Was auf die Ohren: SF-Hörspiele im Monat Oktober 2016

Der Herbst steht vor der Tür, die Tage werden kürzer. Eine gute Gelegenheit, es sich mit einem guten Hörspiel zu Hause gemütlich zu machen. Nachfolgend ein erster Blick darauf, was der Oktober für den geneigten Genre-Fan so parat hält.


Auf die Freunde von Abenteuer-SF im viktorianischen Gewand wartet ab dem 7. Oktober das Hörspiel Jules Verne – Die neuen Abenteuer des Phileas Fogg Folge 6: Der Leuchtturm am Ende der Welt aus dem Hause Maritim.

Auf ihrer Reise über die Meere werden Phileas Fogg und seine Gefährten an einem einsam gelegenen Leuchtturm auf einer Insel vor der argentinischen Küste abgesetzt. Schnell wird deutlich, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zugeht und dass jemand ein falsches Spiel betreibt. Was haben beispielsweise die unheimlichen Leuchtfeuer unten in der Bucht zu bedeuten? Sind sie das Werk einer berüchtigten Piratenbande? Fogg wird klar, dass er einen harten Kampf ausfechten muss, um das Licht am Ende der Welt zu verteidigen. Es kommt zu einer schicksalhaften Begegnung mit alten und neuen Widersachern, die sich Foggs Tod auf ihre Totenkopf-Fahnen geschrieben haben. (Ankündigungstext)

Nach Folge 5: Das Geheimnis der Eissphinx (meine Rezension) ist es auch dieses Mal wieder Autor Marc Freund, der Phileas Fogg (gesprochen von Sasha Draeger), dessen Frau Aouda (Annina Braunmiller) und den Diener Passepartout (Marius Clarén) in dieser Produktion von WinterZeit Studios auf Reisen schickt.


Von den Ozeanen unser Welt hinaus ins All: Hinter den Linien war der junge Mark Brandis schon (Folge 4), und auch im Mondschatten befand er sich bereits (Folge 8). Zuletzt reiste er in Folge 9 zur Endstation Pallas. Doch ab dem 21. Oktober 2016 kommt es für den Raumkadetten in Folge 10 knüppeldick, denn Folgenreich und Interplan schicken ihn dorthin, wo man nun wirklich nicht sein möchte: nämlich Zwischen den Fronten.

Gerüchte um eine geplante Eroberung der Republikenkolonie auf dem Mars verdichten sich. Mark Brandis, Alec Delaney, Annika Melnikova und Rob Monnier sind seit Monaten auf Einsätzen in den Krisen- und Kriegsgebieten. Während einer Pause erfahren die Freunde, dass ausgerechnet ihr ansonsten tadelloser und überkorrekter Ausbilder Lt. Eckmann, der bereits seit Monaten ungewöhnlich reizbar und verschlossen gewirkt hatte, spurlos verschwunden ist. Er wird wegen Fahnenflucht gesucht und soll vors Kriegsgericht gestellt werden. Mark hingegen ahnt den wahren Grund seines Verschwindens: Er vermutet, Lt. Eckmann sucht seine offiziell für tot erklärte Ex-Geliebte Alba Bravo in der Republikenkolonie auf dem Mars, um sie zurückzugewinnen. Gemeinsam mit Annika, Alex und Rob begibt sich Mark auf eine riskante Exkursion in feindliches Gebiet, um Lt. Eckmann vor dieser gefährliche Dummheit abzuhalten. In der Zwischenzeit erreicht Eckmann mit Hilfe eines späteren Wegbegleiter und guten Freund Mark Brandis‘ die Weltraumstation „Lagrange V“ und nimmt tatsächlich Kontakt mit Alba Bravo auf, doch beide ahnen nicht, dass sie von einem chinesischen Kommissar überwacht wird…

Mark Brandis – Raumkadett Folge 10: Zwischen den Fronten wartet mit der Stammbesetzung aus Daniel Claus (Mark Brandis), Sebastian Fitzner (Robert Monnier), Sebastian Kluckert (Alec Delaney) und Friedel Morgenstern (Annika Melnikova) auf; Wanja Gerick und Leon Boden sind ihren wiederkehrenden Rollen als Lt. Wilhelm Eckmann bzw. Maj. Richard Westhoff abermals mit von der Partie. Als Alba Bravo wird erneut von Manja Doering verkörpert, während Martin Wehrmann mit Iwan Stroganow jene Rolle wieder aufnimmt, die er bereits in der Originalserie Mark Brandis über Jahre gespielt hatte. Fang Yu, Dagmar Bittner, Artur Weimann, Tilmar Kuhn, Georg Matthias, Jennifer Bischof und Dirc Simpson runden den Cast ab.

Hier ist eine Hörprobe zum kommenden Hörspiel:



Das Skript für Folge 10: Zwischen den Fronten stammt wie gehabt von Balthasar v. Weymarn, Sounddesign und Musik besorgte Jochim-C. Redeker, für das Cover war Alexander Preuss zuständig. Die Laufzeit des Hörspiels gibt Folgenreich mit ca. 62 Minuten an. In den Handel kommt das neue Abenteuer von Mark Brandis – Raumkadett am 21. Oktober 2016.



Am 25.11.2016 erscheint zudem die zweite Hörspielbox zu Mark Brandis – Raumkadett mit dem Titel Über Grenzen. Enthalten sind die Folgen 4 bis 6 der Serie (Hinter den Linien, Der Aladin-Schachzug, Woran Du glaubst), womit die erste Raumkadett-Staffel dann komplett in Box-Sets vorliegt. Wer bislang noch nicht dazu gekommen war, in die Serie einzusteigen, dem bieten die beiden Boxen (die erste heißt Neue Welten) dazu eine preiswerte Möglichkeit.


Ebenfalls am 21. Oktober erscheint mit Heliosphere 2265 – Folge 7: Die Opfer der Entscheidung noch eine weitere Interplanar-Produktion. Dieses Mal jedoch für Greenlight Press, wo auch die gleichnamige Romanvorlage von Andreas Suchanek erscheint.

Der Ankündigungstext verrät:

Noch nie war die Situation so aussichtslos. Die Parlieden machen weiterhin Jagd auf die Hyerion, um sich für den Anschlag auf ihre Heimatwelt zu rächen, und das Schiff kann nicht entkommen. An Bord herrscht unterdessen Chaos: Loyalisten des neuen Regimes kämpfen gegen die Rebellen. Captain Cross muss akzeptieren, dass seine Entscheidung weitreichende Konsequenzen hat und Opfer kosten wird.

Ab Folge 7 bekommt der Sprechercast von Heliosphere 2265 hochkarätige Verstärkung: Maria Koschny, bekannt unter anderem als Stimme von Jennifer Lawrence (Katniss Everdeen in den Die Tribute von Panem-Filmen), wird Kristen "Kirby" Belflair ihre Stimme leihen. Der Auftritt in dieser wichtigen Rolle ist bereits der zweite innerhalb der Serie. So hatte Koschny zuvor bereits Paramedic Syra Pembleton verkörpert.

Eine Hörprobe ist zwar noch nicht online, wird im Vorfeld der Veröffentlichung aber noch erscheinen.



Soviel für den Moment. Bei Bedarf werde ich den Ausblick natürlich noch aktualisieren. Der Oktober hat aber auch so durchaus etwas für die Anhänger Hörspiel-Science-Fiction bieten. Und ich werde darum auch wieder einiges zu rezensieren haben. Soll mir nur allzu recht sein.

Hörspielrezension: «Alien - In den Schatten» (Audible Studios)


Mit seinen Eigenproduktionen hat sich Audible inzwischen als feste Größe im deutschen Hörspielmarkt etablieren können. Nach der Vertonung von Orson Scott Cards Roman Ender's Game im Jahre 2013 widmet man sich nun mit Alien – In den Schatten abermals dem Science-Fiction-Genre. Das Hörspiel basiert auf dem gleichnamigen Roman von Tim Lebbon, hat eine Spielzeit von ca. viereinhalb Stunden und ist seit dem 22. September 2016 erhältlich.

Wenn man Audibles Worten Glauben schenken darf, dann wurde Tim Lebbon, dessen Name inzwischen auf gleich mehreren Dutzend Romanen prangt, bereits viermal mit dem British Fantasy Award und einmal mit dem Bram Stoker Award ausgezeichnet. Ein erfahrener und zugleich erfolgreicher Autor ist er also zweifelsohne. Doch auch solchen Menschen verweigert die Muse gelegentlich ihren Kuss, und bei Lebbon war dies offensichtlich während des Schreibens von Alien – In den Schatten (org.: Alien: Out of the Shadows) der Fall. Um Enttäuschungen zu vermeiden, sollte man als Alien-Fan daher nicht mit der Erwartung bzw. Hoffnung dieses Hörspiel herangehen, Lebbon könnte es gelungen sein, der Thematik neue Facetten abzugewinnen. Denn genau das Gegenteil ist der Fall. Lebbon ist für seine zwischen den ersten beiden Alien-Filmen verortete Geschichte nämlich nichts anderes eingefallen, als sie als eine Art "Best of" von Alien und Aliens - Die Rückkehr zu konzipieren: Statt auf der Nostromo spielen weite Teile der Handlung dieses Mal auf dem Raumfrachter Marion, der im Orbit um den den Planeten LV178 kreist, auf dem sich eine Minenkolonie befindet, von wo aus mit einem Shuttle mehrere Aliens auf die Marion eingeschleppt werden. Doch nicht nur mit den Xenomorphen an Bord des Raumschiffs bekommt es dessen Crew zu tun, sie muss sich auch denen auf LV178 stellen: Da die Marion aufgrund eines Unglücks in absehbarer Zeit in der Atmosphäre des Planeten verglühen wird, ist die Mannschaft um den Chefmechaniker Hooper gezwungen, sich zu Minenkolonie – also quasi in die Höhle des Löwen – zu begeben, um dringend benötigte Ersatzteile zu beschaffen, die man braucht, um noch rechtzeitig ein Rettungsshuttle flott zu bekommen. Unerwartete Hilfe in ihrem Überlebenskampf bekommt die Besatzung der Marion durch Ellen Ripley, deren Fluchtkapsel auf mysteriöse Weise zum Standort der Marion umgeleitet wurde....

Wenngleich Alien – In den Schatten in Sachen Originalität nicht gerade punkten kann, so besitzt die Geschichte dennoch eine ordentliche Portion Unterhaltungswert, da Lebbon ausreichend Spannung aufbaut und es auch an Action nicht gerade mangeln lässt. Er findet einen geeigneten Weg, um Ripley in die Story zu integrieren und am Ende den Plot so aufzulösen, dass er sich anständig in die Alien-Timeline einfügt. Aus den gleichen Gründen versteht auch die seit dem 22 September 2016 erhältliche Hörspielfassung des Romans zu unterhalten. Produziert wurde sie im Auftrag der Audible Studios vom Berliner Studio Xberg im sogenannten Film-Synchron-Modus: Die englischen Dialoge wurden gegen deutsche ausgetauscht, das Sounddesign der vom Briten Dirk Maggs produzierten und geschriebenen originalen Version sowie der Score von James Hannigan blieben vollumfänglich erhalten. Als Konsequenz daraus besitzen beide Fassungen des Hörspiels die gleiche Laufzeit, obwohl die englische Sprache bekanntermaßen deutlich kompakter ist als die deutsche. Die Regie wurde Hauke Hilberg übertragen, der mit dieser Produktion seinen Einstand im Hörspielbereich gibt, nachdem er bislang als Regisseur von Werbespots tätig war. Hilberg leistet saubere Arbeit, wobei er sich auf die Erfahrung gestandener Sprecherinnen und Sprecher wie Dietmar Wunder (Chris Hooper), Karin Buchholz (Ellen Ripley), Bernd Vollbrecht (Ash), Anke Reitzenstein (Kasyanov), Roman Kretschmer (Lachance), Ann Vielhaben (Sneddon), Konrad Bösherz (Baxter) u.a. verlassen kann. Der qualitativ hochwertigen Besetzung gelingt es spielend, die Figuren vor dem inneren Auge des Zuhörers zum Leben zu erwecken, zumal man mit Karin Buchholz die Synchonstimme von Sigourney Weaver aus Alien – Die Wiedergeburt aufbietet. In den Alien-Filmen, zwischen denen sich Alien – In den Schatten einpasst, war zwar Hallgard Bruckhaus die Stimme von Ellen Ripley (und auch in Alien 3 war sie es noch), doch das tut der Sache keinen Abbruch – das Alien-Feeling stellt sich definitiv ein, woran natürlich vor allem Klangkulisse entscheidenden Anteil hat, welche die Atmosphäre der Filme sehr schön einfängt und zu diesem Zweck auch Soundeffekte aus den Streifen übernimmt. Die Musik von James Hannigan hält sich dagegen dezent im Hintergrund und setzt darum keine besonderen Akzente.

Audible gefällt sich darin, auf seine Eigenproduktionen Begriffe anzuwenden, die mitunter verwirrend oder nicht zielführend sind. So spricht man gerne von "ungekürzten Hörspielen", obwohl alternativ gar keine gekürzte Fassung angeboten wird und bei einer Bearbeitung als Hörspiel naturgemäß jede Menge Text entfällt, der in der Romanvorlage enthalten ist – man denke nur an die ganzen Beschreibungen, die im Hörspiel durch Soundeffekte ersetzt und/oder in die Dialoge eingeflochten werden. Alien – In den Schatten bewirbt man nun mit dem Zusatz "die komplette Staffel". Das klingt gewichtig. Und tatsächlich existiert die Möglichkeit, dieses Hörspiel in 10 Teilen mit jeweils ca. 30 Minuten Laufzeit zu erwerben. Doch wer sich für jene Option entscheidet, wählt zugleich den teuerste Möglichkeit, an dieses Hörspiel zu gelangen: Die zehn Einzelkäufe (ohne Abo) summieren sich nämlich auf 29,50 Euro, während für das Gesamtpaket mit 20 Tracks (plus einer PDF-Datei) ohne Abo 19,95 Euro fällig werden. Für Abonnenten fällt die Preisdifferenz sogar noch krasser aus: 27,50 Euro für die 10 einzelnen Kapitel stehen 9,95 Euro bei Komplettkauf gegenüber. Aber für welche Kauf-Variante man sich auch entscheidet, stets erhält man die viereinhalb Stunden lange Adaption des Alien-Romans von Tim Lebbon. Ende. Aus. Wollte man die Produktion also unbedingt mit einem Zusatz versehen, dann wäre "Der Roman als Hörspiel" der treffende. Wo ist das Problem?

An insgesamt drei Romanen, die alle zum offiziellen Alien-Kanon gezählt werden, hat Audible die Vertonungsrechte erworben. Und mit Alien – In den Schatten wurde nun auch in Deutschland der Startschuss zu dieser Trilogie gegeben. Der Eindruck, den diese Produktion hinterlässt, ist dabei recht ambivalent, denn einer überaus konventionellen Geschichte, die anstelle des Beschreitens eigener Wege lieber ehrfürchtig Alien und Aliens – Die Rückkehr zitiert, steht eine akustische Umsetzung gegenüber, die von überzeugenden Sprecherleistungen und einer stimmungsvollen Geräuschkulisse gekennzeichnet ist. Dass es in der Endabrechnung nach einigem Abwägen dann doch zu einer Empfehlung reicht, verdankt Alien – In den Schatten dem Umstand, dass der Gehalt an Spannung und Action groß genug ist, um keine Langeweile aufkommen zu lassen. Doch man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass inhaltlich deutlich mehr drin gewesen wäre. Hoffentlich kann sich die nächste Adaption in dieser Hinsicht steigern.



Alien – In den Schatten ist eine Produktion des Hörspielstudios Xberg im Auftrag von Audible Studios. Seit dem 22. September 2016 ist es als Download erhältlich.


Lesetipp: Verzeichnis meiner Hörspielrezensionen


Cover: Copyright Audible

Buchbesprechung: «Invasion der Zukunft - Die Welten der Science-Fiction» von Hans-Peter von Peschke (Theiss Verlag)


Die Science-Fiction gehört zu den vielseitigsten Genres überhaupt. In der Tat nennt sie so viele unterschiedliche Ausprägungen ihr Eigen, dass es gar nicht so einfach ist, den Überblick zu behalten oder - sofern man neu in die SF einsteigt - ihn überhaupt erst zu bekommen. Hans-Peter von Peschke, von Haus aus promovierter Historiker, Publizist, Journalist und zudem langjähriger bekennender Science-Fiction-Fan, möchte da Hilfestellung leisten. Sein neues Buch trägt den Titel Invasion der Zukunft – Die Welten der Science-Fiction und ist mit einem Umfang von 320 Seiten am 12. September 2016 beim Theiss Verlag, einem Imprint der WBG (Wissenschaftliche Buchgesellschaft), erschienen.

Science-Fiction zeigt die Zukunft in kühnen technischen Visionen von gigantischen Städten, in denen Raumschiffe herumflitzen und Roboter weisen Herrschern jeden Wunsch erfüllen. Ebenso bedient sie existenzielle Alpträume von der totalen Kontrolle, der Allmacht der Computer und dem Leben nach dem Atomkrieg. Willkommen in der Welt von ›Star Wars‹, ›X-Men‹, ›Dune‹ und ›Perry Rhodan‹! Dieses Buch bietet einen konkurrenzlos umfassenden Überblick zu allen Bearbeitungen des Genres in Literatur, Comic, Film, TV und Computerspiel. Pointiert geschrieben, klar gegliedert und amüsant zu lesen, nimmt es uns mit auf eine intergalaktische Zeit-Reise und verrät noch obendrein, was Zukunftsträume über unsere Gegenwart sagen. (Inhaltsbeschreibung auf der Verlagswebsite)

Es gibt unterm Strich zwei Strategien, wie man das Projekt einer Überblicksdarstellung zum Thema Science-Fiction angehen kann: Entweder, man arbeitet nacheinander die maßgeblichen Medien Literatur, Film, Fernsehen etc. ab, oder man stellt die zentralen Themen und Motivkreise des Genres in den Mittelpunkt der Betrachtung. Hans-Peter von Peschke hat sich für letztere Vorgehensweise entschieden. Eine gute Wahl, denn so kann er sich in seinem Buch auf ausgewählte Werke der vorgenannten Medien beziehen und geht gleichzeitig dem Vorwurf mangelnder Vollständigkeit direkt aus dem Weg. Deutet bereits die Einleitung, in der einen der Autor auf eine Zeitreise mitnimmt, die große inhaltliche Vielfalt der Science-Fiction an, so offenbart sie sich dem Leser in den sich anschließenden 10 Kapiteln dann vollends. Die thematische Bandbreite reicht dabei von Utopie und Dystopie, über Technoträume und Katastrophenszenarien, bis hin zu Alternativwelten und der Eroberung des Weltalls; dem deutschen SF-Urgestein Perry Rhodan widmet von Peschke sogar ein eigenes Kapitel. Jedes Kapitel gliedert sich wiederum in mehrere Unterpunkte, so dass innerhalb des jeweiligen Themenfelds relevante Motivkreise oder auch besonders einflussreiche TV-Serien bzw. Filmreihen behandelt werden können. Abgerundet werden die Kapitel durch kurze Exkurse, genannt SF-Spezial, die graphisch vom übrigen Text abgegrenzt sind. Da die einzelnen Kapitel vom Autor als in sich abgeschlossene Einheiten angelegt wurden, stellt die Reihenfolge, in der sie Eingang ins Buch fanden, lediglich einen Lesevorschlag dar. Wer mag, kann entsprechend den eigenen Präferenzen problemlos von ihr abweichen und einem individuellen Pfand durch die Welten der Science-Fiction folgen. Am Schluss des Buches listet eine Bibliographie neben Sekundärliteratur zudem die im Text genannten Romane, Serien, Filme und Computerspiele auf.

Von Peschke ist ein profunder Kenner der Materie, daran besteht nach der Lektüre seines Buches kein Zweifel. Einem Schubladendenken, das die SF in das Korsett einer in Stein gemeißelten Genredefinition zwängt, erteilt er bereits im Vorwort eine Absage. Vielmehr wendet er eine breit angelegte Definition an, die sich mehr an der Wahrnehmung der SF durch das Publikum orientiert. Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass er u.a. der Zombie-Thematik, die sich der SF zumeist lediglich als Hilfsmittel zur Begründung für den Ausbruch einer Untoten-Epidemie bedient, in seinem Buch Raum einräumt. Persönlich scheint von Peschke hingegen einer übermäßig starken Vermischung der Science-Fiction mit anderen Genres (wie beispielsweise der Fantasy) nur bedingt etwas abgewinnen zu können, wie er zwischen den Zeilen immer wieder durchscheinen lässt. Von Dogmatismus ist er zwar weit entfernt, doch es gibt für ihn offenbar Grenzen des Zulässigen. Eine überaus gesunde Einstellung, die Flexibilität und gleichzeitig ein Bekenntnis zu den Grundlagen des Genres miteinander in Einklang bringt.

Invasion der Zukunft – Die Welten der Science-Fiction wendet sich in erster Linie an Neueinsteiger oder gelegentliche SF-Konsumenten, weiß durch einen pointierten, kurzweiligen Stil jedoch auch langjährige Science-Fiction-Fans zu unterhalten. Als Historiker versteht es von Peschke anschaulich herauszuarbeiten, wie sich im Laufe der Jahrzehnte unter dem Einfluss gesellschaftlicher Veränderungen Schwerpunkte und Fragestellungen innerhalb der SF verändert haben, wie das Genre Zukunftsglauben und Ängste aufgegriffen und reflektiert hat, um seinerseits zu inspirieren, aber auch vor zukünftigen Entwicklungen zu warnen. Dieser Wechselwirkung verdankt die Science-Fiction ihre ungebrochene Populariät, und der erklärte SF-Fan von Peschke erweist ihr und ihren zahlreichen Spielarten mit einem Buch die gebührende Reverenz. Gleichwohl zeigt er dabei auch Schattenseiten auf, wenn er beispielsweise den Einfluss rechten Gedankenguts auf die Military-SF thematisiert oder die starke männliche Dominanz im Genre bemängelt. Und auch für das deutsche SF-Fandom der alten Schule mit seiner Neigung, sich in kleinliche Grabenkämpfe zu verstricken, hat von Peschke Kritik übrig. Sein Ausblick auf die Zukunft der Science-Fiction bleibt dessen ungeachtet positiv: Das Genre mit seiner Mischung aus auf schlichte Unterhaltung abzielende Produktionen und jene, die zum Nachdenken über zukünftige technische und gesellschaftliche/politische Entwicklungen anregen, wird auch auf lange Sicht Bestand haben und dem Publikum spannende und anregende Gedankenspiele anbieten.

Wollte man an Invasion der Zukunft – Die Welten der Science-Fiction etwas bemängeln, dann wären dies zwei Dinge: Einmal wäre da der Umstand zu nennen, dass das Buch ohne jegliche Illustrationen daherkommt. Zwar ließe ich argumentieren, im Internetzeitalter könne sich der Leser Bildmaterial bei Interesse problemlos selbst verschaffen, doch zur Auflockerung des Textes und gerade weil sich dieses Werk nicht zuletzt auch an SF-Neulinge richtet, hätte es sich angeboten, zumindest im überschaubaren Rahmen Fotos einzubinden. Kleine Abzüge bekommt zudem der Anhang, der zwar aus einer umfangreichen Bibliographie besteht, aber kein Register kennt: Eine gezielte Suche nach Autoren, Filmen, Serien etc. ist dadurch leider nicht möglich. So etwas gehört zu einem Sachbuch eigentlich dazu.

Dessen ungeachtet wird Invasion der Zukunft – Die Welten der Science-Fiction seinem Selbstanspruch als umfassendes Überblickswerk zum Thema SF trotz des kompakten Umfangs von gerade einmal 320 Seiten tatsächlich gerecht. Neueinsteigern bietet das Buch angesichts der zahlreichen Themen, Strömungen und Motive im Genre wertvolle Orientierungshilfe, Fortgeschrittene können ihre Kenntnisse vertiefen. Und alten Hasen gibt die Lektüre die Gelegenheit, ihr Wissen aufzufrischen sowie etwaige SF-Bildungslücken endlich zu füllen. Hans-Peter von Peschke ist ein ebenso informatives wie unterhaltsames Buch gelungen. Ein Buch, verfasst in einem sympathisch unaufgeregten Ton, das von der ersten Seite an die große Leidenschaft des Autors für die Science-Fiction zum Ausdruck bringt. Invasion der Zukunft – Die Welten der Science-Fiction ist ein wirklich lesenswertes Buch.


Die Fakten:

Titel: Invasion der Zukunft - Die Welten der Science-Fiction
Autor: Hans-Peter von Peschke
Umfang: 320 Seiten
Format: Broschiert (15 x 22 cm)
Erscheinungsjahr: 2016
ISBN: 9783806233575
Preis: € 29,95 (Print), € 23,99 (eBook)


Phoenix: Deutscher Kurzfilm erweist Badburys «Fahrenheit 451» Reverenz


Ray Bradburys Dystopie Fahrenheit 451 gehört zweifelsohne zu den Klassikern der Science-Fiction-Literatur. Francois Truffaut verfilmte sie im Jahre 1966 - und nun, 50 Jahre später, erweist der deutsche Kurzfilm Phoenix von Florian Frerichs mit Bruno Eyron, Sandra von Ruffin, Martin Goeres und Mira Elisa Goeres in den Hauptrollen sowohl dem Roman als auch seiner Adaption Reverenz.



Der Berliner No-Budget Kurzfilm Phoenix erzählt die Geschichte von  Ayden Lindt (Bruno Eyron), der in einem faschistoiden Staat arbeitet, diesen aber alsbald zu hinterfragen beginnt, nachdem ihm die Worte der jungen Ava (Sandra von Ruffin) nicht mehr aus dem Kopf gehen...

Von Warnuts Entertainment wurde Phoenix inzwischen bei Youtube der Öffentlichkeit zugänglich gemacht:



Der Kurzfilm lief bisher auf über 50 Film-Festivals weltweit und hat insgesamt 16 internationale Filmpreise gewonnen. Durch den Film wurde der deutschstämmige Hollywood Produzent Carsten Lorenz (Independence Day: Wiederkehr) auf Regisseur Florian Frerichs aufmerksam. Gemeinsam bereiten sie nun Frerichs´ersten Langspielfilm vor. 

Phoenix ist ein wirklich sehenswerter Film, der die Stimmung von Fahrenheit 451 sehr gut einfängt und sich zudem auch optisch wirklich sehen lassen kann.



Filmkritik: «Tatort - HAL» (am 28. August 2016 in der ARD)


Kameras und Sensoren erfassen uns, Daten werden zu Profilen zusammengefügt: Big Data ist nicht zuletzt eine gigantische Möglichkeit der Überwachung. Um die Logik der Datenauswertung bis hin zur Frage, wer eigentlich die Macht über unsere Daten und unser Leben hat, geht es Autor und Regisseur Niki Stein im neuen Tatort aus Stuttgart. Der Tatort – HAL der SWR spielt in einer nahen Zukunft, die vielleicht schneller Gegenwart ist, als wir erwarten. Morgen, am 28. August 2016, ist er ab 20:15 Uhr in der ARD zu sehen.

Im 19. Fall der Stuttgarter Kommissare Thorsten Lannert und Sebastian Bootz geht es um den Mord an Elena Stemmle, Schauspielschülerin mit Nebenjobs bei einem Online-Escortservice und bei der Softwarefirma Bluesky. Dort war sie Probandin für das gleichnamige Social Analysis Programm, dem ganzen Stolz von Geschäftsführerin Mea Welsch und Entwickler David Bogmann. Bluesky ist ein selbstlernendes Programm, das Big Data nutzt, um zukünftiges Gewaltverhalten zu prognostizieren. Während damit Verbrechen verhindert werden sollen, vermuten Lannert und Bootz bei David Bogmann vergangene Gewalttätigkeit. Denn auch die Polizei kann Daten korrelieren und die weisen im Fall Stemmle auf David Bogmann als wahrscheinlichem Täter hin. Als ein Video im Netz auftaucht, das von Bogmanns IP-Adresse stammt und Elena Stemmles mutmaßlichen Tod zeigt, zieht sich die Schlinge um den Entwickler zu. Dabei hat der gerade ganz andere Sorgen, denn er fürchtet, dass Bluesky dabei ist, außer Kontrolle zu geraten. (Pressetext)

Tatort goes Science-Fiction. Ein Stück zumindest, denn das, was Autor und Regisseur Niki Stein in seinem Tatort - HAL thematisiert, ist heute schon für uns von großer Bedeutung: Sind wir eigentlich noch die Herren über die von uns geschaffenen Maschinen? Oder sind wir es, die von Computernetzwerken und Algorithmen überwacht, kontrolliert und sogar vielleicht gesteuert werden? Schon Stanley Kubrick beschäftigte sich in 2001 – Odyssee im Weltraum mit dem Antagonismus zwischen Mensch und Maschine – und Stein erweist diesem Klassiker des SF-Films auf gleich mehrere Art und Weise Reverenz: Natürlich durch den Titel, denn der Computer der Discovery in 2001 war der HAL 9000. Mit ihm hatte sich seinerzeit Dr. David "Dave" Bowman auseinanderzusetzen; nun ist der Programmierer David Bogmann. Und wenn in der Anfangssequenz kein kleines Mädchen ein Stück Holz nach einem Bündel wirft, das im Neckar treibt, die Kamera der Flugbahn des Knüppels folgt, ehe auf eine Tontaube umgeschnitten wird, die ein Geschoss trifft, dann ist dies nun eines von mehreren Bildzitaten, die Stein als Verbeugung vor Kubrick und seinem bekanntesten Film in diesen Tatort eingebaut hat.

Seine Beschäftigung mit Big Data und künstlicher Intelligenz kleidet Stein in einen Kriminalfall, der Lannert (Richy Müller) und Bootz (Felix Klare) zunächst Routine parat hält: Die Pathologie kann die Todesursache einwandfrei feststellen, das Opfer wird zügig identifiziert, ihr Umfeld befragt und untersucht. Und mit David Bogmann (Ken Duken) hat man auch schon einen Verdächtigen, denn über seine IP-Adresse wurde ein sehr eindeutiges, belastendes Video hochgeladen. Läuft also. Oder auch nicht, denn eine Reihe von Wahrheiten, dass müssen die Ermittler feststellen, verbergen sich in einem Raum, auf den sie nur sehr begrenzt Zugriff haben: dem Internet. Der Versuch, Einblick in die Kundenkartei eines Online-Dating-Services zu nehmen, scheitert daran, dass dessen Server in den USA steht. Wichtige Datensätze verschwinden im digitalen Nirvana, doch dafür tauchen unvermittelt neue Videos auf, die alle auf Bogmann als Täter hinweisen. Und Bogmann hat auch einen konkreten Verdacht, wer es darauf abgesehen hat, ihn zu belasten. Doch als er diesen gegenüber Lannert und Bootz äußert, glauben die ihm kein Wort. Denn für die beiden bodenständigen Polizisten klingt das, was sie da zu hören bekommen, wie … Science-Fiction.

Stein macht das Programm Bluesky zu einem "Charakter" in dieser Geschichte, indem er ihm Gesicht sowie Stimme gibt und das Geschehen teilweise aus dessen Perspektive erzählt. Bluesky bedient sich Möglichkeiten, die uns heutzutage nur allzu vertraut sind: Überwachungskameras, Gesichtserkennung, Bewegungsprofile von Smartphones, Browserverläufe und Zugriff auf Internetkonten ermöglichen dem Programm das Sammeln von ungeheuren Datenmengen. Durch gewaltige Serverkapazitäten kann Bluesky sie alle auswerten und zusammenführen. Das Programm kann lernen, um sich ständig weiterzuentwickeln – seine Entwickler wollen es so. Doch was passiert, wenn aus Sammeln, Speichern und Lernen irgendwann eigenständiges Handeln wird?

Den Fehler, Bluesky als einen digitalen Amokläufer darzustellen oder seine Entwickler als Mad Scientists des Computerzeitalters zu porträtieren, vermeidet Tatort - HAL konsequent. Stattdessen wird der Zuschauer mit der ernüchternden Tatsache konfrontiert, dass das Programm lediglich genau das tut, was man von ihm verlangt. Und seine Schöpfer wollen einfach nur ein perfektes Produkt anbieten, für das sie bereits Interessenten haben. Dazu gehört auch das LKA Baden-Württemberg, dessen Vertreter sich begeistert von der Möglichkeit zeigen, durch die Fähigkeiten von Bluesky Straftaten quasi voraussagen zu können (Philip K. Dicks Minority Report lässt grüßen). Anders als durch weitreichende Überwachung ließen sich die Bedrohungen durch Terrorismus, Radikalisierung der Gesellschaft und die sich immer weiter öffnende Wohlstandschere zwischen Arm und Reich nicht mehr bewältigen. Ein Argument, das einem sehr vertraut vorkommt, wird es in der laufenden politischen Debatte um die innere Sicherheit doch immer wieder vorgebracht. Niki Stein ist hier absolut am Puls der Zeit; das Motiv für den Mord an Elena Stemmle ist hingegen klassischer Kriminatur. Ein passender Abschluss für einen Tatort, dem es gelingt, eine Balance zu finden zwischen den Konventionen des Genres und der Auseinandersetzung mit einem Thema wie Big Data und künstliche Intelligenz.

Niki Stein legt mit Tatort - HAL einen spannenden wie intelligenten Beitrag zur Tatort-Reihe vor, der zwar eine Antwort darauf gibt, wer Elena Stemmle auf dem Gewissen hat, die Frage, ob wir uns inzwischen der Technologie in einem Maße ausliefern, dass sie uns über den Kopf wächst, bewusst offen lässt. Dass sie Fluch und Segen gleichzeitig ist, wird im Verlauf der Geschichte deutlich; ob allerdings die positiven oder die negativen Seiten überwiegen, muss der Zuschauer für sich entscheiden. Dies macht HAL zu einem interessanten Ausgangspunkt für eine Diskussion über ein Thema, das uns wohl nie mehr verlassen wird.


Tatort – HAL läuft am Sonntag, dem 28. August 2016, ab 20:15 Uhr in der ARD.

Filmkritik: «Suicide Squad» (ab dem 18. August 2016 im Kino)


„Are you out of your cotton-picking mind, Lady?“ Col. Rick Flag war entsetzt. Augenblicke zuvor hatte er im Pentagon das spärlich möblierte Büro einer gewissen Amanda Waller betreten, war von der stämmigen Afroamerikanerin recht frostig begrüßt worden und blätterte nun in den Unterlagen über die ersten Kandidaten für eine Spezialeinheit namens Task Force X, als deren Befehlshaber Flag sich beworben hatte. Der hochdekorierte Offizier war davon ausgegangen, eine Gruppe von Elitesoldaten anzuführen - doch wie er nun feststellen musste, würden es stattdessen Superschurken sein. Mitte der 1980er Jahre zog DC Comics mit der zwölfteiligen Serie Crisis of the Infinite Earths einen Schlussstrich unter eine Kontinuitätslinie, die fast fünf Jahrzehnte bestanden und im Laufe der Zeit einen Superheldenkosmos aus zahlreichen Parallelwelten hervorgebracht hatte. Solch einen Reset, der heutzutage alle paar Jahre vollzogen wird, hatte es bis dato noch nie gegeben, was die Verantwortlichen vor die Frage stellte, wie es von nun an weitergehen sollte. Eine neue Fundierung für das neue DC-Universum musste her, und die Aufgabe, ihm dieses zu verschaffen, übertrug Redakteur Mike Gold dem Autor John Ostrander. Ostrander ersann daraufhin den Sechsteiler Legends, der zum Kernstück eines Crossovers aus fast zwei Dutzend Heften anderer Serien wurde. Und in Legends #1 mit dem Cover Date November 1986 findet besagtes Treffen zwischen Rick Flag und Amanda Waller statt, das die Geburtsstunde jener Task Force X markiert, die nun in Suicide Squad ihr Leinwanddebüt feiert.

Wie in der Comicvorlage, so ist auch im Film von Regisseur David Ayer Amanda Waller (gespielt von Viola Davis) die treibende Kraft hinter der Formierung der Task Force X. Rick Flag (Joel Kinnaman) ist ihr Field Leader und wie ehedem gehören Deadshot (Will Smith), Captain Boomerang (Jai Courtney) und Enchantress (Cara Delevigne) zum Team. Geblieben ist zudem die Prämisse: Die verurteilten Superverbrecher stellen sich im Gegenzug für Haftverkürzung in den Dienst der Regierung und werden in Einsätze geschickt, in denen es mehr als die Fähigkeiten des regulären Militärs braucht. Das Kalkül: Sollten die Mitglieder der Task Force X ihren Einsatz nicht überleben, kann man sie ohne großes Aufheben einfach abschreiben. Paranormale Knackies, die man rekrutieren kann, gibt es immerhin genug. Wallers Angebot nehmen außerdem Harley Quinn (Margot Robie), Killer Croc (Adewale Akinnuoye-Agbaje), El Diablo (Jay Hernandez) und Slipknot (Adam Beach) an. Die Asiatin Katana (Karen Fukuhara) agiert als Flags Bodyguard. Suicide Squad spielt vor dem Hintergrund der Ereignisse in Batman v Superman: Dawn of Justice, die Amanda Waller als Argument dafür dienen, warum die US-Regierung eine Truppe wie die Task Force X unbedingt braucht. Und es dauert auch nicht lange, bis die Direktorin eine selbstmörderische Mission für das Team hat.

Wurde BvS bisweilen vorgeworfen, zu düster, getragen und bedeutungsschwanger zu sein, so muss Suicide Squad derartige Vorwürfe nicht fürchten. Ayers legt einen Söldnerfilm im Gewand einer Comicverfilmung vor, der eher als Gegenentwurf zu BvS daherkommt: Sind die Akteure erst einmal etabliert, geht es temporeich, gradlinig und vor allem auch humorvoll ordentlich zur Sache. Action wird großgeschrieben, die Vertiefung der Charaktere - Deadshot, El Diablo und vor allem Harley Quinn bilden die Ausnahme - hingegen eher klein. Durch letztere kommt auch noch der Joker (Jared Leto) ins Spiel, weshalb ein gewisser dunkler Ritter Ritter aus Gotham da natürlich nicht fern sein kann. Keine Frage: Über einen Mangel an Figuren in diesem Film darf man sich nun wirklich nicht beklagen, und wie bei Marvels Civil War hätten es einige weniger auch getan. Aber selbst für jene Teammitglieder, die tendenziell etwas im Schatten stehen, hält der Streifen ein paar starke Szenen bereit. Will Smith sorgt für positive Ausrufezeichen, denn anstatt den Film aufgrund seines Status als Superstar für sich zu reklamieren, reiht er sich ins Ensemble ein. Natürlich bekommt er immer noch eine herausgehobene Position, doch hat man ihn ja nicht zuletzt auch deshalb geholt, um einen Schauspieler dieses Ranges auf der Besetzungsliste zu haben. Man nimmt ihm die Ambivalenz der Figur Deadshot ab, die gleichzeitig harter Killer und fürsorglichen Vater ist. Jay Hernandez ringt glaubwürdig mit seinen inneren Dämonen und Joel Kinnaman gefällt in der Rolle des Anführers, der irgendwie zwischen allen Stühlen sitzt. Doch die Herren können sich noch so ins Zeug legen: Margot Robbie stiehlt ihnen als unberechenbare, dennoch liebenswerte Harley Quinn problemlos die Schau. Nie war Irrsinn attraktiver, und zusammen mit dem Joker bildet Harley ein teuflisches, brandgefährliches Duo. Jared Leto legt seinen Clown Prince of Crime irgendwo zwischen Jack Nicholson und Heath Ledger an, wodurch es ihm gelingt, eigene und spannende Akzente zu setzen.

Warner Bros. und DC Entertainment haben dieses Jahr mit Batman v Superman: Dawn of Justice und Suicide Squad zwei sehr unterschiedliche Comicverfilmungen vorgelegt: Kam das Aufeinandertreffen der Schwergewichte aus Gotham und Metropolis geradezu episch daher, so wirkt Suicide Squad im Vergleich dazu trotz aller phantastischen Elemente geradezu bodenständig. Eine vernünftige Herangehensweise, die den Umstand widerspiegelt, dass den zwangsweise rekrutierten Mitgliedern der Task Force X eben jene heroische Aura des Überlebensgroßen fehlt, wie sie einen Superman auszeichnet. Dies macht Deadshot und Co nahbarer und lässt die Outcasts trotz ihres kriminellen Vorlebens beim Publikum Sympathiepunkte sammeln. Mit Suicide Squad hat David Ayer eine spannende Comicadaption geschaffen - eine ehrliche Haut, die mit ihrer Mischung aus Action und Humor 120 Minuten temporeich unterhalten möchte. Und weil ihr das auch gelingt, lohnt es, sich diesen Film im Kino anzuschauen.


Suicide Squad läuft seit dem 18. August 2016 offiziell in den deutschen Kinos.

Hörspielrezension: «Jules Verne – Die neuen Abenteuer des Phileas Fogg Folge 5: Das Geheimnis der Eissphinx» (Maritim)


Nachdem er zuletzt im indischen Dschungel den verschlagenen Robur zur Strecke bringen konnte, verschafft sich Phileas Fogg in Jules Verne – Die neuen Abenteuer des Phileas Fogg Folge 5: Das Geheimnis der Eissphinx erst einmal Abkühlung – und zwar in der Antarktis. Pinguinen begegnet er dort zwar nicht, dafür aber jede Menge Gefahren. Das Hörspiel aus dem Hause Maritim ist mit einer Laufzeit von ca. 71 Minuten seit dem 12. August 2016 im Handel.

Ein unheimlicher Fremder bittet Phileas Fogg, nach Spuren der Antarktis-Expedition des Arthur Gordon Pym zu suchen, die seit einiger Zeit als verschollen gilt. Phileas Fogg lässt sich dazu hinreißen, als er in dem Mann den berühmten Schriftsteller Edgar Allan Poe erkennt. Zusammen mit seiner Frau Aouda und seinem treuen Diener Passepartout begibt sich Fogg auf eine Reise, die voller Gefahren und Strapazen steckt. Was hat es mit den unheimlichen Rufen auf sich, die des Nachts über das Eis hallen? Fogg muss erkennen, dass sie von Suchenden zu Gejagten geworden sind. Als das Schiff schließlich in einen unheimlichen Nebel gerät, eskalieren die Ereignisse und Phileas Fogg sieht sich mit der grauenvollen Wahrheit der Pym-Expedition konfrontiert. (Klappentext)

Nach vier Hörspielen aus der Feder von Markus Topf ist es nun an Marc Freund, Phileas Fogg auf neue Abenteuer zu schicken. Stilistisch merkt man Folge 5 den Autorenwechsel jedoch nicht an, denn die für die Serie charakteristische Kombination aus Spielszenen und ausführlichen Erzählerparts (Jules Verne, verkörpert durch Christian Brückner, führt höchstselbst durch das Geschehen) bleibt erhalten. Dass eine historische Persönlichkeit (Edgar Allen Poe) hier auf eine literarische Figur (Phileas Fogg) trifft, mutet im ersten Moment vielleicht etwas ungewohnt an, hat aber eine gewisse Tradition bei Maritim. Immerhin basiert seine Serie Wilde & Holmes – Sonderermittler der Krone auf der gleichen Prämisse. Die Seereise zum Südpol verläuft für Fogg, seine Frau Aouda und den Diener Passepartout erwartungsgemäß nicht ohne Komplikationen, wobei Freund die üblichen Gefahrenmomente wie Unwetter, Feststecken im Packeis und Meuterei abarbeitet. Unterwegs liest man noch einen alten Bekannten Foggs auf, der bereits in einer früheren Folge ein Gastspiel gegeben hatte. Sein Auftauchen beeinflusst die Dynamik des Hörspiels im weiteren Verlauf zwar in positiver Weise, beschert ihm jedoch gleichzeitig einige Logikprobleme. Bis zum Ende hin können sie nicht überwunden werden, was jedoch nicht verwundert: Der Plot ringt viel zu sehr mit dem Spannungsbogen und muss sich zu sehr strecken, um die Erzählung zu einen befriedigen Abschluss zu führen, als dass ihm noch die Zeit bliebe, logische Falten zu glätten. Das Hörspiel will eine ganze Menge, schafft davon aber nur einen Teil, weil ihm die klare Orientierung abhanden kommt: Einige Szenen erwecken den Eindruck des Selbstzwecks; das Potenzial verheißungsvoller Szenarien wird nur bedingt abgerufen. Betrachtet man sich die grundlegenden Handlungssträge isoliert voneinander, dann wird sichtbar, dass jeder einzelne von ihnen eine durchaus packende Geschichte abgegeben hätte. Als Melange funktionieren sie hingegen nicht mehr so gut, da leider zu viel im Ansatz stecken bleibt.

An der Inszenierung dieser eher durchwachsenen Story gibt es hingegen nichts auszusetzen. Was die Leistung der Besetzung angeht, so hinterlassen die drei Stammprecher Sascha Draeger (Phileas Fogg), Annina Braunmiller (Aouda Fogg) und Marius Clarén (Passepartout) erneut einen starken Eindruck; gleiches gilt für Christian Brückner als Erzähler/Jules Verne. Zu ihnen gesellen sich dieses Mal unter anderem gestandene Profis wie Jürgen Kluckert, Dietmar Wunder, oder Uve Teschner, die eine entsprechend souveräne Leistung abliefern. Die Regie führt sie mit sicherer Hand, ihre Dialoge werden durch das gelungene Sounddesign von Studio WinterZeit im Zusammenspiel mit dem orchestralen Soundtrack von Michael Donner in einen wunderbar atmosphärischen Rahmen eingebettet. Zu guter Letzt ist das Cover von Mark Freier abermals ein optisches Highlight. 

Jules Verne – Die neuen Abenteuer des Phileas Fogg Folge 5: Das Geheimnis der Eissphinx bewegt sich von der akustischen Umsetzung her definitiv auf dem Level seiner Vorgänger, reicht von der Geschichte her jedoch nicht an sie heran. Der Story von Marc Freund mangelt es dabei sicherlich nicht Ideen - sie schafft es nur leider nicht, sie alle in ein ausgewogenes und damit vollends überzeugendes Verhältnis zueinander zu bringen. Ordentliche Unterhaltung bietet die Produktion zwar auch weiterhin, ein Highlight der Serie ist diese Folge allerdings nicht.



Jules Verne – Die neuen Abenteuer des Phileas Fogg Folge 5: Das Geheimnis der Eissphinx ist ein Hörspiel von Maritim. Seit dem 12. August 2016 ist es im Handel erhältlich.


DVD-Kritik: «Doctor Who – Sechster Doktor Volume 3» (seit dem 29. Juli 2016 im Handel)


Nach einer Unterbrechung von 18 Monaten kehrte Doctor Who im September 1986 auf die britischen Bildschirme zurück. Die BBC beugte sich damit dem Druck der Fans, die gegen die Absetzung ihrer Lieblingsserie lautstark protestiert hatten. Colin Baker schlüpfte abermals in sein grelles Outfit, und auch Nicola Bryant durfte als Companion Peri ihre Reisen durch Zeit und Raum an Bord der TARDIS fortsetzen - vorerst jedenfalls, denn ab Folge 9 würde es mit Mel (gespielt von Bonnie Langford) eine neue Begleiterin für den Time Lord geben. Die DW-Abenteuer des Jahrgangs 1986 präsentiert Pandastorm nun in dem DVD-Set Doctor Who – Sechster Doktor Volume 3, das seit dem 29. Juli 2016 im Handel ist.

Der Doktor findet sich unvermittelt an Bord einer riesigen wieder, wo er von seinem eigenen Volk vor Gericht gestellt wird: Er soll gegen das oberste Gesetz der Zeit verstoßen und in die Geschicke anderer Welten eingegriffen haben. Als Beweismaterial dienen drei Ereignisse aus dem Leben des Doktors. Eines aus seiner Vergangenheit, eines aus seiner Gegenwart und eines aus seiner persönlichen Zukunft. Doch sein bisher gefährlichstes Abenteuer steht ihm im Gerichtssaal bevor, wo er sich dem ruchlosen Ankläger Valeyard stellen muss, dessen Identität ein schockierendes Geheimnis für den Doktor birgt.

Den Whovians war es zwar gelungen, die BBC zum Einlenken und zur Rücknahme der Absetzung von Doctor Who zu bewegen, doch einen Teilerfolg wollte der Sender auch für sich verbuchen: Hatte die man die Zahl der Episoden von Colin Bakers erster Staffel (der 22. der Serie) zwar auf 13 reduziert, diesen im Gegenzug jedoch statt 25 nun jeweils ca. 45 Minuten Spielzeit zugebilligt, setzten die BBC-Bosse beim Umfang von Staffel 23 jetzt deutlich den Rotstift an: Mit 14 Folgen gab es zwar sogar eine mehr als vor der Zwangspause, doch jede Episode lief nun wieder wie früher lediglich 25 Minuten. Infolge dessen waren alle Drehbücher, die sich für die neue Staffel in Entwicklung befunden hatten, als die Crew von der zwischenzeitlichen Absetzung überrascht wurde, nicht mehr zu gebrauchen. Um aus der Not eine Tugend zu machen, entwarf das Produktionsteam etwas, das heute Gang und Gebe ist, zur damaligen Zeit aber eine Innovation für DW darstellte: einen übergreifenden Handlungsbogen mit dem Titel Das Urteil (org.: Trial of a Time Lord). Die Gerichtsverhandlung gegen den Doktor bildet dabei einen Rahmen, in den die drei Geschichten Der rätselhafte Planet (The Mysterious Planet), Mindwarp und Vervoid Terror (Terror of the Vervoids) eingebunden sind. Das Finale bildet dann der Zweiteiler Der schlimmste Feind (The ultimate Foe).

In Der rätselhafte Planet reisen der Doktor und Peri zu einem Planeten, der sehr große Parallelen zur Erde aufweist. Dort treffen sie auf den Glücksritter Sabalom Glitz und einen Roboter, der aus einem unterirdischen Komplex heraus über den Planeten wacht. Glitz hat den Plan, den Wächter auszuschalten, was jedoch das Gefüge des Weltalls ins Schwanken bringen könnte. Da kann der Doktor natürlich nicht tatenlos zusehen. Im Anschluss gibt es in Mindwarp ein Wiedersehen mit dem Geschäftemacher Sil, dem der Doktor in der Folge Revolte auf Varos aus der vorangegangenen Staffel schon einmal begegnet war. Dieser hat ein primitives Kriegervolk mit hochmodernen Waffen ausgestattet und dadurch das Gleichgewicht auf einem Planeten einseitig verschoben. Außerdem ist ein Wissenschaftler in Sils Auftrag mit Gehirntransplantationen beschäftigt und hat dabei sein Auge auf einen ganz bestimmten Wirtskörper geworfen. Vervoid Terror ist das erste Abenteuer des Doktors und seines neuen Companions Mel. An Bord eines galaktischen Luxusliners ereignen sich eine Reihe von Morden, dem das Duo sogleich nachgeht. Ein Motiv haben gleich mehrere Reisende, darunter auch intelligente Pflanzenwesen, die sich Vervoids nennen. Im zweiteiligen Finale Der schlimmste Feind hat der Ankläger seine Beweisführung abgeschlossen und die Urteilsverkündung steht an. Dem Doktor bleibt nur noch wenig Zeit, denjenigen zu enttarnen, der ihm diesen Prozess eingebrockt hat und auf seinen Tod aus ist. In höchster Not verbündet der sich sogar mit seinem Erzfeind, dem Master, um die Wahrheit herauszufinden, dem Drahtzieher einen Strich durch die Rechnung zu machen und dadurch seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen.

Wenngleich die Konstruktion des Handlungsbogens aus heutiger Sicht etwas unbeholfen wirkt, so funktioniert der Gerichtsprozess als Klammer unterm Strich ganz ordentlich und mündet in ein spannendes Finale. Die ersten beiden Storys zeigen den Doktor und Peri als ein Gespann, das deutlich unverkrampfter und dadurch harmonischer miteinander umgeht, als dies noch in Staffel 22 der Fall war. Entsprechend erschütternd ist es für den Time Lord, wenn er vom Schicksal seiner Begleiterin erfährt, denn Peri verpassten die Autoren tatsächlich jenen dramatischen Abgang, den sich Nicola Bryant für ihre Figur gewünscht hatte. Bonnie Langfords Mel wird im Gegensatz dazu gar nicht erst großartig eingeführt, denn Vervoid Terror ist zu einer Zeit angesiedelt, in der sich der Doktor und Mel schon eine Zeit kennen. Entsprechend eingespielt agiert das Duo. Die Geschichten von Robert Holmes, Philip Martin und Pip & Jane Baker sind kurzweilig, wissen zu unterhalten und können darüber hinaus mit Gaststars wie Honor Blackman, Brian Blessed Lynda Bellingham oder Joan Sims aufwarten. Eine insgesamt abwechslungsreiche Staffel, der Colin Baker als sechster Doktor ein weiteres Mal seinen Stempel aufdrückt: Sein Doktor ist schrill, launisch, besitzt einen sinn für Ironie und ist ein ganzes Stück weit unberechenbar. Eine schillernde Figur in einem farbenprächtigen Universum voller Abenteuer.

Pandastorm präsentiert Doctor Who – Sechster Doktor Volume 3 als 5-Disc-Set im Hochglanzschuber, das neben den 14 Folgen à ca. 25 Minuten noch jede Menge Bonusmaterial erhält. Weitere 356 Minuten kann der geneigte Fan mit Making-Ofs der Folgen, Deleted & Extended Scenes, mehreren Featurettes und Ausschnitten aus zeitgenössischen TV-Sendungen verbringen. Audiokommentare sind genauso abrufbar wie Bildergalerien und Produktionsnotizen. Selbstverständlich ist der Ton auf Deutsch (DD 2.0) sowie auf Englisch (DD 2.0, DD 5.1) an Bord; auch die Untertitel gibt es wie gehabt in beiden Sprachen. Das Gesamtpaket rundet ein informatives und reich bebildertes Booklet ab, zu dem Colin Baker und Nicola Bryant jeweils ein Vorwort verfasst haben.


Während der Colin-Baker-Ära ging es hinter den Kulissen von Doctor Who ziemlich turbulent zu. Das Produktionsteam unternahm trotz des offenkundigen Desinteresses der BBC große Anstrengungen, die Serie dennoch über Wasser zu halten. Herausgekommen ist eine kurzweilige Staffel mit in einen großen Handlungsbogen eingebetteten unterhaltsamen Geschichten, die für Fans von Doctor Who auch heute noch ihren Reiz haben. Zusammen mit dem sehenswerten Bonusmaterial liegt so mit Doctor Who – Sechster Doktor Volume 3 eine DVD-Box vor, die sich alle, die einen Trip in die Vergangenheit des Doktors unternehmen möchten, definitiv ins Haus holen sollten.



Doctor Who – Sechster Doktor Volume 3 ist seit dem 29. Juli 2016 im Handel erhältlich.


Fotos: © BBC

Filmkritik: «Star Trek Beyond» (ab dem 21. Juli 2016 im Kino)


Pünktlich zum 50. Geburtstag des Star-Trek-Franchises kehren Captain James T. Kirk und seine Mannschaft mit einem neuen Abenteuer auf die Leinwand zurück. Erneut angesiedelt in der Reboot-Zeitlinie des Abramsverse (inzwischen offiziell bezeichnet als Kelvin Timeline), bekommt die Crew der U.S.S. Enterprise unter der Regie von Justin Lin es dieses Mal mit einem Gegner zu tun, der alles ablehnt, wofür die Föderation eintritt. Um gegen ihn bestehen zu können, müssen sich Kirk, Spock, McCoy und Co auf das besinnen, was sie so stark macht: Teamwork. Star Trek Beyond läuft mit einer Spielzeit von ca. 120 Minuten ab dem 21. Juli 2016 offiziell in den deutschen Kinos.

Auf ihrer Forschungsmission gerät die Enterprise in einen gnadenlosen Hinterhalt. Unter Dauerbeschuss kann die Crew um Captain Kirk nur in letzter Sekunde auf fremdem Terrain notlanden. Doch statt in Sicherheit befindet sie sich plötzlich zwischen den Fronten eines scheinbar ausweglosen Konflikts. Getrennt voneinander und ohne Kontakt zur Außenwelt ziehen Kirk und sein Team in den Kampf gegen einen mysteriösen und übermächtigen Feind. (Ankündigungstext)

Es gibt sicherlich dankbarere Aufgaben als die, das Drehbuch für einen neuen Star Trek-Film zu schreiben. Gilt es doch, den extrem schweren Spagat zu meistern, einerseits den Erwartungen der Hardcore-Fans sowie anderseits jenen des Mainstream-Publikums gerecht zu werden, während man sich gleichzeitig mit der Frage beschäftigen muss, was es überhaupt noch gibt, das in fünf TV-Serien mit 700 Folgen und einem Dutzend Kinofilmen bislang nicht erzählen wurde. Die Antwort, die Simon Pegg und Doug Jung auf diese Herausforderung gefunden haben, besteht in einer Verbeugung vor bzw. einem Bekenntnis zum Grundgedanken von Star Trek im Gewand eines überaus rasanten Abenteuers zwischen den Sternen.

Trotz aller futuristischer Technologie standen bei Gene Roddenberry stets die Charaktere als Vertreter einer geeinten Menschheit auf friedlicher Forschungsmission in den Weiten des Weltalls im Mittelpunkt. Star Trek Beyond greift diesen Wesenszug des klassischen Star Trek auf und nimmt zu diesem Zweck die U.S.S. Enterprise auf dramatische Weise aus der Gleichung. Kirk und Co werden auf diese Weise zwar entwurzelt, sind jedoch nicht orientierungslos, da sich die Crew schnell auf ihre Grundtugenden besinnt: Man setzt sich für einander ein, arbeitet Hand in Hand und gewinnt durch Ehrlichkeit mit Jaylah eine wichtige Verbündete. Dem Antagonisten Krall hingegen sind solche Wesenszüge fremd: Er verachtet sie als Schwäche und setzt stattdessen auf rücksichtslose Gewalt zur Durchsetzung seiner Ziele. Zwei Wertesysteme stehen sich diametral gegenüber; gewissermaßen treten die Space Opera als Eroberungsgeschichte und Gene Roddenberrys Vision gegeneinander an. Wie es sich für einen Jubiläumsfilm gehört, wurden von den Autoren eine Reihe von Referenzen an den klassischen Star Trek in den Film eingebaut. So gibt es eine Sternenbasis namens Yorktown (die Enterprise hätte ursprünglich Yorktown heißen sollen) oder die Haltbarkeit von Kirks goldenem Uniformhemd wird in einer Szene auf die Probe gestellt (der Ausgang dürfte klar sein). Und auch darüber hinaus gibt es viel für die Fans zu entdecken. Erfreulich ist zudem, dass dieses Mal wirklich der gesamten Stammbesetzung viel Raum zur Betätigung gegeben wird. Nicht nur das Triumvirat Kirk-Spock-McCoy (Chris Pine, Zachary Quinto, Karl Urban) hat alle Hände voll zu tun, sondern auch Uhura (Zoe Saldana), Scotty (Simon Pegg), Sulu (John Cho) und Chekov (der leider jüngst verstorbene Anton Yelchin) dürfen glänzen. Star Trek als Ensemblestück. Sofia Boutella als Jaylah hinterlässt einen positiven Eindruck, Idris Elba geht in seiner Rolle als Krall wirklich auf.


Um über den Kreis der Trekkies hinaus auch für das allgemeine Publikum attraktiv zu sein, setzt Star Trek Beyond neben optischen Leckerbissen vor allem auf jede Menge Action. Und damit letztere auf der Leinwand ordentlich zündet, wurde mit Justin Lin ein Regisseur verpflichtet, der mit seinen Fast & Furious-Filmen in der Vergangenheit bereits mehrfach unter Beweis stellen konnte, dass er ein Fachmann und Könner auf diesem Gebiet ist. Lin erfüllt die in ihn gesetzten Erwartungen vollauf, denn die Actionszenen besitzen hohe Dynamik und sind außerdem exzellent choreographiert. Zudem erweist er sich als ein vielseitiger Regisseur, indem er die Kameraführung gekonnt an den Charakter der jeweiligen Szenen anzupassen versteht. In ruhigeren Momenten verzichtet er auf jegliche Spielreihen und hält die Kamera still, um jegliche Ablenkung zu vermeiden, während er sie in den Actionsequenzen gerne mal von der Kette lässt, damit sie aus unterschiedlichen Perspektiven das Geschehen dokumentieren kann. Wer ein Ticket für Star Trek Beyond löst, um einfach einen packenden SF-Actionsfilm zu erleben, wird ebenfalls bestens bedient.

Star Trek Beyond versteht es, sowohl den Erwartungen der eingefleischten Star-Trek-Fans gerecht zu werden, als auch den Mainstream-Kinogängern jede Menge gute Gründe zu liefern, sich diesen Film im Kino anzusehen. Er erweist der klassischen Serie, auf deren Schultern er steht, zum 50. Geburtstag den ihr gebührenden Respekt und macht im selben Atemzug deutlich, dass die zentralen Gedanken von Star Trek bis heute nichts von ihrer Relevanz verloren haben. Und da er zudem als sowohl packender als auch humoriger SF-Actioner prächtig funktioniert, hält er das Franchise zeitgemäß und verschafft ihm damit ausgezeichnete Perspektiven für die Zukunft (Teil 4 wurde von Paramount, Skydance und Bad Robot bereits angekündigt). Star Trek Beyond ist der mit Abstand beste Film der neuen Ära - ein Film, den man gesehen haben sollte.



Star Trek Beyond läuft ab dem 21. Juli 2016 in den deutschen Kinos.


Bildmaterial: Copyright Paramount

Filmkritik: «Independence Day: Wiederkehr» (seit dem 14. Juli 2016 im Kino)


Manchmal kommen sie wieder: Neben Jurassic Park gehört Roland Emmerichs Independence Day (1996) zweifelsohne zu den prägensten Filmen der 1990er Jahre. Ein Box-Office-Magnet erster Güte, setzte der Streifen Maßstäbe in Sachen Spezialeffekte und begründete für den Ruf seines Regisseurs als Master of Desaster. Zwanzig Jahre ist dies nun her und seit gestern nun läuft die Fortsetzung Independence Day: Wiederkehr (org.: Independence Day: Resurgence) in den deutschen Kinos. Als James Bond nach mehrjähriger Abstinenz 1995 mit Goldeneye sein Comeback auf der Leinwand gab, lautete die Tag-Line: „You know the name. You know the number.“ Angewendet auf das ID4-Sequel wäre der passende Slogan wohl: „You know the title. You know the story.“

1996 attackierten Aliens die Erde. Vor allem der mutigen Mission des Piloten Steven Hiller und des Satellitentechnikers David Levinson war es seinerzeit zu verdanken, dass die Außerirdischen besiegt wurden. 20 Jahrte später starten die Außerirdischen einen neuen, noch verheerenderen Angriff auf den blauen Planeten Die Menschheit, die ein mit Alien-Technologie erweitertes Verteidigungssystem erschaffen hat, steht vor ihrer größten Herausforderung. Die Hoffnungen ruhen auf den jungen Kampfpiloten Jake (Liam Hemsworth) und Dylan (Jessie Usher)...

Betrachtet man sich die Filmographie von Roland Emmerich, dann fällt auf, dass der gebürtige Stuttgarter nie Fortsetzungen zu seinen Werke inszeniert hat. An Angeboten gab es sicherlich keinen Mangel, doch der Schwabe wollte sich stets lieber neuen Projekten zuwenden, anstatt Teil der Sequelmania-Maschinerie zu werden. Inzwischen ist Emmerich 60 Jahre und damit in einem Alter, in dem man manche Dinge neu bewertet. Oder vielleicht hat es ihn auch einfach gereizt, noch einmal zu beweisen, dass er es in Sachen Desaster Movie weiterhin drauf hat. Wie dem auch sei, für Independence Day: Wiederkehr hat Emmerich seine ablehnende Haltung gegenüber Sequels überwunden und sich selbst auf den Regiestuhl gesetzt. Herausgekommen sind 120 Minuten Eskapismus: So bildgewaltig wie sinnfrei und gleichermaßen spannend wie witzig. Popocorn-Kino in Reinkultur, das unglaublich Spaß macht und dabei absolut ehrlich ist. Dieser Film will unterhalten. Punkt. Aus. Daraus macht er zu keiner Sekunde einen Hehl. Und man muss schon zu jenen Spaßbremsen gehören, die auch an Fahrten mit der Achterbahn die Sinnfrage stellen, um ihm das ernsthaft zum Vorwurf machen.

Die vermeintliche Bürde, nach 20 Jahren an den Plot von Teil 1 anschließen zu müssen, wandelt Independence Day: Wiederkehr in einen Vorteil, indem seine Handlung eben genau diese Zeitspanne zwischen den Filmen reflektiert. Zwei Dekaden sind seit seit der Schlacht gegen die Aliens vergangen, und die Ära der zwischenstaatlichen Konflikte ist vorbei. Die Menschheit hat ihre Zivilisation wieder aufgebaut und sich dabei nicht zuletzt zurückgelassener außerirdischer Technologie bedient. Herausgesprungen ist dabei neben Hightech-Kommunikations- und Massenverkehrsmitteln vor allem ein enormes Arsenal an Waffen, mit der sich die Erde aus Furcht vor einer Rückkehr der Fremden aus dem All gerüstet hat. Und ausgerechnet an jenem Tag, als die Feierlichkeiten zum Gedenken an den großen Krieg vor zwei Jahrzehnten stattfinden sollen, zeigt sich, dass diese Angst berechtigt war. Was folgt, ist natürlich keine intensive Pendeldiplomatie von Vertretern der Erde, an deren Ende eine Verständigung mit den Aliens über eine friedliche Koexistenz steht, sondern sind Verwüstung (das Weiße Haus bleibt dieses Mal stehen, dafür geht London komplett baden) und ein Schlachtengetümmel, das auf den unvermeidlichen Endkampf hinausläuft. Wobei Endkampf hier ein relativer Begriff ist, da der Film viel tut, um der Fortsetzung den Weg zu ebnen: Nicht nur erläutert er die Motivation der Invasoren, der Erde überhaupt einen Besuch abzustatten, sondern führt außerdem eine dritte Partei in den Konflikt ein, durch die sich der ID4-Kosmos deutlich vergrößert und deren Enthüllungen die Grundlage für einen dritten Teil bilden, sofern es ihn dann geben sollte. Das Bemühen der Macher, ein ID4-Franchise zu schaffen, ist eindeutig erkennbar und natürlich eine Reaktion auf die aktuelle Kinolandschaft, in der massiv auf Filmserien gesetzt wird.

Um für seine filmische Zukunft gewappnet zu sein, setzt Independence Day: Wiederkehr auf einen jungen Cast mit Liam Hemsworth, Jessie Usher und Maika Monroe an der Spitze, der von zahlreichen alten Haudegen aus Teil 1 wie Jeff Goldblum, Bill Pullman, Brent Spiner und Judd Hirsch flankiert wird, wodurch dann zugleich auch der Brückenschlag zum ersten Teil gelingt. Der Besetzung gelingt es ganz gut, sich gegen die Effekte zu behaupten - doch es ist ein harter Kampf, denn ist die CGI-Dampfwalze erst einmal auf Touren gekommen, kennt sie kein Halten mehr. Emmerich ist lange genug im Geschäft, um genau zu wissen, dass die Menschen nicht der Dialoge wegen in seine Filme gehen, sondern wegen der Action. Also setzt er auf Tempo sowie sympathische Charaktere und lässt die Effekte den Rest erledigen. Das hat von 20 Jahren schon funktioniert, und auch jetzt klappt das wieder richtig gut.


Independence Day: Wiederkehr funktioniert als kurzweiliger, optisch sehr ansprechender SF-Actionfilm für einen entspannten Kinoabend wirklich prächtig. Geht man mit realistischen Erwartungen an den Streifen heran, dann schafft er es auch, diese zu erfüllen. Ich jedenfalls bin voll auf meine Kosten gekommen.



Independence Day: Wiederkehr läuft seit dem 14. Juli 2016 in den deutschzen Kinos.
    

Hörspielrezension: «Mark Brandis - Raumkadett Folge 9: Endstation Pallas» (Folgenreich/Interplanar)


1966 unternahmen Cliff Allister McLane und die Besatzung des schnellen Raumkreuzers Orion in Folge 3: Hüter des Gesetzes der kultigen SF-Fernsehserie Raumpatrouille einen Abstecher zum Planetoiden Pallas, um Unregelmäßigkeiten in Zusammenhang mit einer dort angesiedelten Bergwerkskolonie auf den Grund zu gehen. Heute nun, 50 Jahre später, verschlägt es den jungen Mark Brandis in Mark Brandis – Raumkadett Folge 9: Endstation Pallas ebenfalls dorthin. Und wenngleich er es im Unterschied zu McLane nicht mit revoltierenden Robotern zu tun bekommt, so steht ihm doch alles andere als ein Spaziergang bevor. Das Hörspiel hat eine Laufzeit von ca. 54 Minuten und kommt heute offiziell in den Handel.

Mark Brandis und Rodrigo Rojas sind zum Dienst auf einer verlassenen Raumstation im Inneren des Asteroiden Pallas abgestellt. Als beide sich bereits an die langweilige Routine gewöhnt haben, lässt ein vermeintlicher Republikenangriff auf die afrikanische Stadt Nairobi und JUSTITIA bei Mark alle Alarmglocken läuten. Sind Attentäter vielleicht schon unterwegs, um ihn als Augenzeugen des Mordes an Präsident Bähler zu beseitigen? Den beiden Raumkadetten bleibt nur wenig Zeit, um sich auf alle Möglichkeiten vorzubereiten ... (Klappentext)

Im Bereich der Fernsehserien kennt man den Begriff der Bottle Episode. Dabei handelt es sich um Folgen, die ausschließlich in bestehenden Sets und mit einem Minimum an Darstellern (zumeist nur der Stammbesetzung) realisiert werden. Ein typischer Vertreter einer Bottle Episode wäre beispielsweise eine Geschichte, in der zwei Hauptdarsteller in einem Lift festsitzen und sich über frühere Erlebnisse austauschen, während sie darauf warten, dass eine Rettungsmannschaft sie aus ihrer misslichen Lage befreit. Gedreht werden solche Bootle Episodes aus organisatorischen, kreativen und auch aus finanziellen Gründen - zum Beispiel dann, wenn Geld eingespart werden muss, weil andere Folgen durch Außendrehs, namhafte Gaststars oder viele Statisten überdurchschnittlich teuer in der Herstellung waren.

Als Hörspielserie benötigt Mark Brandis – Raumkadett natürlich keine Sets und hat auch keinen Bedarf an Aufnahmen außerhalb des Studios, doch fühlt sich Folge 9: Endstation Pallas zunächst wie eine Bottle Episode an. Der Plot ruht quasi ausschließlich auf den Schultern von Mark Brandis (Daniel Claus) und Rodrigo Rojas (Arne Kapfer); einzig der Part von Katrin Decker als Valéria Alvarez fällt noch etwas größer aus. Der Rest der Besetzung (Leon Boden, Marius Clarén, Sebastian Kluckert u.a.) absolviert nur Kurzauftritte. Kammerspielartig isoliert die Handlung die beiden Protagonisten in einer verlassenen Forschungsbasis auf Pallas, von Lt. Mercier, den Brandis und Rojas dort ablösen, bezeichnet als „die langweiligste Station diesseits des Saturn“. Doch weil es eben „unser (gemeint ist: die Union) Stückchen Irgendwas im großen Nichts innerhalb eines halbhohlen Asteroiden“ ist, wie Mercier sich ausdrückt, muss sie vor dem Zugriff durch die Republiken geschützt werden, da der Konflikt zwischen den beiden Machtblöcken auf der Erde weiterhin keiner friedlichen Lösung entgegensieht. Die Tristesse an Bord der Station vermag das Hörspiel gut zu vermitteln, ehe der Angriff auf Nairobi und die Zerstörung von JUSTITIA der Geschichte eine überraschende Wendung sowie eine ganz neue Dynamik gibt, weil Brandis' Abkommandierung auf diesen entlegenen Posten plötzlich in einem ganz anderen Licht erscheint. Während Brandis schwant, was auf ihn zukommt, ist Rojas komplett ahnungslos und muss daher erst einmal ins Bild gesetzt werden. Die perfekte Gelegenheit für die Story, den Bogen bis ganz zu den Anfängen zurückzuschlagen und noch einmal zu rekapitulieren, wie das damals war, als Präsident Bähler starb (Folge 3: Tatort Astronautenschule), Brandis von Bengasi überraschend freigelassen wurde (ebenda) und wie er zusammen mit seinen Freunden bei JUSTITIA eine Zeugenaussage hinterlegt hat, die ihm bis jetzt die Verschwörer, die Bähler auf dem Gewissen haben, vom Hals hielt (Folge 6: Woran Du glaubst...). Auf diese Weise bekommt die Folge die Zeit herum bis zum Auftauchen der Antagonistin – einer Figur aus Folge 1: Aufbruch zu den Sternen, die nun ihr Comeback gibt. Getreu dem Motto: Wenn wir schon im Recap-Modus sind, dann auch konsequent. Ihr gegenüber geht Brandis zwar in einer für untypischen, extrem brutalen Gangart vor, doch Autor Balthasar v. Weymarn war so clever, Mark Brandis – Raumkadett Folge 9: Endstation Pallas mit einer Einleitung durch den reifen Mark Brandis zu versehen, in der dieser zum Ausdruck bringt, sein damaliges Verhalten auf Pallas gehöre zu jenen Momenten, die ihm bis heute als Stein auf der Seele lägen.

Die diversen Rückbezüge auf vorangegangene Folgen sind natürlich ein Fest für regelmäßige Hörer, die sich zudem darüber freuen dürfen, dass der Handlungsstrang um die Verschwörung zur Ermordung von Präsident Bähler nun seinen Abschluss findet. Und Fans der Urserie werden dankbar zur Kenntnis nehmen, dass das Prequel immer erwachsener wird, indem es ethisch-moralische Fragen auswirft, ohne auf sie einfache Antworten zu geben. Zwar lässt sich Brandis' Vorgehen mit dem ehrbaren Ziel rechtfertigen, das er damit verfolgt. Doch heiligt der Zweck wirklich jedes Mittel? Zumal die „Behandlung“, die Brandis seiner Gegnerin angedeihen lässt, nicht der Phantasie des Autors entsprungen ist, wie dem Booklet zu entnehmen ist. Da kann einem ganz anders werden...

Mark Brandis – Raumkadett Folge 9: Endstation Pallas unterscheidet sich im Aufbau her deutlich von den ersten beiden Geschichten der zweiten Staffel, womit die Serie ihre Flexibilität beweist. Der Plot ist dicht, setzt die richtigen Akzente und zeigt den jungen Mark Brandis einmal von einer anderen Seite, nämlich als einen Menschen, der in die Ecke gedrängt drastische Maßnahmen ergreift. Eine rundum gelungene Folge und aus meiner Sicht eine klare Hörempfehlung.



Mark Brandis - Raumkadett Folge 9: Endstation Pallas ist eine Produktion von Interplanar für Folgenreich. Das Hörspiel ist ab dem 1. Juli 2016 offiziell im Handel erhältlich.



Gewinnspiel: «THINGS TO COME · Science · Fiction · Film»




Gewinnspiel zum Buch

THINGS TO COME 
Science · Fiction · Film



Das Science-Fiction-Genre boomt. Immense Budgets und klingelnde Kinokassen kennzeichnen seinen Siegeszug. Die unendlichen Weiten des Weltalls, Landungen auf fremden Planeten, Begegnungen mit Aliens sowie der technische und wissenschaftliche Fortschritt sind populäre Themen. Wie schon beim ersten Hype in den 1950er Jahren lassen sich in den Filmen zahlreiche Verweise auf gesellschaftliche Themen finden.

Das Buch Things to Come · Science · Fiction · Film gibt einen Überblick über das Genre und die Ursachen des aktuellen Erfolgs. Die Publikation versammelt unveröffentlichte Abbildungen und exklusive Werk- und Szenenfotos aus der internationalen Filmgeschichte. Anschauliche Beiträge sowie zahlreiche Interviews mit renommierten Experten komplettieren das Buch und schaffen einen ebenso unterhaltsamen wie reflexiven Zugang zum Genre Science-Fiction.



Mit freundlicher Unterstützung des Kerber Verlags verlose ich drei Exemplare des Buches, das anlässlich der Ausstellung Things to Come · Science · Fiction · Film (Laufzeit: 30. Juni 2016 bis 23. April 2017) der Deutschen Kinemathek - Museum für Film und Fernsehen in Berlin erschienen ist.

Wer von Euch eines der drei Bücher gewinnen möchte, sollte die Antwort auf folgende Frage kennen: Wo findet die Ausstellung Things to Come · Science · Fiction · Film statt?



Die Teilnahmebedingungen: 

Das Gewinnspiel endet am 17. Juli 2016 um 23:59:59 Uhr. Um zu an der Verlosung teilzunehmen, schickt Ihr eine E-Mail mit der richtigen Antwort auf die Gewinnspielfrage, Eurer Adresse und dem Betreff "Things to Come" an die E-Mail-Adresse scifiwatchman@gmx.de. Nach dem Ende der Aktion werden von mir sämtliche personenbezogenen Daten komplett gelöscht. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, eine Auszahlung des Gewinns in bar ist nicht möglich. Teilnahmeberechtigt sind alle Personen ab 18 Jahren mit deutschem Wohnsitz. 


 Der SciFiWatchman wünscht euch viel Glück!