Battlestar Galactica: Blood & Chrome geht definitiv nicht in Serie!


Die Fans von Battlestar Galactica sind aktuell wirklich nicht zu beneiden, denn es ist ein Wechselbad der Gefühle, dem sie in den letzten Stunden ausgesetzt waren. Nach dem warmen Regen in Form eines geleakten Trailers gibt es nun leider zum Abschluss eine richtig kalte Dusche.

Knapp anderthalb Jahre ist es nun her, dass im Oktober 2010 erstmals Informationen über das Projekt Battlestar Galactica: Blood & Chrome des Senders Syfy an die Öffentlichkeit drangen. Was zu Beginn als mehrteilige Webseries angedacht war, mauserte sich über die Zeit zu einem Pilotfilm für eine potentielle neue Fernsehserie. Die Dreharbeiten fanden statt, doch dann hörte man lange Zeit nichts mehr von dem Projekt und die Spekulationen in der Presse und unter den Fans über den Status des Pilotfilms schossen ins Kraut. Im Januar 2012 kam dann wieder richtig Bewegung in die Angelegenheit, denn Mark Stern, Programmchef bei Syfy, verriet in einem Interview, man sei dabei, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Bestellung einer ersten Staffel von BSG: Blood & Chrome abzuklären. Der Pilotfilm läge nun inklusive aller Effekte und der Musik vor. Wieder mussten sich die Fans in Geduld üben, denn genaue Angaben darüber, wann mit einer definitiven Entscheidung zu rechnen sei, wolle auf Seiten des Senders niemand machen. Auch nicht dazu, wie die Chancen für eine erste Staffel der Space Opera standen.

Gestern nun wogte eine Welle der Begeisterung durch die Fangemeinde, nachdem ein inoffizieller Trailer zum Pilotfilm von Battlestar Galactica: Blood & Chrome, der zuvor einem kleinen Kreis auf der Messe Wondercon gezeigt worden war, seinen Weg ins Internet gefunden hatte. Was dort zu sehen war, überzeugte die breite Mehrheit der Anhänger und gab der Hoffnung neue Nahrung, dass Syfy bald die Bestellung einer ersten Staffel verkünden würde. Nur wenige Stunden später war dieser Traum endgültig ausgeträumt.


Wie der Branchendienst Deadline meldet, wird BSG: Blood & Chrome definiv nicht als Fernsehserie realisiert werden. Die Website bezieht sich dabei auf ein Statement von Mark Stern, dem zufolge der Sender zu seinem ursprünglichen Plan zurückgekehrt ist, BSG: Blood & Chrome als Digital Series für das Internet zu realisieren. Der Pilotfilm hingegen soll im Fernsehen als TV-Movie ausgestrahlt werden. Einen Termin dafür nannte Stern nicht. Ob es diese Webseries wirklich geben wird, steht ebenfalls in den Sternen. Der Programmverantwortliche beeilte sich zu betonen, dass der Enthusiasmus für dieses Projekt über die ganze Zeit hoch gewesen sei und immer noch nicht nachgelassen habe. Man verfolge die das Konzept der Digital Series sehr aktiv.   

Für die Fans sind diese Aussichten natürlich kaum ein Trost. Die Enttäuschung über die Entscheidung des Senders ist nun vor allem deshalb besonders groß, weil geleakte Trailer den Anhängern des Franchises den Mund erst kurz zuvor wässrig gemacht und den Hoffnungen neuen Auftrieb gegeben hatte. Die Abfolge der Ereignisse ist in der Tat bemerkenswert und gibt zu der Vermutung Anlass, dass mit der Verbreitung des Trailers im Internet die Entscheidung des Senders in letzter Minute beeinflusst werden sollte. Tatsache ist, dass der Trailer von Kevin Grazier, dem wissenschaftlichen Berater von BSG, einem handverlesenen Publikum auf einer Leinwand gezeigt wurde. Was Stunden später bei Youtube und anderswo zu sehen war, ist von der Bild- und Tonqualität her aber zu gut, als dass es mit einem Handy abgefilmt worden wäre. Hier wurde unter der Hand das Material definitiv mit dem Ziel weitergereicht, dem Projekt neue Aufmerksamkeit zu verschaffen und die Fans dazu zu bewegen, Druck auf Syfy zu machen, Battlestar Galactica: Blood & Chrome in Serie gehen zu lassen. Wie nun feststeht, kam diese Anstrengung offenbar zu spät.

Den Fans bleibt angesichts der neuesten Entwicklung nur die Hoffnung auf eine baldige Ausstrahlung des TV-Films und die mögliche Webseries, die aber kaum jemand wirklich haben will. Auch macht sich leider erneut die Erkenntnis breit, dass ambitionierte SF-Serien, speziell aufwändige Space Operas, aktuell scheinbar kaum noch eine Chance auf Verwirklichung haben, denn die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des reichlich kaputten US-Fernsehmarkts geben dies offenbar nicht mehr her. 


Kommentare:

  1. Deine Erklärung das man durch den Trailer, die Entscheidung zu Gunsten von B&C Serie noch beeinflussen wollte ist einleuchtend. Schade nur das sich SyFy trotz der vielen Klicks auf You tube nicht durchringen konnte, die Serie zu realisieren. Zumindestens hätte man doch die Resonanz auf den Pilotfilm abwarten sollen,ich bin mir sicher das die Quoten nicht schlecht gewesen wären.
    Ich bin echt enttäuscht, das es wieder nichts mit einer Space Opera wird. Der Ablauf ist für mich immer noch sehr seltsam. Erst wird gesagt das man auf reale Sets verzichtet um Kosten zu sparen, jetzt ist wiederum die Green Screen Bearbeitung zu teuer. In der Tat scheinen Space Operas nicht mehr zu realisieren sein.SyFy setzt nur noch auf Billigproduktionen, wobei der SciFianteil immer geringer wird. Das traurige dabei : Die Quoten stimmen für SyFy!

    AntwortenLöschen
  2. Rest in peace Blood & Chrome, we never even got to see you

    AntwortenLöschen