Staffelreview: Daredevil (Netflix, 2015)


Kurze Anmerkung: Die nachfolgende Review ist ein Beitrag von Stephan »sawmaniac« Winkowski, den mich von nun an in unregelmäßigen Abständen als Gastautor unterstützt. Darüber freue ich mich sehr.


Ich muss zugeben, dass ich dieser Serie mit durchaus gemischten Gefühlen entgegen gesehen habe, denn Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. hat mich persönlich wenig bis gar nicht vom Hocker gehauen. Und auch wenn ich den Daredevil-Film zumindest damals nicht komplett grottig fand, hat er doch in mir nicht gerade den Wunsch geweckt den roten Teufel so schnell wieder zu sehen. Warum ich die Serie dann doch angeschaut habe? Na ja, es ist das MCU und eigentlich cool, S.H.I.E.L.D. habe ich ja auch gesehen und Agent Carter kommt auch noch an die Reihe. Außerdem fand ich die Trailer interessant.

Worum geht es in Daredevil?

Matt Murdock wird als 9-Jähriger in einen Unfall mit Chemikalien verwickelt. Als er einem älteren Herrn das Leben rettet, bekommt eine Ladung der giftigen Flüssigkeit in die Augen - und der Zuschauer erlebt aus der Perspektive des kleinen Jungen, wie dessen Augen zerfressen werden und es dunkel um ihn herum wird. Es folgt ein Zeitsprung in die Gegenwart: Matt hat gerade zusammen mit seinem besten Kumpel Foggy Nelson sein Examen als Rechtsanwalt bestanden und die beiden frisch gebackenen Anwälte legen nun los, Doch die Tagesbeschäftigung als Rechtsanwalt ist nicht Matts einzige Beschäftigung. Er geht nachts als schwarz maskierter Superheld auf Streife und kämpft gegen das Verbrechen, bzw. geht seinen Fällen auf nachhaltigere Art nach, wobei ihm seine als Folge des Unfalls übernatürlich verstärkten Sinne helfen. Das ist im New Yorker Bezirk Hell’s Kitchen auch bitter nötig, denn hier läuft gerade der Wiederaufbau nach der Schlacht um New York (Ja genau, DIE Schlacht aus "Marvel's The Avengers") und eine dubiose Baufirma scheint nicht ganz sauber zu sein, wobei eine mysteriöse Gestalt im Hintergrund die Fäden zieht.

So weit also, ohne viel spoilern zu wollen, der Inhalt der Serie. Das allererste, das man tun sollte, wenn man beschließt, sich die jüngste Serie aus dem Marvel Cinematic Universe (MCU) auf Netflix anzuschauen, ist folgendes: Ganz schnell den 2003er Kinofilm oder sein Spin-Off Elektra vergessen. Es geht in beidem zwar um den Helden Daredevil, aber von der pseudo-düsteren, manchmal unfreiwillig komischen Herangehensweise bleibt hier nicht viel übrig. Es fällt auf, dass der in den Comics rot gekleidete Held Daredevil in der ersten Staffel der nach ihm benannten Serie noch gar nicht als solcher auftritt. Die erste Staffel erzählt vielmehr dessen Origin Story, gewissermaßen das Daredevil Jahr 0 (Marvelfans werden mich jetzt sicher für diese DC-Anspielung killen). Zum Abschluss kommt diese Entstehungsgeschichte in der letzten der 13 Folgen umfassenden ersten Staffel, die folgerichtig den Titel Daredevil trägt. Dennoch ist in Staffel 1 einiges los und unser Held kommt auch hier schon nicht zur Ruhe.

Die Figuren der Serie gefallen mir ausnehmend gut. Da ist zunächst der Held selbst: Matt Murdock wird von Charlie Cox mit genau der richtigen Mischung aus Verletzlichkeit und Coolness dargestellt, die einem im Kinofilm so sehr gefehlt hat. Man will trotz dessen Superkräfte nicht mit Matt tauschen und es bleibt spannend weil der Held nicht komplett perfekt und unbesiegbar erscheint, sondern teilweise sichtbar Probleme hat. In einer sehr lang gezogenen Schlägerei gegen eine ganze Gang kann man Matts Ermüdung förmlich spüren; immer wieder legt er kleine Verschnaufpausen ein, in denen er außer Atem gegen eine Wand lehnt, um erst kurz bevor er wieder angegriffen wird wieder zu neuer Energie zu finden.

Eine Superhelden-Figur, die nachts düster auf Verbrecherjagd geht, fordert natürlich den Vergleich zu Batman heraus. Aber eben dadurch, dass Daredevil oder "Der Mann mit der schwarzen Maske", wie er bis zur letzten Folge heißt, eben nicht dieser perfekt agierende und schier unbesiegbare Held ist, sondern zahlreiche Schwächen offenbart, kann er sich vom Fledermausmann deutlich absetzen.

Wenn es außer dem Helden eine Sache gibt, mit der eine Geschichte steht oder fällt, dann ist es seine Nemesis. Mit Vincent D’Onofrio als Kingpin ist Marvel Studios ein absoluter Glücksgriff gelungen. War der mächtige Gangsterboss im 2003er Kinofilm verhältnismäßig eindimensional und klischeehaft, so bekommt die Darstellung D’Onofrios angenehm facettenreich daher. Seit dem Auftreten in der zweiten Folge irrlichtert seine Figur zwischen Gut und Böse hin und her, was den Effekt hat, dass die Momente in dem die Grausamkeit des Kingpin durchbricht umso drastischer wirken. Auf der anderen Seite wird durch seine aufkeimende Liebe zu einer Galeriebesitzerin die menschliche Seite näher beleuchtet.

Matt Murdock steht jedoch nicht allein da in seinem Kampf gegen das Böse, denn es gibt da noch seine Vertrauten. Oder wie ich sie nenne: Die "Boxencrew". Matts engster Vertrauter ist natürlich Foggy, gespielt von Elden Hensen, der gleichzeitig ein wenig der Comic Relief der Serie ist. Ich finde ihn persönlich ein wenig zu klischeebeladen und eindimensional, doch vielleicht gibt sich das ja noch. Kein Team ohne hübsches Damengesicht, in dieser Serie dargestellt von Deborah Ann Woll. Ihre Darstellung der Karen Page ist okay, nichts was ich jetzt besonders gut oder schlecht fände, ich würde mir ein wenig mehr Tiefe wünschen, da geht sicher noch was. Ein wenig außerhalb des Teams hingegen steht die Krankenschwester Claire Temple, die den Maskenmann mehr als einmal zusammen flicken darf. Sehr schön besetzt mit Rosario Dawson.


Fazit: Netflix liefert mit Daredevil eine wirklich sehenswerte Serie ab, die sich vor ihrer Konkurrenz keineswegs verstecken muss. Ganz im Gegenteil. Von mir gibt es aus diesem Grunde eine ganz klare Anschauempfehlung. Und nun heißt es auf die nächsten Netflix Marvelserien zu warten: A.K.A. Jessica Jones, Luke Cage und The Defenders.


Ein Beitrag von Stephan »sawmaniac« Winkowski.

Trailer Review: Was bieten die neuen Trailer zu Terminator: Genisys und Ant-Man?




Terminator: Genisys und Ant-Man sind zwei Filme, auf die viele Fans in diesem Jahr sehnsüchtig warten. Zu beiden Filmen gibt es nun neue Trailer, die ich präsentieren und nachfolgend kommentieren möchte.


I'll be back: Arnie haut mächtig rein in "Terminator: Genisys"

Ich gebe offen zu, dass ich mich lange für die Idee eines neuen Terminator-Films nicht recht erwärmen konnte. Die Teile 1 und 2 sind Klassiker und Terminator 3 - Rebellion der Maschinen ging noch in Ordnung; doch nach dem vierten Streifen Terminator: Die Erlösung war für mich die Luft aus dem Franchise raus, denn irgendwie schien man nun alles gemacht zu haben, was die Terminator-Saga hergab. Warum also noch Teil 5?

Mit dem ersten Trailer zu Terminator: Genisys begann ich jedoch, meine Meinung zu revidieren, denn scheinbar hatten die Macher einen Ansatz gefunden, der frischen Wind in das Franchise bringen konnte. Und nachdem ich mir den neuen Trailer angesehen habe, bin ich sogar restlos davon überzeugt, dass ich den Streifen auf der großen Leinwand sehen möchte.

Hier ist der Trailer:



Für die Puristen dürfte der Trailer ein hartes Brot gewesen sein, denn es zeichnet sich ab, dass Terminator: Genisys die Zeitlinie der Filmreihe mächtig durcheinanderwirbelt. Doch für mich macht genau dies den Film reizvoll. Und außerdem: Schon Terminator 1 handelte von einer Reise in die Vergangenheit, mit der die Zukunft neu geschrieben werden sollte. Wenn dies nun in Terminator: Genisys im großen Stil von den Machern praktiziert wird, dann habe ich damit kein Problem. Gleichzeitig könnte der Film für die langjährigen Fans dahingehend zu einem Fest werden, weil er jede Menge Bezüge auf die bisherigen Filme (besonders Teil 1 & 2) aufweist.

Der Trailer sieht auf jeden Fall richtig aus, hat Tempo und Witz, scheint jedoch schon fast zuviel über den Plot zu verraten. Auf jeden Fall ist meine Vorfreude auf den 9. Juli geweckt, wenn Terminator: Genisys in den deutschen Kinos anläuft.


Ant-Man: Kleiner Held ganz groß?

Neben Avengers: Age of Ultron ist Ant-Man der zweite Film von Marvel in diesem Jahr. Und er markierte ursprünglich den Beginn von Phase 3 des Marvel Cinematic Universe (MCU), wenngleich Kevin Feige von Marvel Studios dies inzwischen relativierte. Nunmehr soll Captain America: Civil War die dritte Etappe einläuten. Dass das Studio auch Filme mit Superhelden aus der zweiten oder dritten Reihe zu Hits machen kann, bewies es letztes Jahr eindrucksvoll mit Guardians of the Galaxy. Wird das auch mit Ant-Man klappen?

Hier der Trailer:  


Auch auf die Gefahr hin, dass die Marvel-Fanboys jetzt gleich die brennenden Mistgabeln auspacken: Gab es diesen Film nicht schon einmal? Ich glaube, er hieß Iron Man. Der handelte auch von einem Mann, der unfreiwillig zum Helden wurde. Und wie der Ameisenmann kämpfte auch der Eiserne in einem Anzug mit phantastischen Möglichkeiten. Und in beiden Filmen gilt es gegen einen Gegner zu bestehen, der ebenfalls einen Superanzug hat. 

Das Thema der Miniaturisierung ist SF-Fans nicht zuletzt aus Klassikern wie The Incredible Shrinking Man (dt.: Die unglaubliche Geschichte des Mr. C.) und Fantastic Voyage (dt.: Die phantastische Reise) hinlänglich bekannt, doch sie scheint in diesem Film auf interessante Weise und unter Verwendung modernster Special Effects interpretiert zu werden. Was die Prämisse angeht, so muss man die eben kaufen. Aber darin unterscheidet sich Ant-Man auch nicht von den anderen Filmen - insbesondere den übrigen Comicadaptionen, in denen Superhelden im Zentrum stehen. Dass der Plot ohne Humor nicht funktioniert, scheinen die Macher auf jeden Fall gemerkt zu haben. Gut so.

Ant-Man sieht nach einem kurzweiligen Steifen aus, den sich die Fans des MCU ohnehin angucken werden. Und auch für das allgemeine Publikum scheint er genug zu bieten, um ab dem 23. Juli 2015 einen Kinobesuch zu rechtfertigen. Die gleiche Begeisterung, die ich letztes Jahr um diese Zeit den Guardians of the Galaxy entgegenbrachte, verspüre ich aktuell im Bezug auf Ant-Man jedoch (noch) nicht.   

SF-Update: News zu Independence Day 2, erster Trailer zu Dark Matter, Featurette zu Tomorrowland


Independence Day 2: Brent Spiner ist wieder dabei!

Der Cast von Independence Day 2 vervollständigt sich immer weiter. Bislang standen bereits Jeff Goldblum, Liam Hemsworth, Jessie Usher, Charlotte Gainsbourg, Vivica A. Fox und Travis Tope auf der Besetzungsliste - doch nun konnte Regisseur Roland Emmerich noch zwei Neuzugänge vermelden.

Dabei handelt es sich nach Informationen von Coming Soon um Joey King (White House Down) und Brent Spiner (Star Trek: The Next Generation). Letzterer war bereits 1996 im Erstling als Dr. Brackish Okun zu sehen. Sehr wahrscheinlich wird Spiner diese Rolle ein weiteres Mal verkörpern. Immer noch unbestätigt ist hingegen die Beteiligung von Bill Pullman. Er hatte seinerzeit den amerikanischen Präsidenten gespielt.

Independence Day 2 soll am 24. Juni 2016 - und damit fast genau 20 Jahre nach Teil 1 - in die US-Kinos kommen. Der Drehbeginn ist für Mai 2015 angesetzt. Zuletzt wurde aber immer noch am Skript gefeilt. Den Feinschliff besorgt derzeit Carter Blanchard. Frühere Versionen stammten von Emmerich selbst, seinem langjährigen Partner Dean Devlin und James Vanderbild. Emmerich, Devlin und Harald Kloser werden die Fortsetzung produzieren


Dark Matter: Erster Trailer zur neuen Syfy-Serie

Erst vor wenigen Tagen präsentierte Syfy den ersten Trailer zu seiner neuen Space Opera Killjoys (meinen Bericht findet ihr hier). Doch der Kabelsender schickt in den kommenden Monaten noch eine zweite Weltraumsaga mit dem Titel Dark Matter ins Rennen, zu der es nun auch erstmals einen Trailer gibt.

Dark Matter stammt von Joseph Mallozzi und Paul Mullie, die beide zuvor als Autoren und Produzenten für die Stargate-Serien arbeiteten. Der Plot ihrer neuen Serie basiert dabei auf einem gleichnamigen Comic, den das Gespann in den USA bei Dark Horse veröffentlichte. In der Serie dreht sich alles um eine Gruppe von Menschen, die an Bord eines alten Raumschiffs aus dem Kälteschlaf erwacht. Niemand von ihnen kann sich daran erinnern, wer sie sind und woraus ihre Mission besteht. Um dies herauszufinden, muss die Gruppe zusammenarbeiten. Auf sie wartet eine Reise voller Gefahren, Verrat und verborgener Geheimnisse.

Hier ist der Trailer:


Die Hauptrollen in der Serie wurden mit Zoie Palmer (Lost Girl), Roger Cross (The Strain), Marc Bendavid (Bitten), Anthony Lemke (White House Down), Melissa O'Neil (Les Miserables), Joelle Ferland (Twilight) und Alex Mallari, Jr (Robocop) besetzt. Syfy hat eine erste Staffel mit 13 Episoden geordert, die ab dem 12. Juni 2015 in den USA zu sehen sind.


Neue Featurette zu "Tomorrowland - A Word Beyond": 

Am 21. Mai 2015 kommt Tomorrowland (oder A World Beyond, wie der Film bei uns heißen wird) in die deutschen Kinos. In einer neuen Featurette plaudern die Hauptdarsteller George Clooney und Britt Robertson sowie Drehbuchautor Damon Lindelof etwas darüber, auf was sich die Kinozuschauer demnächst einstellen können.

Hier ist die Featurette:


A Word Beyond wartet neben George Clooney und Britt Robertson auch noch mit Hugh Laurie, David Nix, Raffey Cassidy, Tim McGraw, Judy Greer, Kathryn Hahn, Keegan-Michael Key und Thomas Robinson auf. Brad Bird saß auf dem Regiestuhl dieses Films aus dem Hause Disney.

A Word Beyond startet in Deutschland am 21. Mai 2015.

Rezension: Mark Brandis - Geheimsache Wetterhahn (Interplanar/Folgenreich)


Es war im Jahre 2007, als Balthasar v. Weymarn und Jochim C. Redeker von Interplanar Produktion mit Bordbuch Delta VII die erste Folge der Hörspielserie Mark Brandis ins Rennen schickten. Und in wenigen Monaten wird sie nach 32 CDs ihren Abschluss finden. Bevor es jedoch soweit ist, bringt Folgenreich heute mit Mark Brandis: Geheimsache Wetterhahn das vorletzte Abenteuer des ehemaligen Testpiloten der VEGA und jetzigen Vormanns der Gesellschaft zur Rettung Raumschiffbrüchiger in den Handel. Spielte bereits im Vorgänger Planetaktion Z die politische Stimmung innerhalb der Union eine große Rolle, so ist sie auch in der neuen Folge der Katalysator dramatischer Vorgänge.

2136:Nach dem Tod von Präsident Hastings muss sich sein Nachfolger in einer allgemeinen Wahl General a.D. Dreyer stellen. Dreyer hatte gefordert, dass die Raumflotte alle Ressourcen der Suche nach Nahrungsquellen für die hungernde Union unterordnen solle, und war entlassen worden. Seitdem genießt er großes Ansehen als Politiker. Mark Brandis macht sich unterdessen auf den Weg nach Ozeanien: Das neue Schiff der Raumnotretter, die Martin Luther King, ist plötzlich verstummt und über neutralem Boden abgestürzt ... 

Mark Brandis: Geheimsache Wetterhahn kommt von der Story und ihrer Umsetzung so kraftvoll daher, dass es einem schwer fällt zu glauben, dass mit der nächsten Folge tatsächlich Schluss sein soll. Der Plot von Balthasar v. Weymarn, der dafür auf Motive des gleichnamigen Romans von Nikolai v. Michaleweski zurückgriff, ist extrem dicht gewebt und zeichnet sich nicht zuletzt dadurch aus, dass er nicht mit Verweisen auf frühere Abenteuer und Ereignisse geizt, die sich teilweise in den Anfangstagen der Serie zugetragen haben. So etwas ist für alle, die Mark Brandis seit der ersten Stunde treu sind, natürlich ein Fest und beschert den Fans dadurch ein willkommenes Wiederhören mit Wolfgang Kaven in der Rolle des Henry Villiers. Auch Martin Keßler, den man zuletzt in Metropolis-Konvoi als Lt. Pablo Torrente erleben durfte, ist dieses Mal mit von der Partie. Aus dem MB-Zweiteiler Die Zeitspule kennt man wiederum noch den von Andreas Conrad verkörperten General Alfred Dreyer. Aus dem kompromisslosen Militär ist inzwischen ein wortgewandter und die Kooperation mit den Republiken suchender Politiker geworden, den seine Erfolge bei der Bekämpfung der durch den Ikarus-Zwischenfall ausgelösten Nahrungsmittelkrise in kurzer Zeit an die Spitze der Regierung der Union katapultieren. Im Gegensatz zu vielen seiner Zeitgenossen hat Brandis (gesprochen von Michael Lott) jedoch starke Zweifel, ob sich ein Falke wirklich in eine Friedenstaube verwandeln kann. Mit dieser Haltung macht er sich nicht gerade Freunde, weshalb Brandis im Verlauf der Handlung eine unorthodoxe Allianz eingeht, um der Wahrheit Stück für Stück näherzukommen. Was er dann entdeckt, lässt ihn mal wieder zum Zünglein an der Waage zwischen Krieg und Frieden werden. 

Interplanar legt mit Mark Brandis: Geheimsache Wetterhahn einen futuristischen Politthriller mit einer Laufzeit von ca. 75 Minuten vor, der so actionreich inszeniert wurde, wie man es sich als Hörer nur wünschen kann. Die Story hält die Akteure ständig in Bewegung, für das Publikum einiges an Wendungen parat und wartet mit einem Finale auf, das zwar etwas überhastet wirkt, dies aber durch seine Konsequenz wieder wettmacht. Die Leistung des Casts ist überzeugend, die von Jochim C. Redeker geschaffene Soundkulisse besticht durch Detailreichtum und die eingesetzten Musiken schaffen es, die Handlung wirkungsvoll zu unterstützen. Auch dieser Interplanar-Produktion kann man also mit gutem Gewissen attestieren, dass sie die gleiche hochwertige Umsetzung aufweist, durch die sich bereits die übrigen Folgen dieser SF-Hörspielserie auszeichnen konnten. 

Mit seiner gelungenen Mischung aus politischem Drama und knackiger Action untermauert Mark Brandis: Geheimsache Wetterhahn erneut das Renommee dieser Hörspielserie, die mit voller Berechtigung schon seit langem in dem Ruf steht, ihr Publikum gleichermaßen mit intelligenter wie kurzweiliger Science-Fiction zu unterhalten. Und das macht diese Produktion zu einer definitiven Hörspielempfehlung.


Mark Brandis: Geheimsache Wetterhahn ist eine Produktion von Interplanar im Vertrieb durch Folgenreich. Das Hörspiel ist ab dem 10. April 2015 offiziell im Handel erhältlich.  



Incorporated: Syfy bestellt Pilotfilm für eine neue dystopische Serie


Die Science-Fiction ist nicht zuletzt darum so reizvoll, weil das Genre Trends und Themen unserer Gegenwart aufgreifen und in einem in die Zukunft verlagerten Szenario behandeln kann. Der Einfluss von Konzernen auf die Politik ist so ein "heißes Eisen" - und diesem soll sich eine potenzielle neue Serie annehmen, deren Pilotfilm der US-Kabelsender Syfy nun bestellt hat.

Der Brachendienst Deadline weiß zu vermelden, von Syfy bei Matt Damons und Ben Afflecks Firma Pearl Street Productions, CBS Television Studios und Universal Cable Productions die Auftaktfolge des futuristischen Spionage-Thrillers Incorporated geordert wurde. Der Plot ist in einer dystopischen Zukunft angesiedelt, in der Unternehmen über unbegrenzte Macht verfügen. Im Zentrum der Handlung steht der Manager Ben Larson, der sich eine neue Identität zulegt und in die brutale Welt der Konzerne eintaucht, um die Frau zu retten, die er liebt. Im Verlauf der Handlung legt er sich mit dem gesamten System an, was tödliche Konsequenzen hat.

Incorporated thematisiert den wachsenden Einfluss der Konzerne und Interessensgruppen in Washington, die immer weiter voranschreitende Abwicklung des öffentlichen Sektors und die Anhäufung immensen Reichtums in den Händen Weniger. Der Zuschauer soll eine Welt vorgeführt werden, in der ethische Grenzen schon lange nichts mehr gelten. Ersonnen wurde Incorporated von Alex und David Pastor, die den Piloten auch inszenieren werden. Mit Ted Humphrey (The Good Wife) steht der ausführende Produzent und Showrunner bereits fest. Matt Damon, Ben Affleck und Jennifer Todd werden ebenfalls als ausführende Produzenten genannt.

Was die Besetzung des Pilotfilms angeht, so sind noch keine Entscheidungen gefallen. Und ob Incorporated in Serie geht, bleibt vorerst abzuwarten. Das Konzept selbst hat auf jeden Fall Potenzial. Mal abwarten, was aus dem Projekt wird,


Vorbericht zum Hörspiel Mark Brandis: Geheimsache Wetterhahn (ab dem 10. April im Handel)


Am Freitag (10. April 2015) veröffentlicht Folgenreich mit Geheimsache Wetterhahn die vorletzte Folge der Hörspielserie Mark Brandis aus dem Hause Interplanar Produktion. Zur Einstimmung darauf an dieser Stelle schon mal vorab ein paar Informationen.

In Geheimsache Wetterhahn spitzt sich die Situation auf der Erde durch die Staubwolke des zerstörten Kometen Ikarus und der daraus resultierenden Hungersnot immer weiter zu. Extreme politische Parteien, die dubiose Lösungen versprechen, haben deshalb starken Zulauf. Jemand scheint den Konflikt zwischen der Union und den Asiatischen Republiken zu schüren, um einen alles entscheidenden Krieg herbeizuführen. Eines der Raumschiffe der Raumnotretter stürzt rätselhafterweise über Ozeanien ab, und Mark Brandis fliegt selbst dorthin, um die Ursache herauszufinden. Was er dann entdeckt, lässt ihn mal wieder zum Zünglein an der Waage zwischen Krieg und Frieden werden...

Das Manuskript von Mark Brandis: Geheimsache Wetterhahn stammt wie gehabt von Baltsar v. Weymarn, der dafür auf Motive des gleichnamigen Romans von Nikolai v. Michalewski zurückgriff. Für das Sounddesign zeichnet erneut Jochim C. Redeker verantwortlich.

Die Sprecherinnen und Sprecher sind:

Bordsystem CORA: Mira Christine Mühlenhof
Ruth O'Hara: Dorothea Lott
John Harris: Gerhart Hinze
Friedrich Chemnitzer: Thomas Nero Wolff
Col. Igor Rublew: Uwe Jellinek
Dr. Egon Mildrich: Rüdiger Evers
Lt. Pablo Torrente: Martin Keßler
Mark Brandis: Michael Lott
Henri Villiers: Wolfgang Kaven
Cpt. Esko Tuomi: Martin May
General Alfred Dreyer: Andreas Conrad
Prolog: Wolf Frass
Magnus Sauerlein: Stefan Peters
Tschou Fang-Wu: Fang Yu
Maj. Wassilissa Novikova: Anna Gamburg
Sgt. Patrick Neville: Raphaël Vogt
Sgt. Olaf Delahaye: Daniel Claus
Fr. von zur Mühlen: Vera Teltz

sowie Sascha Funke, Anja Jaramillo, Daniel Montoya, Jochim-C. Redeker, Rainer Schmitt und Tommi Schneefuß.

Hier ist ein Ausschnitt aus dem kommenden Hörspiel:



Die ca. 75 Minuten Laufzeit verteilen sich auf die folgenden 10 Tracks:

01. Wahlkämpfer 09:16
02. Prolog 02:01
03. Unterwegs zur KING 09:42
04. Spurensuche im Wrack 05:02
05. Konspirative Begegnung 08:14
06. Der Kranich 07:52
07. "Wissen Sie, wen Sie vor sich haben?"
08:51 08. Auf Porta Stellaris 07:19
09. Brandis, Novikova, Villiers und Dreyer 07:26
10. Dreyers Hintertür 09:14


Mark Brandis: Geheimsache Wetterhahn kommt am 10. April 2015 offiziell in den Handel.

Zwischenruf: Beerdigt endlich den Kurd-Laßwitz-Preis !


Es ist eine Sache des Anstands, zunächst einmal jenen ganz herzlich zu gratulieren, die für die diesjährige Auflage des Kurd-Laßwitz-Preises (KLP) nominiert wurden. Dies sei hiermit geschehen. Leisten mussten die Damen und Herren immerhin etwas dafür. Und aus der Tatsache, dass einige ihrer Berufskollegen der Meinung waren, sie hätten für ihr im Vorjahr erschienenes Werk den KLP 2015 verdient, kann man den Nominierten schließlich keinen Vorwurf machen. Solche Dinge passieren eben. Oder gewissen Autoren auch immer wieder, wie die Vergangenheit des KLP nachhaltig bewiesen hat.

SF-Autor Sven Klöpping hat den KLP in einem Artikel für die Website Deutsche Science Fiction als "einen der wichtigsten SF-Literaturpreise in Deutschland" bezeichnet. Denkbar, dass Klöpping bei der Formulierung nur höflich sein wollte. Doch auf jeden Fall war er nicht präzise, denn er hätte besser geschrieben: Unter all den unbedeutenden deutschen SF-Literaturpreisen (denn es gibt in Deutschland keine relevanten Preise für SF-Literatur) ist der KLP noch einer der bekannteren

Der KLP ist eine schon ewig in den Kellergewölben der deutschen SF-Literatur verwesende Leiche, die alljährlich aufgeschminkt, parfümiert und mit einem bekannten Namen - vorzugsweise dem von Andreas Eschbach (2008, 2010 & 2012), Dietmar Dath (2009 & 2013) oder Wolfgang Jeschke (2006 & 2014) - dekoriert wird, um sie im Schein einer Gravitas erstrahlen zu lassen, die ihr längst niemand mehr abkauft. Ein Preis, der explizit kein Publikumspreis sein und Verkaufserfolge prämieren will, dies unter dem Vorzeichen einer Jury-Entscheidung "von Profis für Profis" aber regelmäßig tut, muss es sich gefallen lassen, dass man sein Selbstverständnis hinterfragt. Und er muss die Frage aushalten, wieso ausgerechnet in der Kategorie SF-Hörspiele Maßstäbe angelegt werden, die sich so diskriminierend auswirken, dass kommerzielle Produktionen zugunsten von Radiohörspielen der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten de facto chancenlos sind.   

Zitat (inkl. Rechtschreib- und Grammatikfehler) der KLP-Website:
Die Jury orientiert sich am Qualitatsniveau der SF-Hörspiele der Achtziger und frühen Neunziger Jahren, auch wenn derzeit nur noch wenige Hörspiele in den Rundfunkanstalten produziert werden und die auf CD produzierten Hörspiele eher kommerziell statt künstlerisch-experimentell ausgerichtet sind. Daher kommt es immer häufiger vor, dass kein nominiertes Hörspiel ausgezeichnet oder gar kein Hörspiel nominiert wird. 24 Regisseure und Autoren wurden bislang prämiert, neunmal wurde kein Preis vergeben. Seit 2004 erhalten nicht nur der Autor, sondern auch der Regisseur und der produzierende Rundfunk eine Urkunde.

Dass kein einziges kommerzielles Hörspiel auf der Nominierungsliste für den KLP 2015 zu finden ist, obwohl neben den schon bestehenden Serien im letzten Jahr allein vier neue an den Start gingen und sich damit die Auswahl an potenziellen Kandidaten deutlich vergrößerte, überrascht angesichts der zitierten "Anforderungen" natürlich in keinster Weise. Und es erklärt sich von selbst, weshalb seit der Schaffung der KLP-Kategorie SF-Hörspiele im Jahre 1987 selbstredend noch nie ein kommerzielles Hörspiel gewonnen hat. Wie sollten sie auch? Immerhin sind sie ja nicht künstlerisch-experimentell ausgerichtet. Das sind die Bestseller von Frank Schätzing und Andreas Eschbach zwar auch nicht, doch da Romane sich nicht jenen absurd-rigiden Regeln unterwerfen müssen, wie sie für SF-Hörspiele geschaffen wurden, stand der Auszeichnung von auf den Massengeschmack ausgerichteten Werken dieser Herren mit dem KLP nichts im Wege. Die Botschaft ist klar: Kommt ein Inhalt zwischen zwei Buchdeckeln daher, darf er so kommerziell ausgerichtet wie nur irgend möglich sein. Aber wehe, er erscheint auf CD - dann wird er mit der elitären Kunstguillotine gnadenlos gerichtet. Man muss kein Hörspielfan sein, um hier einen Widerspruch im Regelwerk des KLP zu erkennen, der sich durch nichts, aber auch gar nichts wegdiskutieren lässt. Die an dieser Stelle denkbare Forderung nach einer Reform der Regeln für die Kategorie SF-Hörspiele des KLP erspare ich mir. Denn sie wird von anderen Stimmen schon seit Jahren erhoben – und zwar ohne jede Wirkung. Auch würde eine solche Reformierung gar nichts bringen, denn es ist der Kurd-Laßwitz-Preis in seiner Gesamtheit, der sich überlebt hat und endlich die Gnade erfahren sollte, ehrenvoll beerdigt zu werden. 

Der KLP stammt aus einer Zeit, als es für die Leser teilweise noch recht schwierig war, an Informationen über Neuerscheinungen auf dem Buchsektor zu gelangen. Und insbesondere die Veröffentlichungen kleiner Anbieter tauchten auf dem Radar der SF-Fans häufig gar nicht auf. Es war die Zeit vor den Verlagswebsites und den Internetforen, vor den Blogs und den sozialen Netzwerken. In dieser Ära ergab ein Preis, der insbesondere Newcomern und Geheimtipps zu mehr Aufmerksamkeit verhelfen wollte, durchaus einen Sinn. Doch diese Zeiten sind vorbei. Wer sich heutzutage informieren will, kann dies ohne große Probleme tun. Und wer ein bestimmtes Buch anschließend kaufen möchte, hat dazu auf unterschiedlichsten Wegen die Möglichkeit. Auf "Profi-Tipps" in Form des KLP ist nun wirklich niemand mehr angewiesen. Und die Verleihung eines Preises an ein Radiohörspiel, das sich zum Zeitpunkt der Prämierung nicht einmal mehr aus den Mediatheken der Sender abrufen lässt, weil zwischen Ausstrahlung und Bekanntgabe des Gewinners zu viel Zeit vergangen ist, besitzt in etwa die Relevanz eines platzenden Sack Kaffees im Hafen von Acapulco. Ein kommerzielles Hörspiel hingegen wäre dann immer noch im Handel erhältlich...

Was bleibt, ist ein SF-Literaturpreis (Zitat) "von Profis für Profis", an dem aber selbst die Professionellen scheinbar kaum noch Interesse haben. Oder wie soll man es sich sonst erklären, dass letztes Jahr gerade einmal 38 Personen an der Abstimmung über die beste SF-Erzählung teilnahmen? Darum: Jedes Ding hat seine Zeit, und die des Kurd-Laßwitz-Preises ist einfach inzwischen abgelaufen. Ihn würdevoll zu Grabe zu tragen, wäre deshalb keine Schande, sondern vielmehr Ausdruck einer letzten Ehrerbietung – nicht zuletzt auch gegenüber dem verdienstvollen Menschen, nach dem der KLP benannt wurde.    

Killjoys: Erster Trailer zur neuen Syfy-Serie



Vor einiger Zeit kündigte der amerikanische Kabelsender Syfy an, sich wieder stärker auf Science-Fiction - insbesondere auf Space Operas - konzentrieren zu wollen. Ein erster Schritt in diese Richtung war der Mehrteiler Ascension, der allerdings leider nicht als Serie weiterverfolgt wird. Anders stehen die Dinge im Hinblick auf die neue Serie Killjoys, denn von dieser Space Opera wurde vom Sender direkt eine erste Staffel mit 10 Folgen bestellt. Nun gibt es einen ersten Trailer.

Killjoys handelt von den drei intergalaktischen Kopfgeldjägern Dutch (gespielt von Hannah John-Kamen), John Jaqobis (Aaron Ashmore) und D’avin (Luke Macfarlane). Ihr Einsatzgebiet ist das Quad - ein weit entferntes Sonnensystem, das am Rande eines blutigen Klassenkampfes befindet, in den gleich mehrere Planeten verwickelt sind. Ziemlich unruhige Zeiten also. Und entsprechend viel gibt es für das Trio zu tun, das sich geschworen hat, in dem nahenden Konflikt unparteiisch zu bleiben und dessen Motto daher lautet: Das Kopfgeld ist alles!

Hier ist der erste Trailer zu Killjoys:



Die Hauptdarsteller sind Serienfans keine Unbekannten: Aaron Ashmore sah man zuletzt in Warehouse 13, Hannah John-Kamen in Black Mirror und Luke Macfarlane u.a. in Person of Interest. Ersonnen wurde Killjoys von Michelle Lovretta, die zuvor schon die Serie Lost Girl kreiert hatte. Das Studio Temple Street Productions wiederum kennt sich mit Science-Fiction im TV gut aus, denn man produziert u.a. auch die erfolgreiche Serie Orphan Black. Keine schlechten Vorzeichen also.

Killjoys geht bei Syfy in den USA am 19. Juni 2015 auf Sendung.




Coming Attractions: Neuer Trailer zu Mad Max: Fury Road, News zu G.I. Joe 3, Neuigkeiten & Trailer zu Tomorrowland




Neuer Trailer zu "Mad Max: Fury Road": 

Ich habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass Mad Max: Fury Road einer jener Filme ist, die mich komplett kalt lassen. Und dies hat sich auch nach dem Anschauen des jüngsten deutschen Trailers zu dieser Materialschlacht nicht geändert. Zumindest deutet das neue Material an, dass der Streifen tatsächlich so etwas wie eine Story haben könnte und nicht ausschließlich auf bereits im Trailer ermüdend wirkende Zerstörungsorgien setzt. Das ist immerhin ein Fortschritt - wenngleich er zu spät kommt, um mich doch noch dazu zu bewegen, mein Geld in ein Ticket für dieses Tom-Hardy-Vehikel zu investieren.

Hier ist der Trailer:


In einem Interview mit Esquire erklärte der Hauptdarsteller übrigens nun, dass er für drei weitere Mad-Max-Filme unterschrieben hat. Deren Realisierung hängt natürlich davon ab, wie Mad Max: Fury Road an den Kinokassen abschneidet. Ab dem 14. Mai 2015 kann man den Film in 2D und 3D in Deutschland sehen.


G.I. Joe 3: Paramount findet Drehbuchautor

Es ist teilweise recht bemerkenswert, welchen Weg gewisse Franchises nehmen. Als G.I. Joe: Geheimauftrag Cobra 2009 in die Kinos kam, hatte Paramount angesichts der seit Jahrzehnten anhaltenden Popularität der Soldatentruppe in den USA auf einen Hit gehofft - doch der blieb aus. Einem Budget von ca. 175 Mio. Dollar stand ein weltweites Einspielergebnis von lediglich ca. 302 Mio. Dollar gegenüber; was den Streifen zwar nicht zum Flop machte, jedoch die Erwartungen des Studios und nicht zuletzt die des Spielzeugproduzenten Hasbro enttäuschte, der auf einen Erfolg à la Transformers (ebenfalls aus dem Hause Hasbro) gehofft hatte.

So mancher Beobachter ging seinerzeit davon aus, dass die Chancen für eine Fortsetzung nicht sonderlich groß seien. Aber Paramount und Hasbro wollten es noch einmal wissen und schickten darum 2013 das Sequel G.I. Joe: Die Abrechnung ins Rennen. Und siehe da: Plötzlich stimmten die Zahlen, denn der Streifen, den man sich 130 Mio. Dollar kosten ließ, setzte weltweit ca. 375 Mio. Dollar um. Völlig klar, dass schnell die Entscheidung fiel, auch noch einen dritten Teil zu realisieren.

Wie Hollywood Reporter meldet, hat Paramount inzwischen Aron Berg damit beauftragt, das Drehbuch für G.I. Joe 3 zu schreiben. Zu diesem Zweck soll Berg eng mit Regisseur D.J. Caruso zusammenarbeiten, der den Streifen inszenieren wird. Der Drehbuchautor war Ende letzten Jahres in den Schlagzeilen, nachdem Universal in einem Bieterwettstreit für 2 Mio. Dollar sein Skript für einen Film namens Section 6 erworben hatte, der von der Entstehung des britischen Geheimdienstes MI6 handelt. MGM und Bond-Rechteinhaber Danjaq hatten daraufhin mit juristischen Schritten gedroht, weil sie der Meinung waren, Section 6 sei ein Bond-Plagiat. Im Januar 2015 konnten die Differenzen jedoch beigelegt werden.

Wann mit G.I. Joe 3 zu rechnen ist, steht aktuell noch nicht fest.


Tomorrowland: Disney änder Titel in "A World Beyond":

Als Studio hat man es wirklich nicht leicht: Da hat man einen knackig-kurzen Filmtitel, der sich optimal für eine globale Werbekampagne eignet - und dann darf man ihn in manchen Ländern oder Regionen nicht verwenden, weil andere sich die Namensrechte bereits vorher gesichert haben. Disney steht im Hinblick auf seinen kommenden Streifen Tomorrowland vor so einem Problem. Für die deutsche Auswertung wurde deshalb aus Tomorrowland zunächst Projekt: Neuland. Doch weil dies wahrscheinlich zu sehr nach Angela Merkels belächelten Ausbauplänen für das Internet klang, hat man sich nun wieder umentschieden. Statt Projekt: Neuland lautet der offizielle Titel nun A World Beyond. Und unter diesem Titel gibt es inzwischen einen weiteren Trailer zum Film, bei dem Brad Bird auf dem Regiestuhl saß.

Hier ist er:



Weitere Einblicke in den Plot des farbenprächtigen Abenteuers mit Britt Robertson, George Clooney und Hugh Laurie gibt auch dieser Trailer, der für den japanischen Markt produziert wurde:


A World Beyond kommt am 21. Mai 2015 in die deutschen Kinos.


Coming Attractions: Idris Elba in Star Trek 3? - Neuauflage von Alien Nation - Realverfilmung von Robotech


Star Trek: Spielt Idris Elba den Schurken in "Star Trek 3" ?

Schauspieler Idris Elba ist Fernsehzuschauern durch die Krimi-Serie Luther ein Begriff, und auch den Anhängern der Science-Fiction ist der Brite wahrlich kein Unbekannter. 2011 war er in der Comicverfilmung Thor zu sehen und ein Jahr darauf in Prometheus. 2013 konnte man Elba in Thor 2 und Pacific Rim erleben, der dieses Jahr auch zum Cast von Marvel's The Avengers: Age of Ultron gehören wird. Nun winkt dem 42-jährigen ein weiteres hochkarätiges Engagement. Wie Variety meldet, soll Paramount daran interessiert sein Idris Elba für die Rolle des Schurken im kommenden Star-Trek-Film unter Vertrag zu nehmen. Die Verhandlungen soll sich in einem frühen Stadium befinden.

Nähere Informationen darüber, mit welchem Gegner es Kirk und Co in Star Trek 3 (so der Arbeitstitel des Films) zu tun bekommen werden, gibt es noch nicht. Es wird spekuliert, dass es sich um einen Klingonen handeln könnte. Aber wie gesagt: Alles Spekulationen...

Star Trek 3 soll im kommenden Jahr in den Kinos anlaufen. Der Release des Film würde dann mit dem 50. Geburtstag des Franchises zusammenfallen. Die Dreharbeiten zu dem Streifen, dessen Drehbuch von Doug Jung und Simon Pegg stammt, starten im Juni 2015. Auf dem Regiestuhl wird dann Justin Lin sitzen.


Alien Nation: 20th Century Fox plant Neuauflage:

Letzte Woche berichtete ich von den Plänen des Studios Sony, ein Remake des Films Das fliegende Auge (org.: Blue Thunder) in Angriff zu nehmen (Link zum Bericht). Nun soll sich ein weiterer Filmstoff aus den 1980ern auf dem Weg zurück auf die große Leinwand befinden. Hollywood Reporter will erfahren haben, dass 20th Century Fox die Drehbuchautoren Art Marcum und Matt Holloway damit beauftragt hat, das Skript für eine Neuinterpretation von Alien Nation (dt.: Space Cop L.A. 1991) aus dem Jahre 1988 zu schreiben.

Der Originalfilm, in dem James Caan und Mandy Patinkin die Hauptrollen spielten, erzählte von einer Gruppe von Außerirdischen, die auf der Erde stranden und sich in die amerikanische Gesellschaft integrieren. Der hartgesottene Cop Sykes (Caan) und sein Alien-Partner Sam Francisco (Patinkin) ermitteln in einem Fall, der sie auf die Spur eines Komplotts führt, das die friedliche Koexistenz zwischen den Menschen und den Newcomern zerstören könnte. Alien Nation war zwar kein Mega-Hit an den Kinokassen, erwies sich jedoch als so erfolgreich, dass er eine TV-Serie (mit Gary Graham und Eric Pierpoint) und mehrere Fernsehfilme inspirierte. In Romanen und Comics wurde die Story von Sykes und Francisco fortgeführt.

Hier das Intro der TV-Serie:


Angeblich soll Fox eine Neuauflage der Art vorschweben, wie sie zuvor erfolgreich bei den Filmen der Reihe Planet der Affen praktiziert wurde: Die Grundidee bleibt gleich, doch darauf aufbauend wird ein neuer Plot entwickelt. Einen Produzenten hat das Projekt noch nicht. Auch was einen Zeitrahmen angeht, gibt es noch keine Infos.


Robotech: Sony sichert sich Verfilmungsrechte:

Sony Pictures hat sich die Rechte für eine Realverfilmung des Animes Robotech gesichert und möchte den Stoff nach eigenen Worten zügig in ein globales Franchise verwandeln. Das hat Coming Soon erfahren. Gianni Nunnari und Mark Canton sollen das Projekt zusammen mit Michael Gordon entwickeln. Letzterer wird wohl das Drehbuch für den Film schreiben. Robotech stammt aus den 1980ern und erzählt davon, wie die Menschheit mit Hilfe gigantischer Kampfroboter, die auf außerirdischer Technologie basieren, die Invasionsversuche einer Alien-Spezies abwehrt.

Wann mit dem Film zu rechnen ist, steht derzeit noch in den Sternen.

Filmkritik: Home - Ein smektakulärer Trip (ab 26. März im Kino)


Hilfe, die Außerirdischen kommen! Schon unzählige Mal wurde die Erde im Kino zum Ziel von Eroberern aus dem Weiten des Alls. Und nun kommen in Home – Ein smektakulärer Trip die Boovs, um sich des blauen Planeten zu bemächtigen. Dabei sind die Boovs ganz eigentlich nette Leute, die ihrerseits auf der Flucht sind. Und daher wollen sie den Menschen auch nichts Böses. Von den Abenteuern, die der Boov Oh zusammen mit dem Mädchen Tip Tucci auf unserer Welt erlebt, erzählt der neue Animationsfilm aus dem Hause Dreamworks im Verleih durch 20th Century Fox, der heute in unseren Kinos anläuft.

Die Boovs machen die Erde zu ihrem neuen Heimatplaneten und beginnen damit, alles neu zu organisieren. Die Menschen werden unfreiwillig umgesiedelt. Als jedoch Tip, ein cleveres junges Mädchen, der Gefangenschaft entgeht, wird sie auf einmal zur unfreiwilligen Komplizin von Oh, einem verstoßenen Boov auf der Flucht. Schon bald erkennen die beiden ungleichen Freunde, dass es um viel mehr geht, als nur intergalaktische Beziehungen zu retten. Und so begeben sie sich auf eine fantastische Reise voll Spaß und Abenteuer, die ihr Leben und ihre Welt für immer verändern wird…

Tim Johnson inszenierte 2010 den Film Kung Fu Panda – Ein schlagfertiges Winterfest und verantwortete als Produzent den Streifen Drachenzähmen leicht gemacht. Sein neuer Film Home – Ein smektakulärer Trip ist optisch brillant ausgeführtes 3D-Animationskino, bedient von der Story her ansonsten aber nur allseits bekannte Schemata, wie sie in auf ein junges Publikum zugeschnittenen Filmen in schöner Regelmäßigkeit anzutreffen sind. Der Plot bringt mit dem Mädchen Tip und dem Boov Oh zwei Außenseiter zusammen, lässt sie Vorurteile überwinden und gemeinsam eine ganze Reihe haarsträubender Abenteuer erleben, wobei die Suche nach Tips Mutter den Motor der Handlung bildet. Und ja, der Fortbestand der Erde steht natürlich auf dem Spiel. Wie könnte es auch anders sein.

Die putzigen Boovs sind nicht zuletzt durch die die Art, wie sie insbesondere irdische Alltagsgegenstände zweckentfremden, für jede Menge Lacher gut, die Protagonisten sind sympathisch gezeichnet und der mit viel Action gespickte Plot trägt locker und kurzweilig einen kunterbunten Film über seine 94 Minuten Spielzeit, der nicht zuletzt ein Vehikel für die sich mittlerweile auch schauspielerisch betätigende Sängerin Rihanna ist. Diese leiht Tip Tucci im Originalton nicht nur ihre Stimme; auch ist ihre Biographie angelehnt an jene der Pop-Diva, deren Einfluss auf die musikalische Gestaltung des Films deutlich weiter als die Songs reichte, die sie zum Soundtrack beisteuerte. Rihanna ist jedoch nicht die einzige Berühmtheit, die der Voice Cast von Home – Ein smektakulärer Trip zu bieten hat. So spricht Jim Parsons, Star der Serie The Big Bang Theorie, den Boov Oh; Tips Mutter Lucy wird verkörpert durch Jennifer Lopez und als Captain Smek ist Steve Martin zu hören. Die deutsche Fassung wartet dagegen mit Bastian Pastewka als Oh und Uwe Ochsenknecht als Smek auf. Pastewkas Stimme passt dabei sehr gut zum Charakter des knuffigen, gutherzigen, doch bisweilen unbeholfenen Oh.



Wer als Erwachsener sich auf die Story einlässt und die Tatsache ausblendet, dass einem inhaltlich vieles durchaus bekannt vorkommt, wird seinen Spaß an Home – Ein smektakulärer Trip haben. Und den Kids werden der Boov und seine Freundin Tip sicherlich schnell ans Herz wachsen. Ein Film für die ganze Familie also.

Home – Ein smektakulärer Trip läuft ab dem 26. März 2015 in den deutschen Kinos.


Leviathan: Filmprojekt von Ruairí Robinson findet Produzenten!


Seit einigen Tagen sorgt im Internet das Video Leviathan für Aufsehen. Regisseur Ruairí Robinson hat es als sogenannten Proof-of-Concept Trailer erstellt, mit dem er potenziellen Produzenten einen visuellen Eindruck von dem Science-Fiction-Film geben will, den er realisieren möchte. Wenn man so will, dann handelt es sich um einen dreieinhalb-minütigen Werbeclip für das Projekt, der geneigte Geldgeber überzeugen soll. Und wie es nun aussieht, scheint der Ire, der das Konzept zusammen mit Drehbuchautor Jim Uhls (Jumper) entwickelt hat, damit Erfolg gehabt zu haben.


Der Plot des Films Leviathan, der teilweise von Moby Dick und Der Wüstenplanet inspiriert ist, spielt im frühen 22. Jahrhundert und die Menschheit hat viele Welten kolonialisiert. Reisen mit Überlichtgeschwindigkeit wurde möglich durch die Verwendung einer fremdartigen Substanz, die man den Eiern der größten Spezies entnimmt, welche der Mensch je gesehen hat. Diejenigen, die Jagd auf die Riesen machen, tun dies überwiegend nicht freiwillig.

Hier ist der Trailer:


Wie Deadline nun meldet, hat Leviathan auch die Aufmerksamkeit von Simon Kinberg und Neill Blomkamp erregt, die sich nun entschlossen haben, als Produzent (Kinberg) und ausführender Produzent (Blomkamp) an Bord zu kommen. Kinberg, Produzent und Drehbuchautor von Filmen wie X-Men: Zukunft ist Vergangenheit und The Martian, hat einen First-Look-Deal mit 20th Century Fox, was es Leviathan massiv erleichtern könnte, ein Studio zu finden.

Robinson hat bislang einen anderen SF-Film vorzuweisen, nämlich den Low-Budget-Streifen Last Days on Mars mit Liev Schreiber in der Hauptrolle. Wenn alles klappt, könnt er mit Leviathan demnächst eine Big-Budget-Produktion seiner Vita hinzufügen. Und die Zuschauer dürften sich auf eine optisch eindrucksvolle Space Opera freuen.


Link: Bericht bei Deadline