Rezension: Das dunkle Meer der Sterne 1: Ad Astra (Pandoras Play)

Die Hörspielserie Das dunkle Meer der Sterne gibt es schon länger auf dem Markt, doch habe ich sie erst vor kurzer Zeit für mich entdeckt. Die Space Opera aus der Feder von Dane Rahlmeyer startete 2005 und ist auf insgesamt acht Folgen angelegt, von denen bislang sechs erschienen sind. Die erste Episode trägt den Titel Ad Astra und hat eine Laufzeit von ca. 70 Minuten. Veröffentlicht wird die Serie vom Label Pandoras Play.

Es ist das Jahr 4038 nach dem Alten Kalender – beinahe tausend Jahre nach dem Großen Zerfall, als die Alexandria-Welle die Welten der Galaxis voneinander isolierte. Aber dann werden neue Überlichtschiffe gebaut, und die Menschen beginnen ein weiteres Mal, den Weltraum zu erforschen. Die legendären Sternstraßen werden reaktiviert und eröffnen neue Welten im dunklen Meer der Sterne.
Kim Hunters Großvater Rufus durchquert als einer der ersten nach fast einem Jahrtausend die Sternstraße durchquert, welche in die sagenumwobenen Vergessenen Sektoren führt. Aber dann wird das Forschungsschiff angegriffen – die Regierung fürchtet eine Invasion, und befiehlt, die Sternstraße zu schließen. Jeder hält die Expedition für vernichtet – nur Kim ist fest entschlossen, aufzubrechen und Rufus zurückzuholen.
Auf dem Planeten Celestine sucht sie Hilfe: Captain Joshua Moon, einen alten Freund ihres Großvaters und Kommandant des Sternenschiffs Vimana. Ob er Kim allerdings helfen wird, ist ungewiss – und die Zeit läuft ihr davon… (Klappentext)

Auftaktepisoden sind immer etwas heikel für die Autoren, denn sie müssen nicht nur alle Figuren und die sie umgebende Welt beim Hörer etablieren, sondern im gleichen Atemzug auch noch eine spannende Geschichte erzählen. Die Erfahrung zeigt, dass meist eine der Anforderungen recht gut erfüllt wird, die andere jedoch schnell darunter leidet. Im schlimmsten Fall gelingt weder das eine noch das andere richtig gut. In Das dunkle Meer der Sterne 1: Ad Astra schafft Autor Dane Rahlmeyer jedoch diesen Spagat.

Ganz nach dem Lehrbuch eröffnet der Autor seine Geschichte mit einer dramatischen Szene und verschafft sich so die Aufmerksamkeit des Hörers für die folgenden Kapitel, in denen zunächst die Figur der Kim Hunter im Mittelpunkt steht. In der 17-jährigen Kim versammeln sich die Charakterzüge der nachrückenden Generation: Selbstbewusst, mit dem Hang zu jugendlicher Arroganz, immer wieder unterbrochen durch Phasen der Unsicherheit, optimistisch und dabei bereit, sich gegen alle Widerstände zu behaupten. Dass Rahlmeyer, zumindest zu Beginn, etwas tief in die Klischeekiste greift, um uns diese Charaktermerkmale vorzuführen, sei ihm verziehen. Herausgekommen ist ein komplexer und sympathischer Charakter, dem der Hörer gern auf seine Reise folgt.

Captain Moon, der nach ungefähr der Hälfte der Laufzeit seinen ersten Auftritt hat,  ist im Vergleich dazu die Weltraumversion des klassischen Seebären, mit einem weichen Herz unter der rauen Schale. Kontrastiert wird seine etwas ruppige Art durch die KI des Raumschiffs Vimana, die ihren Captain manchmal arg auflaufen lässt und damit für humorvolle Situationen sorgt. Nachdem sich alle Figuren gefunden haben, nimmt die Geschichte nochmals an Tempo zu und mündet in einem vorläufigen Showdown an der Sternenstraße, der sich wirklich hören lassen kann.

Nicht alles ist neu als Das dunkle Meer der Sterne. So sind die Sternenstraßen Rahlmeyers Version der Hyperraum-Sprungtore, die man schon aus Babylon 5 kennt. Die Bar auf dem Planeten Celestine und die Idee von Kim, dort einen Raumschiffkapitän anzuwerben, erinnern nicht von ungefähr an eine Szene aus einer berühmten Sternenkriegs-Saga. Dies tut aber dem Spaß, den dieses Hörspiel macht, in keinster Weise einen Abbruch. Insgesamt bietet die erste Folge eine gute Basis für den Fortgang der Handlung.

Was die Sprecherinnen und Sprecher angeht, können Katja König als Kim Hunter und Bernhard Selker als Captain Moon die in sie gesetzten Erwartungen absolut erfüllen. Zu den beiden gesellen sich noch Sabine Kuse als Schiffs-KI und  Andreas Bötel als Erzähler. Letzterer hat recht viel zu tun in dieser Episode und führt sicher durch die Handlung. Auch die weiteren Specherinnen und Sprecher wissen zu gefallen.

Für die Musik zeichnet Marcel Schweder verantwortlich, der sich für einen epischen Soundtrack entschieden hat, der hervorragend zur Handlung und zur Stimmung der Serie passt. Kenner werden sicher Parallelen zu bekannten Space Operas heraushören, die hier als Inspiration gedient haben. Auch die Soundeffekte und atmosphärischen Geräusche sind sehr schön gewählt und schaffen eine Klangkulisse, die den Hörer in die Handlung zieht. Technisch sehr schön realisiert wurde darüber hinaus die räumliche Verteilung der Stimmen.

Abschließend kann man Fans der Space Opera dieses Hörspiel nur ans Herz legen. Die Figuren sind sympathisch, die Inszenierung flott und für ausreichend Action ist auch gesorgt. Was kann man mehr verlangen?


Kleiner Tipp: Derzeit unterbreitet Pandoras Play auf seiner Website Hörspielfans ein Schnupperangebot. Das Einsteiger-Paket enthält 4 erste Folgen nach Wahl zum Preis von nur 13 Euro. Eine gute Chance, die Produktionen dieses kleinen aber feien Labels kennenzulernen.

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