Daredevil: Rechtepoker zwischen Fox und Marvel - Platzt das Reboot?


Zu einem regelrechten Krimi entwickelt sich derzeit das Ringen des Studios 20th Century Fox um ein Reboot der Comicverfilmung Daredevil. Schon seit längerer Zeit arbeitet man an dem Projekt und hatte mit David Slade sogar schon einen Regisseur, doch dieser steht aus terminlichen Gründen nun nicht mehr zur Verfügung (siehe meinen Bericht). Einen Ersatzmann scheint das Studio mit Joe Carnahan in Aussicht zu haben, doch inzwischen geht Fox schlicht und ergreifend die Zeit aus, denn die Produktion des Streifens muss bis zum 10. Oktober 2012 begonnen haben, weil ansonsten die Filmrechte an der Figur Daredevil an Marvel zurückfallen. Da noch kein einziger Schauspieler gecastet wurde, ist ein rechtzeitiger Produktionsstart ein Ding der Unmöglichkeit, weshalb Fox nun in Verhandlungen mit Marvel eingetreten ist, über die der Branchendienst Variety berichtet.

So liegen angeblich mehrere Optionen für das weitere Vorgehen auf dem Tisch: Fox möchte, dass Marvel die Frist über den 10. Oktober hinaus verlängert, und bietet dem Comicverlag, der inzwischen zum Disney-Imperium gehört und eine eigene Filmschniede namens Marvel Studios betreibt, einen Deal an, demzufolge beide Parteien den Film gemeinsam produzieren. Die Einnahmen würden dann geteilt. Marvel gefällt dieses Angebot nicht sonderlich, denn Fox schwebt ein harter Thriller im Stile der Filme aus den 1970ern vor, der stark von den Daredevil-Comics aus der Feder von Frank Miller inspiriert ist. Diese Herangehensweise verträgt sich nicht besonders mit den familienfreundlichen Streifen, die Marvel Studios mit Iron Man, Thor etc. sonst produziert.

Angeblich schwebt Marvel daher eine andere Übereinkunft vor: Im Austausch gegen eine Verlängerung der Deadline hätte man gerne die Rechte an einigen Figuren aus Fantastic-Four-Paket wieder, welches sich im Besitz von Fox befindet. Besonders an dem Weltenverschlinger Galactus und seinem Herold Silver Surfer hat man großes Interesse, denn Insider munkeln, dass das Studio Galactus eine große Rolle in kommenden Filmen aus dem Hause Marvel spielen könnte. Dies betrifft sowohl das Franchise rund um die Avengers als auch die Guardians of the Galaxy, die 2014 erstmals auf die Leinwände kommen. Fox seinerseits plant ein Reboot von Fantastic Four, bei dem Josh Trank die Regie übernehmen soll. Mit diesem Streifen muss Fox ebenfalls bald beginnen, ansonsten sind auch diese Rechte bedroht. Aus nachvollziehbaren Gründen möchte man daher die genannten Charaktere nicht an Marvel abtreten.

Die Gespräche zwischen Fox und Marvel sollen gegen Ende der Woche fortgesetzt werden. Keine der beiden Seiten sollte sich zum Stand der Dinge äußern.


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