Rezension: Die Windsängerin 1: Schatten über Westonbridge

Mit Die Windsängerin 1: Schatten über Westonbridge liegt nun der erste Teil eines zweiteiligen Hörspiels vor, dass von vielen Fans der Produktionen des hoerspielprojekts mit großer Spannung erwartet wurde.

Geschieben wurde die Geschichte von Sven Matthias, der inzwischen eine feste Institution auf dem Sektor kostenloser Hörspiele ist. Dieses Mal hat er außerdem auch den Schnitt und die Regie übernommen. Wie in vielen seiner anderen Projekte ist er auch in der Hauptrolle selbst zu hören. Als weitere Sprecher hat er mit Martin Sabel. Tabitha Hammer, Detlef Tams, Conny Hartmann und Sandra Sances erfahrene Stimmen versammelt.


Die Musik liegt in den bewährten Händen von Alexander Gühlke und diesmal steuert sogar der Rock & Pop-Chor
Colors of Voice ein Stück zum Soundtrack bei. Insgesamt sehr beachtlich, was da an creativer Erfahrung aufgeboten wurde.

Die Windsängerin 1
hat eine Laufzeit von ca. 78 Minuten und steht ab dem 18. Mai 2009 um 20:00 zum kostenlosen Download bereit. Der Link dorthin findet sich am Ende der Rezension.


Zum Inhalt:


Der Autor Rynan Kenrick leidet nach dem Tod seiner Frau an einer Schreibblockade. Auf Druck seiner Verlegers zieht er sich für einige Zeit in dessen Landhaus auf der Insel Haddington Island zurück. Begleitet wird er dabei von seinem besten Freund Dan Gusbird und dem Hausmädchen Olivia.


Doch plötzlich geschehen merkwürdige Dinge, die in dem beschaulichen Dorf Westonbridge ihren Anfange nehmen. Auf einem Friedhof trifft Kendrick auf eine Frau namens Chloé, die Ryan sehr an seine verstorbene Frau erinnert und deren Mutter sich vor kurzer Zeit das Leben genommen hat. Bald stellt sich ihm die Frage, welches Geheimnis wohl hinter dem Verschwinden Chloés Geschwistern steckt. Bei seinen Recherchen kommt Ryan hinter ein uraltes Geheimnis. Die Ereignisse überschlagen sich und Ryan zahlt einen hohen Preis für seine Entdeckung...


Kritik:


Wenn die Erwartungen sehr hoch sind, dann läuft man auch schnell Gefahr hinterher enttäuscht zu sein. Meine Erwartungen an die Windsängerin waren sehr hoch, zu hoch vielleicht, denn bislang bin ich von der Geschichte noch nicht vollends überzeugt. Dies mag sich ändern, wenn auch der zweite Teil des Hörspiels vorliegt und damit die Möglichkeit besteht, die Geschichte als Ganzes zu beurteilen.


Was die Sprecher angeht, so kann man hier nur das größtmögliche Lob aussprechen. Bis in die Nebenrollen liefern alle Beteiligten eine hervorragende Leistung ab. Sven Matthias und Martin Sabel füllen ihre Rollen spielend mit Leben und Tabitha Hammer könnte auch das Telefonbuch vorlesen und ich würde es mir stundenlang anhören. Detlef Tams spielt den Geistlichen mit der nötigen Strenge und Sandra Sances, die schon in Bathory 3 überzeugen konnte, beweist hier wieder einmal ihr Können.


Auch von musikalischer Seite kann man gar nicht anders, als restlos begeistert zu sein. Alexander Gühlke trifft mit seiner Musik immer ins Schwarze. Ob er nur das Klavier einsetzt oder zu Orchesterklängen greift, die Musik unterstützt alle Szenen optimal. Auch die Leistung des Chors
Colors of Voice muss lobend erwähnt werden.

Die Geräusche schafften einen Klangraum, der den Hörer schon nach wenigen Minuten in seinen Bann zieht und für großes Kopfkino sorgt. Da hört man das Rauschen des Meeres während in der Ferne die Glocke einer Kirche zu hören ist. Einfach toll. Man merkt sehr deutlich, welch großer Aufwand getrieben wurde und er zahlt sich restlos aus.


Inhaltlich stellt Autor Sven Matthias bereits in den ersten drei Minuten klar, in welches Genre sich sein neues Werk einordnen lässt. Diesmal ist es das Genre des psychologischen Horrors oder der Mystery, denen man Die Windsängerin zuordnen kann. Und mysteriös geht es auch über die gesamte Laufzeit dieses ersten Teils zu. Dabei werden die grundsätzlichen Fakten schnell erläutert und die Hauptpersonen zügig eingeführt. Wir erfahren, warum Kenrick auf der Insel ist und bekommen Informationen über seinen persönlichen und beruflichen Background. Die Begleiter Dan Gusbird und Olivia haben gleich zu Beginn ihren ersten Auftritt. Das gefällt mir sehr, da es hilft, den Einstieg in die Geschichte für den Hörer einfacher zu machen. Man merkt hier, dass Sven Matthias ein erfahrener Autor ist.


Auch in der Folge weiß die Geschichte zu gefallen, auch wenn sie nicht frei von Klischees ist. Doch geht es ja nicht darum, das Rad neu zu interpretieren, sondern eine spannende Geschichte zu erzählen. Insgesamt jedoch ist mir das Tempo der Erzählung einfach zu niedrig. Sicher ist das so gewollt, doch wenn man sich vor Augen hält, was eigentlich in diesen fast 78 Minuten wirklich passiert ist, dann fällt die Ausbeute doch etwas mager aus. In diesem ersten Teil wurde viel für das gesät, was Sven Matthias im zweiten Teil wohl ernten will. Vorerst bleibt der Hörer noch etwas hungrig zurück, denn Antworten auf die vielen Fragen, die im Verlauf der Handlung aufgeworfen wurden, gibt es erst im zweiten Teil.


Mehr als bei den bisherigen Zweiteilern, die Sven Matthias zum Beispiel für Rick Future geschrieben hat, merkt man der Geschichte an, dass sie als Gesamtwerk angelegt wurde und ihre wahre Qualität erst dann entfalten kann, wenn man sie als Ganzes hört.



Fazit:


Mit Die Windsängerin 1: Schatten über Westonbridge legen Sven Matthias und das
hoerspielprojekt den ersten Teil einer interessanten Geschichte vor, deren Auflösung man mit Spannung erwarten kann. Von technischer Seite und was die Sprecherleistungen betrifft, ist eine Steigerung kaum noch möglich. Inhaltlich bin zuversichtlich, dass die Geschichte noch zulegen kann und wird, denn Sven Matthias hat mich noch nie enttäuscht.


Link:
Download auf der Website zum Hörspiel




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