Ab 26. Februar 2016 auf DVD: «Doctor Who - Sechster Doktor Volume 2»


Am 26. Februar 2016 setzt Pandastorm die Veröffentlichung der klassischen Abenteuer von Doctor Who mit der DVD-Box Doctor Who - Sechster Doktor Volume 2 fort, womit dann die erste Staffel mit Colin Baker in der Rolle des zeitreisenden Doktors und Nicola Bryant als seine Begleiterin Peri komplett vorliegt.


So bunt sein neues Kostüm, so farbenfroh sind auch die neuen Abenteuer des Doktors: Auf seinen Reisen durch Raum und Zeit trifft er diesmal auf seine persönliche Vergangenheit in Form seiner zweiten Inkarnation und seines damaligen Begleiters Jamie. Zusammen treffen sie auf Menschenfresser, Sontaraner und einen verrückten Wissenschaftler, der den Doktor für seine Zwecke missbrauchen will. Keine Zeit zum Durchatmen: In weiteren Folgen geraten der Doktor und die amerikanische Studentin Peri in einen Zeitkorridor zwischen der Erde des 19. Jahrhunderts und dem Planeten Karfel, auf dem der entstellte Borad eine Schreckensherrschaft führt. Und im spannenden Staffelfinale entdeckt der Doktor hinter der Fassade einer kryogenetischen Einrichtung ein teuflisches Komplott seiner Erzfeinde, der grausamen Daleks und ihres skrupellosen Schöpfers Davros.

Den Fans präsentiert sich Doctor Who - Sechster Doktor Volume 2 als 5-Disc-Set im Hochglanzschuber, das mit einer ganzen Reihe von Extras wie Featurettes, Deleted und Extended Scenes, Bildergalerien, Audiokommentare, Infotexte und vielem mehr aufwarten kann. Neben Colin Baker und Nicola Bryant sind auch Patrick Troughton, Frazer Hines, John Stratton, Robert Ashby, Denis Carey, Paul Darrow, Terry Molloy, Eleanor Bron, Hugh Walters in den Abenteuern zu sehen.

Für die Whovians (und alle, die es werden wollen) ist der 26. Februar damit ein Datum, das man sich im Kalender anstreichen sollte.


Verteidiger eines gespaltenen Landes: Marvel bringt Steve Rogers als Captain America zurück


Für Jahre kursierte unter den amerikanischen Comicsfans der Satz: "The only people who stay dead in comics are Bucky, Jason Todd, and Uncle Ben". Seit Marvel und DC dann doch der Versuchung nicht widerstehen konnten, die beiden Erstgenannten ins Leben zurückzuholen, lässt sich das Sprichwort auf die griffigere Formel "The only character who stays dead in comics is Uncle Ben" reduzieren. Auch Steve Rogers, der frühere und bald erneute Captain America, war schon einmal tot. Jedenfalls irgendwie. Und irgendwie dann doch nicht. Egal, längere Geschichte. Zuletzt war Steve ein sehr rüstiger 90-Jähriger, nachdem das Superhelden-Serum, dem er über Jahrzehnte seine Stärke verdankte, bei einer Mission aus seinem Metabolismus entfernt wurde. Als Kämpfer für Freiheit und den amerikanischen Weg taugte er in diesem Zustand natürlich nicht mehr, weshalb er Ende 2014 seinen Job samt dem berühmten Schild an einen langjährigen Freund und Kampfgefährten weitergab: an den Afroamerikaner Sam Wilson, bis dahin bekannt als The Falcon. Marvel Comics feierte dieses Ereignis als Beitrag zur Diversität innerhalb der Superheldengilde, und die Mainstream-Medien feierten mit. Und natürlich auch die afroamerikanische Gemeinde in den USA, was man ihr keineswegs verdenken kann. Nach etwas mehr als einem Jahr leitet Marvel pünktlich zum 75. Geburtstag des Captains nun demnächst die partielle Wende ein: Steve Rogers ist wieder Captain America. Einer von zwei Captains America. Oder sollte man besser sagen: Einer von zwei Captain Americas?

Wenngleich sich der Superhelden-Fan gerne aufgeschlossen gibt, so ist er in seinem Kern ein zutiefst konservatives Wesen, das sich nur in einer Zone des Gewohnten und Beständigen richtig wohl fühlt. Die Verlage wissen und nutzen dies, indem sie zwar immer wieder den Status quo der Figuren ändern, um das Interesse der Leserschaft am Schicksal der Helden beiderlei Geschlechts hoch zu halten, um dann in einer Kreisbewegung rechtzeitig zum Status quo ante zurückzukehren, ehe das Unbehagen über den Verlust der Comfort Zone auf Seiten der Käufer zu groß wird und sie sich von einer Serie abwenden. Jede einschneidende Veränderung der Staus Quo bzw. dessen Wiederhestellung begleiten die Verlage inzwischen mit dem Restart der jeweiligen Serie in dem Bewusstsein, dass es immer das Heft mit der Nummer 1 ist, das für die höchsten Verkaufszahlen sorgt. Die Branche befindet sich nicht zuletzt deshalb im permanenten Event-Modus. Für alle, die mit dieser Mechanik vertraut sind, war es daher nur eine Frage der Zeit, bis Steve Rogers wieder Captain America sein würde. Denn wie gesagt: No one stays dead in comics except Uncle Ben.

Würde sich die amerikanische Gesellschaft in einer Phase des entspannten Umgangs mit dem Thema Diversität befinden, wäre Rogers' Rückkehr in den alten Job keine große Sache. Er würde - nun wieder zu alten Kräften gekommen - ihn sich einfach von Sam Wilson zurückgeben lassen. So wie er sich seinerzeit Titel und Kostüm von einem gewissen John Walker wiedergeholt hatte. Oder von Bucky Barnes. Doch in dieser Phase befinden sich die USA eben nicht. Diversität ist ein extrem aufgeladenes Thema, bei dem sich das progressive und das konservative Amerika unversöhnlich gegenüberstehen. Selbst wenn Marvel gewollt hätte: Eine Re-Etablierung von Steve Rogers als Captain America auf Kosten von Sam Wilson ist in diesem gesellschaftlichen Klima einfach nicht durchsetzbar, ohne sich der Gefahr des Vorwurfs des Reaktionismus oder gar des Rassismus auszusetzen. Vor diesem Hintergrund blieb dem Verlag gar keine andere Wahl, als sich für ein Nebeneinander der beiden Superhelden zu entscheiden.

An dem Schritt, Steve Rogers als Captain America noch in diesem Jahr zurückzubringen, führte hingegen für Marvel ökonomisch kein Weg vorbei, denn die Abwärtsspirale der Verkaufszahlen der CA-Comics verlangten nach einer schnellen Wiederherstellung der Comfort Zone. Lag die Auflage von All New Captain America #1, in der Wilson seinen Einstand gab, noch bei ca. 121.000 Exemplaren, so wurden von Heft #4 im Februar 2015 nur noch um die 41.000 Hefte ausgeliefert. Von All New Captain America Special #1, dem Abschluss des ersten Runs im Mai, orderten die Händler lediglich 29.000 Stück. Wie üblich sorgte der Relaunch für einen Anstieg der Auflage, denn von Captain America: Sam Wilson #1 wurden im Oktober 2015 62.000 Hefte von den Comic Shops nachgefragt. Doch schon im Dezember lag die Auflage von Ausgabe #4 wieder bei nur noch ca. 30.000 Stück. Auch der Blick auf die Position des Titels in den Verkaufscharts ist ernüchternd: Erreichte All New Captain America #1 einen hervorragenden Platz 2, so ging es von da an fast ungebremst bergab (Platz 25, 16, 41, 46 und 67 für die Ausgaben #2 bis #6; Platz 77 für das Special). Captain America: Sam Wilson #1 stieg mit Platz 31 ein, die Ausgaben #2 bis #4 belegten die Plätze 52, 78 und 89. Mit der Rückkehr des ursprünglichen Star-Spangled Avengers folgt Marvel also den Gesetzmäßigkeiten des Comicmarktes, verknüpft mit der Hoffnung, die traditionellen Anhänger der Figur wieder versöhnlich zu stimmen und zurückzugewinnen. Helfen soll dabei, dass man die neue Serie Captain America: Steve Rogers an klassischen Mustern ausrichtet und den Rückkehrer sogleich in den Kampf gegen einen altbekannten, jedoch nun noch gefährlicheren Feind schickt: die Geheimorganisation Hydra. Parallel dazu will man der Ausrichtung von Captain America: Sam Wilson vorerst festhalten. Die gesellschaftskritischen Töne, die bei Wilsons Abenteuern mitschwingen, bleiben der Leserschaft also erhalten. Mit Nick Spender werden die demnächst zwei Cap-Serien übrigens den gleichen Autor haben.


Ab kommenden Sommer können die Comicfans es sich also aussuchen, welchem Captain America sie folgen wollen. Es liegt sicherlich im Auge des Betrachters, ob man in dem Wilson-Rogers-Dualismus nun so etwas wie gelebte Diversität sehen möchte, oder aber schlicht Marvels Versuch, die Notbremse zu ziehen und pünktlich zum Jubiläum bei den konservativeren Cap-Lesern verlorenes Terrain gutzumachen. Objektiv betrachtet ist es Marvel zwar erfolgreich gelungen, mit dem afroamerikanischen Captain America ein Ausrufezeichen zu setzen – es in ein anhaltend großes Interesse an der Figur zu verwandeln, gelang dem Verlag hingegen nicht. Ob der Alte Besen tatsächlich besser als der neue kehrt, werden die Verkaufszahlen offenbaren. E pluribus unum lautet der Wappenspruch der USA. Für ihren stärksten Verteidiger gilt nun hingegen: Aus eins mach zwei, zwei Captain Americas.


Hörspielrezension: «Mark Brandis - Raumkadett 7: Laurin» (Folgenreich/Interplanar)


Acht Monate nach dem Finale der ersten Staffel schicken Folgenreich und Interplanar den Raumkadetten Mark Brandis in eine weitere Runde von Abenteuern. Mark Brandis - Raumkadett Folge 7: Laurin lautet der Titel des ersten von sechs neuen Hörspielen, die für Staffel 2 dieser Serie geplant sind. Ca. 59 Minuten Laufzeit hat die Produktion, die ab dem 15. Januar 2016 offiziell erhältlich ist.

Der nunmehr 19-jährige Raumkadett Mark Brandis und seine Freunde an der Astronautenschule werden nach der Fähnrichsprüfung aus Personalmangel dazu abkommandiert, in Begleitjägern einen Lebensmitteltransporter zum Kaspisee in die Stadt Baku eskortieren, die wegen eines Disputs zwischen Union und Republiken nur aus der Luft versorgt werden kann. Was als Routinemission beginnt, stellt sich jedoch als gefährliches Abenteuer heraus. Wer unter Laurins Schirm gerät, soll nie mehr zurückkehren …

Den guten Ruf, den die Mark-Brandis-Romane bis heute genießen, verdanken sie nicht zuletzt der Tatsache, dass Nikolai v. Michalewski sich nie scheute, im Kontext einer Welt von Morgen sich mit politischen und gesellschaftlichen Themen der Gegenwart auseinanderzusetzen. Die Adaptionen von Interplanar übernahmen dieses Merkmal und auch das Prequel Mark Brandis - Raumkadett, für das Balthasar v. Weymarn die Plots schreibt, gibt sich durchaus nicht unpolitisch. Doch lassen die Geschichten um den jungen Brandis bisweilen jenes letzte Maß an Konsequenz vermissen, das großartige Geschichten von guten unterscheidet. Folge 7 ist leider ein Beispiel dafür.

Ungefähr fünfundvierzig Minuten lang ist Mark Brandis - Raumkadett Folge 7: Laurin ein Volltreffer. Nach der Fähnrichsprüfung, in dessen Verlauf deutlich wird, dass der junge Mark in Sachen souveräner Weltraumspaziergang noch ordentlich was zu lernen hat, geht es für Brandis und seine Freunde Robert Monnier, Alec Delaney, Annika Melnikova in den ersten Kampfeinsatz. Riskante Flugmanöver, heftige Kämpfe am Boden, die bedrückende Stimmung im Kessel von Baku – alles akustisch eindrucksvoll in Szene gesetzt von Jochim C. Redeker. So geht erwachsene SF-Hörspielunterhaltung. Doch ausgerechnet dann, wenn die Abwehrschlacht gegen die Truppen der Republiken einen kritischen Moment erreicht, lässt v. Weymarn einfach die Luft raus: Die Kadetten erfahren die wahren Hintergründe der Kämpfe um Baku; doch was dem Quartett da an Szenario ausgebreitet wird, mangelt es wegen lückenhafter Logik an Überzeugungskraft. Das Vorgehen der Unionstruppen findet zwar eine brauchbare Erklärung, das der Republiken hingegen nicht. Von dem Schwinger, den der Twist dem Spannungsbogen verpasst, geht dieser zu Boden und erholt sich nur noch bedingt, weil der kurzerhand von Brandis entworfene Plan, mit dem er sich und seine Freunde aus Baku herausholen will, ohne irgendwelche Schwierigkeiten (und unter unfreiwilliger maßgeblicher Mithilfe übermotivierter Unionssoldaten) gelingt, wodurch das Hörspiel nach ca. 59 Minuten ein vielleicht nicht überstürztes, aber doch recht zügiges Ende findet.

Im Gegensatz zur Handlung, die im letzten Viertel aus dem Takt gerät, ist die Leistung aller Sprecherinnen und Sprecher die gesamte Laufzeit über einwandfrei. Daniel Claus (Mark Brandis), Sebastian Fitzner (Robert Monnier), Sebastian Kluckert (Alec Delaney) und Friedel Morgenstern (Annika Melnikova) machen in den Hauptrollen einen wirklich guten Job; Tilmar Kuhn, Wanja Gerick, Leon Boden, Debora Weigert, Thomas Schmuckert und Christin Marquitan überzeugen in den Nebenrollen. Michael Lott gibt als erwachsener Mark Brandis erneut den Erzähler. Wie bereits gesagt, machen das Sounddesign und Musik von Jochim C. Redeker ordentlich was her und bilden einen vorzüglichen Rahmen für die Handlung sowie die Dialoge. Unwiderstehlich wird man die Geschichte hineingezogen, wähnt sich regelrecht neben Brandis im Cockpit oder an seiner Seite während der Kämpfe um Baku. Das von Interplanar-Produktionen gewohnte große Kopfkino stellt sich auch dieses Mal ein.


Mark Brandis - Raumkadett Folge 7: Laurin ist ein solider Start der zweiten Staffel dieser Hörspielserie. In puncto Cast und Umsetzung lassen die Macher erneut nichts anbrennen, während die Story zwar einen großen Teil ihres Potenzials abruft, doch eben nicht alles, was möglich gewesen wäre. Nichtsdestotrotz hat man es hier mit einem guten Hörspiel zu tun, das Lust auf die nächste Folge macht.

Mark Brandis - Raumkadett Folge 7: Laurin ist ab dem 15. Januar 2016 offiziell im Handel erhältlich.


Bei Interesse:Verzeichnis meiner SF-Hörspielrezensionen

Hörfutter: Ausblick auf die SF-Hörspiele der Monate Januar und Februar 2016


Das Jahr 2016 ist da, und damit wird es Zeit, einen Blick darauf zu werfen, was in ersten Wochen des neuen Jahres in Sachen SF-Hörspiele auf den geneigten Hörer wartet.


Den Anfang macht am 8. Januar die Serie Perry Rhodan: Plejaden von Zaubermond Audio. Dann nämlich steht Folge 9: Weg zur Unsterblichkeit auf dem Programm, das vorletzte Kapitel des Zehnteilers.

Hier ist der Klappentext: Gucky befindet sich mit den Vitalenergiesplittern im Gepäck auf dem Weg zum tiefblauen Planeten der Lkandoner, als seine Space Jet den Zusammenstoß mit einer Rettungskapsel meldet. Der Maus biber weiß um den Wert, den seine Fracht hat – aber er ist nicht vorbereitet auf das Ding, das sich kurz darauf gewaltsam Zugang zum Frachtraum der Space Jet verschafft …

Das Hörspiel hat eine Spielzeit von 33 Minuten und kommt mit einem Bonus in Form eines Soundtracks daher, der seinerseits 32 Minuten läuft. Am 5. Februar präsentiert das Label mit Folge 10: Die Vital-Maschine dann das Finale seiner Perry-Rhodan-Saga.


Am 15. Januar startet auch Mark Brandis: Raumkadett von Folgenreich und Interplanar wieder durch. Die neue Folge (die insgesamt siebte der Serie) hört auf den Titel Laurin und der Klappentext verspricht jede Menge Action.

So liest er sich: Mark Brandis und seine Freunde an der Astronautenschule werden nach der Fähnrichsprüfung zu einem ersten Einsatz geschickt. Sie sollen in Begleitjägern einen Lebensmitteltransporter zum Kaspisee in die Stadt Baku eskortieren, die wegen eines Disputs zwischen Union und Republiken nur aus der Luft versorgt werden kann. Was als Routinemission beginnt, stellt sich jedoch als gefährliches Abenteuer heraus. Wer unter Laurins Schirm gerät, soll nie mehr zurückkehren ...

Das Manuskript stammt wie gehabt von Balthasar von Weymarn, das Sounddesign und die Musik von Jochim-C. Redeker. Neben der Stammbesetzung sind dieses Mal unter anderem Tilmar Kuhn, Wanja Gerick, Leon Boden, Debora Weigert, Thomas Schmuckert und Christin Marquitan mit von der Partie. Die Laufzeit von Mark Brandis - Raumkadett Folge 7: Laurin beträgt ca. 59 Minuten. Die Folge markiert den Auftakt der zweiten Staffel des MB-Prequels, die insgesamt sechs Hörspiele umfassen wird.


Im Februar geht es nicht nur hinaus in die Weiten des Weltalls, sondern auch hinauf in luftige Höhen. In der dritten Folge von Jules Verne - Die neuen Abenteuer des Phileas Fogg bekommt es der reiseerprobte Held nämlich mit einem Gegenspieler zu tun, dem es absolut nicht an Selbstbewusstsein mangelt, denn er nennt sich vollmundig Der Herr der Welt.

Das verrät Maritim bereits vorab über den Plot: Die Meuterei auf der Nautilus ist beendet, doch ihr Hintermann, der geheimnisvolle Robur, ist noch immer auf freiem Fuß. Mitten in seiner Suche nach dem Unbekannten erreicht Phileas Fogg eine Einladung eines alten Bekannten: der Ingenieur Phil Evans bittet ihn ans Whedon-Institut in den Vereinigten Staaten. Doch bei ihrer Ankunft stellt sich die vermeintliche Einladung als Falle heraus. Der Fallensteller: Robur! Der manisch-geniale Tüftler entführt die Weltreisenden auf ein gigantisches Luftschiff. Mit dessen Hilfe plant er einen Anschlag, der den Verlauf der Geschichte und das Gesicht der Welt für immer verändern soll. In schwindelerregenden Höhen kommt es zur Konfrontation. Können unsere Helden dem Wahnsinnigen Einhalt gebieten?

Christian Brückner ist wieder als Erzähler Jules Verne zu hören, Sascha Draeger als Phileas Fogg und Annina Braunmiller als dessen Frau Aouda. Jules Verne - Die neuen Abenteuer des Phileas Fogg Folge 3: Krieg in den Wolken kommt am 19. Februar 2016 in den Handel.

Am 26. Februar meldet sich dann auch die Mannschaft des Raumkreuzers Hyperion wieder zum Dienst und findet sich in der fünften Folge der Serie Heliosphere 2265 im Zentrum der Gewalten wieder. Das Cover von Arndt Drechsler hat Greenlight Press bereits online gebracht (siehe rechts), weitere Infos zur Handlung sollen noch folgen.

Die werktägliche Hörspielschiene von WDR 3 steht in den ersten drei Januarwochen unter der Überschrift Entdecker. Zwei Produktionen sind dabei auch für SF-Fans von Interesse. Da wäre zunächst Spaceman '85 von Andreas Ammer und Console.

Der WDR schreibt dazu: Der Flug ins Weltall - ein Menschheitstraum. Für den deutschen Wissenschafts-Astronauten Reinhard Furrer wurde er wahr: Er war Mitglied der D1-Spacelab-Mission. Seine Eindrücke auf dieser Expedition hielt er mit einem Tonband fest. Andreas Ammer und Console (Martin Gretschmann, Axel Fischer, Miriam Osterrieder) schaffen für das Dokument von Furrers Weltraumflug einen musikalischen Rahmen.
Zu hören ist die Sendung am 12. Januar ab 19:05 Uhr. Anschließend steht sie zum Download bereit.

Am 18. Januar kommt dann ab 19:05 Uhr die Produktion 20.000 Meilen unter dem Meer des SWR aus dem Jahre 2014 zur Ausstrahlung. Erzählt wird Jules Vernes Klassiker, in dem der Meereskundler Professor Aronnax sich auf die Suche nach einem geheimnisvollen Seeungeheuer macht, das für zahlreiche rätselhafte Schiffsunglücke verantwortlich gemacht wird. Was er und seine Gefährten finden, ist aber kein Seeungeheuer, sondern ein Unterseeboot: die Nautilus und der Kommando von Kapitän Nemo. Dieser hat sich von den Menschen abgewandt und versorgt sich und seine Mannschaft – aufs vortrefflichste – aus den Schätzen des Meeres. Eine musikalische Abenteuerreise unter Wasser beginnt – begleitet vom Radio-Sinfonieorchester des SWR, das das Abenteuer musikalisch in Szene setzt. Die Hauptrollen verkörpern Malte Arkona, Patrick Blank und Bernd Gnann, die Regie hatte Henrik Albrecht. Da aus urheberrechtlichen Gründen ein anschließender Download nicht angeboten werden kann, sollten Interessierte also rechtzeitig einschalten oder das Vorwärmen des Radiorecorders nicht vergessen.


Soweit der Ausblick für die Monate Januar und Februar 2016. Auf welche der genannten Produktionen freut ihr euch am meisten? Wenn ihr mögt, schreibt es in die Kommentare.

Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr !


Liebe Leser, Fans und Freunde von Watchman's Science-Fiction Blog,

ich verabschiede mich in die Weihnachtspause und wünsche Euch friedvolle und besinnliche Festtage. Und weil es hier im Blog erst im Januar 2016 weitergeht, schicke ich ein herzliches "Guten Rutsch in neue Jahr" gleich noch hinterher.

2015 war ein gutes Jahr für die Science-Fiction und auch für den Watchman. Nicht nur im Kino war jede Menge los, auch in anderen Medien konnte das Genre für Ausrufezeichen sorgen. Dies stimmt nicht nur optimistisch für die Zukunft, sondern straft auch alle Beobachter Lügen, die die SF schon seit längerem totsagen: Schon wieder ist ein Jahr vorbei, in dem diese Leute mit ihren Prognosen daneben lagen. Und 2016 wird es genauso sein. Davon bin ich jetzt schon überzeugt.

In diesem Sinne wünsche ich Euch alles Gute und freue mich darauf, gemeinsam das Science-Fiction-Jahr 2016 anzugehen. 

Bleibt mir gewogen,
Euer Watchman     


Filmkritik: «Star Wars: Das Erwachen der Macht» (seit dem 17. Dezember 2015 im Kino)


Wahrscheinlich ist es taktisch unklug, eine Filmkritik mit dem Fazit zu beginnen. Doch auch auf die Gefahr hin, dass manche von euch nach dem ersten Absatz nicht weiterlesen, mache ich das jetzt einfach mal. Also: Star Wars: Das Erwachen der Macht ist ein optisch immens eindrucksvoller Film, der sehr unterhaltsam weil kurzweilig ist und der von J. J. Abrams nahezu perfekt in Szene gesetzt wurde. Die Star-Wars-Fans werden Episode VII lieben, daran besteht meinerseits überhaupt kein Zweifel.

J. J. Abrams hat bekanntlich Erfahrung im Umgang mit legendären Science-Fiction-Franchises. 2009 verpasste er Star Trek eine Frischzellenkur, und nun hievt er 22 Jahre nach Episode VI: Die Rückkehr der Jedi-Ritter und 10 Jahre nach Episode III: Die Rache der Sith Star Wars zurück auf die große Leinwand. Er tut dies, indem er vorgeht wie ein Schütze bei einem Elfmeter ohne Torwart: Er geht kein Risiko ein, sondern schießt flach in die Mitte. Das ist nicht sonderlich originell, garantiert aber einen Treffer. Übertragen auf Star Wars heißt Abrams' Spielgerät Star Wars: Das Erwachen der Macht, das Tor ist die Kinokasse und die Strategie lautet: Machen wir doch einfach noch einmal Episode IV. Und tatsächlich ist es geradezu brillant, wie Abams und Koautor Lawrence Kasdan es schaffen, den Umstand zu kaschieren, dass dieses Sequel in Wahrheit ein Remake ist. Sie übernehmenden den Basisplot des Klassikers von 1977, dessen Figurenkonstellationen sowie Motive und arrangieren sie neu mit dem Ziel einer Stabübergabe von der alten an die neue Generation. Dass dieses Konzept, für das Filmemacher in anderen Kontexten vom Publikum wahrscheinlich gekreuzigt würden, Abrams und Co. aber nicht zum Nachteil gereicht, hat primär zwei Gründe: Einerseits erzählt der Film trotz der 135 Minuten Laufzeit seine Geschichte so rasant, dass einem erst im Nachhinein klar wird, was man da eigentlich gesehen hat. Und andererseits macht die offensichtliche Verbundenheit mit der "alten Trilogie" Star Wars: Das Erwachen der Macht eben genau zu jenem Film, den die Fans sehen wollen. Denn er verzichtet auf alles, was die Warsler an der Prequel-Trilogie hassen: Kein radebrechender nerviger CGI-Charakter wie Jar Jar Binks; kein Kind als Retter der Galaxis; keine langatmige Romanze zwischen zwei der Hauptfiguren, von der ohnehin jeder weiß, dass sie unglücklich enden wird. Episode VII wirft alle "kindgerechten Elemente" über Bord und erspart den Fans damit Momente des Fremdschämens. Vorbei sind auch Zeiten der Hochglanzatmosphäre, der erdige Used Look ist zurück.

Zurück sind auch eine Reihe von Charakteren aus der alten Garde, und allein schon Harrison Ford oder Carrie Fisher noch einmal in ihren berühmten Rollen zu erleben, ist ein ausreichender Grund, sich Star Wars: Das Erwachen der Macht anzuschauen. Hinzu gesellen sich neue Figuren, die in Zukunft die Fackel der Star-Wars-Saga weitertragen sollen. Der gerechten Sache verschrieben haben sich Ray (dargestellt von Daisy Ridley), Finn (John Boyega) und Poe (Oscar Isaac), auf der dunklen Seite der Macht steht Kylo Ren (Adam Driver). Ist die Charakterisierung und Besetzung der neuen Helden durchaus gelungen, ist der Schurke leider eine Enttäuschung. Alles, was an diabolischer Aura um Kylo Ren aufgebaut wurde, ist mit jenem Moment verfolgen, in dem er zum ersten Mal seine Maske abnimmt. Denn da ist es wieder: Das Milchgesicht, dem man es einfach nicht abnimmt, dass sein Besitzer wütend ist, da man es Adam Driver förmlich ansieht, wie sehr er sich quälen muss, um diesen Ausdruck überhaupt hinzubekommen. Jener Gesichtsausdruck, wie man ihn aus den Episoden II und III kennt, und den der neue Film doch eigentlich vergessen machen will. An seiner Seite agiert Domhnall Gleeson als ein General General Hux, der wohl eine Reverenz an Peter Cushings Grand Moff Tarkin sein soll, dem dafür aber jegliche Ausstrahlung fehlt. Es tut weh, wenn man darüber nachdenkt, wie großartig Max von Sydow, der nur einen kurzen Auftritt absolviert, in dieser Rolle gewesen wäre. Ein schlecht animierter Supreme Leader Snoke, immerhin der Anführer der Ersten Ordnung, macht das Desaster für die dunkle Seite perfekt. Dieser Aussetzer in Sachen CGI ist wirklich überraschend, denn ansonsten hat man die Effekte hervorragend im Griff. Insbesondere schafft man es, sie nicht zum Selbstzweck werden zu lassen, sondern sie stattdessen in den Dienst der Geschichte zu stellen, wodurch sie eine unheimlich große visuelle Kraft entfalten.

Star Wars: Das Erwachen der Macht ist perfekt konfektioniertes und auf den Geschmack eines Mainstreampublikums zugeschnittenes Popcorn-Kino. Seine extrem tiefe Verbeugung vor dem ursprünglichen Krieg der Sterne kann man als einen Mangel an Originalität kritisieren, als ziemlich clevere Strategie betrachten oder aber auch interpretieren als einen Beleg für die Zeitlosigkeit von George Lucas' Geschichte über den Kampf zwischen Gut und Böse. Welche Perspektive man auch einnimmt, richtig gute Unterhaltung ist der Film auf jeden Fall. Und das ist ja die Hauptsache.



Star Wars: Das Erwachen der Macht läuft seit dem 17. Dezember 2015 offiziell in den deutschen Kinos.

Trailer Review: «Independence Day: Wiederkehr» & «Star Trek Beyond»



Während die Star Wars-Fans die Stunden bis zum Start von Episode 7: Das Erwachen der Macht zählen, werfen Genrefilme des kommenden Jahres bereits ihre Schatten voraus. So lancierte 20th Century Fox inzwischen den ersten Trailer zum ID4-Sequel Independence Day: Wiederkehr (Deutschlandstart: 14. Juli), während Paramount einen ersten Blick auf Star Trek Beyond (21. Juli) gewährte, mit dem das Franchise 2016 seinen 50. Geburtstag feiert. Der sehr enge zeitliche Abstand, in dem die beiden Streifen anlaufen, verspricht ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen an der Kinokasse. Da gilt es für die Studios, ihre Produktionen frühzeitig entsprechend zu positionieren und beim Publikum Hunger auf die Filme zu erzeugen. Machen die ersten Trailer bereits hungrig auf Independence Day 2 und Star Trek Beyond? Schauen wir mal.


Hier der Trailer zu Independence Day: Wiederkehr:


Und so liest sich der Ankündigungstext:

Wir wussten immer, dass sie zurückkehren werden!Nachdem "Independence Day" den Begriff Eventkino neu definiert hat, entführt das nächste epische Kapitel die Zuschauer in eine globale Katastrophe von unvorstellbarem Ausmaß.Mit Hilfe der Alien-Technologie haben die Nationen der Welt gemeinsam ein gigantisches Abwehrprogramm entwickelt, um die Erde zu schützen. Aber nichts kann uns vor der hochentwickelten und nie dagewesenen Stärke der Aliens bewahren. Lediglich durch den Einfallsreichtum einiger mutiger Männern und Frauen kann unsere Welt vor der Zerstörung gerettet werden.

Für Independence Day: Wiederkehr nahm wie schon bei Teil 1 Roland Emmerich, der Master of Desaster, auf dem Regiestuhl Platz. Und er scheint das abzuliefern, was er eben am besten kann: Lupenreines Popcornkino. Da eine Alien-Invasion immer eine Alien-Invasion bleibt, ist der erzählerische Spielraum des Sequels naturgemäß recht eingeschränkt, weshalb sich der Film auf atemlose Action zu Lande, in der Luft und im All sowie auf optisch eindrucksvoll inszenierte Destruktionsorgien zu verlassen scheint. Vielschichtige Charaktere waren noch nie Emmerichs Ding, und nichts in dem Trailer deutet darauf hin, dass sich daran in ID4 2 etwas ändert. Jeff Goldblum und Bill Pullman aus Teil 1 sind wieder mit von der Partie, was für Kontinuität sorgt. Mit Liam Hemsworth hingegen soll offenbar das junge Publikum angesprochen werden, das ihn aus den Tribute-von-Panem-Filmen kennt. Könnte klappen.

Der Watchman meint:

Ob es 20 Jahre nach Teil 1 wirklich eine Fortsetzung brauchte, die wahrscheinlich kaum mehr leistet, als den aus ID4 bekannten Plot ein weiteres Mal zu erzählen, kann man natürlich ausgiebig diskutieren. Gleichzeitig haben solche Gedanken für Hollywood nie eine Rolle gespielt. Und trotz einem Minimum an Originalität können solche Filme durchaus gute Unterhaltung bieten, wie dieses Jahr beispielsweise Jurassic World unter Beweis stellte, auf dessen Zielgruppe - unter anderem also jene, die bei Teil 1 schon im Kino waren - wohl auch Independence Day: Wiederkehr abstellt. Hat mich der Trailer hungrig auf den Film gemacht? Nein, denn er enthielt nichts Überraschendes, sondern bot vielmehr das, was ich erwartet hatte. Da ich auf diese Weise auch nicht enttäuscht wurde, hält der Trailer ID4 Teil 2 als einen Film im Rennen, den ich mir nächsten Sommer vielleicht im Kino anschauen werde, sollte mir dann der Sinn nach Action und anderem Krawall stehen.


Hier ist der Trailer zu Star Trek Beyond:


Zunächst einmal fällt auf, dass der erste Trailer mit 90 Sekunden recht kurz ausfällt und eher wie ein erweiteter Teaser daherkommt. Was den Plot des Films angeht, so hüllte sich Paramount bislang eisern in Schweigen, und auch der Trailer gibt kaum etwas preis: Die Enterprise befindet sich auf ihrer Mission und geht unterwegs irgendwie zu Bruch. Kirk und Co. sind von jeglichem Support seitens der Sternenflotte abgeschnitten und bekommen es mit fiesen Aliens zu tun, finden aber scheinbar auch kampfstarke Verbündete. So weit, so vage. Wenn man also über die Handlung noch nichts verraten will, dann soll wenigstens beim Publikum auf jeden Fall kein Zweifel daran bestehen, dass es in diesem Film ordentlich zur Sache geht. Zu diesem Zweck ist der Trailer voll auf Action gebürstet. Und durch eingestreute One-Liner will man zeigen, dass es auch etwas zum Schmunzeln gibt.

Eines hat der Trailer auf jeden Fall geschafft: Man redet über ihn. Die Kritik, dies sei nicht Star Trek, war angesichts des Action-Gehalts des Trailers zu erwarten. Gleichzeitig gehen die Ansichten darüber, was Star Trek eigentlich ist, im ohnehin stark fragmentierten Fandom ebenfalls weit auseinander, und befeuern eine Diskussion, die wohl niemals enden wird. Den Versuch, jene Trekker zu überzeugen, die man mit den ersten beiden Filmen der Reboot-Ära überzeugen konnte, hat man offenbar komplett aufgegeben und konzentriert sich stattdessen darauf, das Mainstream-Kinopublikum unserer Tage zu erreichen. Ob das klappt, wird man sehen.

Der Watchman meint:

Nachdem ich nun diesen erweiterten Teaser kenne, möchte ich nun gerne bald mal den ersten richtigen Trailer sehen. Dass Regisseur Justin Lin Action kann, bewies er schon bei Fast & Furious. Und er kann es auch im ST-Gewand, wie unschwer zu erkennen ist. Wenn dieses Element nun noch mit einer packenden Story gepaart wird, dann dürfte ein Film dabei herauskommen, der jene, welche die letzten beiden Streifen mochten, erneut gut unterhalten dürfte. Und über eben diese Story möchte ich absolut mehr erfahren. Appetit auf Star Trek Beyond habe ich, für den Heißhunger muss allerdings der nächste Trailer noch sorgen.

Hörspielrezension: «Jules Verne – Die neuen Abenteuer des Phileas Fogg Folge 2: Der Schatz von Atlantis» (Maritim)


Anfang November diesen Jahres fiel beim Maritim Verlag der Startschuss für die Hörspielserie Jules Verne – Die neuen Abenteuer des Phileas Fogg. Und gleich zu Beginn gab es eine Entführung auf hoher See (ich rezensierte die Folge hier). Seit dem 11. Dezember 2015 können die Hörer nun erleben, welche Herausforderungen Fogg und seine Gefährten in dem Bemühen zu meistern haben, den Schatz von Atlantis zu heben. Denn sie sind nicht die Einzigen, die sich für die Reichtümer der legendären Stadt interessieren...

Mit Wagemut und Einfallsreichtum hat sich Phileas Fogg den Respekt und die Freundschaft des rätselhaften Kapitän Nemo erworben und seine Suche nach Professor Aronnax abgeschlossen. Doch eine schier unglaubliche Entdeckung hält ihn weiter an Bord des Unterseebootes Nautilus: am Meeresgrund stößt die Mannschaft auf die Überreste des sagenumwobenen Atlantis. Gemeinsam mit Nemo und Aronnax dringt Phileas Fogg in die Ruinen vor, wo die Abenteurer versunkene Schätze, verwunschene Paläste und unaussprechliche Schrecken erwarten. Doch die größte Gefahr braut sich derweil an Bord der Nautilus zusammen: Versteckt sich dort tatsächlich ein Verräter?

Orientierte sich die Serie in ihrer Auftaktfolge noch deutlich am Plot von 20.000 Meilen unter dem Meer, so löst sie sich nun von der literarischen Vorlage und geht eigene Wege. Der Spannung tut dies natürlich gut, denn selbst für intime Kenner des vernschen Werkes sind die Ereignisse nun nicht mehr vorhersehbar. Auch darüber hinaus tut die Folge viel, um ihr Publikum für sich einzunehmen: Ein gefährlicher Tauchgang durch die Straßen und Paläste von Atlantis, eine Meuterei an Bord der Nautilus sowie die Begegnung mit einer weltberühmten Figur, die nicht aus der Feder von Jules Verne stammt, stehen auf dem Programm. Letzteres ist konzeptionell sehr bemerkenswert, da auf diese Weise die Serie den Umstand etabliert, dass in ihrem Kosmos nicht nur die Charaktere aus Vernes Opus nebeneinander existieren, sondern auch Figuren, die von Zeitgenossen des Franzosen ersonnen wurden. Bereits Alan Moore nutzte ab 1999 für seine League of Extraordinary Gentlemen sehr geschickt diesen Ansatz - und auch jetzt erweist er sich wieder als äußerst reizvoll, da er den neuen Abenteuern des Phileas Fogg große erzählerische Perspektiven eröffnet.

Zwar lagen zwischen den Veröffentlichungen der ersten beiden Folgen gerade einmal ca. fünf Wochen, doch für jene, die sich dennoch nicht mehr an den bisherigen Handlungsverlauf erinnern können, gibt der von Christian Brückner verkörperte Jule Verne als Erzähler einen Rückblick darauf, was sich bis jetzt zugetragen hatte. Anschließend stürzt sich das Hörspiel ins Geschehen und erzählt seine Geschichte stringent in einem angenehm hohen Tempo, ehe es unter die Nemo-Saga einen zwischenzeitlichen Schlusspunkt setzt, an den sich ein Epilog anschließt, in dem sich Foggs nächster Kontrahent schon einmal kurz vorstellt. Die Besetzung mit Sascha Draeger als Phileas Fogg, Annina Braunmiller als Aouda, Klaus-Dieter Klebsch als Kapitän Nemo, Michael Pan als Prof. Aronnax und Marius Clarén als Passepartou an der Spitze agiert mit großer Spielfreude und lässt die Figuren vor dem inneren Auge der Hörerschaft überzeugend lebendig werden. Christian Brückner verleiht mit seiner prägnanten Stimme der Figur des Jule Verne die entsprechende Gravitas. Wie schon in Folge 1: Entführung auf hoher See wird das Spiel aller Beteiligten dabei tatkräftig unterstützt von einer atmosphärischen Geräuschkulisse und einem druckvollen orchestralen Soundtrack, der sowohl das Gefühl von Abenteuer, Dramatik und Gefahr effektvoll transportiert, wie auch die Majestät der Paläste von Atlantis.

Folge 1: Entführung auf hoher See nutzte Maritim dazu, Jules Verne – Die neuen Abenteuer des Phileas Fogg auf eine solide Basis zu stellen. Mit Folge 2: Der Schatz von Atlantis beginnt die Serie nun, das ihrem Konzept innewohnende Potenzial abzurufen. Herausgekommen sind ca. 56 Minuten Spielspielunterhaltung, mit der man Anhänger klassischer Abenteuergeschichten ebenso anspricht, wie auch Verne-Liebhaber und Fans von Science-Fiction-Erzählungen im viktorianischen Gewand. Folge 3 ist für den Februar 2016 angekündigt, Folge 4, gleichzeitig der Abschluss der ersten Staffel, soll im April erscheinen. Vor dem Hintergrund des wirklich positiven Eindrucks, den Folge 1 und nun auch Folge 2 hinterlassen haben, kann man nur sagen: Immer her damit.



Jules Verne – Die neuen Abenteuer des Phileas Fogg Folge 2: Der Schatz von Atlantis ist ein Hörspiel des Maritim Verlags. Seit dem 11. Dezember 2015 ist es im Handel.


Hörspielrezension: «Heliosphere 2265 – Folge 4: Das Gesicht des Verrats» (Greenlight Press/Interplanar)


Nach sechs Monaten melden sich Captain Jayden Cross und die Mannschaft der Hyperion wieder zum Dienst. Hielt Folge 3 der SF-Hörspielserie Heliosphere 2265 jede Menge Enthüllungen für die Protagonisten bereit, so blicken sie in der neuen Folge jetzt in Das Gesicht des Verrats. Und weil der Verrat nicht nur ein, sondern gleich eine ganze Reihe von Gesichtern hat, muss man beim Hören genau aufpassen, um nicht den Überblick zu verlieren. Heliosphere 2265 – Folge 4: Das Gesicht des Verrats hat eine Laufzeit von ca. 66 Minuten und ist seit dem 27. November 2015 im Handel.

Aufgrund der längeren Pause habe ich mir Folge 3 noch einmal angehört, ehe die neue Folge an die Reihe kam. Und das war keine schlechte Idee, denn mit einem Rückblick oder anderen Einstiegshilfen hält sich Das Gesicht des Verrats nicht auf, sondern springt direkt ins Geschehen. Da es sich bei diesem Hörspiel um eine Episode eines übergreifenden Erzählstrangs handelt, ist das auch okay so. Doch sollten diejenigen, die in Heliosphere 2265 einsteigen wollen, es definitiv mit Folge 1 tun, denn wer Folge 4 als Startpunkt wählt, versteht wahrscheinlich nur Shuttlerampe.

Im Finale von Folge 3 stieß Admiral Juri Michalew den ersten Dominostein seines elaborierten Umsturzplans um. Was für verheerende Folgen diese Entscheidung für ihn, die Erde und die gesamte Solare Union hat, davon berichtet nun Folge 4 - und sie tut dies storytechnisch wie akustisch auf sehr eindrucksvolle Weise. Das Gesicht des Verrats ist eine atemlose Tour de Force, in der Bomben und Anschläge durch Attentäter die Regierung destabilisieren und Präsidentin Ione Kartess dem Treiben des abtrünnigen Admirals scheinbar hilflos gegenübersteht. Doch so einfach sind die Machtverhältnisse nicht, denn unterschiedliche Fraktionen kämpfen um die Macht, Bündnisse lösen sich auf, neue bilden sich und irgendwann kann niemand mehr sicher sein, wer nun wirklich auf welcher Seite steht. Verschwörer entpuppen sich als Schachfiguren in einer noch größeren Verschwörung, von deren Existenz sie nicht einmal eine Ahnung haben, bis es zu spät ist. Und mittendrin in diesem Spinnennetz aus Verrat und Lügen befindet sich die Hyperion, deren Captain selbst mit Verrat in den eigenen Reihen zu kämpfen hat. Mangelnde Komplexität kann man diesem Hörspiel wirklich nicht vorwerfen, das von Interplanar Produktion auf Basis des gleichnamigen Romans von Andreas Suchanek realisiert wurde. Der Plot fordert vom Publikum Aufmerksamkeit, bedankt sich dafür aber auch mit einem Spannungsbogen, der von der ersten Minute an mächtig unter Dampf steht und bis zum Abspann den Druck nicht vom Kessel nimmt. Zahlreiche Handlungsorte, unerwartete Wendungen sowie jede Menge Action sorgen für beste SF-Unterhaltung; die Regie von Balthasar v. Weymarn holt erneut das Maximum aus dem umfangreichen Cast heraus. Zwei Dutzend Sprechrollen listet das Booklet, und alle sind sie überzeugend besetzt. Und weil die Produktion auch in Sachen Sounddesign und Musik, die wie gehabt von Jochim-C. Redeker stammen, absolut nichts anbrennen lässt, ergibt sich ein Kopfkino der Oberklasse.

Die CD-Version von Heliosphere 2265 – Folge 4: Das Gesicht des Verrats enthält als Bonusmaterial den ihm zugrundeliegenden Roman in mehreren E-Book-Formaten und das Hörspiel als MP3. Das Booklet informiert über den Background von Lieutenant Commander Lukas Akoskin und wartet zudem mit zwei informativen Interviews auf, in denen Regisseur und Drehbuchautor Bathasar v. Weymarn sowie die Sprecherin Christin Maquitan zu Wort kommen. Letztere verkörpert in der Serie Commander Noriko Ishiada, den 1. Offizier der Hyperion. Wieder ein feines Paket, das Greenlight Press und Interplanar da für die Käufer des Silberlings zusammengestellt haben.

Etwas haben die Macher von Heliosphere 2265 die Geduld der Hörer schon auf die Probe gestellt. Und es wäre klasse, wenn wir auf Folge 5 nicht erneut ein halbes Jahr warten müssten. Doch das Ausharren hat sich auf jeden Fall gelohnt, denn Heliosphere 2265 – Folge 4: Das Gesicht des Verrats ist richtig feines Ohrenkino für Science-Fiction-Fans. Sein vielschichtiger und spannungsgeladener Plot wurde mit einer hochkarätigen Besetzung in Bestform akustisch packend in einer Weise in Szene gesetzt, die auch verwöhnte Hörer überzeugen dürfte. Deshalb spreche ich eine absolute Hörempfehlung aus.



Heliosphere 2265 – Folge 4: Das Gesicht des Verrats ist ein Hörspiel von Greenlight Press und Interplanar Produktion. Seit dem 27. November 2015 ist es im Handel erhältlich.



DVD-Kritik: «Doctor Who – Sechster Doktor Volume 1» (ab dem 27. November 2015 im Handel)


Im Jahre 1983 hatte die BBC Grund zum Feiern: Doctor Who beging seinen 20. Geburtstag und die Serie erfreute sich weiterhin beim Publikum einer ungebrochenen Beliebtheit. Was die Stimmung etwas trübte, war jedoch die Ankündigung von Hauptdarsteller Peter Davison, die TARDIS am Ende der kommenden Staffel wieder verlassen zu wollen. Produzent John Nathan-Turner musste sich also auf die Suche nach einem Nachfolger begeben – und fand ihn in Person des erfahrenen Schauspielers Colin Baker, der zuvor in der DW-Folge Arc of Infitnity in einer Nebenrolle zu sehen gewesen war. Was Baker zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnte: Seine Amtszeit sollte ziemlich stürmisch verlaufen. Die ersten Abenteuer mit Baker als Time Lords versammelt Pandastorm in der DVD-Box Doctor Who – Sechster Doktor Volume 1, die ab dem 27. November im Handel ist.

Der Wechsel von Peter Davison zu Colin Baker fiel in eine Phase des strukturellen Umbruchs für die Serie selbst. Hatte man Doctor Who zuletzt an zwei Abenden unter der Woche gesendet, so gab man ihr nun ihren klassischen Sendeplatz am Samstagabend wieder. Doch damit nicht genug: Um sie besser in den USA vermarkten zu können, wandte sich die BBC vom Serial-Prinzip mit Episoden à 25 Minuten ab und genehmigte stattdessen für die 22. Staffel Folgen mit jeweils 45 Minuten Laufzeit. Jedoch dampfte man gleichzeitig die Zahl der Folgen pro Staffel deutlich ein. Der Geschichte Zweimal Einstein, mit der Baker seinen Einstand gibt, merkt man diese ganzen Veränderungen jedoch noch gar nicht an, denn sie fand nicht zu Beginn der neuen Staffel statt (zum letzten Mal hatte es so etwas 1966 gegeben), sondern im letzten Mehrteiles des Vorjahres. Dementsprechend ist Zweimal Einstein noch ein Vierteiler, bestehend aus 25-Minütern. Auf den umgänglichen fünften Doctor folgte nun ein sechster, dessen Gemüt starken Schwankungen unterworfen war, bei dem sich Jähzorn und Ängstlichkeit genauso abwechselten, wie Eloquenz und Naivität. Ausdruck seines Wesens war ein Outfit, dass klassische Schnitte mit knallbunten Farben Farben kombinierte. Ziel war es, den Doctor wieder unberechenbarer und mysteriöser wirken zu lassen; dem Publikum zwar einerseits vertraut, aber dennoch neu und frisch. Von seinem Vorgänger übernahm Doctor Nummer 6 als Companion die amerikanische Studentin Perpugilliam (kurz: Peri) Brown, dargestellt von Nicola Bryant. Diese wurde auf Geheiß des Produzenten in tief ausgeschnittene Tops, Shorts und hochhackige Schuhe gesteckt, um (wie er spät zugab) den Sex-Appeal der Serie zu erhöhen. Bei den männlichen Zuschauern kam man damit gut an, doch es regte sich auch Unmut, weil DW eine Serie war, die von Kindern gesehen wurde. Und weil der sechste Doctor mit seinen Gegner nicht gerade zimperlich umging (was durchaus seinem Charakter entsprach), geriet die Serie zudem ins Fahrfasser der Diskussion um Gewalt im Fernsehen. Aus heutiger Sicht wirken Bryants Klamotten eher als Ausdruck der modischen Entgleisungen der 1980er und die Gewaltdarstellungen vergleichsweise harmlos, doch seinerzeit brachte die an diesen Dingen geäußerte Kritik die BBC-Oberen zum nachdenken.

Wie seine Vorgänger, so hat auch der sechste Doctor von Beginn an alle Hände voll zu tun. In Zweimal Einstein muss er die Pläne des fiesen Mestor vereiteln, und gleich zu Beginn der neuen Staffel bekommt er es in Angriff der Kybermänner mit den Cybermen zu tun, die zu seinen Erzfeinden zählen. Weiter geht es mit der Geschichte Revolte auf Varos, welche die Rolle des Fernsehens in einer Gesellschaft thematisiert und zudem eine bitterböse Satire über die Machenschaften von Konzernen ist. Und schließlich reisen der Doctor und Peri ins England des 19. Jahrhunderts, wo sie in Die Rache des Meisters nicht nur auf einen weiteren langjährigen Widersacher treffen, sondern auch auf die Rani, die mit dem Meister ein unheilvolles Bündnis eingeht. Die Geschichten der 22. Staffel profitieren von der längeren Laufzeit der Folgen, da sie nun die Möglichkeit hatten, sich zu entwickeln und zu entfalten, ohne dem nächsten Cliffhanger entgegenhetzen zu müssen. Angriff der Kybermänner, Revolte auf Varos und Die Rache des Meister sind dabei als Zweiteiler mit gelungenem Spannungsbogen angelegt, die auch heute noch zu unterhalten verstehen. Neben Colin Baker und Nicola Bryant warten die vier Geschichten dieser DVD-Box mit einer ansehnlichen Riege von bekannten britischen Schauspielerinnen und Schauspieler der damaligen Zeit aus. Mit von der Partie sind u.a. Maurice Denham, Edwin Richfield, Kevin McNally, Maurice Colbourne, Brian Glover, Terry Molloy, Nabil Shaban, Martin Jarvis, Forbes Collins, Anthony Ainley, Kate O'Mara und Terence Alexander. Es ist immer wieder sehr interessant, wer alles für einen Auftritt in Doctor Who gewonnen werden konnte oder von sich aus nur zu gerne einmal (oder auch mehrfach) mitspielen wollte.

Zusammengerechnet bringen es die vier DW-Abenteuer der Box Doctor Who – Sechster Doktor Volume 1 auf eine Spielzeit von ca. 370 Minuten. Doch wie schon bei der Veröffentlichung der vorangegangenen Boxen praktiziert, hat sich Pandastorm erneut nicht lumpen lassen, jede Menge Bonusmaterial mit auf die Scheiben gepackt und sogar eine der fünf DVDs allein für Featurettes, Outttakes und Ausschnitte aus zeitgenössischen TV-Sendungen reserviert, in denen es um die Serie und ihren neuen Hauptdarsteller ging. Deutsche (DD 2.0) und englische Tonspur (DD 2.0, DD5.1) stehen zu Auswahl, Audiokommentare existieren zu jeder Folge, man kann sich auf die Suche nach Easter Eggs begeben oder im Booklet Infos zu den Folgen der 22. Staffel und den Hauptdarstellern nachlesen. Ein wirklich schönes Gesamtpaket wurde da geschnürt, das diese Ära in der Historie von Doctor Who anschaulich und sehr unterhaltsam dokumentiert.

Nach den drei Boxen mit den Staffeln des siebten Doctors und dem Serienspecial Doctor Who – Die fünf Doktoren beginnt Pandastorm also nun damit, die Wege des Time Lords in seiner sechsten Inkarnation nachzuzeichnen. Und dies mit einer Box, die über sechs Stunden an DW-Abenteuern und über fünf Stunden an Bonusmaterial zu bieten hat. Dies macht Doctor Who – Sechster Doktor Volume 1 zu einer echten Empfehlung für alle, die diese spannende Phase in der Geschichte des Serienklassikers Doctor Who erkunden möchten.


Doctor Who – Sechster Doktor Volume 1 ist ab dem 27. November 2015 erhältlich.

Fotos: © BBC

Filmkritik: «Die Tribute von Panem - Mockingjay Teil 2» (seit dem 19. November im Kino)


Die Verfilmung von Suzanne Collins' Roman-Trilogie The Hunger Games, die 2012 mit Die Tribute von Panem – Tödliche Spiele begann, findet ab heute in den deutschen Kinos mit Die Tribute von Panem – Mockingjay Teil 2 ihren krönenden Abschluss. Ein Moment, auf den die Fans der Reihe mit Spannung gewartet haben. Doch hat sich dieses Warten wirklich gelohnt?

Der Film hat kein Interesse daran, jenem Teil des Publikums eine Einstiegshilfe zu bieten, dem die Handlung der vorangegangenen drei Filme nicht bekannt ist. Stattdessen schließt er lieber an den Vorgänger nahtlos an und springt er direkt ins Geschehen. Die Tribute von Panem – Mockingjay Teil 2 ist ein Kriegsfilm. Ein Film über die letzten Zuckungen eines Präsidenten, der seine Niederlage dadurch herauszuzögern versucht, indem er die die Wege zu seinem Palast von den Designern der Hungerspiele durch trickreiche und vor allem tödliche Fallen „verminen“ lässt. Ein Film, der den Stellenwert von Moral und Ethik in Kriegszeiten thematisiert, und der die Protagonistin vor die Frage stellt, ob der Feind ihres Feindes wirklich ihr Freund oder lediglich der nächste Gegner ist. Im Stile eines klassischen Kommandofilms gilt es für Katniss, ihr Team (u.a. Gale, Peeta, Finnick) durch die Straßen des Kapitols ans Ziel zu führen und Snows Herrschaft ein Ende zu setzen. Doch wie es nicht anders sein kann, läuft natürlich kaum etwas nach Plan. Snows Fallen fordern ihre Opfer, ständig muss improvisiert werden. Katniss geben die Umstände jedoch Gelegenheit, ihre Führungsqualitäten gerade dann unter Beweis zu stellen, wenn diese von Mitgliedern der Gruppe eins ums andere Mal auch in Frage gestellt werden. Ist dann der Moment der Abrechnung schließlich gekommen, verläuft er anders, als man es aus vielen anderen Streifen gewohnt ist: Katniss stellt ein letztes Mal die Weichen des Schicksals von Panem, ehe sie wieder vom Symbol des Widerstands zum Menschen wird.

Über weite Strecken ist Die Tribute von Panem – Mockingjay Teil 2 ein wirklich sehenswerter Film, dem es gelingt, sein Publikum zu packen, mitfiebern und mitleiden zu lassen. Doch leider schweift er gelegentlich ab, gibt sich mitunter geschwätzig und nimmt an unpassenden Stellen das Tempo raus. Die einzelnen Aspekte der Handlung in ein austariertes Verhältnis zu bringen, fällt dem Skript von Danny Strong und Peter Craig bisweilen schwer, und der Regie von Francis Lawrence gelingt es nur teilweise, diese Schwächen im Spannungsbogen des Drehbuchs auszugleichen. Lawrence inszeniert routiniert aber nicht inspiriert. Und wenn sich im Laufe des Films gewisse Kamerablickwinkel zu wiederholen beginnen, offenbart der Regisseur damit, dass seine filmischen Ausdrucksmöglichkeiten offenbar begrenzt sind. Action kann Lawrence, doch in den ruhigeren Momenten weiß er mit den Charakteren und ihrem Seelenleben nur wenig anzufangen. Besonders deutlich wird dies im zu lang geratenen Finale: Anstatt konsequent einen wirklich emotionalen Schlusspunkt zu setzen, findet der Film scheinbar kein Ende, will unbedingt weitererzählen, reiht Szene an Szene. Für den Zuschauer ist längst alles gesagt, doch der Streifen will sein Publikum einfach nicht entlassen. Nach 137 Minuten ist dann tatsächlich Schluss – bei stringenterer Erzählweise hätten es 120 Minuten auch getan, denn nicht nur am Ende, sondern auch im früheren Verlauf hätte man kürzen können.

Jennifer Lawrence trägt den Film mühelos und macht Katniss Everdeen erneut eindrucksvoll zum emotionalen Zentrum. Das Portrait einer Frau, der es zwar Entschlossenheit nicht mangelt, gleichzeitig aber von der Last der Verantwortung für das Gelingen der Revolution fast erdrückt wird, gelingt ihr ganz vorzüglich. An ihrer Seite machen Josh Hutcherson und Liam Hemsworth eine gute Figur. Woody Harrelson, Elizabeth Banks, Donald Sutherland, Julianne Moore, Stanley Tucci, Philip Seymour Hoffman, Jena Malone, Natalie Dormer, Willow Shields und Jeffrey Wright sorgen darüber hinaus dafür, dass die Leistung des Casts absolut überzeugen kann. Auch von den Sets, der Ausstattung und den Effekten her macht Die Tribute von Panem – Mockingjay Teil 2 einen wirklich hervorragenden Eindruck, der Soundtrack von James Howard Newton fällt atmosphärisch aus.

Seiner Aufgabe, die Saga um Die Tribute von Panem auf spannende Weise zu einem befriedigenden Abschluss zu bringen, zeigt sich Die Tribute von Panem – Mockingjay Teil 2 weitgehend gewachsen. Sicherlich hätte der Film sie fokussierter und mit einem etwas feineren Gespür für das richtige Timing bewältigen können, doch ändert dies nichts daran, dass er zu unterhalten versteht und Antworten auf viele offene Frage offeriert. Wer die bisherigen Teile mochte, wird deshalb mit großer Wahrscheinlichkeit auch den letzten Film der Reihe mögen.



Die Tribute von Panem – Mockingjay Teil 2 läuft ab dem 19. November 2015 in den deutschen Kinos.

To Boldly Go: Neue «Star Trek»-Serie ab 2017 - Programmierter Erfolg oder sicherer Flop?


In der zweiten Hälfte der 1970er Jahre reifte in der Chefetage von Paramount der Plan, ein eigenes Network zu gründen, das ABC, CBS und NBC Konkurrenz machen sollte. Und das Flaggschiff des neuen Programms sollte eine Star Trek-Serie sein – eine neue Fünf-Jahres-Mission mit der Originalcrew (abzüglich Leonard Nimoy, der nicht mehr Spock spielen wollte). Das Vorhaben zerschlug sich, doch das Skript des Pilotfilms In Thy Image von Star Trek Phase II bildete den Ausgangspunkt für das Drehbuch des ersten Star Trek-Kinofilms. Knapp zwei Jahrzehnte später gab es mit UPN dieses Paramount-Network dann tatsächlich. Auch die Idee, eine Star Trek-Serie zum Aushängeschild zu machen, wurde mit Star Trek: Voyager Realität. Inzwischen schreiben wir den November 2015, und Anfang des Monats wurde bekannt, dass Star Trek im Januar 2017 nach zwölfjähriger Abstinenz auf die Fernsehschirme zurückkehren wird. Und wie schon in den 1970ern angedacht und in den 1990ern praktiziert, soll auch die neue Serie wieder ein Leuchtturm-Projekt werden – dieses Mal für die Plattform CBS All Access. Ein Konzept, dass für das Network durchaus Sinn macht, für die Produzenten Vorteile hat, jedoch auch nicht ohne gewisse Risiken ist.

CBS All Access ist ein VoD- und Streamingdienst. Amerikanische Zuschauer können Folgen zahlreicher älterer oder neuer CBS-Serien abrufen und das Programm örtlicher Stationen des Senders streamen. Was man im Gegensatz zu Netflix oder Amazon Instant Video nicht zu bieten hat, sind Inhalte, der originär für die Plattform produziert wird. Ein Zustand, der sich durch eben jene neue ST-Serie ändern soll. Eine Preview wird CBS im TV ausstrahlen, der Pilotfilm sowie die übrigen Folgen der ersten Staffel werden bei CBS All Access ihre Premiere erleben. Ob sie später auch ihren Weg ins reguläre Fernsehen finden, ist derzeit noch unklar. Die weltweite Vermarktung der Serie außerhalb der USA übernimmt CBS Studios International. Von konventionellen TV-Sendern bis hin zu digitalen Anbietern will man alles beliefern.

CBS ist sich bewusst, dass Material aus der Konserve auf Dauer nicht ausreicht, wenn man gegen die Konkurrenz bestehen und Kunden einen Anreiz bieten will, CBS All Access zu abonnieren. Das schafft man nur durch Original Content. Vor diesem Hintergrund ist die neue Star Trek-Serie sicherlich das optimale Vehikel, um den Dienst zu pushen. Da wäre zum einen die riesige Fanbase, über die das Franchise ohnehin verfügt, und zum anderen feiert es 2016 seinen 50. Geburtstag. Ein Anlass, der mit dem Film Star Trek Beyond begangen und sicherlich dafür sorgen wird, die Marke auch beim allgemeinen Publikum wieder zum Thema zu machen. So viel Aufmerksamkeit für Star Trek wird es so schnell wieder geben, weshalb CBS gut beraten ist, dieses Momentum für sich auszunutzen. Hinzu kommt, dass die Kern-Zielgruppe, die Trekkies, in der Mehrheit sehr Technik-affin sind. Die Verfügbarkeit der Serie exklusiv via Stream, stellt für sie daher keinerlei Hemmschwelle dar. Im Gegenteil: Streaming ist die modernste Form des Broadcasting, da ist es nur logisch, dass eine in der Zukunft spielende Serie diesen Weg für sich nutzt. Insgesamt ist ein berühmtes Franchise wie Star Trek, das seit über 10 Jahren nicht mehr im TV präsent war, dessen Rückkehr aber immer wieder gefordert wurde, genau das, nach dem CBS für den ersten originären Stoff seines digitalen Ablegers gesucht hat.

Für das produzierende Unternehmen CBS Television Studios löst die Entscheidung zugunsten von CBS All Access mehrere Probleme. Beispielsweise ist dadurch die Frage nach der Heimat der neuen Star Trek-Serie bereits zu diesem frühen Zeitpunkt geklärt. Der Herausforderung, sich mit einem Pilotfilm um einen der freien Programmplätze bei einem der Networks bewerben zu müssen, braucht man sich gar nicht erst zu stellen. Außerdem verschafft Streaming den Produzenten etwas Luft, denn es entzieht die Serie den Blicken der Quoten-Adler, die sich unbarmherzig auf die Ratings stürzen, sie minutiös analysieren, um dann die Ergebnisse der Öffentlichkeit zu präsentieren. Abgesehen vom Piloten wird es keine Ratings für die neue Star Trek-Serie geben, und damit auch nicht den Zwang, von der ersten Folge an tolle Zahlen liefern zu müssen, um nicht direkt Spekulationen darüber auszulösen, ob die erste Staffel zugleich die letzte sein könnte. Selbstredend wird CBS sich die Abrufzahlen der Folgen genau ansehen, um den Erfolg zu prüfen; doch mit dem allwöchentlichen Quotenkrieg hat man nichts zu tun. Und dies kann für die Serie, die sicherlich Zeit brauchen wird, um sich zu entwickeln, nur von Vorteil sein. Zudem ist die Wahrscheinlichkeit, dass CBS seinen ersten Original Content für All Access nach einer Season cancelt, relativ gering, denn das würde einen gewaltigen Gesichtsverlust bedeuten. Dies alles sind durchaus gute Vorzeichen.

Ob Teile des Publikums wirklich bereit sind, CBS All Access zu abonnieren, nur um neue Star Trek-Abenteuer sehen zu können, ist natürlich die große Unbekannte in der Gleichung. Die Serie bei Netflix zu platzieren, um ein Streaming-Publikum zu erreichen, wäre durchaus der leichtere und vielleicht auch naheliegendere Weg gewesen, wenn man die große Reichweite des Wettbewerbers bedenkt. Und angeblich hatte der Anbieter über längere Zeit sogar Interesse daran, originären ST-Content zu bringen. Aber CBS will lieber sein Eigengewächs stärken. Das ist legitim, aber eben auch riskant.

Was die inhaltliche Ausrichtung angeht, so gibt es derzeit kaum Informationen. Fest steht, dass man sich Alex Kurtzman, der als Autor und/oder Produzent an Star Trek und Star Trek into Darkness beteiligt war, als ausführenden Produzenten ins Boot geholt hat. Einen Mann mit ST-Erfahrung also, der sich zudem im Seriengeschäft auskennt, gehört er doch zu den Produzenten von Scorpion oder Hawaii 5-0. In der Presseerklärung spricht CBS davon, die Serie werde von neuen Charakteren handeln, was man als Indiz dafür sehen kann, dass weder TOS ein weiteres Reboot erleben, noch eine der späteren Serien neu aufgelegt wird. Eine Serie, die in der Ära von Kirk, Spock und Co angesiedelt ist und in der die Crew eines Schwesterschiffs der Enterprise auf Forschungsreise geht, wäre durchaus denkbar. Mehr erzählerischen Freiraum hätte sogar noch eine Serie, die einige hundert Jahre nach der TOS-Epoche spielt. Denn diese Phase wurde noch in keinem Film und keiner Serie behandelt. Man könnte einen neuen Status Quo etablieren, was die Serie für Trekkies und neue Zuschauer reizvoll machen und letzteren den Einstieg erleichtern würde. Unabhängig davon, für welches Jahrhundert sich die Macher entscheiden, sie dürfen nicht aus dem Blick verlieren, dass sich das Erzählen in Serie in den letzten Jahren maßgeblich weiterentwickelt hat. Storys im Stile von "Der Planet der Woche" und Figuren ohne Weiterentwicklung sind passé. Erwartet werden ein die Folgen durchziehender roter Faden und komplexe Charaktere, die ihre individuellen Schwächen und Probleme haben. Während ersteres im Kontext einer ST-Serie vergleichsweise einfach umsetzbar ist, stellt letzteres eine echte Prüfung für die Autoren dar. Denn die Philosophie von Star Trek geht von einer Menschheit aus, die sich weiterentwickelt und viele negative Eigenschaften hinter sich gelassen hat. Einen drogensüchtigen Lieutenant oder einen rassistischen Captain kann es deshalb bei Star Trek eigentlich nicht geben. Wobei das Zauberwort wahrscheinlich "eigentlich" lautet, denn schon früher waren nicht alle Mitglieder der Föderation Nice Guys. Die Autoren haben in dieser Hinsicht also etwas Spielraum. Damit die Serie ein Erfolg wird, muss sie aber nicht nur zeitgemäße Charaktere und moderne Erzählweise bieten, sondern auch das Versprechen einlösen, in den Folgen würden gesellschaftliche Themen und Gegenwart angesprochen und reflektiert. Und dies im Kontext einer erstrebenswerten Zukunft, in der die Menschheit sich zu den Sternen aufgemacht hat, um die Wunder des Kosmos zu erforschen. Der verheißungsvolle Blick auf die Zukunft ist der Kern von Star Trek – opfert man ihn, um sich dem aktuellen Trend des Dystopischen zu beugen, nimmt man Star Trek seine Seele und der neuen Serie ihre Existenzberechtigung. Denn nur ein Star Trek, das sich in seinem Wesen treu bleibt, macht einen Unterschied zum Rest der SF und verkörpert jenes positive Denken, das viele Fans des Genres heutzutage so schmerzhaft vermissen. Egal, was die Macher sonst so verändern, an diesem Grundprinzip müssen sie also auf jeden Fall festhalten, wenn sie nicht gnadenlos untergehen wollen. Dass gute Effekte und eine ordentliche Dosis Action mit den Mix gehören, versteht sich von selbst.

Bis die neue Serie startet, dauert es noch über ein Jahr. Doch schon jetzt ist klar, dass die Erwartungshaltung der Fans und Kritiker sehr hoch sein wird. Und bestimmt wird man manche nicht überzeugen können, ganz gleich, wie die Serie inhaltlich und optisch gestaltet sein wird. Zum jetzigen Zeitpunkt jedoch sollte man sich die Philosophie von Star Trek zu eigen machen und der Serien-Zukunft des Franchises erst einmal optimistisch entgegensehen. Star Trek hat mehr als einmal Fernsehgeschichte geschrieben, warum sollte dies nicht noch ein weiteres Mal gelingen?