenteuer bieten zu wollen, die zuvor noch nie in Berührung mit dem RF-Universum gekommen sind, wird der Autor dadurch gerecht, dass er immer wieder geschickt Abschnitte integriert, in denen die Vorgeschichte Garlyns beleuchtet wird. Dies geschieht jedoch, ohne dabei den zügigen Fortgang der Geschichte aus den Augen zu verlieren oder die langjährigen Fans von Rick Future zu langweilen, die mit den Hintergründen ja bereits vertraut sind. Ohnehin möchte Rahlmeyer nicht bereits bekannte Pfade noch einmal betreten, sondern das bestehende Universum ausbauen, weshalb mit Rückbezügen auf die Hörspielserie maßvoll umgegangen wird. Die Fans dürfen sich über Auftritte einiger bekannter Charaktere freuen, deren Auftauchen aber nicht erzwungen wirkt. Stattdessen wirkt alles organisch und relevant für den Fortgang der Handlung. Auch über diese Figuren erfahren Newcomer schnell alles Wissenswerte und bleiben dadurch die ganze Zeit über im Bild. Zudem wurden in einem Glossar am Ende des Buches noch einmal wichtige Fakten zu ausgewählten Spezies oder Planeten zusammengetragen. Eine nette Idee. Der Autor meint es also wirklich ernst, wenn er im Vorwort schreibt, man brauche kein Vorwissen, sondern werde im Roman alles über Garlyn, die Schattenhelix und das RF-Universum erfahren, was zum Verständnis der Handlung nötig sei.


Dane Rahlmeyer hatte sich für diesen Roman anspruchsvolle Ziele gesetzt und diese hat er auch zweifelsohne erreicht. Er legt mit Garlyn: Das Schattenspiel eine Space Opera vor, wie man sie sich als Fan des Genres wünscht: rasant, intelligent, humorvoll und spannend von der ersten Seite an. Damit ist der Roman ein Muss für alle Rick Future-Fans und ideal für Neueinsteiger!


Die Fakten:

Titel: Garlyn - Das Schattenspiel
Autor: Dane Rahlmeyer
Umfang (Printversion): 285 Seiten
Formate: E-Book, Taschenbuch
Erscheinungsjahr: 2013
Preise:  € 3,99 (E-Book), € 8,95 (Taschenbuch)
Bezugsmöglichkeit: Amazon

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