Filmpiraterie fördert Terrorismus? Eine Studie zum Thema

Die Rand Corporation, eine Non-Profit-Forschungsorganisation, hat am 3. März die Ergebnisse einer Studie vorgestellt, die im Auftrag der Motion Picture Association durchgeführt wurde.

In dem Bericht mit einem Umfang von 182 Seiten, welcher den Titel
Film Piracy, Organized Crime and Terrorism trägt, untersuchen die Autoren den Grad an organisierter Kriminalität im Berich der Filmpiraterie und gehen auch der Frage nach, inwieweit terroristische Organisationen Erlöse aus dem illegalen Kopieren und Verkaufen von Filmen als Einnahmequelle zur Finanzierung ihrer Aktivitäten nutzen.

Dabei kommt die Studie zu dem Schluss, dass Terrorgruppen bislang noch nicht in hohem Maße in diesem Markt aktiv sind. Allerdings werden drei Fälle genannt, in denen Filmpiraterie bereits zur Unterstützung von Terrorgruppen beigetragen hat. So im Falle der IRA in Nordirland, einer indischen Gruppe, welche für Anschläge im Jahre 1993 verantwortlich gemacht wird und einer Südamerikanischen Organisation, die mit Raubkopien die Hisbollah finanziert.


Anders sieht es bei der organisierten Kriminalität aus. Verbrechersyndikate betätigten sich in hohem Maße am Geschäft mit mit Raupkopien und dies sei nach Ansicht von Hauptautor Greg Treverton auch nicht überraschend: Die Gewinnmargen seien sehr hoch und die Risiken vergleichsweise gering. Dies gelte vor allem auch für die Strafen. Die Margen beim Verkauf von Raubkopien würden z.B. jene von iranischem Heroin oder kolumbianischem Kokaine übersteigen. Auf der anderen Seite wandere man in Frankreich für den Vertrieb von Raubkopien zwei Jahre ins Gefängnis. Bei Drogendelikten seinen es zehn Jahre.


Wer eine Raubkopie kaufe, der könnte sehr wohl davon ausgehen, dass zumindest ein Teil des Geldes an Verbrechersyndikate gehe, die wiederum auch Terror finanzieren würden. Besonders in Russland, Südamerika und Asien sei der Markt der Filmpiraterie eindeutig in der Hand der Mafia.


Für diese Studie wurden 14 Fallstudien durchgeführt und über 120 Personen aus mehr als 20 Ländern befragt, die für Strafverfolgungsbehörden oder Nachrichtendienste arbeiten. Die Autoren geben an, sie hätten über 2000 Seiten an Unterlagen gesichtet.


Link:
Film Piracy, Organized Crime and Terrorism: Ein Bericht der Rand Copr.

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