All-In: Wenn in der Science-Fiction gepokert wird


Unter Comicfans ist es ein beliebtes Spiel, sich das Duell zweier Superhelden aus unterschiedlichen Verlagen vorzustellen, um anschließend darüber zu debattieren, wer diesen Kampf wohl gewinnen würde. Der Klassiker in dieser Hinsicht ist sicherlich der Fight von Superman gegen den Hulk und solange entweder DC Comics (Superman) oder Marvel (Hulk) öffentlich eingesteht, dass sein Held den Kampf wohl verlieren würde (was wohl nie passieren wird), können die Fans fleißig weiter über dieses Thema streiten.

Weniger gewalttätig aber dennoch auch sehr spannend ist auch jene Frage, die vor einiger Zeit in einem Science-Fiction Forum aufgeworfen wurde. Dort wollte ein User wissen, welcher der Captains aus Star Trek nach Meinung der anderen Forenmitglieder wohl eine Pokerrunde für sich entscheiden würde. Zu Auswahl standen der ja eher abenteuerlustige Kirk, der besonnene Picard, Sisko aus Deep Space 9, Archer aus Enterprise und als einzige Frau Captain Janeway aus Star Trek: Voyager. Wie nicht anders zu erwarten, gingen auch hier die Meinungen stark auseinander, doch es zeichnete sich ab, dass eine Mehrheit in dem abgeklärten Picard den Sieger vermutete. Dies könnte vielleicht daran liegen, dass man sich an Bord der NCC 1701-D von Zeit zur Zeit zur gemütlichen Pokerrunde trifft, wo sich Picard Strategietipps von seinen Kameraden holen könnte. Kirk und Sisko rangierten jedenfalls hinter Picard ungefähr gleichauf, Archer und Janeway traute kaum jemand den Sieg zu. Wer schon einmal am realen oder virtuellen Tisch gepokert hat, weiß jedoch, dass man einen Gegner nie unterschätzen darf, denn es kann durchaus eine erfolgversprechende Strategie sein, sich einige Runden bedeckt zu halten, um dann im richtigen Moment mit einer guten Hand loszuschlagen. Gut möglich, dass die gute Kathryn ihre männlichen Kollegen ganz schön alt aussehen lassen würde.

Auch die gern gepflegte Rivalität zwischen Fans von Star Trek und Star Wars findet am Kartentisch seinen Niederschlag. Welchem Franchise der Zeichner des folgenden Bildes wohl näher steht, kann man unschwer ablesen, denn offenbar reicht auch die Kraft, welche die dunkle Seite der Macht verleiht nicht aus, wenn man es mit einem Offizier der Sternenflotte zu tun bekommt.


Ohnehin wird im Weltall gerne gepokert. An Bord von Battlestar Galactica spielt man Triad, was eindeutig als Variante des Pokers zu erkennen ist und auch die drei Besatzungsmitglieder des Raumschiffs Valley Forge im Klassiker Lautlos im Weltraum (Silent Running) vertrieben sich die Freizeit mit diesem Kartenspiel. Als von ihnen nur noch der Astronaut Lowell übrig ist, programmierte er die Roboter Dewey und Huey so um, dass sie gegen ihn pokern können. Einer der Roboter gewinnt übrigens.

Spätestens seit dem James Bond Film Casino Royale, in dem der beste Agent ihrer Majestät sein ganzes Können aufbieten muss, um den gewieften Le Chiffre zu schlagen und so dessen finstere Pläne zu vereiteln, greift Hollywood gerne auf das Motiv des Pokerspiels als Ausdruck von Erfahrung, Intuition, Empathie und Glück zurück. Besonders hoch sind beispielsweise die Einsätze an jenem Spieltisch, an dem Will Salas (gespielt von Justin Timberlake) im Film In Time aus dem Jahre 2011 Platz nimmt. Denn hier wird nicht um Geld, sondern um Zeit, genauer gesagt Lebenszeit gespielt. Salas räumt ordentlich ab und gewinnt satte 1100 Jahre, doch leider erweist sich sein Gegner als äußerst schlechter Verlierer. 

Unter passionierten Pokerspielern finden sich auch eine ganze Reihe von SF-Fans und einer von ihnen hat sich sogar den Spaß gemacht, die Pokerszene des Films In Time einmal zu analysieren:

 
Da beschwere sich noch mal jemand über den Technobabble bei Star Trek. Allerdings gehören Fachbegriffe bekanntlich zu jedem Spiel und noch ist kein Meister vom Himmel gefallen und immerhin kann man sich heute zusätzlich im Netz informieren. Ich bin mal gespannt, wann mir das nächste Mal in der Science-Fiction Poker über den Weg läuft.
 

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