Produktion von "Bond 23" liegt endgültig auf Eis

In den bislang zweiundzwanzig Einsätzen der offiziellen Reihe hat James Bond eine Vielzahl von schönen Frauen erfolgreich aus den Händen von üblen Schurken befreien können. Doch nun wird der Agent selber zur Geisel. Dieses Mal ist der Geiselnehmer jedoch kein Bösewicht mit dem Anspruch, die Welt beherrschen zu wollen, sondern das Filmstudio MGM.

Gestern gaben die Produzenten Barbara Broccoli und Michael G. Wilson offiziell bekannt, dass die Produktion des neuen Films, der den Arbeitstitel Bond 23 trägt, auf unbestimmte Zeit verschoben wird. Grund für diesen Schritt ist die Situation bei MGM, dass die Hälfte der Rechte an den Bond-Filmen hält und im Moment de facto pleite ist. Das nötige Geld für die Dreharbeiten des neuen Films kann man dort deshalb nicht mehr aufbringen. Weil diese Rechte aber einer der wenigen verbliebenen Vermögenswerte von MGM sind, hält man natürlich an ihnen fest.

Das Drama um die Zukunft des Traditionsstudios MGM zieht sich nun schon seit Monaten hin. Angesichts der gewaltigen Schuldenlast von 3,7 Milliarden Dollar ist es aber auch verständlich, dass Investoren nicht gerade Schlange stehen. Zwar hat das Studio mit einer Bibliothek von mehr als 4000 Filmen, der Hälfte der Rechte an den kommenden Hobbit-Filmen und allen weiteren Bond-Filmen einiges zu bieten, doch bislang war niemand bereit, auch nur zwei Milliarden Dollar zu zahlen. Gerade hat man sich eine neue Frist bis Mitte Mai gesetzt, um die Situation zu klären.

Mit ihrer Entscheidung machen Barbara Broccoli und Michael G. Wilson, deren Firma Eon 50 Prozent der Verfilmungs- und 100 Prozent der Vermarktungsrechte an James Bond hält, ordentlich Druck auf alle Beteiligten. Mit Peter Morgan, Neal Purvis und Robert Wade hat man ein interessantes Autorentrio beisammen und Sam Mendes soll bereit stehen, um die Regie zu übernehmen. Doch alleine kann Eon die Produktion des Filmes nicht stemmen.

Wenn man sich vor Augen hält, dass die letzten beiden Bond-Filme mit Daniel Craig eine runde Milliarde Dollar allein an den Kinokassen eingespielt haben, dann erklärt sich, dass die Studios Sony und 20th Century Fox an den Rechten, die MGM an der Filmserie hält, stark interessiert sind. Doch möchten sie diese am Besten losgelöst von dem Rest der Konkursmasse kaufen, woran MGM kein Interesse haben kann.

Es kann also noch eine Weile dauern, bis James Bond sein nächstes Kinoabenteuer erlebt. Doch eines kann man mit Sicherheit sagen: James Bond will return.

Link 1: Bericht bei Stern.de
Link 2: Bericht bei Welt.de

1 Kommentar:

  1. Schade eigentlich, hatte ich von dem Film - mit diesem Cast & diesem Regisseur - einiges erwartet :/

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