Rezension: Lightstreams 6 - Das Ende der Welt (Mindcrusher Studios)

Vor einiger Zeit hatte ich in diesem Blog schon einmal über die Reihe Lightstreams der Miscrusher Studios berichtet. Dabei handelt es sich um eine Hörspielanthologie, die von TV-Serien wie The Twilight Zone oder Outer Limits inspiriert wurde. Am 13. Mai erschien die sechste Episode mit dem Titel Das Ende der Welt. Wie die übrigen Folgen kann auch die neue Geschichte von der offiziellen Website der Serie kostenlos heruntergeladen werden.

Der Privatdetektiv Harvey Boone bekommt einen Fall, der zunächst ganz einfach aussieht. Doch wer sich in den Fängen der Lightstreams befindet, unterliegt manchmal ganz anderen Gesetzen (Pressetext).

Wer schon einmal eine Geschichte geschrieben hat, der weiß ein Lied davon zu singen, dass es wesentlich schwieriger ist, sich kurz zu fassen, als sich in langen Ausführungen zu ergehen. Nun sind die Lightstreams als eine Reihe von Kurzgeschichten angelegt und Autor Frank Hammerschmidt, der zuvor als Autor des Hörspiels Das Mayfield Pensionat und der Lesung Das Auge des Phoenix aus der Reihe Endstation Morgen der Mindcrusher Studios überzeugen konnte, hat sich wirklich an die Vorgabe gehalten, ein Kurzhörspiel zu schreiben. Inklusive Intro und Outro kommt Das Ende der Welt auf gerade einmal 15 Minuten Laufzeit.

Nicht viel Zeit also, um ein interessantes Szenario zu entwickeln, doch wie in den anderen Folgen auch, gelingt dies erneut gut. Die Auflösung ist sicherlich Geschmackssache und hat mir persönlich nicht so gut gefallen, weil die Motivation der Figuren nicht recht zu überzeugen weiß. Hier wurde mit Blick auf die Laufzeit des Hörspiels etwas zu viel übers Knie gebrochen. Unterm Strich aber dennoch eine gute Geschichte.

Die Leistung von Clemens Nicol als Harvey Boone geht in Ordnung, auch wenn man ihm den hartgesottenen Privatdetektiv nicht immer ganz abnimmt. Insa Müller als Mrs Richardson, Timo Landsiedel als Barkeeper, Niklas Wagner als Junge, Oliver Scheffel als Police Officer und René Wagner als Dr. Grant machen ebenfalls einen guten Job. Markus Raab überzeugt erneut als Bewahrer.

Der Schnitt, ebenfalls von Frank Hammerschmidt, ist sauber ausgeführt und die Musik, erstmals in der Serie komponiert von Jean Pierre Böhm, ist eine gute Unterstützung für die Handlung des Hörspiels. Die Soundeffekte wurden insgesamt gut ausgewählt. In einer Szene hat man es mit dem Raumhall etwas übertrieben. Es klingt nicht, als befände sich die Person in einem Flur, sondern in einer Kathedrale. Dies kann aber den positiven Gesamteindruck nicht schmälern.

Lightstreams 6 – Das Ende der Welt ist ein schöner Beitrag zu dieser kostenfreien Hörspielreihe, die allen Science-Fiction-Fans zu empfehlen ist und uns hoffentlich noch eine Weile erhalten bleibt.


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