Heel Verlag stellt "Space View" offiziell ein - Ein Kommentar zum Thema


Ganze drei Monate hat der Heel Verlag dafür gebraucht, um nun in einer Presseerklärung das offiziell zu verkünden, was Autor und Redaktionsmitglied Christian Humberg bereits Ende November 2011 auf seiner Website publik machte: Das Magazin Space View in seiner bisherigen Form wird eingestellt.

Angesichts der langen Bedenkzeit darf man den Verantwortlichen ihre Aussagen wohl abnehmen, dass sie es sich mit dieser Entscheidung nicht leicht gemacht und intensiv nach verschiedensten Lösungen für die Fortführung der Zeitschrift gesucht haben. Auch gibt es keine zwei Meinungen darüber, dass es absolut legitim ist, wenn ein Verlag eine Publikation einstellt, für die er keine wirtschaftliche Perspektive mehr sieht.

Wer die Ausführungen aufmerksam liest, dem wird schnell klar, wer aus Sicht des Heel Verlags verantwortlich dafür ist, dass der Space View inzwischen die Käufer ausgegangen sind: Die Redakteure sind die Schuldigen!

Zwar versucht man den Verlust an Lesern zunächst mit einer zunehmenden Zersplitterung der Science-Fiction-Themen und ihrer teilweisen Kurzlebigkeit zu begründen, was es immer schwieriger gemacht habe, allen Lesererwartungen gerecht zu werden, doch dies ist blanker Unsinn. Vor allem deshalb, weil der Verlag im Satz zuvor noch darauf hinweist, dass die Ergänzung des Kernthemas Star Trek durch Berichte zu Star Wars, Akte X, Herr der Ringe und den Superheroes dafür gesorgt habe, dass die Space View über viele Jahre Ausgabe für Ausgabe immer wieder neue Leser fand. Thematische Vielseitigkeit soll erst das Erfolgsrezept gewesen sein und nun die Ursache dafür, dass in letzter Zeit immer mehr Käufer die Space View gemieden haben? Wirklich überzeugend ist dieser Erklärungsansatz nicht.

Dass der Verlag selbst nicht recht an dieses Argument glaubt und der Hund auch aus seiner Sicht woanders begraben liegt, belegt die anschließende Bemerkung, wonach die Diskussion über eine etwaige redaktionelle Neuausrichtung gegensätzliche Meinungen innerhalb der Redaktion über den zukünftigen Weg offenbart habe, was sich letztlich auch im Kaufverhalten der Leser widergespielt habe. Die Wortwahl mag vielleicht diplomatisch sein, der Vorwurf dahinter ist aber klar und unzweideutig: Wenn sich eine Redaktion nicht darauf einigen kann, was für ein Magazin die Space View eigentlich sein soll, dann kann am Ende dabei nur eine Zeitschrift herauskommen, die weder Fisch noch Fleisch ist, zwangsläufig auch keine Bindung zwischen sich und dem Publikum erhalten bzw. aufbauen kann und dadurch bestehende Leser vergrault und potentielle neue Käufer abgeschreckt.

Man kann nun darüber streiten, ob die Mitarbeiter der Space View diese Schelte in vollem Umfang verdient haben. Ganz von der Hand zu weisen ist die Kritik des Verlags an der Redaktion allerdings nicht, immerhin gab es schon seit längerer Zeit seitens der Leser Klagen über die inhaltliche Ausrichtung. Zu konsequenten Änderungen kam es bekanntlich nicht.

Mit der Space View ist nun also endgültig das letzte SF-Printmagazin für den Massenmarkt von der Bühne abgetreten. Die Zeit wird zeigen, ob sich jemand mit dem Willen findet, diese Lücke im Zeitschriftenregal mit einer neuen Publikation wieder zu füllen.



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