Rezension: Bermuda 1963 2: Die Quelle der Macht

Von vielen heiß erwartet, feiert die zweite Episode der Hörspielserie Bermuda 1963 am heutigen Abend ihre Premiere beim Eventradio Channel11. Im Anschluss steht sie auf der Website der Serie zum kostenlosen Download bereit.

Lambert, Eileen und Quintin verschlägt es diesmal nach Mexiko, genauer gesagt in einen alten Tempel in der Nähe Yucatans. Dort schließt sich ihnen noch Luke Atkins an, seines Zeichens ein alter Bekannter Lamberts. Die Erforschung des Tempels auf der Suche nach der Plysathiolquelle ist sehr gefährlich, denn etwas Uraltes bewacht diesen Ort schon seit Tausenden von Jahren. Zur selben Zeit bekommt es Professor Sawyer in seinem Haus mit dem mysteriösen Mr. Hawk und dessen Handlangern Steve und Cole zu tun. Hawk will mehr über die Pläne Sawyers erfahren, doch dieser ist nicht ohne Widerstand bereit, seine Geheimnisse zu offenbaren.

Endlich geht es weiter mit den Abenteuern von Lambert, Eileen & Co und wieder präsentiert uns Sven Matthias einen bunten Mix aus Action, Spannung, Mystery und Science-Fiction. Wer die erste Folge noch nicht kennt, der sollte dies vor dem Hören der neuen Episode nachholen, denn Bermuda 1963 2: Die Quelle der Macht steigt direkt in die Handlung ein, ohne dem Hörer in einem Rückblick nochmals in Erinnerung zu rufen, was in der ersten Folge geschah. Dafür geht es gleich actiongeladen los. Die Vortitelsequenz stimmt den Hörer sehr schön darauf ein, was ihn in der kommenden Stunde erwartet. Und das ist eine ganze Menge Action. Wie man es vom großen Vorbild Indiana Jones kennt, so muss sich Abenteurer Lambert Carlton mit jeder Menge Gefahren fertig werden, von denen wir Normalsterbliche wahrscheinlich nicht mal eine überleben würden. Doch unser Held, unterstützt von seinen Begleitern, lässt sich nicht so einfach unterkriegen.

Autor Sven Matthias hat die Handlung jederzeit im Griff und treibt sie zielsicher ihrem Höhepunkt entgegen. Die Tiefe der Dialoge tritt zuweilen gegenüber der Action in den Hintergrund, doch wird auch niemand ernsthaft von unseren Helden erwarten, tiefschürfende Dialoge zu führen, während sie um ihr Leben fürchten müssen. Dennoch haben sie das notwendige Niveau und kommen darum nicht so sinnfrei daher, wie man es bisweilen im Kino serviert bekommt. Ohnehin sollte der Hörer gut zuhören, denn in dieser Folge kann er einige Neuigkeiten über das Mysterium rund um das Bermuda-Dreieck erfahren. Es deutet sich zumindest an, in welche Richtung die Reise weitergehen könnte und diese Richtung gefällt mir sehr gut.

Sven Matthias spricht in gewohnter Manier wieder den Titelhelden und kann sich ansonsten wieder auf die Stimmen aus der ersten Folge der Serie verlassen. Bedingt durch die Story, ist der Part von Tabitha Hammer, welche Eileen Rose spricht, diesmal sogar noch größer ausgefallen als beim letzten Mal. Sie dankt es dem Autor mit einer starken Leistung, die keinen Anlass zur Klage gibt. Dies gilt auch für Roman Ewert (Quintin) und Dirk Hardegen (Luke Atkins). Hardegen hat hörbar Spaß daran, den verschlagenen und raffgierigen Atkins zu spielen und die Figur profitiert in ihrer Glaubwürdigkeit stark davon. Auch alle weiteren Sprecher können überzeugen. Große Ausreißer gibt es nicht.

Die Soundkulisse steht bei diesem Hörspiel im Vordergrund, gilt es doch, im Kopf des Hörers das Bild des Inneren eines uralten Tempels zu erzeugen, der für seine Besucher doch etliche Überraschungen bereithält. In dieser Hinsicht ist dieses Hörspiel wohl das Anspruchsvollste, was Sven Matthias bislang produziert hat, denn die Masse des Hörspiels findet in dem Tempel statt. Hier kann Bermuda 1963 2: Die Quelle der Macht wirklich überzeugen. Die Stimmung überträgt sich sehr schnell auf den Hörer und lässt ihn für den Rest der Geschichte nicht wieder los. So muss es sein! Der Soundtrack unterstützt die Handlung in toller Weise, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. In diesem Zusammenhang sei angemerkt, dass die Serie eine neue Titelmelodie bekommen hat, die sehr gut die Stimmung der Serie vermittelt. Allerdings hatte das alte Intro einen gesprochenen Teil, der nun weggefallen ist. Schade, den hätte man beibehalten können. Wo wir gerade davon sprechen: Hiermit oute ich mich als Fan von gesprochenen Credits. Früher hat es das bei Produktionen des hoerpielprojekts gegeben, doch seit einiger Zeit verzichtet man darauf. Schade.

Edit: Wie ich inzwischen erfahren habe, wird die Version, die ab heute Abend zum Download bereitsteht, gesprochene Credits enthalten. Sehr schön!

Bermuda 1963 2: Die Quelle der Macht stellt gegenüber dem ersten Teil nochmals eine Steigerung dar. Besonders die Stimmung, die in diesem Hörspiel vermittelt wird, begeistert den Hörspielfan. Hier liegt der Grund, warum dieses Hörspiel das vielleicht Beste ist, was Sven Matthias bislang realisiert hat. Dieses Hörspiel kann problemlos als Referenz dafür herhalten, was heutzutage in kostenlosen Hörspielen geleistet wird: Jede Menge.

Nun heißt es wieder warten, bis auch der dritte Teil der Reihe zum Download bereitsteht. Sven, bitte halt Dich ran!




Link: Website zur Serie Bermuda 1963

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