Rezension: Rick Future 9: Das Sklavenschiff der Dru'hn (hoerspielprojekt)

Ich habe mich bemüht, auf Spoiler in dieser Rezension zu verzichten. Jedoch kann ich nicht ausschließen, dass sich jemand dennoch gespoilert fühlt. Wenn dem so sein sollte, bitte ich um Entschuldigung und rate dazu, diese Rezension erst nach Veröffentlichung des Hörspiels zu lesen.


Es ist gerade einmal etwas mehr als zwei Monate her, dass Serienerfinder und Autor Sven Matthias die achte Folge seiner Hörspielserie Rick Future präsentierte, da steht schon die nächste Episode in den Startlöchern. Dieses Mal sogar etwas früher als angekündigt, denn statt bis zum 18. Februar zu warten, legt Sven Matthias die bereits neunte Folge von Rick Future schon morgen vor, also am 4. Februar 2010.

Rick Future 9: Das Sklavenschiff der Dru'hn hat eine Laufzeit von ca. 51 Minuten und steht nach seiner Premiere beim Hörspiel-Radio von hoerspielprojekt (Start des Streams: 19:00 Uhr) auf der Website von Rick Future zum kostenlosen Download bereit.

Dieses Mal spitzen sich die Konflikte an Bord der Eric weiter zu, denn Solid ist nicht bereit, Cassandra als seine Mutter zu akzeptieren. Zeitgleich leidet Evi weiterhin unter merkwürdigen Gefühlsausbrüchen. Doch diese Spannungen sind nicht Ricks einziges Problem, denn ihn erreicht ein Notruf des Fordianers Captain Folib, dessen Vorgesetzter Huggins, ein Freund von Rick Future, sich in großer Gefahr befindet. Denn erneut ist eines der mysteriösen Gespensterschiffe aufgetaucht...

Mit der achten Folge wurde die zweite Staffel der Serie eingeläutet und Rick Future 9: Das Sklavenschiff der Dru'hn knüpft unmittelbar an die letzte Episode an. Newcomern sei an dieser Stelle empfohlen, wenigstens die achte Folge vor der aktuellen zu hören, weil manche Zusammenhänge dann besser nachzuvollziehen sind. Dies stellt aber kein Muss dar, denn die neue Folge funktioniert auch ohne den nötigen Background ausgezeichnet.

Regelmäßige Hörer der Serie werden sich darüber freuen, dass Sven Matthias wieder einige Figuren auftreten lässt, denen Rick und seine Freunde schon in der Vergangenheit einmal begegnet sind. Fans lieben solch einen Wiedererkennungseffekt und werden diesmal gut bedient.

Die Handlung ist von Beginn an dramatisch und actiongeladen. Dies hält sie bis zum Ende durch und erlaubt sich keine überflüssigen Längen. Ganz im Stile klassischer SF-Serials aus den 1930er (Flash Gordon, Buck Rogers u.a.) steht der Plot im Vordergrund, wobei auch immer noch genügend Raum für die Weiterentwicklung der Charaktere bleibt. Besonders positiv ist zu erwähnen, dass sich das neue Crewmitglied Garlyn immer besser in die Mannschaft einfügt und inzwischen eine interessante Bereicherung ist. Sven Matthias lässt ihm aber eine Charakterzüge und bügelt die Figur nicht platt, nur damit sie sich besser integrieren kann. So muss es sein.

Den außerirdischen Fordianern wird dieses Mal ein deutlich größerer Raum zugestanden, als es in der Vergangenheit der Fall war. Auch hier arbeitet der Autor unterschiedliche Charakterzüge bei den jeweiligen Figuren heraus, so dass diese an Individualität gewinnen, was die Identifikation mit den Außerirdischen deutlich erleichtert.

Im weiteren Verlauf der Handlung spitzt sich die Konfrontation mit dem mysteriösen Feind immer mehr zu und kulminiert schließlich in einem mörderischen Cliffhanger, den so wohl kaum jemand hat kommen sehen. Das ist zwar irgendwie gemein, doch macht dieses Ende richtig Appetit auf die nächste Folge.

Wie inzwischen gewohnt, leistet sich auch diese Folge von Rick Future keine Schwächen, was die Besetzung der Sprecherrollen angeht. Sven Matthias, Michelle Martin und Ralf Pappers bilden wieder den Kern der Crew und leisten erneut tolle Arbeit bei der Verkörperung ihrer Figuren. Tom Steinbrecher, Detlef Tams, Svenja Klotz und Christopher Albrodt nehmen ihre Rollen aus den vorgehenden Folgen der Serie wieder auf und können erneut überzeugen, was auch für den Rest des Casts gilt, dem man anhört, dass er großen Spaß beim Einsprechen hatte. Die Entscheidung, wieder auf erfahrene Sprecher und Sprecherinnen zu setzten, zahlt sich erneut aus.

Die Musik zum Hörspiel, wieder von Alexander Gühlke und Erdenstern, weiß durchaus zu gefallen. Vor allem auch deshalb, weil sie sich nicht in den Vordergrund drängelt, aber immer passend zur Stelle ist, wenn sie gebraucht wird. Die Soundeffekts sind ebenfalls gut gewählt und unterstützen die Handlung optimal. Was den Schnitt angeht, so ist Sven Matthias inzwischen ein alter Hase auf diesem Gebiet und schafft es problemlos zu kaschieren, dass auch diese Folge wieder dezentral eingesprochen wurde. Die Dialoge sind so fließend, als hätten sich die Sprecher dafür im Studio getroffen. So etwas macht viel Arbeit und sollte nicht zu gering geschätzt werden.

Dies gilt auch für das Cover bzw. Booklet der Folge, das erneut von Wolfram Damerius mit großer Liebe zum Detail geschaffen wurde. Nicht, dass die Cover in der Vergangenheit schlecht gewesen wären, doch Damerius holt einfach mehr aus den Figuren heraus, die er zeichnet.

Auch die neunte Episode macht von Anfang bis Ende Spaß und macht deutlich, dass immer noch mächtig Potential für viele weitere spannende Abenteuer in der Serie steckt. Wer professionell gemachte Hörspielunterhaltung aus dem Genre der Science-Fiction sucht, der ist bei Rick Future 9: Das Sklavenschiff der Dru'hn genau richtig.


Link 1: Offizielle Website von Rick Future
Link 2: Website von hoerspielprojekt.de

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