Trailer-Parade: Trailer zu Fantastic Four & Maze Runner - Die Auserwählten in der Brandwüste



Insgesamt drei Filme mit den Superhelden des Marvel-Universums kommen dieses Jahr auf die Leinwände. Avengers: Age of Ultron ist bereits angelaufen, am 23. Juli folgt Ant-Man und ab dem 6. August 2015 kann man sich Reboot von Fantastic Four ansehen. Stammen die beiden erstgenannten Steifen aus dem Hause Marvel Studios, so wurde Fantastic Four von 20th Century Fox realisiert. Constantin Film ist der Verleiher für die deutsche Auswertung.

Fantastic Four erzählt von vier jungen Außenseitern, die in ein gefährliches Paralleluniversum teleportiert werden. Die neue und ungewohnte Umgebung hat immense Auswirkungen auf die physische Konstitution des Teams. Ihr Leben wird unwiderruflich auf den Kopf gestellt und die vier müssen nicht nur lernen mit ihren neuen, angsteinflößenden Fähigkeiten umzugehen, sondern auch Seite an Seite zu kämpfen, um die Welt vor einem neuen Feind zu retten.

 So sieht der erste Teaser in deutscher Sprache aus:


Und so der offizielle Trailer zum Film:



Außerdem hat auch noch weiteres Promomaterial den Weg ins Netz gefunden:




Weitere Poster finden sich in einem Artikel bei Coming Soon.

Im Rahmen einer Cross-Promotion wirbt MovieTickets.com mit Hilfe der FF für seine Dienstleistung. Hier ist der Werbespot des Unternehmens, in dem einige Szenen aus dem kommenden Film zu sehen sind:



Michael B. Jordan, Jamie Bell, Kate Mara und Miles Teller übernehmen in der Neuverfilmung von Fantastic Four die vier Titelrollen. Neben Toby Kebbell, der Dr. Doom spielt, sind auch Reg E. Cathey als Dr. Franklin Storm und Tim Blake Nelson als Harvey Elder, aka The Mole Man, mit von der Partie. Die Regie übernimmt Josh Trank.

Fantastic Four läuft am 6. August 2015 in den deutschen Kinos an.


Ebenfalls aus dem Hause Fox stammt Maze Runner - Die Auserwählten in der Brandwüste. Die Maze Runner kehren zurück und somit geht das spannende Action-Abenteuer in die zweite Runde. Nach dem überaus erfolgreichen ersten Teil Maze Runner - Die Auserwählten im Labyrinth geht die geheimnisvolle Odyssee einer Gruppe Jugendlicher und das Rätsel um das Schicksal von Thomas (Dylan O'Brien) und seinen Mitstreitern weiter.

Nach dem Entkommen aus dem Labyrinth sind Thomas (Dylan O’Brien) und seine Mitstreiter noch immer nicht in Sicherheit. Stattdessen wartet eine neue Herausforderung auf sie: Betrogen von der geheimnisvollen Organisation WCKD landen sie in der Brandwüste, einer trostlosen Landschaft, in der sie sich erneut unglaublichen Gefahren stellen müssen. Die Gruppe um Thomas verbündet sich mit Widerstandskämpfern, auf die sie treffen, um die schockierenden Pläne der mächtigen Institution WCKD zu enthüllen und das Rätsel, um die Brandwüste und warum sie hier sind zu lösen…

 Hier ist der erste Trailer zum Film:


Maze Runner - Die Auserwählten in der Brandwüste startet am 24. September 2015 in Deutschland im Kino.

Rezension: 705 (Hoerspielprojekt.de)


Seit jeher genießt in der freien Hörspielszene das Science-Fiction-Genre einen hohen Stellenwert. Beim Hoerspielprojekt erlebte am vergangenen Mittwoch das SF-Drama 705 (gesprochen: 7-0-5) seine Premiere und steht seitdem zum kostenfreien Download bereit. Ein bemerkenswertes Hörspiel mit ca. 57 Minuten Laufzeit, das einen näheren Blick verdient.

Schneller als das Licht? Peter McAllistor steht in der Pflicht, für seinen Vater diesen Traum zu erfüllen. Doch manchmal sind die Ziele zu groß, um sie zu erreichen… oder der Preis ist zu hoch.

705 stammt aus der Feder von Michael Gerdes, der auch für Schnitt und Regie verantwortlich zeichnet. Zudem hat er eine der Hauptrollen übernommen. Der knappe Klappentext suggeriert zwar irgendwie, dass es sich um eine Space Opera handeln könnte, doch gerade dies ist nicht der Fall. Worum es sich stattdessen handelt? Nun, dies zu offenbaren, hieße die Auflösung der Geschichte vorwegzunehmen, weshalb ich die Antwort auf diese Frage schuldig bleiben werde. Es ist jedoch nicht gespoilert, wenn man sagt, dass es sich bei 705 um eine Geschichte handelt, die vom Publikum ein hohes Maß an Aufmerksamkeit erfordert, denn immer wieder werden Rückblicke eingeflochten, durchaus falsche Fährten gelegt und selbst vor alternativen Abläufen von Geschehnissen nicht Halt gemacht. Der Hörer findet sich in einem Ereignisgeflecht mit Peter McAllistor im Zentrum wieder, dessen Bezugspunkte abwechselnd ein Bordcomputer (der mit der Stimme von McAllistors Bruder Angus spricht), Peters Ehefrau Michelle und sein Vater Henry sind. Wer von Beginn an gut aufpasst, wird sich am Ende einen Reim auf die Handlung machen können, doch vielleicht wird dies nicht jedem direkt beim ersten Hören gelingen. Auch der Rezensent steht dazu, dass er einen zweiten Durchlauf brauchte.

Die Besetzungsliste von 705 wartet mit Sven Matthias als Peter MacAllistor und Mica Wanner als Michelle MacAllistor auf, während Michael Gerdes als Angus MacAllistor und Matthias Ubert als Henry MacAllistor mit von der Partie sind. Patrick Steiner verkörpert Dr. Gonzales Morena und Yannick Gerdes den jungen Peter MacAllistor. Sven Matthias kennen Hörspielfans nicht zuletzt als Weltraumheld Rick Future in der gleichnamigen Serie. Doch die Figur des Peter ist komplett anders gelagert als Rick; und Sven Matthias schafft es durch sein emotionales, eindringliches Spiel, Vergleiche zwischen den Figuren gar nicht erst aufkommen zu lassen. Auch bei der Auswahl der übrigen Stimmen hatte Michael Gerdes eine glückliche Hand, denn alle Beteiligten finden den geeigneten Zugang zu ihren Charakteren und hinterlassen einen positiven Eindruck.

Für 705 wurde eigens ein Soundtrack komponiert, was im unkommerziellen Bereich beileibe keine Selbstverständlichkeit ist. Der Aufgabe angenommen hat sich Tim Gössler, von dem u.a. die Musiken zu Rick Future stammen. Der Soundtrack transportiert die gesamte Stimmung und gerade auch die emotionale Ebene des Hörspiels optimal; der Titeltrack ist eingängig und besitzt einen gewissen Retro-Charme. Einzig der Abschlusssong "I See You", zu dem Michael Gerdes den Text beisteuerte, ist wenig überzeugend und irgendwie verzichtbar. Die Soundkulisse ist erfreulich detailreich und leistet dadurch einen wichtigen Beitrag dazu, dass sich beim Hörer schnell das entsprechende Kopfkino einstellt und er über die gesamte Spielzeit in der Handlung gehalten wird. Die Abmischung aller Komponenten gibt keinen Anlass zur Klage. Abgerundet wird die Produktion durch ein Artwork von Steffen Lorenzen. Wer sich 705 brennen und ins Regal stellen möchte, bekommt Cover und Booklet zum Ausdrucken im Downloadpaket mitgeliefert.

Mit 705 präsentiert Hoerspielprojekt eine Geschichte, die den Luxus genießt, sich keinen kommerziellen Konventionen beugen zu müssen. Auf diese Weise erhält sich das Hörspiel seine Eigenständigkeit und kann es außerdem riskieren, vom Publikum Mit- und Nachdenken zu fordern, anstatt ihm die Antworten einfach auf dem Silbertablett zu servieren. Wer vor solch einer Herausforderung nicht zurückschreckt und gleichzeitig ein Hörspiel mit einem gut aufgelegten Cast und einer attraktiven Soundkulisse zu schätzen weiß, ist bei 705 gut aufgehoben.


705 kann von der Website von Hoerspielprojekt.de legal kostenfrei heruntergeladen werden.


Rezension: Fraktal 4 - Kontakt (Gigaphon Entertainment)


Nachdem im letzten Jahr die ersten beiden Folgen der SF-Hörspielserie Fraktal erschienen, ging es Ende Februar 2015 mit Fraktal 3: Prähistorica (zur Rezension) weiter. Landete die Mannschaft des Forschungsschiffs Skyclad seinerzeit auf einem Planeten, der sich auf dem Stand der Kreidezeit befand, so kommt es nun in der neuen Folge Fraktal 4: Kontakt, die seit dem 15. Mai offiziell im Handel ist, zu einer Art Begegnung der dritten Art.

Captain Pierce und seine Crew folgen einem Notruf aus dem Fraktal und entdecken daraufhin ein verlassenes Raumschiff, das manövrierunfähig in der Schwerelosigkeit treibt. Spooner und Jay wollen der Sache auf den Grund gehen und betreten das Schiff. Ein schwerer Fehler, denn bald stellen sie fest, dass die Besatzung nicht ohne Grund geflohen ist...

Autor und Produzent Peter Lerf nutzt Fraktal 4: Kontakt dazu, einige Weichen neu zu stellen. So wird der Reporter (und Ich-Erzähler) Jay Jublonsky, der sich als Zivilist bislang außerhalb der Befehlskette an Bord der Skyclad befand, nun als Lieutenant in die Crew integriert, was vor allem Auswirkungen auf Jays Verhältnis zu Commander Spooner hat, dem er nun offiziell unterstellt ist. Was die Dynamik innerhalb der Serie jedoch noch wesentlich tiefgreifender beeinflusst, ist die Tatsache, dass man nach urzeitlichen Reptilien jetzt erstmals Wesen begegnet, die sich auf der Entwicklungsstufe des Menschen befinden oder in ihrer Evolution sogar noch weiter fortgeschritten sind. Auf jeden Fall haben die Fremden technisch richtig viel auf dem Kasten, was die Skyclad-Besatzung sehr schnell zu spüren bekommt. Denn friedlich läuft der Erstkontakt nicht gerade ab. Dem Hörer kann es nur recht sein, denn auf diese Weise kommt er in den Genuss einer kurzweiligen und spannend inszenierten Geschichte von ca. 60 Minuten Laufzeit, deren hoher Actiongehalt von Gigaphon Entertainment akustisch überzeugend zu Gehör gebracht wird. Und wie schon im Falle der vorangegangenen drei Folgen, so weckt der obligatorische Cliffhanger erneut richtig Vorfreude auf die Fortsetzung.

Die Crew der Skyclad ist inzwischen gut aufeinander eingespielt und der Plot gibt den Charakteren genug Raum, damit diese Profile weiter schärfen können. So stellt Captain Pierce (Gordon Piedesack) seine Führungsqualitäten unter Beweis, während Kaylani Soto (Julia Casper) als Pilotin abgeklärt schwierigste Flugmanöver meistert. Nur nebenbei: Wer Star Trek II: Der Zorn des Khan kennt, wird beim Hören dieser Folge erfreut feststellen, dass ein gewisses Manöver von Captain Kirk auch im Fraktalraum prächtig funktioniert. Für Ingenieur Sabian (Robert Missler) bedeutet auch komplett unbekannte Technologie keinen Stolperstein. Biologin Amy Keppler (Bettina Zech) fungiert ein weiteres Mal als das emotionale Zentrum, während Jay Jublonski (Martin L. Schäfer) es ist, der jenem Sense of Wonder Ausdruck verleiht, dem sich die Mannschaft auch unter den schwierigen Bedingungen, denen sie im Fraktal ausgesetzt ist, nicht entziehen kann. Commander Spooner (Martin Sabel) und Doctor Copeland (Sven Mai) vervollständigen das Team. Carmen Molinar ist als Stimme des Bordsystems LUNA zu hören. Alle Sprecherinnen und Sprecher füllen ihren Rollen souverän aus und sorgen unter der Regie von Peter Lerf damit für eine glaubwürdige Interpretation der Charaktere. In puncto Soundtrack sowie finaler Mischung hinterlässt Fraktal 4: Kontakt ebenfalls einen guten Eindruck, denn Musik und Soundeffekte erzeugen einen ansprechenden Klangraum, in den die Dialoge sauber eingebettet sind.

Seitdem in Fraktal 2 etabliert wurde, dass das Fraktal-Universum in seinem Aufbau mit der Struktur des Weltalls vergleichbar ist, war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis die Skyclad auf Aliens treffen würde. In Fraktal 4: Kontakt ist es jetzt also soweit – und man darf gespannt sein, welche Folgen diese Begegnung für die weitere Reise von Captain Pierce und Co durch das Fraktal haben wird. Mit diesem Hörspiel untermauert Gigaphon den Ruf der Serie als eine fesselnde Space Opera in Inner Space. Science-Fiction-Fans sollten definitiv auf der Skyclad anheuern.


Fraktal 4: Kontakt ist eine Produktion von Gigaphon Entertainment. Seit dem 15. Mai ist das Hörspiel offiziell im Handel.

Hörspielrezension: Mark Brandis - Raumkadett 6: Woran Du glaubst... (Folgenreich/Interplanar)


Im Mai 2014 fiel bei Folgenreich der Startschuss für Mark Brandis - Raumkadett – dem Prequel zur erfolgreichen SF-Hörspielserie Mark Brandis, für die von Interplanar seit 2007 die gleichnamigen Romane aus der Feder von Nikolai v. Michaleweski adaptiert werden. Kamen die ersten vier Raumkadett-Hörspiele als weitgehend in sich abgeschlossene Abenteuer daher, so bildete Folge 5: Der Aladin-Schachzug den Auftakt eines Zweiteilers (zur Rezension), der nun mit Mark Brandis - Raumkadett 6: Woran Du glaubst... abgeschlossen wird. Heute kommt die Produktion offiziell in die Läden.

Der junge Mark Brandis sitzt in Ostafrika im Gefängnis, weil er sich, um die Suche nach seinem verschollenen Vater fortsetzen zu können, auf einen zwielichtigen Auftrag eingelassen hatte. Zu allem Überfluss scheint ihn auch noch jemand aus dem Weg räumen zu wollen, weil er Augenzeuge des Mordes am Präsidenten der Republiken war. Sollte Mark Brandis irgendwo in Afrika etwas zustoßen, würde es vermutlich keine Untersuchungen geben. Doch seine Freunde bleiben nicht untätig, als plötzlich ein dubioser Geheimagent auftaucht und Mark zur Flucht verhelfen will...

Vor einiger stellte sich mir die Frage, mit welchem Wort sich am besten eine Produktion charakterisieren ließe, die zwar in gewissen Bereichen durchaus Qualitäten besitzt, unterm Strich aber keine Bäume ausreißt. Ich entschied mich schlussendlich für den Begriff "Solide". Und solch ein solides Werk ist auch die sechste Hörspiel der Serie Mark Brandis - Raumkadett.

An der Leistung des Casts (u.a. Daniel Claus, Friedel Morgenstern, Simon Jäger, Sebastian Kluckert, Sebastian Fitzner, Wolfgang Bahro, Wanja Gerick und Antje von der Ahe), der Soundkulisse, der Musik (beides von Jochim-c.Redeker) sowie der finalen Abmischung gibt es absolut nichts auszusetzen; der Handlungsbogen wird routiniert gespannt und innerhalb von 48 Minuten temporeich zum Abschluss gebracht. Dass Folge 6 in der Endabrechnung nicht über ein Mittelmaß hinauskommt, geht auf das Konto einer doch arg konventionellen Geschichte, die bekannte Storyelemente und Plotbausteine aneinanderreiht und es zudem mit der Logik nicht immer so genau nimmt. Außerdem fällt auf, dass der junge Mark Brandis sich zum zweiten Mal innerhalb von drei Folgen auf der Flucht befindet – und zum dritten Mal innerhalb von drei Folgen ist es an dem Hörer, darüber zu rätseln, ob jene, die dem Protagonisten ihre Hilfe anbieten, es mit dem Raumkadetten tatsächlich ehrlich meinen oder nicht. Was letzteres angeht, so ließe sich aus wohlwollender Perspektive argumentieren, Skriptautor Balthasar v. Weymarn rücke auf diese Weise das Thema "Vertrauen" besonders in den Vordergrund. Und diese Sichtweise hat durchaus ihre Berechtigung. Die Kehrseite der Medaille ist jedoch, dass die Serie – obwohl sie erst sechs Folgen alt ist – doch spürbar beginnt, sich von ihren Motiven her zu wiederholen.

Da Folge 6 als Abschluss eines Zweiteilers daherkommt, scheint es geboten, die Story Der Aladin-Schachzug/Woran Du glaubst... auch einmal in ihrer Gesamtheit zu betrachten. Die Stärken der Handlung liegen eindeutig in der ersten Hälfte, die doch deutlich wendungs- und abwechslungsreicher ist als die Fortsetzung. Zusammen bringen es Folge 5 und 6 auf eine Gesamtspielzeit von ca. 93 Minuten – eine angemessene Dauer für diese Story, die uns insbesondere in Folge 5 den Raumkadetten Mark Brandis deutlich proaktiver als früher zeigt. Ein wichtiger Schritt in der Entwicklung der Figur. Leider ist davon in Folge 6 nicht mehr so viel zu spüren. Anstatt gelerntes um- und einzusetzen, ist es nun wieder an der Zeit, dass Brandis erneut eine Lektion lernt, wodurch ihm einen passiverer Part zugewiesen wird. Man merkt deutlich: Bis zum entschlossen handelnden Testpiloten der VEGA und späteren Vormann der Gesellschaft zu Rettung Raumschiffbrüchiger ist es noch ein weiter Weg.

Mit Mark Brandis – Raumkadett 6: Woran Du glaubst... liegt nun der erste Raumkadett-Sechserpack vollständig vor. Die Hörspiele der Premierenstaffel haben gezeigt, dass dieses Prequel viel Potenzial für zahlreiche Abenteuer des jungen Mark Brandis besitzt. Trotz aller Kritik an Folge 6 drücke ich deshalb die Daumen für eine Fortsetzung der Serie. Sie hat es auf jeden Fall verdient.


Mark Brandis – Raumkadett Folge 6: Woran Du glaubst... ist ab dem 15. Mai 2015 offiziell im Handel erhältlich.



Upfronts 2015: Die Genre-Serien von ABC, CBS, FOX, NBC & CW für die Saison 2015/2016




Nachdem nun auch CW als letztes der amerikanischen Networks seine Planung für die TV-Saison 2015/2016 präsentiert hat, herrscht nun Klarheit darüber, welche Genre-Serien ab Herbst zurückehren und welche neuen Serien ab Herbst auf uns zukommen werden. Ein guter Zeitpunkt also für eine Bestandsaufnahme. Abgehandelt werden die Sender von mir in alphabetischer Reihenfolge.


ABC:

Das Alphabet-Network gehört zum Disney-Konzern, der auch Eigentümer des Comicriesen Marvel ist. Kein Wunder also, dass die Serien Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. und Agent Carter bei ABC ihre Heimat haben. Beide Serien wurden für sie Season 2015/2016 verlängert, so dass S.H.I.E.L.D. seine dritte und Agent Carter eine zweite Staffel erleben wird. Für die Fans natürlich eine gute Nachricht, die jedoch über die Tatsache hinwegtäuscht, dass es hinsichtlich der Quoten alles andere als rund läuft: S.H.I.E.L.D. markierte mit seinem Staffelfinale unlängst einen neuen Minusrekord in der Zuschauergunst, und Agent Carter lief so dürftig, dass manche Beobachter es nicht ausschließen wollten, dass das Network möglicherweise gar keine zweite Staffel bestellt. Dass es nun anders kam, hat möglicherweise damit zu tun, dass Marvel Studios die Serien als Promotion für sein Cinematic Universe betrachtet und zu finanziellen Abstrichen bereit ist, um Agent Carter am Leben zu halten. Eine weitere Marvel-Serie hat ABC für die neue Season zwar nicht geordert, doch es laufen angeblich Gespräche zwischen dem Sender und dem Studio über ein S.H.I.E.L.D. Spin Off.

Ansonsten gibt das Line-Up von ABC nichts her, was für den SF-Fan großartig von Interesse wäre.


CBS:

Bislang war CBS das einzige Network, das sich vom Thema Superhelden ferngehalten hatte. Ab kommenden Herbst ändert sich dies allerdings, denn dann läuft mit Supergirl eine Serie an, die auf den gleichnamigen Comics aus dem Hause DC basiert. Im Zentrum der Handlung steht Supermans Cousine Kara, die von Melissa Benoist verkörpert wird. Außerdem sind auch noch Mehcad Brooks als Jimmy Olsen, Calista Flockhart als Cat Grant, David Harewood als Hank Henshaw und Chyler Leigh als Alex zu sehen. Geschrieben und produziert wird die Serie von Greg Berlanti, Ali Adler und Sarah Schechter.

Hier ist der Trailer zu Supergirl:


Den Comicverfilmungen von Warner Bros./DC Comics wird bisweilen der Vorwurf gemacht, zu düster zu sein. Dies kann man (jedenfalls nach dem Trailer zu urteilen) Supergirl definitiv nicht vorwerfen, denn das Ganze wirkt sehr leichtfüßig und entspannt. Ab November fliegt die Maid aus Stahl montags über die amerikanischen Bildschirme und wird es möglicherweise schwer haben, ein ausreichend großes Publikum zu finden, da zeitgleich bei FOX das Batman-Prequel Gotham zu sehen ist. Auf jeden Fall ein spannendes Duell für alle, die sich gerne mit TV-Quoten beschäftigen.


CW:

Das kleinste der US-Networks ist zugleich die Heimat der Superhelden-Serien Arrow und The Flash, die beide verlängert wurden. Angesichts der Quoten war dies keine Überraschung. Ohnehin waren die CW-Upfronts dieses Jahr relativ unspannend, da der Sender bereits vorab dem Großteil seines bestehenden Line Ups neue Staffeln verpasst hatte. Zurückkehren wird also auch The 100.

Neu ins Programm kommt zur Mid-Season mit DC's Legends of Tomorrow eine dritte Superhelden-Serie, für die das Erfolgsteam Greg Berlanti, Marc Guggenheim, Andrew Kreisberg und Sarah Schechter verantwortlich zeichnet, das auch schon Arrow und The Flash zu Hits machte. Legends handelt von Rip Hunter (Arthur Darvill), der aus einer dystopischen Zukunft in die Gegenwart zurückreist, um mit Hilfe eines Teams eben diese Zukunft zu verhindern. Die Truppe besteht aus Brandon Routh (Ray Palmer/The Atom), Wentworth Miller (Leonard Snart/Captain Cold), Dominic Purcell (Mick Rory, Heat Wave), Victor Garber (Martin Stein/Firestorm), Ciara Renee (Kendra Saunders, Hawkgirl) und Franz Drameh (Jay Jackson). Außerdem ist Caity Lotz als Sara Lance mit von der Partie. Allerdings nun als White Canary. 13 Folgen hat CW vorerst von DC's Legends of Tomorrow geordert, die man in der Mid-Season zeigen will.


FOX:

FOX nahm in der Season 2014/2015 das Batman-Prequel Gotham ins Programm und spendiert ihm eine zweite Staffel. Mit Lucifer kommt in der anstehenden Season eine weitere DC-Adaption hinzu. Für Schlagzeilen sorgte das Network bereits im Vorfeld der Upfronts durch die Nachricht, den Fernseh-Klassiker The X-Files (dt.: Akte X) für ein sechs Folgen umfassendes TV-Event zurückzubringen - David Duchovny und Gillian Anderson inklusive.

Von besonderem Interesse für SF-Fans dürfte zudem die neue Serie Minority Report sein, die auf dem gleichnamigen Film basiert. Der Plot spielt 10 Jahre nach dem Streifen und stellt mit Dash (Stark Sands), einen ehemaligen Pre-cog ins Zentrum der Handlung, der sich mit einer Ermittlerin (Meagan Good) zusammentut, um einen Sinn in seiner besonderen Begabung zu entdecken. Neben Sands und Good sind in der Serie Wilmer Valderrama, Daniel London, Laura Regan, Li Jun Li und Zhane Hall zu sehen.

Hier ist der Trailer:


Das Potenzial der Serie deutet der Trailer bereits an. Hoffentlich lässt FOX der Minority Report etwas Zeit, um sich entsprechend zu entwickeln. Allerdings ist der Sender für seine Geduld nicht gerade berühmt. Selbst jemand wie J.J. Abrams bekam das zu spüren, als das Network seine Serie Almost Human nach einer Staffel aus dem Line Up kickte.


NBC:

Nach Jahren, in denen man starke Probleme mit der Reichweite hatte, läuft es für NBC inzwischen wieder besser. Von dieser Entwicklung konnte die Comicadaption Constantine allerdings nicht profitieren, denn bereits nach der ersten Staffel zog das Network mangels Quoten den Stecker.

Wie FOX mit The X-Files, so hat man sich auch bei NBC eines früheren Serienerfolgs erinnert, den man für die Saison 2015/2016 reaktiviert. Dabei handelt es sich um Heroes: Reborn, die Fortsetzung der Serie Heroes, die zwischen 2006 und 2010 beim Network zu sehen war. Für 13 Folgen kehren die Helden wider Willen zurück.


Fazit:

Wie schon in den vergangenen Jahren, so halten sich die Networks auch in kommenden TV-Saison vom Themenkreis der Space Opera kollektiv fern. Und würde man die Superhelden-Serien unberücksichtigt lassen, sähe es im Bezug auf das Genre-Fernsehen richtig düster aus, denn in diesem Falle blieben einzig The 100, The X-Files und Minority Report als nennenswerte Serien übrig, was dann doch recht wenig wäre. Dass gleich zwei Networks frühere Serien für limitierte Staffeln zurückbringen, ist bemerkenswert und könnte im Erfolgsfall weiteren Revivals den Weg ebnen. Nachdem nun mit CBS auch das letzte Network seine Superhelden-Serie hat und CW sogar eine dritte ins Programm hievt, stellt sich umso mehr die Frage, ob ein so großes Angebot nicht dann doch des Guten zuviel ist. Dass alle Comicserien die kommende Saison überleben, erscheint extrem unwahrscheinlich. Eine Bereinigung scheint nur eine Frage der Zeit zu sein. Vielleicht kommt diese Zeit ja schon mit den nächsten Upfronts. Lassen wir uns überraschen.

Valerian: Luc Besson verfilmt französischen SF-Comicklassiker


Wenn es heutzutage um das Thema Comicverfilmungen geht, dann denkt man in erster Linie an die Adaptionen von Superheldengeschichten aus den Häusern Marvel und DC Comics. Kein Wunder, sind doch Filme und TV-Serien, die auf diesem Material basieren, derzeit die große Nummer. Doch auch der europäische Comic hat eine Menge an spannenden und hochwertigen Stoffen zu bieten. Regisseur und Produzent Luc Besson hat sich nun einen davon für sein nächstes Filmprojekt auserkoren. Und es ist einer, der für die SF-Fans besonders reizvoll ist.

Wie Besson die Follower seines Twitter-Accounts wissen ließ, wird er ab Ende diesen Jahres den Streifen Valerian and the City of a Thousand Planets drehen, der 2017 in die Kinos kommen soll. Die Grundlage für den Film bildet dabei der französische SF-Comicklassiker Valérian - Agent Spatio-Temporel, der in Deutschland unter dem Titel Valerian und Veronique bekannt ist. 1967 von Pierre Christin und Jean-Claude Mézières geschaffen, handelt die Serie von den Abenteuern zweier Agenten des Raum-Zeit-Service, dessen Zentrale sich in Galaxity – der Hauptstadt der Zukunft - befindet. 2007 fand die Serie mit dem 21. Band Der Zeitöffner ihren Abschluss. Letztes Jahr kam dann noch unter dem Titel Souvenirs der Zukunft ein Band mit neun Kurzgeschichten heraus. Von Mézières stammt übrigens auch das Design für Bessons Hit Das fünfte Element aus dem Jahre 1997.

Doch nicht nur den Titel des Films machte Luc Besson publik, sondern enthüllte zudem die Besetzung der Hauptrollen. Va­le­rian wird demnach von dem Amerikaner Dane De­Haan (er war u.a. in Amazing Spider-Man 2 zu sehen) gespielt, die Rolle der Ve­ro­ni­que (die im Original übrigens Lau­re­line heißt) verkörpert die Britin Cara De­le­vingne, die derzeit als Enchantress für den DC-Streifen Suicide Squad vor der Kamera steht.


Was den genauen Plot des Films angeht, so hüllt sich der Filmemacher selbstredend noch in Schweigen. Der Titel Valerian and the City of a Thousand Planets deutet jedoch darauf hin, dass es sich um eine Adaption der ersten beiden Bände der Serien handeln könnte, denn der Titel des Films ist eine Kombination von Teilen ihrer jeweiligen Titel Die Stadt der tosenden Wasser und Im Reich der tausend Planeten

Nicht zuletzt wegen Das fünfte Element genießt Luc Besson bis heute bei den Anhängern der Science-Fiction einen guten Ruf. Und es ist ihm auf jeden Fall zuzutrauen, dass er mit Valerian einen packenden Genre-Film vorlegt, der auch die Liebhaber der Comicvorlage überzeugt. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass er (zumindest meiner Meinung nach) im letzten Jahr mit Lucy einen inhaltlich sehr schwachen Streifen präsentierte, der finanziell hingegen ein großer Erfolg war. Bei Valerian hält Besson als Produzent, Drehbuchautor und Regisseur alle Fäden in der Hand, um den Streifen zu einem inhaltlichen und finanziellen Erfolg zu machen. Hoffen wir mal, dass es auch so kommt.


Valerian läuft 2017 in den Kinos an.

Roman-Adaptionen: Zahlreiche neue Projekte für Kino und TV in der Pipeline


Mitte Februar 2015 erreichte uns die erfreuliche Nachricht, dass von Amazon für seinen Streaming-Dienst Amazon Instant Video die erste Staffel einer Serie bestellt wurde, mit der der Roman The Man in the High Castle von Philip K. Dick adaptiert wird. Zuvor hatte sich die Auftaktfolge in der sog. Pilot Season erfolgreich gegen Mitbewerber durchgesetzt (ich berichtete). In den letzten Tagen gab es nun einige News zu weiteren Adaptionen bekannter SF-Romane, die durchaus vielversprechend sind.

So berichtet Deadline, dass Warner Bros. in einem Bieterwettstreit die Verfilmungsrechte an dem Klassiker The Forever War (dt.: Der Ewige Krieg) von Joe Haldeman gewinnen konnte. Das Drehbuch soll Jon Spaihts (Prometheus, Doctor Strange, Passengers) schreiben, während Channing Tatum für die Hauptrolle vorgesehen ist. Das Projekt befindet sich schon seit einer Ewigkeit in der Development Hell, wobei der Stoff die letzten sieben Jahre bei Fox zur Realisierung durch Ridley Scott lagerte, ohne dass das Projekt große Fortschritte machte. Warner Bros. soll nun auf der Suche nach einem Regisseur sein. Der Roman The Forever War erschien 1974 und gewann den Nebula, den Locus und den Hugo Award. Er handelt von einem Krieg zwischen der Menschheit und den Taurans. In gigantischen Raumschiffen werden die Soldaten mit Lichtgeschwindigkeit von einem Gefecht zu anderen befördert. Doch während es für sie immer nur einige Monate dauert, vergehen auf der Erde Jahrhunderte. Joe Haldeman, der in Vietnam diente, verarbeitete in dem Antikriegs-Roman seine Erfahrungen als Soldat.


Als Satire auf das Wettrüsten der Supermächte im Kalten Krieg legte Kurt Vonnegut (1922 bis 2007) seinen SF-Roman Cat's Cradle (dt.: Katzenwiege) an, der 1963 in den USA erschien. Es war der vierte Roman des Autors, in dem er sich außerdem mit den Themen Wissenschaft. Technologie und Religion beschäftigte. Erst 1985 erschien das Werk auch in deutscher Sprache. Nun wurden nach Informationen von Entertainment Weekly die Rechte an dem Stoff von IM Global Television erworben und sollen die Grundlage für eine TV-Serie bilden. Brad Yonover und Sandi Love sind als ausführende Produzenten schon an Bord, während nach einem profilierten Showrunner noch gesucht wird. Das Projekt befindet sich also in einem sehr frühen Stadium, so dass völlig offen ist, ob, wo und wann Cat's Cradle zu sehen sein wird.

Interessanterweise berichtet der Artikel außerdem darüber, dass IM Global Television sich zudem die Rechte an der 25 Bände umfassenden Romanserie Darkover von Marion Zimmer Bradley gesichert hat. Auch aus diesem Material soll nach dem Willen von IM eine Serie werden, für die man bereits Ilene Kahn Power und Elizabeth Stanley als ausführende Produzenteninnen hat. Darkover spielt auf einem Planeten gleichen Namens und ist eine Mischung aus SF- und Fantasy-Elementen.


Und zu guter Letzt wäre da noch die Adaption von Aldous Huxleys dystopischem Klassiker Brave New World (dt.: Schöne neue Welt), die der US-Sender Syfy beauftragt hat, wie unlängst bei Coming Soon zu lesen war. Für das Projekt kooperiert man mit Amblin Television und Universal Cable Productions. Darryl Frank und Justin Falvey sind für Amblin Television als ausführende Produzenten an Bord, während Les Bohem (Steven Spielberg's Taken) das Drehbuch schreiben wird. 

Huxleys Anti-Utopie erschien 1932 und beschreibt eine Gesellschaft, in der Frieden, Stabilität und Wohlstand herrschen. Doch erreicht wird dies durch ein starres Kasten-System, durch Konditionierung, Indoktrinierung und die Befriedigung der Bevölkerung mittels Konsum, Sex und Drogen. 1998 wählte die Modern Libary den Roman auf Platz fünf der einflussreichsten Romane des 20. Jahrhunderts. Wann Brave New World ausgestrahlt werden soll, wurde von Syfy noch nicht bekannt geben.


Es ist schon auffällig, wie viele Adaptionen von bekannten und berühmten SF-Romanen für TV und Kino derzeit in der Entwicklung sind. Von einem neuen Trend kann man wohl noch nicht sprechen, da einige der Projekte sich noch im Anfangsstadium befinden und nicht auszuschließen ist, dass manche von ihnen vielleicht doch unterwegs im Sande verlaufen. Aber dass die Projekte überhaupt in Angriff genommen werden, ist ohne Zweifel positiv zu bewerten. Vorsichtiger Optimismus erscheint mir auf jeden Fall angebracht.
  

SF-Hörspiele: Das bringt der Mai 2015


Der Mai 2015 wird wieder ein spannender Monat für alle SF-Fans mit einer Affinität für Hörspiele und inszenierte Lesungen, denn zu gleich vier Serien erscheinen in den kommenden Wochen neue Folgen. Da lohnt es sich durchaus, einen Blick darauf zu werfen, was die Label demnächst in den Handel bringen werden. 

Vorweg sei übrigens erwähnt, dass der Release von Perry Rhodan - Plejaden Folge 3: Das Volk der Schläfer zwar für Anfang Mai angekündigt war, von Zaubermond jedoch auf Anfang Juni verschoben wurde.


Jemand da? "Fraktal - Folge 4: Kontakt"

Ende Februar schickte Gigaphon die dritte Folge seiner SF-Serie Fraktal ins Rennen (ich rezensierte sie hier), der man nun die Fortsetzung Fraktal 4 - Kontakt folgen lässt. Im Shop des Labels ist die Produktion schon bestellbar; bei Amazon wird sie ab dem 15. Mai erhältlich sein.

In Fraktal 4 folgen Captain Pierce und seine Crew einem Notruf aus dem Fraktal und entdecken daraufhin ein verlassenes Raumschiff, das manövrierunfähig in der Schwerelosigkeit treibt. Spooner und Jay wollen der Sache auf den Grund gehen und betreten das Schiff. Ein schwerer Fehler, denn bald stellen sie fest, dass die Besatzung nicht ohne Grund geflohen ist...

Neben dem Klappentext und dem Cover (siehe rechts) hat Gigaphon auch eine längere Hörprobe des neuen Hörspiels, das eine Laufzeit von ca. einer Stunde haben wird, online gestellt:




Vertrauenssache: "Mark Brandis - Raumkadett Folge 6: Woran Du glaubst..."

Die fünfte Folge (Der Aladin-Schachzug) des Prequels Mark Brandis - Raumkadett bildete den Auftakt eines Zweiteilers, den Folgenreich und Interplanar nun mit Folge 6 Woran Du glaubst... abschließen.

Der junge Mark Brandis sitzt in Ostafrika im Gefängnis, weil er sich, um die Suche nach seinem verschollenen Vater fortsetzen zu können, auf einen zwielichtigen Auftrag eingelassen hatte. Zu allem Überfluss scheint ihn auch noch jemand aus dem Weg räumen zu wollen, weil er Augenzeuge des Mordes am Präsidenten der Republiken war. Sollte Mark Brandis irgendwo in Afrika etwas zustoßen, würde es vermutlich keine Untersuchungen geben. Doch seine Freunde bleiben nicht untätig, als plötzlich ein dubioser Geheimagent auftaucht und Mark zur Flucht verhelfen will. Doch kann man ihm trauen?

Das Hörspiel aus der Feder von Balthasar v. Weymarn bringt es auf eine Spielzeit von ca. 48 Minuten und kommt am 15. Mai 2015 offiziell in den Handel. Eine Hörprobe liegt inzwischen auch vor:



Augen auf: Raumschiff Promet - Folge 4: Das Auge des Bösen

Ebenfalls den Abschluss eines Zweiteilers bietet Raumschiff Promet - Folge 4: Sprung ins Ungewisse Teil 2 (Das Auge des Bösen). Mit dieser inszenierten Lesung schließt Winterzeit den Erzählstrang ab, den man in Folge 3 begonnen hatte. Erneut stammt das Skript aus der Feder von Oliver Müller; zu hören sind u. a. Sascha Rotermund, Corinna Dorenkamp, Manuel Straube, Constantin von Jascheroff, Sven Hasper, Tom Jacobs und Peter Gröger.

Was den Inhalt angeht, so lässt uns das Label wissen, dass sich die Promet mit Peet Orell, Arn Borul, Vivien Raid und Jörn Callaghan am Rand unseres Sonnensystems befindet und dort eine unglaubliche Entdeckung macht. Eine fremde Raumstation gewaltigen Ausmaßes türmt sich vor ihnen auf.

Ab dem 22. Mai 2015 ist die neue Folge der Serie Raumschiff Promet erhältlich.


Aufdeckt: "Heliosphere 2265 - Folge 3: Enthüllungen"

Ebenfalls noch im Mai geht das Raumschiff Hyperion unter dem Kommando von Captain Jayden Cross wieder auf große Fahrt, wenn Heliosphere 2265 - Folge 3: Enthüllungen aus dem Hause Greenlight Press am 29. Mai offiziell in den Handel kommt.

Die Menschheit im Jahre 2265 - Der Kampf um die Zukunft beginnt zwischen den Sternen. Das Raumschiff Hyperion erreicht die Nova-Station, um das zweite Fraktal zu übergeben. Doch die Routine endet abrupt, als eine feindliche Armada die Raumstation angreift und gleichzeitig ein Attentat geschieht. Kann die Hyperion die Nova-Station noch retten? Zur selben Zeit enthüllt Admiral Michalew der Admiralität die Wahrheit über den gefundenen Parlidenkörper. Der Schock sitzt tief und selbst die Präsidentin hätte mit etwas Derartigem nie gerechnet. Doch was wird die mächtigste Frau der Solaren Union unternehmen?

Die Folge führt mit Commander Zev Buckshaw übrigens eine neue Figur ein, die von dem Synchronsprecher Rainer Fritzsche gesprochen wird. Das Bonusmaterial wird dieses Mal unter anderem ein Charakterportait von Lt. Tess Kensington (verkörpert von Nicole Böhm) enthalten.


Der Mai ist also wieder ein Monat mit jeder Menge neuem Hörfutter für die Fans, die sich so etwas natürlich nur zu gerne gefallen lassen. Auf welche der Produktionen seid ihr besonders gespannt? Schreibt es mir gerne in die Kommentare.

Coming Attractions: News zum 6-Millionen-Dollar-Mann-Remake, den Avatar-Sequels & Independence Day 2; Neuer Trailer zu Mad Max: Fury Road


Verdammte Inflation! Als Steve Austin im Jahre 1974 bei einem Testflug abstürzte und sein Körper mittels bionischer Teile wiederhergestellt wurde, kostet dies den amerikanischen Steuerzahler 6 Millionen Dollar. Eine überschaubare Summer aus heutiger Sicht, doch damals war das richtig viel Geld. Weil die Hollywood-Götter es so beschlossen haben, wird demnächst ein neuer Steve Austin das gleiche Schicksal ereilen wie vor 40 Jahren ereilen. Doch dieses Mal muss für seine "Optimierung" ungleich tiefer in die Tasche gegriffen werden, denn die Kosten belaufen sich auf sage und schreibe 6 Milliarden Dollar! 6 Billion Dollar Man lautet denn auch folgerichtig der Titel des Remakes der kultigen Lee-Majors-Serie aus den 1970ern, das Bob Weinstein mit Mark Wahlberg in der Hauptrolle und unter der Regie von Peter Berg in die Kinos bringen will. Und diese Neuauflage hat nun einen Drehbuchautor gefunden.

Wie der Produzent nun bekannt gab (Coming Soon bericht darüber), konnte man für den Job Damián Szifron engagieren, dessen Streifen Wild Tales (Szifron schrieb das Skript und führte Regie) dieses Jahr bei den Oscars als bester fremdsprachiger Film nominiert war. Den Stoff für das heutige Publikum aufzubereiten, ist sicherlich keine leichte Aufgabe, denn in den letzten Jahrzehnten wurde bereits sehr viel thematisch ähnliches gemacht - inkl. des kurzlebigen Remakes des Spin-Offs Bionic Woman. Szifron gab auf jeden Fall zu Protokoll, dass er sich sehr auf die Herausforderung freue.

Mark Wahlberg, Stephen Levinson und Bob Weinstein werden den Film gemeinsam produzieren. Wann er zu sehen sein wird, steht aktuell noch nicht fest.


Furiosa Trailer: Am 14. Mai läuft in unseren Kinos Mad Max: Fury Road an. In den bisherigen Trailern kam Charlize Theron als Furiosa gar nicht richtig zur Geltung, doch dies ändert sich endlich mit dem neuen Trailer, der nun online ist.


Tom Hardy ist in Mad Max: Fury Road in der Hauptrolle zu sehen. Neben Charlize Theron sind außerdem Nicholas Hoult und Rosie Huntington-Whiteley mit von der Partie. Die Regie hatte George Miller.


Darf es noch einer mehr sein? Die Arbeiten an den Drehbüchern zu den Sequels von Avatar sind inzwischen in vollem Gange. Geht es nach Regisseur James Cameron, dann kommt Avatar 2 im Jahre 2017 in die Kinos, gefolgt von Teil 3 und 4 in den Jahren 2018 bzw. 2019. Aber vielleicht wird es nicht bei der Trilogie bleiben, wie Komponist James Horner in einem Video-Interview nun andeutete. Nach seinen Worten liegt Cameron so viel Material vor, dass es Drehbücher für gleich vier Filme abgeben würde. Nun sei der Filmemacher dabei, den Stoff einzudampfen, damit er sich in drei Filmen unterbringen lasse.

Warten wir mal ab, was aus der Sache wird. Zuzutrauen wäre es Cameron natürlich, dass er auch noch Avatar 5 in Angriff nimmt. Aber aktuell scheinen die Sachen noch zu sehr im Fluss zu sein, als dass man sich jetzt schon allzu sehr darauf einstellen sollte.


And the Winner is...! Die Besetzungsliste von Independence Day 2 hat einen weiteren Zugang erfahren. Wir Roland Emmerich höchstselbst via Twitter verkündete, wird Maika Monroe in dem Sequel die weibliche Hauptrolle verkörpern. Sie schließt sich damit einem Cast an, zu dem bereits Jeff Goldblum, Liam Hemsworth, Jessie Usher, Charlotte Gainsbourg, Vivica A. Fox, Travis Tope, Joey King und Brent Spiner gehören.

Monroe wird die Tochter des US-Präsidenten spielen, der im Erstling von Bill Pullman verkörpert wurde. Nach Medienberichten setzte sich die 21-jährige gegen Merritt Patterson, Gabriella Wilde, Britt Robertson und Lucy Boynton durch, die ebenfalls Interesse an der Rolle hatten. Die Schauspielerin ist ein relativ unverbrauchtes Gesicht, das 2014 in The Guest zu sehen war und demnächst in dem Horror-Streifen It Follows. Independence Day 2 ist mit Abstand die größte Produktion, an der sie beteiligt ist.

Independence Day 2 soll in Deutschland am 14. Juli 2016 anlaufen.

Filmkritik: Avengers - Age of Ultron (seit dem 23. April im Kino)


Vor drei Jahren ging für die Comicfans ein langgehegter Wunsch in Erfüllung, denn in The Avengers kämpften erstmalig die bekanntesten Helden des Marvel-Universums Seite an Seite. Das Event, auf das Marvel Studios mehrere Jahre hingearbeitet hatte, überzeugte dabei nicht nur die eingefleischten Anhänger von Iron Man & Co, sondern schlug auch beim allgemeinen Publikum mächtig ein und generierte global einen Umsatz von über 1,5 Milliarden Dollar. Seit letztem Donnerstag läuft nun die Fortsetzung Avengers: Age of Ultron in den deutschen Kinos, mit der die Phase 2 des Marvel Cinematic Universe (MCU) ihren Abschluss findet. Zusammen mit Stephan »Sawmaniac« Winkowski habe ich mir den Film gleich am Premierentag im Originalton und in 3D angeschaut. Nachfolgend unsere Eindrücke.

Lokis Angriff auf New York konnten die Avengers erfolgreich zurückschlagen. Doch Tony Stark alias Iron Man (Robert Downey Jr.) treibt die Sorge um, dass sich das Team einer Bedrohung gegenübersehen könnte, dem es nicht gewachsen ist. Darum entwickelt er ein Programm, mit dem der Schutz der Erde unter allen Umständen gewährleistet sein soll. Doch in seinem Übereifer erschafft der geniale Tüftler die künstliche Intelligenz Ultron (James Spader), die zu der Erkenntnis kommt, dass der Mensch selbst die größte Gefahr für die Erde darstellt. Soll der blaue Planet eine Zukunft haben, muss die Menschheit ausgerottet werden. Um Ultron zu stoppen, bündeln Iron Man, Thor (Chris Hemsworth), Captain America (Chris Evans), Hulk (Mark Ruffalo), Black Widow (Scarlett Johansson) und Hawkeye (Jeremy Renner) ihre Kräfte, wobei die Truppe zudem Unterstützung von Nick Fury (Samuel L. Jackson) und Maria Hill (Cobie Smulders) erhält. Doch auch Ultron hat sich Verstärkung in Form der geheimnisvollen Geschwister Wanda (Elizabeth Olsen) und Pietro Maximoff (Aaron Taylor-Johnson), alias Scarlet Witch und Quicksilver, geholt. Ein gnadenloser Kampf um das Schicksal der Menschheit beginnt...

Sawmaniac: Selten habe ich einem Film so sehr entgegengefiebert wie diesem. Ich habe buchstäblich die Tage gezählt, zuletzt die Stunden. Manchmal macht es einfach Spaß, sich dem Hype hinzugeben. Und dann war es endlich soweit: Der 11. Film des MCU lief am letzten Donnerstag in den deutschen Kinos an - das Age of Ultron war angebrochen. Vorweg muss ich eine gewisse Befangenheit gestehen, die mich bei Comicverfilmungen generell befällt. Ich neige einfach dazu mich für Superhelden zu begeistern. Und kurz nach 21:00 Uhr ging es dann endlich los: Das Licht im Kinosaal ging aus, auf der Leinwand wurde es hell und es erschien...das Warner-Logo, gefolgt vom Logo von DC Entertainment!

Watchman: Ich dachte erst, ich wäre im falschen Film...

Sawmaniac: Verständlich. Aber es war ja nur ein Trailer; genauer gesagt der Trailer zu Batman v Superman, der im Kino einfach nur super rüber kommt. Aber dann ging es mit dem geliebten Marvel-Logo weiter und der Film kam gleich zur Sache, denn wir sehen unsere Helden sofort in Action, wie sie eine Hydra-Basis auseinandernehmen. Der Beginn von 141 Minuten Spaß pur.

Watchman: Stimmt, mit Vorreden hält sich der Streifen überhaupt nicht auf. Man sieht, wie effektiv das Team ist, wenn es Hand in Hand arbeitet. Einer verlässt sich auf den anderen und man hilft sich gegenseitig. Dass man nur dann bestehen kann, wenn man sich gegenseitig vertraut, ist eines der zentralen Themen in diesem Film. Und dieser Zusammenhalt wird im Verlauf von Avengers: Age of Ultron auf eine harte Probe gestellt.

Sawmaniac: Drehbuchautor und Regisseur Joss Whedon beweist nach Marvel's The Avengers mit Avengers: Age of Ultron übrigens abermals, dass ein mit Charakteren geradezu vollgepackter Film sich keineswegs zwischen den Figuren verzetteln muss. Natürlich kommt es der Story-Ökonomie zugute, dass das Publikum die meisten Helden bereits durch die Einzelfilme und den ersten Avengers-Streifen bereits kennt, so dass sich das Drehbuch hier auf wesentliches beschränken kann. Allerdings bekommen Black Widow und Hawkeye, die im ersten Film (jedenfalls für mich) doch wie überflüssige Staffage wirkten, jetzt mehr Aufmerksamkeit, was sich sehr positiv auswirkt.

Watchman: Definitiv. Whedon schafft es dieses Mal wesentlich besser, Black Widow und Hawkeye vernünftig zu integrieren. Gerade der Bogenschütze profitiert gewaltig, denn sein Background wird ausgeleuchtet, die Figur emotional vertieft und dadurch endlich richtig interessant gemacht. Gleiches gilt für Natasha, in deren Seele wir blicken dürfen und über deren Herkunft sowie Ausbildung wir mehr erfahren. Im Verlaufe des Films wird sehr schön deutlich, warum diese beiden Charaktere für das Team so wichtig sind. Ich will sie auf keinen Fall mehr missen.

Sawmaniac: Ich persönlich finde es immer wieder beeindruckend wie es Marvel schafft, trotz der ja schon imposant großen Einzelfilme der Phase 2 das große Finale noch um einige Ecken größer wirken zu lassen. Der Kampf von Iron Man in seiner Hulkbuster-Rüstung gegen Hulk oder auch das Finale lassen es mehr als ordentlich krachen und keine Wünsche offen. Trotz der ganzen Action gibt es im Film viele ruhigere Momente, die nicht nur Zeit für den Zuschauer zum Luftholen bieten, sondern auch den weiteren Plan der Marvel-Filme erkennen lassen (Ich sage nur: Civil War). Zum Schluss des Films ändert sich das Line-Up der Avengers, die einen gehen eigene Wege, machen Pause oder sind erst einmal weg. Andere sind hinzu gekommen. Man darf gespannt sein, wie es in Captain America: Civil War nächstes Jahr weitergeht oder wie Ant-Man dieses Jahr in die ganze Geschichte reinpasst. Denn laut Kevin Feige soll letzterer ja kein Teil einer Phase sein, sondern eher außerhalb stehen - was immer das auch bedeuten mag. Oh, fast hätte ich es vergessen: Das einzige, was ich ein wenig seltsam fand, war wie sich die Lippen von Ultron bewegen. Daran musste ich mich erst einmal gewöhnen.

Watchman: In Sachen Action toppt Avengers: Age of Ultron seinen Vorgänger und die Solo-Filme quasi mühelos. Und er schafft einen bemerkenswerten Spagat: Neben dem Kampf gegen Ultron reflektiert er auch noch die Ereignisse in Iron Man 3, Thor: The Dark World und Captain America: The Winter Soldier, während er den Civil War und sogar Black Panther vorbereitet.

Sawmaniac: Und wenn man sich anschaut, wie Bruce Banners Zweifel an der eigenen Zurechnungsfähigkeit wachsen und er sich die Frage stellt, wo auf der Erde er überhaupt noch hin gehört, dann fühlte sich das für mich wie ein kleiner Hinweis auf einen möglichen kommenden Planet Hulk-Film an. Es gibt da Gerüchte...

Watchman: Wer weiß. So oder so steckt in diesem Film inhaltlich richtig viel drin. Und das straft all jene Lügen, die Adaptionen von Superhelden-Comics nur zu gerne banalisieren und auf die reine Action reduzieren. Was Joss Whedon in diesem Film aus den Charakteren herausholt, ist wirklich aller Ehren wert. Natürlich folgen die Marvel-Filme einer Formel - doch es ist eine Formel, die funktioniert und überzeugt. 141 Minuten sind nun wirklich keine kurze Spielzeit, aber sie vergingen wirklich sehr schnell. Wie schon bei Marvel's The Avengers vor drei Jahren, so kann ich mich auch dieses Mal übrigens gar nicht zum Soundtrack des Films äußern. Er ist mir schlicht und ergreifend überhaupt nicht aufgefallen – weder in positiver, noch in negativer Hinsicht.

Sawmaniac: Alles in allem gibt es von mir eine eindeutige Anschauempfehlung.

Watchman: Diesem Fazit kann ich mich nur anschließen.


Avengers: Age of Ultron läuft seit dem 23. April 2015 in den deutschen Kinos.

DVD-Kritik: Doctor Who - Siebter Doktor - Volume 3 (ab dem 24. April 2015 im Handel)


1989 war das Jahr, in dem die Berliner Mauer fiel: es war das Jahr, in dem Tim Burtons Batman in die Kinos kam; und es war das Jahr, in dem die BBC nach 26 Jahren die Serie Doctor Who absetzte. Dass es keine 27. Staffel mehr geben würde, ahnten seinerzeit allerdings weder die Schauspieler noch das Publikum. Und selbst die Senderverantwortlichen gingen damals nicht davon aus, dass ganze 16 Jahre bis zur Rückkehr des Time Lords vergehen würden. Die letzten 14 Episoden der klassischen Serie - die dritte Staffel mit dem siebten Doctor Sylvester McCoy - kann man nun in einer üppig ausgestatteten DVD-Box mit dem Titel Doctor Who – Siebter Doktor – Volume 3 erleben, die Pandastorm am 24. April 2015 in den Handel bringt.

Die 26. Staffel besteht aus insgesamt vier Geschichten – zwei Vierteiler und zwei Dreiteiler. Der Doktor muss sich in seinen neuen Abenteuern dabei den legendären Widersachern von König Artus stellen (Excalibur's Vermächtnis) und erlebt mitten in den Wirren des Zweiten Weltkriegs eine schicksalhafte Begegnung mit einer bösen Kraft aus grauer Vorzeit und vampirähnlichen Killern aus dem Meer (Die Todesbucht der Wikinger). In einem Geisterhaus trifft er auf Engel, Neandertaler und einen exzentrischen Hausbesitzer, der ein Attentat auf Queen Victoria plant. Die Freundschaft zwischen dem Time Lord und Ace wird auf eine harte Probe gestellt und der Companion muss sich mit den sehr realen Auswüchsen ihrer Kindheitsängste auseinandersetzen (Das Haus der tausend Schrecken). Im Staffelfinale liefert sich der Doktor dann mit seinem Erzfeind, dem Master, auf dem Planeten der blutrünstigen Gepardenmenschen ein Duell auf Leben und Tod (Der Tod auf leisen Sohlen).

Den im Vorjahr eingeschlagenen Weg, den Doktor wieder mysteriöser und damit als Charakter reizvoller zu machen, gingen die Autoren auch für die Geschichten des Jahrgangs 1989 weiter. Das komödiantische Element, das noch die erste McCoy-Staffel gekennzeichnet hatte, wurde entsprechend weiter zurückgefahren. Und da auch Ace als treue Begleiterin sich weiterentwickeln durfte, wirkt die Beziehung zwischen den Protagonisten jetzt deutlich erwachsener als zu Beginn. Die vier Abenteuer in dieser Box zeigen sehr schön, dass auch nach über zweieinhalb Jahrzehnten den Autoren noch nicht die Ideen für spannende Storys ausgegangen waren. Gleichzeitig zwang nicht zuletzt das Format der Episoden zu je 25 Minuten die Macher immer wieder zu Kompromissen. Vor diesem Hintergrund ist es sehr interessant, dass man Excalibur's Vermächtnis und Die Todesbucht der Wikinger auch in deutlich erweiterten Special Editions mit 95 bzw. 104 Minuten Laufzeit erleben kann, die zahlreiche Szenen enthalten, die der Laufzeit wegen seinerzeit für die TV-Ausstrahlung auf dem Boden des Schneideraums gelandet waren.


Auch über die Filmversionen hinaus, strotzt Doctor Who – Siebter Doktor - Volume 3 nur so mit Bonusmaterial. Neben einem informativen Booklet gibt es zu allen Folgen Audiokommentare und Featurettes. Bildergalerien gehören ebenfalls zur Ausstattung, wie auch Berichte von den Dreharbeiten, Einblicke in die Arbeit der Kostümabteilung, Trailer und eine Dokumentation, in der die damals an der Produktion Beteiligten über die Gründe für die Absetzung von Doctor Who sprechen und erklären, wie es mit der Serie weitergegangen wäre, wenn es eine 27. Staffel gegeben hätte. Auf diese Weise kommen zu den ca. 350 Minuten Spielzeit für die 14 Episoden noch einmal über 11 Stunden zusätzliches Material zusammen. Für die Veröffentlichung auf DVD wurden Bild und Ton digital remastert, deutsche wie englische Tonspur in DD 2.0 sind wählbar. In beiden Sprachen gibt es auch Untertitel. Das 7-DVD-Set kommt in einer Kunststoffhülle inkl. Wendecover (ohne FSK-Logo) daher, die ihrerseits in einem Hochglanzschuber geliefert wird.


Die dritte Staffel der DW-Abenteuer mit Sylvester McCoy als Time Lord steht ihren beiden Vorgängern in Sachen Spannung, Witz und Action in nichts nach. Pandastorm hat erneut ein wirklich schönes Paket geschnürt, das sich sowohl für die langjährigen Fans des Doktors lohnt, als auch für jene, die mal einen Blick in die Vergangenheit der Kultfigur werfen wollen.

Doctor Who – Siebter Doktor – Volume 3 kommt am 24. April 2015 in den Handel.

Fotos: © BBC

Staffelreview: Daredevil (Netflix, 2015)


Kurze Anmerkung: Die nachfolgende Review ist ein Beitrag von Stephan »sawmaniac« Winkowski, den mich von nun an in unregelmäßigen Abständen als Gastautor unterstützt. Darüber freue ich mich sehr.


Ich muss zugeben, dass ich dieser Serie mit durchaus gemischten Gefühlen entgegen gesehen habe, denn Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. hat mich persönlich wenig bis gar nicht vom Hocker gehauen. Und auch wenn ich den Daredevil-Film zumindest damals nicht komplett grottig fand, hat er doch in mir nicht gerade den Wunsch geweckt den roten Teufel so schnell wieder zu sehen. Warum ich die Serie dann doch angeschaut habe? Na ja, es ist das MCU und eigentlich cool, S.H.I.E.L.D. habe ich ja auch gesehen und Agent Carter kommt auch noch an die Reihe. Außerdem fand ich die Trailer interessant.

Worum geht es in Daredevil?

Matt Murdock wird als 9-Jähriger in einen Unfall mit Chemikalien verwickelt. Als er einem älteren Herrn das Leben rettet, bekommt eine Ladung der giftigen Flüssigkeit in die Augen - und der Zuschauer erlebt aus der Perspektive des kleinen Jungen, wie dessen Augen zerfressen werden und es dunkel um ihn herum wird. Es folgt ein Zeitsprung in die Gegenwart: Matt hat gerade zusammen mit seinem besten Kumpel Foggy Nelson sein Examen als Rechtsanwalt bestanden und die beiden frisch gebackenen Anwälte legen nun los, Doch die Tagesbeschäftigung als Rechtsanwalt ist nicht Matts einzige Beschäftigung. Er geht nachts als schwarz maskierter Superheld auf Streife und kämpft gegen das Verbrechen, bzw. geht seinen Fällen auf nachhaltigere Art nach, wobei ihm seine als Folge des Unfalls übernatürlich verstärkten Sinne helfen. Das ist im New Yorker Bezirk Hell’s Kitchen auch bitter nötig, denn hier läuft gerade der Wiederaufbau nach der Schlacht um New York (Ja genau, DIE Schlacht aus "Marvel's The Avengers") und eine dubiose Baufirma scheint nicht ganz sauber zu sein, wobei eine mysteriöse Gestalt im Hintergrund die Fäden zieht.

So weit also, ohne viel spoilern zu wollen, der Inhalt der Serie. Das allererste, das man tun sollte, wenn man beschließt, sich die jüngste Serie aus dem Marvel Cinematic Universe (MCU) auf Netflix anzuschauen, ist folgendes: Ganz schnell den 2003er Kinofilm oder sein Spin-Off Elektra vergessen. Es geht in beidem zwar um den Helden Daredevil, aber von der pseudo-düsteren, manchmal unfreiwillig komischen Herangehensweise bleibt hier nicht viel übrig. Es fällt auf, dass der in den Comics rot gekleidete Held Daredevil in der ersten Staffel der nach ihm benannten Serie noch gar nicht als solcher auftritt. Die erste Staffel erzählt vielmehr dessen Origin Story, gewissermaßen das Daredevil Jahr 0 (Marvelfans werden mich jetzt sicher für diese DC-Anspielung killen). Zum Abschluss kommt diese Entstehungsgeschichte in der letzten der 13 Folgen umfassenden ersten Staffel, die folgerichtig den Titel Daredevil trägt. Dennoch ist in Staffel 1 einiges los und unser Held kommt auch hier schon nicht zur Ruhe.

Die Figuren der Serie gefallen mir ausnehmend gut. Da ist zunächst der Held selbst: Matt Murdock wird von Charlie Cox mit genau der richtigen Mischung aus Verletzlichkeit und Coolness dargestellt, die einem im Kinofilm so sehr gefehlt hat. Man will trotz dessen Superkräfte nicht mit Matt tauschen und es bleibt spannend weil der Held nicht komplett perfekt und unbesiegbar erscheint, sondern teilweise sichtbar Probleme hat. In einer sehr lang gezogenen Schlägerei gegen eine ganze Gang kann man Matts Ermüdung förmlich spüren; immer wieder legt er kleine Verschnaufpausen ein, in denen er außer Atem gegen eine Wand lehnt, um erst kurz bevor er wieder angegriffen wird wieder zu neuer Energie zu finden.

Eine Superhelden-Figur, die nachts düster auf Verbrecherjagd geht, fordert natürlich den Vergleich zu Batman heraus. Aber eben dadurch, dass Daredevil oder "Der Mann mit der schwarzen Maske", wie er bis zur letzten Folge heißt, eben nicht dieser perfekt agierende und schier unbesiegbare Held ist, sondern zahlreiche Schwächen offenbart, kann er sich vom Fledermausmann deutlich absetzen.

Wenn es außer dem Helden eine Sache gibt, mit der eine Geschichte steht oder fällt, dann ist es seine Nemesis. Mit Vincent D’Onofrio als Kingpin ist Marvel Studios ein absoluter Glücksgriff gelungen. War der mächtige Gangsterboss im 2003er Kinofilm verhältnismäßig eindimensional und klischeehaft, so bekommt die Darstellung D’Onofrios angenehm facettenreich daher. Seit dem Auftreten in der zweiten Folge irrlichtert seine Figur zwischen Gut und Böse hin und her, was den Effekt hat, dass die Momente in dem die Grausamkeit des Kingpin durchbricht umso drastischer wirken. Auf der anderen Seite wird durch seine aufkeimende Liebe zu einer Galeriebesitzerin die menschliche Seite näher beleuchtet.

Matt Murdock steht jedoch nicht allein da in seinem Kampf gegen das Böse, denn es gibt da noch seine Vertrauten. Oder wie ich sie nenne: Die "Boxencrew". Matts engster Vertrauter ist natürlich Foggy, gespielt von Elden Hensen, der gleichzeitig ein wenig der Comic Relief der Serie ist. Ich finde ihn persönlich ein wenig zu klischeebeladen und eindimensional, doch vielleicht gibt sich das ja noch. Kein Team ohne hübsches Damengesicht, in dieser Serie dargestellt von Deborah Ann Woll. Ihre Darstellung der Karen Page ist okay, nichts was ich jetzt besonders gut oder schlecht fände, ich würde mir ein wenig mehr Tiefe wünschen, da geht sicher noch was. Ein wenig außerhalb des Teams hingegen steht die Krankenschwester Claire Temple, die den Maskenmann mehr als einmal zusammen flicken darf. Sehr schön besetzt mit Rosario Dawson.


Fazit: Netflix liefert mit Daredevil eine wirklich sehenswerte Serie ab, die sich vor ihrer Konkurrenz keineswegs verstecken muss. Ganz im Gegenteil. Von mir gibt es aus diesem Grunde eine ganz klare Anschauempfehlung. Und nun heißt es auf die nächsten Netflix Marvelserien zu warten: A.K.A. Jessica Jones, Luke Cage und The Defenders.


Ein Beitrag von Stephan »sawmaniac« Winkowski.