Rezension: Rick Future 16 - Piratenehre (Sven Matthias & Erdenstern)


Nachdem in den Folgen 6 und 7 bzw. 11 und 12 der Hörspielserie Rick Future der Background von Hubert und Evi näher beleuchtet wurde, bildet die neue Folge Rick Future 16: Piratenehre den Auftakt eines Dreiteilers, in dem das Crewmitglied Garlyn im Fokus steht. Dieser wird von seiner Vergangenheit eingeholt, als er auf der Raumwerft Skurios erfährt, dass sein Ziehvater, der gefürchtete Piratenkapitän Vago, verhaftet wurde, von dem er sich bereits vor einiger Zeit losgesagt hatte. Da diesem die Hinrichtung bevorsteht, fasst Garlyn den Entschluss, seinen Mentor um jeden Preis zu befreien. Rick und der Rest der Crew entschließen sich, ihm dabei zu helfen. Rick Future 16: Piratenehre hat eine Laufzeit von ca. 61 Minuten und steht auf der offiziellenWebsite der Serie zum kostenlosen Download bereit.

Hatten sie zuletzt die Welt des Titelhelden ordentlich ins Wanken gebracht, so knöpfen sich Serienerfinder Sven Matthias und Autor Dane Rahlmeyer nun Ricks Gefährten Garlyn vor, dessen Ursprung bislang größtenteils im Dunkeln lag. Allerdings wirken die Ereignisse aus Episode 15 stark nach und darum ist es nicht verwunderlich, dass die Hauptfigur der Serie dieses Mal noch nachdenklicher als sonst daherkommt und sich dem Rest der Besatzung der Erik überaus verschlossen gibt. Dies führt nicht zuletzt zu Spannungen zwischen Rick und Evi, die über die gesamte Laufzeit der Folge andauern. Überlagert werden sie jedoch schnell von den Bemühungen zur Rettung des Piratenkapitäns Vago, eine Mission, in welche Rick, Hubert und Evi nur aus Kameradschaft zu Garlyn und nach einer intensiven Diskussion einwilligen. Was die einzelnen Charaktere dazu bewegt, sich an diesem Himmelfahrtskommando zu beteiligen, wird sehr anschaulich und nachvollziehbar herausgearbeitet. Rahlmeyers Leidenschaft für die Figuren ist die ganze Folge hindurch absolut spürbar, doch bleibt er dem Charakter von Rick Future als kurzweilige und augenzwinkernde Space Opera uneingeschränkt treu. Freunde handfester Action und von Weltraumschlachten werden gut bedient, wie auch jene, die Rick Future gerade der sympathischen Charaktere, der humorvollen Dialoge und der Dynamik innerhalb der Gruppe wegen schätzen. Konsequent folgt der Autor dem von ihm konzipierten Handlungsbogen, lockert die Geschichte durch Flashbacks immer wieder gekonnt auf und kann so die Aufmerksamkeit des Publikums die gesamte Spielzeit über hoch halten. Dies ist auch deshalb nötig, weil es sich bei Rick Future 16: Piratenehre um den Einstieg in eine dreiteilige Story handelt, hier also das Fundament für den weiteren Fortgang der Erzählung gelegt wird. Was Rick, Garlyn und Co in dieser Episode in Erfahrung bringen, hat unmittelbaren Einfluss auf die kommende Handlung.

Auftaktfolgen leiden häufig darunter, dass sie von der Spannung her nicht überzeugen können, weil zu viel Zeit auf die Etablierung der Grundlagen gelegt wird. Nicht zuletzt weil Dane Rahlmeyer es schafft, diese Klippe erfolgreich zu umschiffen, kann Rick Future 16: Piratenehre inhaltlich absolut überzeugen.

Für die Rolle des Vago konnten die Macher den bekannten Sprecher Helmut Krauss gewinnen, der bereits in der ersten Staffel der Serie, damals jedoch in einer anderen Rolle, schon einmal zu hören war. Krauss interpretiert den Piratenkapitän als kaltblütigen Räuber und Plünderer, dessen väterliche Gefühle für Garlyn allerdings aufrichtig sind. Raue Schale, weicher Kern. Krauss ist ein absoluter Profi und mit viel Spielfreude bei der Sache, was auch für den Rest des Casts gilt, der sich von seiner besten Seite zeigt. Sven Matthias, Ralf Searge Pappers, Michelle Martin und Tom Steinbrecher verkörpern die Hauptfiguren Rick, Hubert, Evi und Garlyn inzwischen in einer Art, dass man denken könnte, sie täten tagein und tagaus nichts anderes. Auch die anderen Sprecherinnen und Sprecher, darunter Tom Westerholt, Sabine Graf, Juliane Ahlemeier, Werner Wilkening, Tim Gössler und Dennis Trust, wissen zu gefallen. Dem Hörer wird eine geschlossene Mannschaftsleistung geboten, die keinen Anlass zur Klage bietet.

Die stimmigen Soundeffekte sind schon lange ein Markenzeichen von Rick Future und auch dieses Mal wurde wieder mit viel Liebe für Details gearbeitet und so ein Klangraum geschaffen, der den Hörer von Beginn an in die Handlung hineinzieht. Einen großen Anteil an der Wirkung der Geschichte auf das Publikum hat daneben auch der Soundtrack, für den weiterhin Erdenstern verantwortlich zeichnet. Den Musikern gelingt es, die Szenen optimal zu unterstützen, ohne von den Dialogen abzulenken oder die Soundeffekte in den Hintergrund zu drängen. Der makellose Schnitt von Sven Matthias tut sein Übriges dazu, dass Rick Future 16: Piratenehre den inzwischen hohen Erwartungen, welche die Fans an diese Serie stellen, wieder gerecht wird. Verlass ist auch zum wiederholten Mal auf Wolfram Damerius, der ein stimmungsvolles Cover für die neue Episode beisteuert.


Rick Future 16: Piratenehre ist SF-Hörspielunterhaltung, wie sie sich der Fan wünscht. Eine intelligente Geschichte mit sympathischen Charakteren, voller Action und spannender Abenteuer zwischen den Sternen, bildet die Grundlage für einen Dreiteiler, auf dessen Fortsetzung, Rick Future 17: Der Geist des Meeres, die Fans wahrscheinlich bereits jetzt schon sehnsüchtig warten dürften. 


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