Rezension: Rick Future 13 - Das Herz einer Welt (Sven Matthias/Hoerspielprojekt)

Am vergangenen Donnerstag, dem 9. Juni 2011, feierte die dreizehnte Folge der Hörspielserie Rick Future mit dem Titel Das Herz einer Welt ihre Premiere und läutete damit gleichzeitig die dritte Staffel der Space Opera ein. Die neue Episode wurde erneut von Sven Matthias geschrieben und hat eine Laufzeit von ca. einer Stunde. Wie auch alle übrigen Folgen steht sie auf der offiziellen Website der Serie zum kostenlosen Download bereit.

Die Crew erreicht die Heimatwelt der Oludaner und versucht den Ursprung des einzigartigen Materials zu finden, aus dem Evi gefertigt wurde. Sie ahnen dabei nicht, dass für Evi noch wesentlich mehr Dinge auf dem Spiel stehen. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse, aus Freunden werden erbitterte Feinde und ein schrecklicher Verrat löst eine Katastrophe aus. Und auf Rick wartet eine schwere Entscheidung... (Klappentext)

Anfang November 2010 erlebten die Fans von Rick Future das Finale der zweiten Staffel. Seitdem warteten sie sehnsüchtig auf die Fortsetzung der Serie und auf die Beantwortung der Frage, wie es mit dem Weltraumhelden und seinen Freunden weitergeht. Speziell um die Roboterlady Evi musste man sich unverändert Sorgen machen, denn ihr Konflikt mit Eva ist immer noch nicht endgültig gelöst. Doch auch die Armeen des finsteren Ruuli Kahn setzen ihren Siegeszug weiter fort und sind deshalb nach wie vor eine große Bedrohung für die Galaxis. Beide Erzählstränge werden in der neuen Folge weiterentwickelt.

Bereits die Unterbrechung zwischen Staffel 1 und 2 nutzte Sven Matthias dazu, seine Weltraumsaga Rick Future neu auszurichten und in vielen Details zu optimieren. So wandelte sich die Serie, die als Feel-Good-SF begonnen hatte, in eine dunkle Mär über geheimnisvolle Mächte und einen getriebenen Helden, der immer neue Schicksalsschläge zu verkraften hatte. Diesen Weg geht der Autor auch im Auftakt der dritten Staffel konsequent weiter, der gleich mit einer actiongeladenen Szene beginnt, an die sich das neue Intro anschließt, welches Erinnerungen an das Science-Fiction-Epos Babylon 5 weckt. Auch dort gab es für jede Season eine individuelle Eröffnungssequenz, welche die Geschehnisse der vorangegangenen Staffel reflektierte und auf die anstehenden Ereignisse einstimmte. Sollte man ein einzelnes Element benennen, an dem sich der Wandel, den die Hörspielserie seit ihren Anfangstagen durchgemacht hat, am besten festmachen lässt, dann ist es sicherlich das Intro. Noch nie war Rick Future düsterer und dabei epischer als jetzt.

Diese Entwicklung findet natürlich ihren Niederschlag in den Charakteren, die bei aller schön angelegter Action erneut im Vordergrund stehen. Allen Figuren hat Sven Matthias starke Momente ins Skript geschrieben und den gut ausgewählten Sprecherinnen und Sprechern gelingt es, dies in den jeweiligen Szenen eindringlich und glaubwürdig umzusetzen. Besonders erfreulich ist die Rückkehr von Captain Huggins, erneut gesprochen von Detlef Tams. Zwar hat der Fordianer irgendwo auf der Flucht seinen bis dahin charakteristischen Akzent verloren, doch gewinnt die Figur sogar dadurch, da sie auf diese Art nicht mehr unfreiwillig komisch wirkt. Dies wäre gerade in dieser Folge auch sehr kontraproduktiv, denn Huggins hat dort einige schwerwiegende Entscheidungen zu fällen, die über Leben oder Tod entscheiden. Michelle Martin und Sabrina Heuer überzeugen erneut als Evi und Eva. Sven Matthias, Ralf Pappers und Tom Steinbrecher sind in diesem Hörspiel wieder voll in ihrem Element und auch der Rest des erweiterten Casts gibt sich keine Blöße.

Mit den Oludanern stellt uns Sven Matthias ein neues mysteriöses Volk vor, dessen Zivilisation mit großem Einfallsreichtum ersonnen wurde. Wie es scheint, könnte es eine wichtige Rolle im Kampf gegen Ruuli Kahn spielen. Gleichzeitig sind diese Fremden für das Schicksal und Evi und Eva von entscheidender Rolle. Die Einführung neuer Kulturen bringt es mit sich, dass viel erklärt und beschrieben werden muss, doch das Erzähltempo leidet nicht darunter. Im Gegenteil, die sechzig Minuten Spielzeit gehen sehr schnell vorbei, denn die Verknüpfung der beiden Erzählstränge lässt kaum Zeit zum Luftholen.

Seit dem Beginn der zweiten Staffel zeichnet Erdenstern für den Soundtrack der Serie verantwortlich und auch für die neue Episode wurden sehr atmosphärische Stücke kreiert, welche die Handlung optimal unterstützen, stets eine tolle Atmosphäre schaffen und somit ihren Teil dazu beitragen, dass man als Hörer gleich in das Geschehen hineingezogen wird. Schnitt und Regie bewegen sich auf jenem hohen Niveau, das man inzwischen von dieser Serie gewohnt ist und geben erneut keinen Anlass zur Klage.

Mit Rick Future 13 – Das Herz einer Welt beweist Serienerfinder Sven Matthias erneut, dass seine Space Opera noch das Potential für zahlreiche weitere Abenteuer rund um den wackeren Weltraumhelden und seine Begleiter hat. Die Sprecherinnen und Sprecher sind weiterhin mit viel Spaß bei der Sache und an Ideen für neue Geschichten fehlt es ganz offensichtlich nicht.

Lange müssen die Fans nicht auf die nächste Folge warten, denn Rick Future 14 steht bereits in den Startlöchern und soll im Juli 2011 veröffentlicht werden. Es geht also bald spannend weiter. 


Kommentare:

  1. Irgendwie kommt da auch nichts mehr neues

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  2. Eine spannende These. Was sollte da anders gemacht werden und wo siehst Du Verbesserungsbedarf?

    Die Macher sind für Feedback wirklich dankbar und offen.

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  3. Hallo, anfangs fand ich die Serie gut und hörte sie recht gern. Und ich bin ein Freund von dem Good SIFI und aber auch von komplexen Geschichten. Leider empfinde ich die Storry als zu umfangreich. Mir fehlt die Linie. Ich teile nicht die Meinung zu Huggins. Sicher er war anfangs unfreiwillig lustig. Aber der "neue" ist sehr aggressiv und wirkt völlig überspannt. Der "alte" war besonnen und kalkulierter. Die Musik von Erdenstern ist durchaus ein Gewinn. Bitte nicht falsch verstehen. Ich finde das handwerkliche dieses Teils gelungen doch die Geschichte verliert ihre Höhepunkte. Momentan dreht es sich um EVA und EVI, ein neues Volk kommt auf den Plan die Druhun sind auf dem Vormarsch, Galin ist körperlich eingeschränkt und die, Entschuldigung für den Vergleich "Replikanten" sind auch nichts neues. Leider verfällt die Geschichte in die "Es gibt immer mächtigere Feinde" Stimmung. Das verbraucht sich schnell. Ich glaube das RF leider nur noch den Erfolg hat, weil es so ziemlich das einzige ist, was es in der art auf dem freien Hörspielmarkt gibt. Sorry für das. PS last euch nicht von meiner Meinung beeinflussen. Wem es gefällt, der solle auch Spaß daran haben.

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  4. Also ich Höre seit Knap 1 Jahr RF und ich finde die Serie Geil Sie ist Traurig Spannend Lustig Hat Action Gepart Mit den Coolen SIFI Setting echt der hammer weiter so

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  5. @ Anonyn (1)

    Ich persönlich finde fundierte kritische Meinungen immer wichtig, weil viele Hörer, denen eine Sache nicht gefällt, sich gar nicht äußern, sondern die Angelegenheit einfach abhaken. Dabei kann zum Beispiel ein Hörspiel nur besser werden, wenn man weiß, was den Hörern nicht gefallen hat.

    Du hast Recht damit, dass es derzeit nicht sonderlich viele Space Opera Hörspiele gibt. Dass RF gerade deshalb so erfolgreich ist, weil kaum Alternativen dazu bestehen, kann ich nicht beurteilen, möchte doch aber annehmen, dass es so viele Fans gibt, weil die Serie gute Unterhaltung bietet. Mir als Hörer macht sie weiterhin viel Spaß.

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  6. Rick Future ist eine suuuper Serie!

    Ich freue mich immer auf eine neue Episode
    und hoffe das Captain Huggins wenn er wieder
    etwas entspannter ist zu seinem alten Dialekt
    zurückfindet der ihn so sympatisch gemacht hat.
    Sehr gut gefällt mir auch die Stimme von Evi
    die mal schnippisch aber auch sehr gefühlvoll
    klingt

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