Rezension: Rick Future 15 - Die Botschaft (Sven Matthias/ Erdenstern/ Hoerspielprojekt)

Bei der Hörspielserie Rick Future geht es derzeit Schlag auf Schlag. Erst am 24. November 2011 veröffentlichte man mit der vierzehnten Episode Maschinen des Untergangs den Abschluss eines spannenden Zweiteilers, da wartet bereits die nächste Folge auf die Fans, welche dieses Mal den Titel Die Botschaft trägt. Das Hörspiel hat eine Laufzeit von 59 Minuten und kann seit heute von der offiziellen Website der Serie kostenfrei heruntergeladen werden.

Rick und seine Freunde reisen zum Planten Kessador, wo sich der Heilige Konnektor befindet, eine Maschine, die Botschaften aus allen Winkeln des Universums empfängt. Nun ist eine neue Botschaft eingetroffen und sie ist allein für Rick bestimmt: Eine junge Frau namens Terra hat offenbar alles riskiert, um mit dem Weltraumhelden in Kontakt zu kommen. Doch wer ist sie? Und wie lautet ihre Botschaft? Rick will es unbedingt erfahren, ahnt dabei allerdings nicht, dass ein alter Feind auf ihn und den Rest der Crew lauert.

Nach dem Actionfeuerwerk, dass Dane Rahlmeyer in Folge 14 abgebrannt hat, konzentriert sich der Autor nun wieder stärker auf die Charaktere, wobei einige von ihnen bislang unbekannte Facetten offenbaren. So erlebt man Hubert, ansonsten eher für seine rustikale Gangart bekannt, als Computerhacker. Später betätigt sich der Golwone darüber hinaus im Kampf mit altvertrauten Feinden auch noch als Weltraumstratege und zeigt, was er so auf dem Kasten hat. Evi und Garlyn stehen ihm dabei hilfreich zur Seite und die drei Kameraden geben wirklich ein gutes Team ab, das auch ohne seinen Chef Rick Future weiß, was es zu tun hat. Dieser erlebt nämlich zeitgleich eine Begegnung der eher ungewöhnlichen Art, welche definitiv Auswirkungen für die Zukunft von Rick haben wird. Darüber hinaus hat sie Einfluss auf seine Sichtweise der eigenen Vergangenheit. Hier liegt nicht nur der Kern dieses Hörspiels, gleichzeitig ist die Botschaft der mysteriösen Terra auch der emotionale Höhepunkt der Geschichte, der keinen Fan unberührt lassen wird. Damit steht dieser Erzählstrang im klaren Gegensatz zu dem, was Hubert, Garlyn und Evi zeitgleich erleben. Der Autor greift auf einen Gegner zurück, den man schon aus einer früheren Staffel kennt und verschafft der Serie dadurch wieder ein Stück mehr an innerer Geschlossenheit. Der Weltraumkampf ist gut choreographiert, dramatisch in Szene gesetzt und lässt so einen Hauch klassischer Space Opera durch diese Folge wehen, den man als Science-Fiction Fan alter Schule gerne genießt.

RF 15: Die Botschaft ist das zweite Skript von Dane Rahlmeyer für eine Folge der Rick Future-Hauptserie und er fühlt sich sichtlich wohl in diesem Universum, dem er Zug um Zug seinen eigenen Stempel aufdrückt. Die Beschreibungen der fremden Planeten fallen sehr detailreich und phantasievoll aus und werden so vor dem inneren Auge des Hörers greifbar. Das Setting bildet dabei allerdings nur den Rahmen für eine spannende Handlung, denn Rahlmeyer hat viel mehr Spaß an den Figuren, welche ihm von Serienerfinder Sven Matthias überlassen wurden. Die Handschrift des Autors wird vor allem in den Dialogen der Protagonisten deutlich, denn an Bord der Erik herrscht nun ein spürbar lockerer Umgangston als in der Vergangenheit. Es finden sich eine ganze Reihe witziger Wortgefechte und One-Liner, die das Publikum eins ums andere Mal schmunzeln lassen. Mancher wird sich vielleicht an der häufigen Verwendung des bösen Sch...-Worts stören, doch die Charaktere gewinnen durch den neuen Stil eindeutig an Authentizität.

Die neue Produktion versammelt mit Sven Matthias, Ralf Pappers, Michelle Martin und Tom Steinbrecher wieder die bekannten Sprecher der Hauptfiguren, die erneut durch die Bank überzeugen können. Hinzu gesellt sich ein Cast aus interessanten Sprecherinnen und Sprechern, aus dem Marie Natusch sicherlich heraussticht, die eine sehr gute weil berührende Leistung als Terra abliefert. Keine einfache Rolle und eine große Verantwortung für die Sprecherin, denn mit ihrer Leistung steht und fällt das gesamte Hörspiel. Keine Frage: Es steht wie eine Eins. Außerdem sind noch Erik Albrodt, Sabine Graf, Marc Schülert, Ronald Salert, Felix Würgler, Jan Schroeder, Marco Rosenberg, Ron Bühlert, Robert Frank und Stefanie Puke mit von der Partie. Tanja Niehoff ist für Intro und Outro verantwortlich. Dem Erzähler leiht in bewährter Manier Markus Raab seine Stimme. Die große Sorgfalt bei der Auswahl der Stimmen zahlt sich wieder einmal aus, denn an dem, was hier geleistet wurde, gibt es wirklich nichts auszusetzen.

Das Sounddesign und speziell die Musik von Erdenstern sind wirklich bemerkenswert, denn hier wurde wieder mit großer Liebe zum Detail und mit viel Einfühlungsvermögen in die jeweiligen Situationen gearbeitet. So manche andere Produktion aus dem Hörspielsektor könnte sich hier eine Scheibe abschneiden. Auch der Schnitt, den Sven Matthias ein weiteres Mal selbst besorgt hat, kommt wie inzwischen gewohnt aus einem Guss daher. Abgerundet wird die Produktion von einem stimmungsvollen Cover, erneut aus der Feder von Wolfram Damerius.


Rick Future 15: Die Botschaft ist deutlich anders gelagert als sein Vorgänger, aber gerade deshalb so reizvoll, weil der Hörer hier neue Seiten der bekannten Charaktere kennenlernt. Besonders die Hauptfigur wird deutlich weiterentwickelt und man darf gespannt sein, wie sich die Ereignisse in dieser Folge auf die nächsten Abenteuer auswirken werden. Dane Rahlmeyer als Autor ist ein echter Gewinn für die Serie, denn er setzt eigene Akzente, ohne dabei den Wurzeln der Hörspielserie untreu zu werden.

Ein tolles Skript, überzeugende Sprecherinnen und Sprecher, sowie ein liebevoll gestaltetes Sounddesign mit passendem Soundtrack, machen aus Rick Future 15: Die Botschaft ein Hörspiel, das nicht nur die bestehenden Fans der Serie überzeugen dürfte.


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