Review: Battlestar Galactica - Blood and Chrome (Webseries)


Seit vergangenem Freitag sind auf dem YouTube-Kanal von Machinima Prime die ersten zwei Kapitel von Battlestar Galactica: Blood & Chrome zu sehen. Im wöchentlichen Rhythmus werden die restlichen im Doppelpack folgen. Ursprünglich als Pilotepisode für eine Prequel-Serie zu Battlestar Galactica gedacht, muss sich der Film nun allein dem Urteil der Fans stellen denn Syfy entschied im letzten Sommer, das Konzept nicht in Serie gehen zu lassen. Angesichts dessen, was allein in den ersten ca. 20 Minuten des Films geboten wird, ist es wirklich eine Schande, dass die ökonomischen Rahmenbedingungen gegen eine Bestellung einer ersten Staffel sprachen.

Battlestar Galactica: Blood & Chrome spielt zur Zeit des ersten Krieges der Menschen gegen die on ihnen geschaffenen Cylonen und präsentiert einen blutjungen William Adama, der gerade die Akademie absolviert hat und darauf brennt, als Pilot in die Schlacht zu ziehen. Verkörpert wird Adama von Luke Pasqualino, der eine glaubwürdige und überzeugende Leistung abliefert. Er strahlt jene Mischung aus Ehrgeiz und Tatendrang aus, die Jungspunde zumeist auszeichnet, ehe sie von der Realität wieder geerdet werden. Dies widerfährt auch Adama, denn an Bord der Galactica hat man nicht gerade auf ihn gewartet und auf seine tollen Zeugnisse, so gibt ihm der Commander des Kampfsterns gleich zu verstehen, braucht er sich nichts einzubilden. Statt ihm also eine schicke Viper anzuvertrauen, wird Adama als Copilot eines Raptors abgestellt, der einen Versorgungsflug durchführen soll. Wie sich aber herausstellt, ist die Mission alles andere als Routine.


Hinter der Produktion von Battlestar Galactica: Blood & Chrome stehen mit David Eick(Produzent) und Michael Taylor (Drehbuchautor) Personen, die bereits für den Erfolg von Battlestar Galactica verantwortlich waren. Sie sorgen dafür, dass das Prequel sich organisch in den BSG-Kosmos einfügt, denn Stimmung und Bildsprache entsprechen dem, was die Fans aus der Hauptserie gewohnt sind und lieben. Aber auch dem Original Kampfstern Galactica wird Reverenz erwiesen, wenn Adama zum ersten Mal den Battlestar zu Gesicht bekommt und dabei die klassische Galactica-Fanfare von Stu Philips zu hören ist. Den Soundtrack des Films steuert erneut Bear McCreary bei, womit auch in dieser Hinsicht personelle Kontinuität gewahrt wird.

Großen Anteil am Erfolg von Battlestar Galactica hatten stets auch die sehr gelungenen Special Effects, so dass den Machern des Prequels klar war, dass sie sich in dieser Hinsicht ordentlich ins Zeug legen mussten. Und in der Tat haben die Effects-Künstler einige sehr eindrucksvolle Sequenzen gezaubert, die das Herz des BSG-Fans höher schlagen lassen. Wenn gleich zu Beginn ein Cylonen-Kampfstern am Himmel über einer Metropole zu sehen ist, oder sich gleich mehrere Kampfsterne, flankiert von einer großen Zahl von Vipern, den Angreifern stellen, dann kommt jenes Feeling auf, das bis heute den Reiz von Battlestar Galactica ausmacht.


Battlestar Galactica ist also zurück, wenngleich nur mit dem Film BSG: Blood & Chrome. Dass man diesen ausstrahlen würde (was ja nicht mit allen gescheiterten Piloten geschieht), hatte Syfy zwar seinerzeit angekündigt, doch der Vertriebsweg hat viele Fans durchaus überrascht, denn man war davon ausgegangen, den Film als TV-Movie zu Gesicht zu bekommen. Dies wird Anfang 2013 auch noch passieren (im Februar erscheint dann die Bluray/DVD), allerdings wird man den Gedanken nicht los, dass der Sender mit der Auswertung des Streifens via Youtube neue Vermarktungsoptionen testet. Dass Syfy, wie manche Fans hoffen, sich von den Zugriffszahlen auf die Videos beeindrucken lässt und doch noch eine erste Staffel der Serie bestellt, wird hingegen wohl eine Hoffnung bleiben.

Nächsten Freitag gibt es das nächste Kapitel von BSG: Blood & Chrome bei Machinima. Ich freue mich drauf.


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