Rezension: Mark Brandis - Pilgrim 2000 (Folgenreich)


Zuletzt hatte die Serie Mark Brandis einen wirklich starken Lauf, denn die Geschichten steckten voller Action, politischer Verwicklungen und menschlicher Dramen und boten damit alles, was das Herz eines Science-Fiction Fans höher schlagen lässt. Als Folge 13 und 14 wurde im März 2011 der Roman Pilgrim 2000 als Hörspiel adaptiert. Vielleicht nicht die beste Wahl, denn den positiven Eindruck seiner Vorgänger kann diese Produktion nur bedingt bestätigen.

Mark Brandis und seine Crew suchen auf einem seit Jahrzehnten verschollenen 8 Kilometer langen Generationenschiff nach Überlebenden. Jedoch finden sie nur ein tropisches Biotop, das von unzähligen mutierten Ratten bevölkert wird. Gibt es tatsächlich keinerlei menschliches Leben mehr an Bord? Der Besatzung der Hermes bleiben schließlich nur 4 Tage Zeit die Antwort auf diese Frage zu finden, bevor das Raumschiff in die Sonne stürzt.

Dass Pilgrim 2000 bei aller Spannung leider nicht durchweg überzeugen kann, liegt vor allem daran, dass das erzählerische Potential eines Generationenschiffs in diesem Hörspiel kaum genutzt wird. Vielmehr könnte die Handlung ebenso gut auf einem abgelegenen Planeten spielen, auf dem sich eine Kolonie von Siedlern befindet. Funktionieren würde sie dann immer noch. Dass sich die Geschichte stattdessen auf dem Raumschiff Pilgrim 2000 zuträgt, dem dieses Hörspiel seinen Titel verdankt, ist leider nicht mehr als der Versuch, mit einer Variation des Handlungsortes aufwarten zu können. Was Balthasar v. Weymarn, basierend auf dem Roman von Nikolai v. Michalewski, dem Publikum hier ansonsten anbietet, ist eine leider reichlich eindimensionale Geschichte, die Fans des Tierhorrors möglicherweise eher anspricht als jene der Space Opera. Wie gesagt, langweilig ist die Produktion nicht und die ungefähr zwei Stunden Laufzeit gehen recht schnell vorbei, denn die Attacken auf Mark Brandis und seine Crew sind effektvoll inszeniert. Die Frage, wer bei all den Ereignissen im Hintergrund die Fäden zieht, sorgt dabei für ein zusätzliches Spannungselement. Schade nur, dass die Auflösung des Mysteriums um Mr. X ebenfalls nicht sonderlich originell ist, denn es handelt sich um eine der bekannten Varianten, auf die Autoren in solchen Fällen gerne zurückgreifen. Insgesamt wird die Aufmerksamkeit des Publikums nicht über Gebühr gefordert. Mit dieser Folge geben zwei neue Figuren ihren Einstand, nämlich Pablo Torrente und Dr. Rebecca Levy, die auch in kommenden Folgen mit von Partie sind. Die Charaktere werden gut in die Handlung integriert und sind darum eine echte Bereicherung.

Bei aller Kritik an der Story kann man dem Cast erneut keinen Vorwurf machen, denn die Sprecherinnen und Sprecher machen wirklich einen guten Job. Michael Lott spricht erneut Commander Mark Brandis und auch David Nathan, Christine Mühlenhof´und Martin Wehrmann sind wieder in ihren bekannten Rollen zu hören. Neu im Team sind Claudia Urbschat-Mingues als Dr. Rebecca Levy und Martin Keßler als Lt. Torrente Mit Gernot Endemann, Katarina Tomaschewsky und Klaus Sonnenschein gibt es zwar nur wenige, aber dafür durchaus prominente Gastsprecher, die man immer wieder gerne hört.

Das Sounddesign und die Musik stammen wie gehabt von Jochim-C. Redeker, der sich wieder als Meister seines Fachs präsentiert. Der Level, auf dem sich bereits die übrigen Folgen der Serie bewegten, wird auch im Falle von Pilgrim 2000 mühelos gehalten.

Unterm Strich ist Pilgrim 2000 ein netter Actionhappen für Zwischendurch. Die politischen Zwistigkeiten zwischen der Union und den Republiken haben dieses Mal Auszeit und wer die Serie gerade dieses Elements wegen schätzt, wird sich bis zur nächsten Episode gedulden müssen. Für Sammler von Mark Brandis ist diese Folge ohnehin ein Muss, doch Neueinsteiger sollten sich besser eine der früheren Geschichten als Startpunkt wählen, denn in Pilgrim 2000 zeigt die Space Opera nicht alle ihre Stärken.


Link: Mark Brandis bei Folgenreich

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